Von Eichen und Schweinen

Heute sagte mir ein sehr lieber Mensch, ich solle mir eine bestimmte Sache nicht so zu Herzen nehmen und es halten, wie die deutsche Eiche, die es nicht stört, wenn sich ein Schwein an ihr wetzt. Das fiel mir in dem Moment zwar schwer, aber es kam mir auch gleich ein kurzes Stück von Gotthold Ephraim Lessing in den Sinn:

Die Eiche und das Schwein

Ein gefräßiges Schwein mästete sich unter einer hohen Eiche mit der herabgefallenen Frucht. Indem es die eine Eichel zerbiss, verschluckte es bereits eine andere mit dem Auge.

„Undankbares Vieh!“ rief endlich der Eichbaum herab. „Du nährst dich von meinen Früchten ohne einen einzigen dankbaren Blick auf mich in die Höhe zu richten.“

Das Schwein hielt einen Augenblick inne und grunzte zur Antwort: „Meine dankbaren Blicke sollten nicht ausbleiben, wenn ich nur wüsste, dass du deine Eicheln meinetwegen hättest fallen lassen.“

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