Der “Um-den-Kaugummi-herum-Atmer”

Es gibt in Fitness-Studios ja diverse Typen von Trainierenden. Von der Schicki-Micki-Tusse, die immer die neuesten und teuersten Trainingklamotten an hat und komplett geschminkt und gestylt ist, über den Naturfaserschwitzer, der seine Baumwoll-T-Shirts klatsch nass schwitzt bis zum Überehrgeizling, der sich mit hochrotem Kopf und Maximalgewichten bis zum Schreien quält. Ich möchte heute mal kurz über den “Um-den-Kaugummi-herum-Atmer” lästern.

Um-den-Kaugummi-herum-Atmer
Um-den-Kaugummi-herum-Atmer

Der Um-den-Kaugummi-herum-Atmer ist vorwiegend aber nicht ausschließlich weiblich. Egal ob auf dem Fahrradergometer, dem Laufband oder auf den Kraftmaschinen, der Um-den-Kaugummi-herum-Atmer kaut IMMER und ununterbrochen Kaugummi. Wenn es anstrengend wird, dann tut er das mit weit aufgerissenem und dennoch kauendem Mund.

Da bei körperlicher Anstrengung zwangsläufig Atemfrequenz und Atemvolumen steigen, er aber sturheil weiter den Kaugummi bearbeitet, ist das Atmen schwierig, denn es wird von dem endlosen Stakato von Kaubewegungen permanent unterbrochen und behindert. Also kaut er immer zwei oder drei mal, reißt dann den Mund auf und atmet ein oder zwei mal heftig ein und aus, um dann wieder zu kauen.

Gerade gestern im Fitnesstudio in Darmstadt, wo ich trainiere, war eine männliche Ausgabe des Um-den-Kaugummi-herum-Atmers zu bewundern. Glatze, nur ein dünner Haarsaum auf Höhe der Ohren. Circa Ende 50. Er hatte Schweiß auf der Stirn und sein Baumwoll-T-Shirt – er ist wohl auch Naturfaserschwitzer – triefte ebenfalls vom Schweiß. Vor allem aber konnte man deutlich den angestrengten Wechsel zwischen Kaugummikauen und Atmen hören.

So ein “Knitsch Knitsch Knitsch-Hechelhechelhechel-Knitsch Knitsch Knitsch-HechelSCHNAUFFFFhechel-Knitsch Knitsch Knitsch“. Ich weiß, dass es sehr schwer ist, diese ekligen Geräusche vor allem des Kaugummikauens in Worte zu fassen, aber ich hoffe, ich könnt es Euch vorstellen.

Sieht man von dem unappetitlichen Anblick des sich im weit aufgerissenen Mund umherbewegenden Kaugummis ab, so kann das irgendwie auch nicht gesund sein. Zum einen besteht ja die Gefahr des Verschluckens oder gar des Einatmens des Kaugummis. Zum anderen ist das Um-den-Kaugummi-herum-atmen ja auch für den Körper viel anstrengender und belastender, als wenn man ihm eine reguläre und ungehinderte Atmung gönnt. Das Anblick und Geräusche echt eklig sind, hatte ich glaube ich schon anbedeutet, oder?

2013 ich danke Dir Du geile Sau!

Wir besichtigen eine Teeplantage.
Wir besichtigen eine Teeplantage.

2013 war ein richtig geiles Jahr! Also zumindest aus meiner Sicht und für mich! Diese egoistische Perspektive darf ich mir hier in meinem persönlichen Blog ja wohl leisten. Mir ist viel Gutes widerfahren.

Neuer alter Job

Beispielsweise eine sehr tolle berufliche Veränderung, die im Sommer ohne all zu große Vorwarnung statt gefunden hat. Ich mache im Prinzip das Gleiche wie vorher, nur eben als festangestellter Redakteur. Und ich lieben meinen Beruf und meinen Job und fahre Montagmorgens gerne zur Arbeit!

Valencia

Ich habe im Frühjahr eine supertolle Woche in Valencia in Spanien erlebt. Ich und ein Freund haben uns die “Las Fallas” gegönnt. IRRE!! Solltet ihr unbedingt mal machen. Hier vier selbst verzapfte Videos dazu, die mehr sagen als 1000 Worte.

Masclettas – Feuerwerk für die Ohren

Créma las Fallas Valencia

Grande finale

China

Und dann war ich im Sommer in China und habe endlich mal einen “nicht-westlichen” Kulturkreis erlebt und kennen gelernt. Es war eine beeindruckende Reise, die ich an dieser Stelle nicht ausführlich schildern will, denn dieser Beitrag würde sehr sehr sehr lang. Daher müssen hier ein paar Fotos genügen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch sonst gab es viele kleine und größere Dinge, die passiert sind. Die meisten davon positiv, wenige davon eher “neutral” und ganz wenige unschöne Dinge.

Bei Depeche Mode wars z.B. auch wieder geil! Außerdem habe ich mir Sting auf der Nordmole in Mainz gegönnt, der dort seinen einzigen Deutschland-Auftritt in diesem Jahrt hatte. Und Herman van Veen habe ich mir in der Phoenix-Halle gegönnt.

Depeche Mode in Frankfurt

Sting in Mainz

Herman van Veen

Fazit:

Wenn das Jahr 2014 auch nur halb so geil wird, wie das Jahr 2013 es war, dann wird es ein tolles Jahr. Der Grundstein dafür ist schon mit einer gebuchten Fernreise gelegt. Es geht auf einen anderen Kontinent, auf dem ich bisher noch nie war.  Und der Rest wird sich zeigen. Deshalb nochmals: 2013 ich danke Dir Du geile Sau!

So nicht!!!

Würdet ihr einen belegt unfähigen Bewerber einstellen und beschäftigen? Bevor ich bezüglich dieser Frage hier loslege, möchte ich Euch zunächst mal diese nachfolgende Bewerbung, die mir heute per E-Mail zuging und Auslöser meines Kopfschüttelns ist, zur Lektüre empfehlen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser Bewerbung stelle ich mich Ihnen als analytisch-strukturierte, verantwortungsbewusste, unternehmerisch denkende und kundenorientierte

Teamleiterin/ Leiterin Vertriebsinnendienst vor mit nachweisbaren Kompetenzen in den Bereichen

  • Aufbau und Organisation von Service – Abteilungen
  • Beratung und Vertrieb hoch erklärungsbedürftiger Produkte und Dienstleistungen
  • Schnittstelle zwischen Außendienst, Kunden und Hauptverwaltung
  • Darstellung von Geschäftsprozessen in Datenbanken
  • Bewerber- u. Personalmanagement

Diese basieren insbesondere auf hoher Empathie, langjähriger Beratungs-Kompetenz, vertrieblich generalistischer Ausrichtung sowie ausgeprägter Kunden- und Marktorientierung.

Als Diplom – Oecotrophologin startete ich nach meinem Studium 1986 mit dem Aufbau der Ernährungsberatung bei einer Krankenkasse. Nach meinem Umzug ins Rhein Main-Gebiet wechselte ich 1992 zu einem mittelständischen Unternehmen des Direktvertriebs, wo ich zunächst auch als Ernährungsberaterin begann. Nach kurzer Zeit übernahm ich zusätzlich organisatorische Aufgaben, um die neue Service-Abteilung Ernährungstraining (********) weiter auf- und auszubauen. Anfang 1999 wurde ich Abteilungsleiterin Seminarorganisation und Personalentwicklung und ab Ende 2001 war ich zusätzlich für den Vertriebsservice der Handelsvertreter verantwortlich. Ende 2005 übernahm mein Mann eine Personalberatung, bei deren Auf- und Ausbau ich ihn unterstützte. Hier war ich schwerpunktmäßig für die Rekrutierung und das komplette Bewerber-management von Interim Managern der oberen Führungsebenen verantwortlich.

Aufgrund privater Veränderungen suche ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung.

Ich suche nach einer anspruchsvollen Querschnittsaufgabe, in der ich idealerweise mehrere der genannten Kompetenzen miteinander verbinden kann. Sehr gerne würde ich Ihren Außendienst oder Kundenservice durch meine engagierte Arbeitsweise unterstützen. Dabei möchte ich sowohl meine bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen als auch an neuen Aufgaben wachsen. Die Identifikation mit dem Unternehmen sowie ein partnerschaftliches Arbeitsklima spielen dabei für mich eine wichtige Rolle.

Sollten Sie eine Position zu besetzen haben, die zu meinen Qualifikationen passt, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme. Ich stehe Ihnen kurzfristig zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

M. Muster (Name geändert)

Alles falsch

Diese Person ohne Vornamen – M. kann für so vieles stehen – hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man in einer Bewerbung falsch machen kann!

1. Anrede

“Sehr geehrte Damen und Herren” = KEINE persönliche Anrede des Adressaten. Der “Kandidat” hat sich also keine Mühe gemacht, den richtigen Ansprechpartner und dessen Namen zu recherchieren. Es ist garantiert eine “Gieskannenbewerbung”, die mehrfach über diverse Adressen gekübelt wurde.

2. Keinerlei Recherche

Diese Person bewirbt sich als “Teamleiterin/ Leiterin Vertriebsinnendienst“. Wenn diese Person auch nur EINEN EINZIGEN Blick auf meine Internetseite geworfen hätte, dann hätte ihr folgendes auffallen MÜSSEN!!

a. Lerg Media ist KEINE Firma, sondern ein Redaktionsbüro.

b. Es ist fast unmöglich zu übersehen, dass es sich dabei um eine “One-Man-Show” handelt. ES GIBT KEINE TEAMS DIE GELEITET WERDEN MÜSSTEN!

c. Es ist ebenso fast unmöglich zu übersehen, dass es hier um Journalismus geht und nicht um ein produzierendes und Produkte vertreibendes Gewerbe. ES GIBT KEINEN VERTRIEB DER GELEITET WERDEN MÜSSTE!

d. Es ist ebenso fast unmöglich zu übersehen, dass es bei mir KEINE Service-Abteilung, KEINEN Außendienst und KEIN Bewerber- und Personalmanagement gibt.

3. Kein Vornamen und keine vollständige Anschrift

Lediglich über die Absender-E-Mail-Adresse wäre eine Kontaktaufnahme möglich. Und die endet auch noch auf “initiativbewerbung-online.de”. Schaut man sich die “Dienstleistungen” an, die auf der entsprechenden Webseite http://www.initiativbewerbung-online.de/ versprochen werden und betrachtet man dann diese Bewerbung als das vermutliche Ergebnis, ja dann kann man nur noch eines tun: Den Kopf schütteln bis einem der Nacken weh tut!

Was also signalisiert mir diese Bewerbung?

1. Da hat jemand nach dem Gießkannenprinzip vermutlich einfach ziel- und planlos eine Universalbewerbung über einen was weiß ich wie großen Verteiler gekübelt und hofft vermutlich, dass er/sie einen Glückstreffer landen wird.

2. Diese Person hat durch diese Bewerbung ihre Unfähigkeit und Inkompetenz eindrucksvoll zur Schau gestellt. Recherche über den anvisierten Arbeitgeber? NULL! Wird auf die Firma, bei der man arbeiten will, im Text eingegangen? NULL! Wird erklärt, warum man sich diese Firma ausgesucht hat, um sich dort zu bewerben? NULL! Selbst wenn ich eine Firma wäre, die eine solche Stelle anzubieten hätte, würde mir diese Bewerbung deutlich signalisieren: “SO & DEN/DIE GARANTIERT NICHT!”

3. Eine Person, die von sich selbst behauptet “Hier war ich schwerpunktmäßig für die Rekrutierung und das komplette Bewerber-management von Interim Managern der oberen Führungsebenen verantwortlich” macht dann in ihrer eigenen Bewerbung so ziemlich ALLES falsch?! Siehe Punkt 2 hier oben drüber!

Solche Bewerbungen habe ich im Laufe dieses Jahres bereits sechs oder sieben mal bekommen und entsorgt, also wie diese E-Mail sehr schnell gelöscht. Einfach unglaublich! Auffällig: Die Absender-Adresse der letzten vier Mails in den letzten zwei Monaten lautet jedes Mal auf: @initiativbewerbung-online.de. Ich weiß nicht, was dieser Dienstleister verlangt, aber wenn ich mir diese Mails betrachte, dann ist es zu viel. Wer weiß, vielleicht sind das ja auch nur “Pflichtaussendungen”, die ein Leistungsempfänger nachweisen muss, damit er weiter Hartz IV oder andere Stütze bekommt. Gute Bewerbungen sind es definitv nicht!

UPDATE 12. September:

Heute (12.09.2013) habe ich schon wieder so eine unsäglich schlechte und für mich sinnlose Bewerbung bekommen. Da bewirbt sich einer als “Vertriebsmitarbeiter im Außen- und Innendienst – Europäist”. Der hat auch seine (oben beschriebenen) Hausaufgaben nicht gemacht.

Und der Oberkracher: Er schreibt “Ich bin flexibel und bereit, nach Köln umzuziehen.” Mit anderen Worten, er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Standort “meiner” Firma zu recherchieren. Hier also auch diese Bewerbung zu gefälligen Lektüre:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß dem US-Amerikanischen Manager Lido Anthony Iacocca ist das Beste, was ein Manager tun kann, die richtigen Leute einzustellen. Gerne möchte ich Sie in Ihrer Aufgabe erleichtern und mich Ihnen als Bewerber vorstellen. Ich habe den Bachelorabschluss „Europäische Studien“ mit den Nebenfächern Management/Ökonomie und Jura, sowie das Aufbaustudium Master „Europäisches Regieren: Markt – Macht – Gemeinschaft”.

Ich bringe verhandlungssichere Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch und Französisch und Grundkenntnisse in Schwedisch und Rumänisch mit. Durch meine Studienschwerpunkte kann ich Kontakte mit ausländischen Geschäftspartnern aufbauen, neue Kunden akquirieren und Marketing-Strategien entwickeln. Während meines Praktikums bei MLP Finanzdienstleistungen AG bin ich im Vertriebsinnendienst und als Assistent des Geschäftsleiters tätig gewesen. Ich habe Erfahrung in Neukundenakquisition erworben, denn ich habe junge Akademiker angesprochen, ihnen das Dienstleistungsportfolio von MLP erklärt und sie letztendlich als Kunden gewonnen. Ich habe Kundenseminare und Akquiseveranstaltungen organisiert, Kundentermine durchgeführt und Kundenanfragen bearbeitet. Ich bringe Erfahrung in Erstellung und Auswertung von Statistiken und im Projektmanagement mit, denn ich habe als Praktikant beim Europäischen Institut Sofia an einem Projekt der Europäischen Kommission gearbeitet. Ich verfüge
über Erfahrung in Kundenbetreuung von anspruchsvollen Kunden auf internationaler Ebene und in der Organisation von internationalen Veranstaltungen, denn ich habe an der Durchführung der Simulation Model European Union 2011 im Europäischen Parlament in Straßburg teilgenommen und war verantwortlich für die Betreuung der Teilnehmer und Koordination der Zusammenarbeit mit den Ansprechpartner des EU-Parlaments. Aufgrund meiner Teilnahme am von NATO organisierten Studentischen Forum in Pisa, Italien, zum Gegenstand: „Die Nachkriegsentwicklung von Afghanistan“ und an der Veranstaltung „Model European Union 2010“ in der Rolle als EUAbgeordnete in Straßburg konnte ich meine Kommunikationsfähigkeiten und Leistungsbereitschaft ausbauen und erweitern.

Das ERASMUS-Auslandsstudium an der Universität Osnabrück im Sommersemester 2009 hat meine einwandfreien persönlichen Umgangsformen entwickelt. Ich verfüge über ausreichende Computerkenntnisse, um eine EDV-gestützte Verwaltung und Dokumentation zu gewährleisten. Ich bin flexibel und bereit, nach Köln umzuziehen. Ich verfüge über keinen Vermittlungsgutschein.

Ich freue mich, Ihnen in einem weiteren, persönlichen Gespräch einen noch umfassenderen Eindruck von mir zu vermitteln, und verbleibe in Erwartung Ihres Terminvorschlages.

Update 5. November 2013

Und heute war es abermals soweit. Wieder kam eine so völlig sinnlose Bewerbung. Und wieder vom Absender @initiativbewerbung-onliner.de. Und wieder die gleichen dilettantischen Fehler! Hier also die heutige Bewerbung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ausgebildeter Industriekaufmann und studierter Diplom-Wirtschaftspädagoge suche ich eine neue Herausforderung im kaufmännischen Bereich und möchte Sie hiermit auf mich und meine Fähigkeiten aufmerksam machen und Sie von meinem Nutzen für Ihr Unternehmen überzeugen. 

Seit 2010 arbeite ich als Projektleiter und Junior Consultant in der Marktforschung. Hierbei trage ich Personal- und Projektverantwortung. 
Meine Hauptaufgabengebiete sind:

  • Erstellen von Angeboten und Budgetierung
  • Projektplanung und –durchführung
  • Qualitätssicherung
  • Auswertung und Aufbereitung der erhobenen Daten zum Zweck der Ausarbeitung von kundenspezifischen Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Arbeit im Team und das Zusammenwirken mit dem Außendienst erlebe ich dabei stets als gewinnbringend. Der Umgang mit Kunden und der Einsatz des Office-Paketes sind für mich gelebter Alltag. Meine Stärken liegen in der zielorientierten, planerischen sowie markt- und kundenorientierten Projektarbeit. Diese erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Begeisterung für die von mir übernommenen Aufgaben.

Gerne möchte ich mich beruflich weiterentwickeln und dabei meinen Lebensmittelpunkt in das Rhein- / Maingebiet verlagern. Die Kündigungsfrist meines bestehenden Arbeitsverhältnisses beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Ein kurzfristiger Umzug ist erwünscht und möglich.

Gerne würde ich Ihr Unternehmen mit meinen Qualifikationen und meiner beruflichen Erfahrung verstärken. Sollten Sie eine Position zu besetzen haben, die zu meinen Kompetenzen passt, würde ich mich über eine Kontaktaufnehme Ihrerseits freuen. 

Mit freundlichen Grüßen

Betram Beispiel (Namen geändert)

Servicewüste Deutschland!

Ich war eben gerade noch bei der Rewe in Oppenheim um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Mit mir betrat auch ein Mann zusammen mit seinem Sohn den Laden. Der Junge war vielleicht geschätzt acht Jahre alt. Und während der Papa Einkäufe in den Einkaufswagen lud, war dem Jungen wohl langweilig. Also begann er durch die Gänge des Ladens zu hüpfen und zu tänzeln. Er verschwand in einem Gang und kam aus einem anderen wieder hevor gedüst.

Wuummmmmsss

Und dann passierte es! Er hatte gerade eine kleine Pirouette gedreht und ging rückwärts als er gegen einen Sonderverkaufsständer stieß. Das war so ein Pappaufsteller voll geladen mit Packungen von verschiedenen Teesorten. Der stand da an der Ecke zweier Gänge – bestens zum umrennen geeignet. Nicht umsonst nennt man so etwas in der Fachsprache auch “Kundenstopper”. Es kam was kommen musste! Das Ding viel laut krachend um und Dutzende Teepackungen verteilte sich über bestimmt zwei Meter Fläche auf den Boden.

Dem Jungen stand das blanke Entsetzen in den Augen und er begann weg zu rennen. Zu spät! Eine Mitarbeiterin des Ladens hatte das Ganze beobachtet und rief: „HEY!“ Das arme Kind blieb wie angewurzelt stehen. Fast so, als hätte jemand auf ihn geschossen und die Kugel hätte ihn voll getroffen.

Und dann sagte die Mitarbeiterin lachend: „Du brauchst doch nicht weg zu rennen. Es ist doch gar nichts passiert. Das kann doch mal vorkommen.“ Und ihr freundliches und ehrliches Lächeln ließ den panischen Gesichtsausdruck des Jungen verschwinden und er beruhigte sich.

Und während die junge Frau den Aufsteller hin stellte und die verschütteten Teepackungen wieder einräumte, plauderte sie noch ein wenig mit dem Jungen, der ihr die Packungen anreichte.

Könnten wir also bitte mal aufhören, dauernd von der „Servicewüste Deutschland“ zu reden!

Und hier die Audio-Version für Lesemuffel.

Doch! Auch Männer freuen sich über …

Rose
Unverhofft kommt oft, schenkt mir doch jemand einfach so eine Rose.

… Blumen! Letzten Dienstag ist mir doch unverhofft etwas wirklich nettes passiert. Jemand hat mir einfach so eine rote Rose geschenkt. Nein, nicht das, was die übliche Symbolik dieser Blume vermuten lässt. Ich stand einfach nur um 22 Uhr – also zu Kassenschluss – an der Kasse im Rewe-Markt in Oppenheim und einer der Mitarbeiter hat mir und drei weiteren (zufällig auch männlichen) Kunden jeweils eine rote Rose geschenkt.

Die waren “nur” noch zu 98 Prozent frisch und damit vermutlich nicht mehr verkaufbar. Meine hatte ein einziges “angebräuntes Blatt” und war ansonsten absolut einwandfrei (Siehe Bilder 1 & 2). Er hatte die Wahl zwischen verschenken oder wegschmeißen. Er hat sich entschieden, sie zu verschenken und anderen Menschen damit eine kleine Freude zu bereiten. Ich habe mich echt und ehrlich darüber gefreut. Und die Rose hat es immerhin bis Sonntagabend in ansehnlichem Zustand durchgehalten.

Rose
Immerhin fünf Tage hat mir die Rose Freude bereitet.

Dieser nette Zufall von letzter Woche erinnerte mich an ein Ereignis, das ein Weilchen zurück liegt. Wir haben von unserem Chor aus ein Weihnachtskonzert in der katholischen Kirche in Oppenheim gegeben. Das Konzert wurde durch Solos und auch weihnachtliche Lesungen ergänzt und auch ich habe eine schöne kleine Geschichte vorgetragen. Am Ende des Konzertes haben alle Solisten und “Vorleser” einen schönen Blumenstrauß als Dankeschön bekommen. Einen richtig schönen und weihnachtlichen Strauß sogar mit einer leuchtend roten Weihnachtskugel darin eingebunden.

Kurz nachdem ich meinen Strauß bekommen hatte, bekam ich von einer Sangesschwester folgendes zu hören: “Wenn’sch den ned magsch, kannsch’n ja einer der annere Frauen schenken.” Weil ich etwas konsterniert geschaut habe, kam als Ergänzung: “Hädsch doch sicher lieber ‘ne Flasche Wein oder ‘n Schnaps gehabt.”

Und da war es mal wieder! Ein typisches Klischee, das Frauen über Männer haben und mit Wonne hegen und pflegen. Ach was ein Klischee, eher zwei Klischees!

  • Das erste: Männer freuen sich demnach nicht über Blumen und können mit einem Blumenstrauß nichts anfangen.
  • Das zweite: Schenke Männern Alkohol und Du machst nie einen Fehler.
Rose
Ich habe mir heute mal selbst ein paar Rosen geschenkt, die jetzt meine Wohnung schmücken.

Woher kommt diese Überzeugung vieler Frauen, das Männer sich nicht über Blumen freuen können. Woher kommt grundsätzlich – also bei Frauen UND Männern – die Überzeugung, das hochprozentige Geschenke immer am besten sind?! Weshalb glauben so viele, dass Männer bei einem Geschenk entweder “Och Mann, kein Alkohol” oder aber “Jawoll! Alkohol!” denken? Warum glauben viele, dass Männer bei Geschenken auf keinen Fall denken “Och wie nett, das XYZ an mich gedacht und mir Blumen geschenkt hat.”

Sorry, aber das ist Blödsinn! Abgesehen davon, dass ich z.B. eine Frau kenne, die sich über einen mit Bedacht und Sorgfalt ausgewählten Single-Malt-Whisky sehr freut und eine andere, die liebend gerne im Baumarkt stöbert, folgendes:

Auch ich freue mich über schöne Blumen. Noch viel mehr freue ich mich darüber, dass jemand mit einem solchen Geschenk zeigt, dass er oder sie an mich gedacht hat und mir mit etwas so schönem eine Freude machen will. Und ich bin mir sicher, bei vielen anderen Männern ist es ähnlich.

Ich war heute Abend noch Diverses einkaufen. Und diesmal habe ich mich selbst mit ein paar wunderschönen Rosen beschenkt. Und damit dieser Blogbeitrag nicht zu sehr ins Lamentieren und Moralisieren driftet, gebe ich offen zu: Neben den tollen orangen Rosen habe ich mir heute auch seit längerem mal wieder einen sehr leckeren Single-Malt-Whisky gegönnt!

;-)

Update: Danke @ Nina fürs verlinken in Typisch Mann? Typisch Frau?

Live-Ticker von der Konklave

Petersplatz im Vatikan.
Petersplatz im Vatikan.

Einige Medien haben angekündigt, mit einem LIVE-TICKER von der Konklave zu berichten, die morgen, am Dienstag dem 12. März, beginnt. Zur Erinnerung: Diese Papstwahl kann durchaus mehrere TAGE dauern und die Kardinäle schließen sich dabei hermetisch ein und sind daher für die Medien unerreichbar. Wie muss man sich also einen solchen Live-Ticker vorstellen? So!

Dienstag 12. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:30 Uhr: Kein Rauch!

17:45 Uhr: Kein Rauch!

18:00 Uhr: Kein Rauch!

18:15 Uhr: Kein Rauch!

18:30 Uhr: Kein Rauch!

18:45 Uhr: Kein Rauch!

19:00 Uhr: Kein Rauch!

19:15 Uhr: zweiter Wahlgang

19:30 Uhr: Schwarzer Rauch!

19:45 Uhr: Kein Rauch!

20:00 Uhr: Kein Rauch, die Kardinäle machen für heute Feierabend.

Mittwoch 13. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:30 Uhr: Kein Rauch!

17:45 Uhr: Kein Rauch!

18:00 Uhr: Kein Rauch!

18:15 Uhr: Kein Rauch!

18:30 Uhr: Kein Rauch!

18:45 Uhr: Kein Rauch!

19:00 Uhr: Kein Rauch!

19:15 Uhr: zweiter Wahlgang

19:30 Uhr: Schwarzer Rauch!

19:45 Uhr: Kein Rauch!

20:00 Uhr: Kein Rauch, die Kardinäle machen für heute feierabend.

Donnerstag 14. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:16 Uhr: Ooooooops – Weißer Rauch!

17:17 Uhr: Tatsächlich voll der weiße Rauch!

17:18 Uhr: Habemus Papam!

17:20 Uhr: Neuer Papst winkt vom Balkon! Hundertausende jubeln! Glockenläuten!

17:25 Uhr: Danke und auf Wiedersehen zur nächsten Konklave.

Ich finde Heinos Album “Mit freundlichen Grüßen” richtig gut, so schlecht ist es

Heino, die coole Sau.
Heino, die coole Sau.

Ich finde das neue Album von Heinz Georg Kramm, besser bekannt als Heino, richtig gut. Ich werde mir das Album ganz bestimmt nicht kaufen, denn es ist richtig schlecht, grottenschlecht. Die gecoverten Songs sind lieblos und emotionslos technisch steril und glatt geölt runter gesungen. Was er aus “Junge” von den Ärzten gemacht hat, haben wir wohl mittlerweile oft genug hören müssen.

Nehmen wir Peter Fox “Haus am See”, im Original eine richtig geile Nummer. Oder nehmen wir Rammsteins “Sonne” als Beispiel. Heino macht aus beiden Songs lahme, dröge und langweilige Nummern. Hört es Euch in den Videos ganz unten selbst an, jeweils erst das Original dann Heino. Wenn das Album aus musikalischen Gründen gute Kritiken bekommt, dann hat Campino von den Toten Hosen recht, der in Mainz beim SWR UniTalk harte Worte dafür gefunden und Beifall bekommen hat.

Aber ich finde das Album aus einem anderen Grund gut. Der Schlager-Opa Heino macht zunächst mal auf coole Sau, was ich witzig finde. Witzig, weil es in die Hose geht und er sich damit selbst ad absurdum führt. Aber auch gut, weil er zahlt es der Branche und anderen Musikern und Prominenten vor allem mal heim. Was ist der Typ früher oft verarscht und durch den Kakao gezogen worden. Denken wir an die “Roten Rosen” aka Die Toten Hosen mit “Dem einzig wahren Heino”. 1985 hat man sich der Parodie von Heino bedient, um eine Show abzuziehen und Medienwirkung zu erzielen. Hier der Bericht der ARD von damals.

Nehmen wir als nächstes Otto Waalkes mit seiner absolut genialen Parodie “Schwarz braun ist die Haselnuss”. In der hat er sich nicht nur Heino vorgenommen, sondern auch gleich noch Michael Jacksons Thriller mit verarbeitet. Genial. Hier das Video

Ich finde es gut, dass Heino sich hier mal adäquat revanchiert, bevor er in den ewigen Schlagerhimmel aufsteigt. Und das er damit Erfolg hat und noch mal richtig Kohle absahnt, dass sei ihm gegönnt! Denn das hält der Musikbranche den Spiegel vor und zeigt, wie sie funktioniert und wie kommerziell sowie plan- und berechenbar sie ist.

Fazit: Heino ist eine unglaublich schlechte gute Platte gelungen.

Peter Fox Haus am See Original

Heinos Cover

Original von Rammstein

Heinos Cover

5 Euro in die Kalauerkasse

Ahoi, ich hab einfach mal Bock auf so ein paar richtig schöne, flache Kalauer:

  • Ist ein Raumschiff, das ausschließlich mit Frauen besetzt ist, eigentlich unbemannt?
  • Wie lange muss eine Katze trainieren, um ein Muskelkater zu werden?
  • Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
  • Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?
  • Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann ‘befriedigend’ besser als ‘gut’?
  • Wenn ein Schäfer seine Schafe verhaut, ist er dann ein Mähdrescher?
  • Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?
  • Welche Farbe bekommen Schlümpfe, wenn man sie würgt?
  • Warum werden Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?
  • Ist eine Gesichtscreme, die 20 Jahre jünger macht, lebensgefährlich, wenn man erst 19 Jahre alt ist?
  • Darf sich jemand, der sich im Ruhestand befindet, nachts hinlegen?
  • Warum ist ein Kreiskrankenhaus nicht rund?
  • Darf man eine Tagesdecke auch nachts benutzen?
  • Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?
  • Wie lange kriegt man für einen Wintereinbruch, oder gibt es darauf Bewährung?
  • Wenn Katholiken auf eine Demonstration gehen, sind sie dann Protestanten?
  • Und die wichtigste Frage des Tages: Warum muss ich auf Start drücken um Windows zu beenden ?

Nein, die sind nicht von mir, nur gesammelt.

 

Der ebenso bescheuerte wie überflüssige Rassismus-Vorwurf gegen Jörg-Uwe Hahn

Jörg-Uwe Hahn
Jörg-Uwe Hahn

Da gibt der hessische FDP-Landesvorsitzende und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn der Frankfurter Neuen Presse ein Interview. Darin steht ein Satz, der derzeit für ein Aufbranden der Empörung sorgt.  Wahlkamp-pflichtschuldig packen die Oppositionellen direkt wieder die Platitüden-Kanone aus!

Da poltert ein gewisser Günter Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion in Hessen, drauflos: “Die Äußerung zeigt auch, dass der Integrationsminister selbst offenbar rassistische Tendenzen hat.” Und zahlreiche andere Politiker und Profilneurotiker stoßen ins gleiche Horn und echauffieren sich öffentlichkeitswirksam.

Können diese Verbal-Kanoniere bitte mal von ihren Geschützen zurück treten. Und zwar nicht um neue Munition zu holen, sondern um sich einer etablierten Kulturtechnik zu bedienen: Dem Lesen. Und zwar dem gründlichen Lesen des Satzes, der in dem Interview zum Stein des Anstoßes hoch gejazzt wurde!  Hier eben dieser:

“Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vize-Kanzler auch noch länger zu akzeptieren”.

Steht da irgend eine Formulierung, die Philip Rösler diskreditiert oder diffamiert? NEIN! Steht dort irgendwas hetzerisches oder etwas, das als rassistisch einzustufen ist? NEIN!

Hahn stellt lediglich die Frage, ob unsere Gesellschaft – wir, die Menschen hier im Lande – bereit ist bzw. sind, einen Menschen mit ausländischen Wurzeln und Aussehen als Vizekanzler (oder überhaupt an entscheidender Position) zu akzeptieren!

Und diese Frage ist BERECHTIGT! Berechtigt, wenn man liest womit Menschen aus eben dieser Gesellschaft Philipp Rösler in ihren Aussagen bedenken.Beispiel gefällig? Bitte schön: “Ich würde Euch ja wählen, aber dafür müsste erst einmal der Chinese weg.” Das bekam der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, an einem Wahlkampfstand der FDP zu hören.

Jörg-Uwe Hahn hat absolut nichts schlimmes oder verwerfliches gesagt. Im Gegenteil! Er hat mit seiner berechtigten Frage den Finger in die Wunde gelegt! Wenn hier das Thema Rassismus diskutiert werden muss, dann im Sinne eben dieser gestellten Frage. Zum Glück ist das Geschrei der Oppositions-Wahlkämpfer bereits dabei zu verklingen, sodass  langsam tatsächlich die wichtige Debatte geführt werden kann: Wie weit sind wir in Deutschland bereit, Menschen mit ausländischen Wurzeln in Führungspositionen zu akzeptieren.

Und all den Schreihälsen, die immer noch behaupten wollen, Jörg-Uwe Hahn habe etwas rassistisches gesagt und müsse unbedingt zurück treten, denen möchte ich den Kurt Beck’schen Ratschlag geben!

König Kurt (sc) haut dem Volks aufs Maul.
Können Sie mal das Maul halten! Einfach mal das Maul halten!

 

Rückkanalverbot – oder: Landesregierung Rheinland-Pfalz ist jetzt auf Facebook hats aber nicht kapiert

... inklusive "Rückkanalverbot".
… inklusive “Rückkanalverbot”.

Mit dem Wechsel vom Landesvater Kurt Beck zur neuen Landesmutter Malu Dreyer hat auch eine unglaubliche Innovation in der Staatskanzlei Einzug gehalten. Die Landesregierung ist jetzt auf Facebook und hat gestern beim Amtswechsel auch fleißig, ja fast livestreamelig mit Bildern und Berichten um sich publiziert. Bisher hatten sich die offiziellen Landesdatenschutzpaniker wohl erfolgreich gegen den Facebook-Auftritt der Landesregierung wehren können. Doch mit der neuen Frau am Ruder des Staatsschiffes soll wohl auch in Sachen modernen Kommunikationsmittel ein neuer Wind in die Segel wehen.

Rückkanalverbot – das ist wie telefonieren ohne sprechen nur mit zuhören

Aber das Schiff wird auf Facebook nicht wirklich Fahrt aufnehmen. Denn wie die Mainzer Rhein-Zeitung meldet, konnte der Landesdatenschutzbeauftragte Edgar Wagner einen letzten Rest einer Phobie vor modernen digitalen Medien retten und als einen entsprechenden digitalen Maulkorb über den Facebook-Auftritt des Landesregierung verhängen. Das ganze nennt sich “Rückkanalverbot“. Rück-was? Ganz einfach: Im Interview mit der Rhein-Zeitung sagt der Datenschützer Wagner doch glatt: “Kommunikation auf der Seite soll nicht stattfinden. Das Ziel ist, dass auf der Seite möglichst wenig Interaktion stattfindet, damit wenige Nutzungsdaten erzeugt werden.”

Das ist als wenn man zwar telefoniert, aber dabei nur zuhört und weder spricht, noch sonst irgend einen Ton von sich gibt. Ein solches Telefonat wäre … na … sinnlos und bescheuert! Demnach wird die Staatskanzlei auf https://www.facebook.com/rlp.de ausschließlich Informationen senden, aber keinerlei Antworten auf Fragen in Kommentaren oder Nachrichten geben. Irgendwie hat da jemand digitale Paranoia und vor allem die Grundidee von Facebook nicht kapiert. Denn Facebook ist und lebt von bidirektionale Kommunikation. Facebook IST ein einziger gigantischer Rückkanal und ist keine statische Selbstdarstellungs-Webseite.

Lost geht’s! Fragt, kommentiert und sendet Nachrichten

Das man es Nutzern nicht erlaubt, an die eigene Pinnwand auf Facebook zu schreiben, ist ja ok. Es gibt genug Spinner, die dann irgendwelchen Müll posten. Aber das hier jemand ernsthaft das Ziel hat “dass auf der Seite möglichst wenig Interaktion stattfindet” – wobei genau diese Interaktion der Kern von Facebook ist – und man sich jedwedem Dialog mit dem Bürger sperren will? Also echt! Bescheuerte Idee! Also sollten wir doch mal sehen ob man das nicht aushebeln kann. Deshalb: Lost geht’s! Kommentiert die Beiträge der Staatskanzlei, stellt in den Kommentaren und mit der Facebook-Nachrichten-Funktion Fragen, sagt Eure Meinung. Nutzt, was Facebook an Dialogfunktionen bietet. Das “Rückkanalverbot” kann weder sinnvoll noch durchhaltbar sein.

Link-Tipp: Die Allgemeine Zeitung Mainz sprach mit dem Datenschützer Wagner.