Im Mittelmeer ertranken 400 Flüchtlinge … nächste Meldung

 – oder: Sollte der gewaltsame Tod nicht immer gleich schlimm sein?!

Am 24. März stürzte ein Airbus der Lufthansa-Tochter German Wings in den französischen Alpen ab und alle an Bord starben. Sofort schwoll die mediale Berichterstattung gewaltigst an. Liveticker noch und nöcher. Sondersendungen. Regulären Programm wurde unterbrochen. Alle möglichen und unmöglichen Experten wurden vor Kameras gezerrt. Die Schule in Haltern, die 16 Opfer zu beklagen hat, wurde von unzähligen Reporterteams belagert. Medialer Ausnahmezustand! Tagelang! Gesteigert durch die grausame Erkenntnis, dass der Copilot diesen Absturz absichtlich herbei geführt hat. Die Berichterstattung ist zwar etwas abgeebt, aber noch immer deutlich präsent.

Heute morgen hörte ich im Radio auf der Fahrt zur Arbeit eine routiniert abgespulte Nachrichtenmeldung. Im Mittelmeer ist ein Schiff mit Flüchtlingen gekentert. Es wird mit 400 Toten gerechnet. Nächste Meldung.

400 Menschen sind tot! Liveticker? NEIN. Sondersendungen? NEIN. Reguläres Programm unterbrochen? NEIN. Experteninterviews? NEIN. Die Meldung wurde verlesen und weiter ging’s im Programm.

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Symbolbild: stock:xchng

Ich will die Tragödie mit dem Absturz der German Wings-Maschine keinesfalls klein reden oder abwerten. Aber da sind in der vergangenen Nacht 400 Menschen ums Leben gekommen und es ist nur eine beiläufige Meldung. Ist deren Tod weniger Wert oder weniger schlimm, als der Tod der 150 Menschen in dem Flugzeug? Zudem ist der Tod der Flüchtlinge im Mittelmeer kein einmaliges Ereignis. Seit Jahren sterben immer wieder Menschen auf den Booten, die sie nach Europa bringen sollen. Es sterben Männer, Frauen und Kinder. Wieviele sind es mittlerweile? Hunderte? Wohl eher tausende! Sollte uns dieses andauernde Sterben nicht mindestens genau so erschüttern, wie das Schicksal der Passagiere von Flugnummer 4U9525?!

Der Tod der Menschen im A320 der German Wings war entsetzlich. Aber ist der wiederholte und vor allem massenhafte Tod im Mittelmeer einfach nur noch “Alltag”? Stumpfen wir immer mehr ab, wenn es um das Schicksal von Menschen geht, die nicht direkt zu unserem Lebensumfeld gehören? Wenn es nicht Menschen aus Deutschland sondern “nur” aus Afrika sind? Wenn es keine Menschen unseres Sozialgefüges sind, sondern Menschen “nur” aus der dritten Welt? Sind wir als Gesellschaft wirklich so kalt, herzlos, so kaputt? Ich befürchte ja.

50 Shades of Grey – einfach nur Sex reicht nicht mehr?

Nach dem riesigen Erfolg der Bücher “50 Shades of Grey” reiht sich derzeit der gleichnamige Kinofilm in die Erfolgsgeschichte ein. Und wer derzeit im Baumarkt Kabelbinder und Klebeband kauft, macht sich sofort verdächtig. Ich habe die Bücher nicht gelesen aber einiges darüber gehört. Viele sagen, dass diese Bücher aus literarischer Sicht alles andere als gut geschrieben seien. Ihr Erfolg sei wohl nur dem frivol bist expliziten Inhalt zu verdanken.

Auch den Film habe ich nicht gesehen, aber ebenfalls viel darüber gehört. Manche – vor allem Frauen – sind begeistert. Andere sagen, der Film sei genauso schlecht wie die Bücher. Einer sagte mir es sei nur “Kuschelsex mit Arschversohlen”. Manche beklagen “Man sieht gar nicht wirklich was”, wobei ich mich hier frage was erwartet wurde – ein Porno? Begeistert ist ein vorwiegend weibliches Publikum, das sehr wahrscheinlich auch die Bücher gelesen hat. Natürlich finde ich es gut, dass Filme und Bücher diese entsprechenden Neigungen aus dem Schattendasein des Anrüchigen, des Perversen befreien. Wem diese sexuelle Spielart Spaß macht, der soll sie auch ausleben, dürfen ohne schräg angeguckt zu werden.

Aber ich frage mich, ob Bücher und Film “50 Shades of Grey” nicht vielleicht ein deutliches Symptom für die Tatsache sind, dass viele Menschen immer extreme Reize brauchen, um sich überhaupt lebendig zu fühlen. Einfach nur Sex reicht nicht mehr, dass muss schon etwas exotisches oder verruchtes sein. Und dieses Schema findet man auch in vielen anderen Lebensbereichen wieder.

Einfach nur in den Urlaub fahren, die freie Zeit genießen und sich entspannen das reicht vielen längst nicht mehr aus. Da muss man mit dem Mountainbike schon extrem Downhill mit hohen Verletzungsrisiko machen. Ohne Risiko ist es nicht gut. Da muss am Strand mindestens Paragliding, Parasailing oder Jetskiing absolviert werden. Hat man im Urlaub nicht irgendetwas super cooles, super krasses, extrem seltenes oder total anstrengendes gemacht, ja dann war man gar nicht richtig im Urlaub. Event-Anbieter wie Jochen Schweizer bedienen diesen Trend natürlich mit den entsprechend extravaganten Angeboten.

Beim Sport reicht Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren auch nicht mehr aus. Da muss es schon mindestens Parcours, Basejumping oder irgendetwas anderes möglichst krasses sein.

Manche Jugendliche treiben das dann bis in extremster Auswüchse. Da wird mit S-Bahn-Surfen oder dem Klettern auf möglichst hohe Gebäude ohne jegliche Sicherung Kopf und Kragen beziehungsweise Leib und Leben riskiert. Erst wenn der Tod ein ständiger Begleiter ist, dann spüren diese Menschen hier wohl das echte Leben?

Ist es wirklich so? Braucht man wirklich extreme Reize, um sich lebendig zu fühlen? Um zu empfinden, dass man was erlebt oder bewegt hat? Verlieren wir langsam das Gespür für die Schönheit und die Freuden des Alltags? Verlieren wir den Blick für die wunderbaren Kleinigkeiten, die das Leben für uns im Angebot hat? Müssen viele Menschen wieder lernen, solche Kleinigkeiten zu erkennen, zu schätzen und vor allem zu genießen? Ich finde ein Spaziergang bei Sternen klaren Nachthimmel kann was wunderbares sein.

Oder hat man, um wieder das Bild vom Anfang aufzunehmen, tatsächlich nur noch guten Sex, wenn mindestens Kabelbinder und eine Reitpeitsche zum Einsatz kommen?

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