Männerherzen – Ein witziger aber nicht flacher Film mit Spiegeleffekt

Männerherzen im Kino.
Männerherzen im Kino.

Herbert Grönemeyer sang einst „Wann ist ein Mann ein Mann?“ Der Film Männerherzen gibt einem diese Antwort auch nicht. Ganz gewiss nicht. Fünf verschiedene Männertypen durchleben in diesem Film die Höhen und Tiefen vor allem in Sachen Beziehungen und Liebe.

Da wäre beispielsweise Jerome. Der „Womanizer“ wird von Til Schweiger gespielt. Wem sonst! Aber wie ich finde gut gespielt. Er flüchtet aus Angst vor eine festen Beziehung von einem Betthupferl zum nächsten. Quasi als gerechte Strafe zieht der psychisch instabile Schnulzenbarde Bruce Berger bei ihm ein, der eigentlich Martin Eppelmann aus Darmstadt ist und wirklich genial von Justus von Dohnány verkörpert wird. Die hanebüchenen Schlagertexte, mit denen die entsprechende Branche parodiert wird, fand ich zum brüllen!

Dann wäre da der chaotische Phillip, wunderbar gespielt von Maxim Mehmet, dem nichts so richtig gelingen will und der sich mit einem Job als lebender Werbepfeil über Wasser hält. Als ihm dann seine Freundin Nina, gespielt von Jana Pallaske, nach dem Motto unverhofft kommt oft auch noch mitteilt, das er Papa wird, geht das Durcheinander erst richtig los.

Niklas, gespielt von Florian David Fitz, hat für wirklich alles einen Plan. Für die Beziehung, für die Hochzeit, für den Job, wann er aufs Klo geht und dafür, dass die Schlabberhose seiner Bald-Ehefrau ihm den Appetit auf Sex verderben. Ein Irrtum, wie er bei einem Seitensprung feststellt. Diese eine ungeplante Bettgeschichte wirft seine gesamte restliche Lebensplanung auch prompt vollständig über den Haufen.

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Tragisch hingegen ist das Schicksal von U-Bahn-Führer Roland, der sehr emotional und gut von Wotan Wilke Möhring gespielt wird. Seine Frau will die Scheidung. Er nicht, er will um sie kämpfen und tut es auch mit Verzweiflung und Wut. Richtig traurig wird es in dem Film als ….. aber das will ich dann lieber nicht verraten! Seine Frau Susanne, die von Nadja Uhl gespielt wird, hat für die Ehe in der Tat den Schlusspfiff angesagt. Sie verliebt sich auf der Arbeit in einer Zoohandlung in den bei Frauen bisher auf sagenhafte Art und Weise erfolglosen Günther. Der wird absolut genial von Christian Ulmen gespielt und wenn ich den so reden höre, erinnert er mich von der Stimme und der Art zu sprechen unglaublich an Heinz Erhard. Als wäre der Name Günther nicht schon Strafe genug, stellt sich der jüngste Gewerbeaufsichtsbeamte beim Flirten derart stümperhaft an, dass die Frauen schneller weg sind, als es ihm lieb ist. Schließlich will er doch mit seinem Wikipediawissen brillieren.

Der Film tritt als Männer- und Beziehungskommödie an und macht auch wirklich sehr viel Spaß. Wir konnten Samstag viel lachen. Aber was diesen Film um ein vielfaches besser macht, als US-Klamaukstreifen des gleichen Genres ist folgende Tatsache: Der Film hat trotz des amüsanten Konzepts Tiefgang. Es ist keine typische Abfolge platter Gags und Knalleffekte. Es gibt auch ruhige Momente, die nachdenklich und manchmal traurig stimmen. Man sieht auf der Leinwand keinen Comedian der sich von einem Gag zum nächsten durchklamaukt. Man sieht wirklich Charaktere. Außerdem sind alle Rollen wirklich sehr gut besetzt und sehr glaubhaft gespielt. Zudem gelingt es dem Film auch, dem Publikum ein Stück weit den Spiegel vorzuhalten. Ich glaube nicht nur mir ist es so gegangen, dass Mann sich selbst durchaus in dem einen oder anderen Charakter wieder erkennt und Situationen sieht, in denen man selbst schon einmal so oder ähnlich gesteckt hat. Also meine Empfehlung: Rein gehen und gucken!

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