Bunte mit Chefin Patricia Riekel völlig hemmungslos? So nicht!

Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?
Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?

Heute habe ich in Print Würgt, dem Blog von Michalis Pantelouris, einen Beitrag über eine Art neue Recherche-Strategie der Bunden gelesen. Deren Chefredakteurin Patricia Riekel erklärte unlängst quasi öffentlich Politiker zum journalistischen Freiwild. Nein, natürlich nicht expressis verbis. Sie argumentiert sogar mit dem Pressekodex, den Spielregeln des Deutschen Presserates. Nur dass Sie diesen quasi mit negativem Vorzeichen auslegt. Konkret geht es darum, wie Franz Münteferings neue Liebe & Ehe „methodisch erschlossen“ wurde.  Das geschah unter Missachtung der Privatsphäre und mit zweifelhaften Methoden. Patricia Riekel lässt sich dazu wie folgt aus:

„…… Spitzenpolitiker wie Franz Müntefering haben Vorbildfunktion. Ihr Privatleben ist daher für die Öffentlichkeit von Bedeutung, weil sie Leitfiguren unseres Wertesystems sind. Ihr privates Verhalten hat daher Auswirkungen auf die Moral der Gesellschaft und damit unter Umständen auch auf politische Entscheidungsprozesse.

Die Zeitschrift BUNTE hat der Berliner Presseagentur CMK den Auftrag erteilt, einer Information nachzugehen, nach der eine entscheidende Veränderung im Leben des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering eingetreten sei. Parallel dazu haben auch BUNTE-Redakteure zu dieser Information recherchiert. Investigativer Journalismus ist selbstverständlicher Bestandteil der Pressefreiheit und wird auch von allen nationalen und internationalen Publikationen betrieben.….“

Quintessenz für die Vorgehensweise der Bunte scheint zu sein, dass Politiker wie Münte schlichtweg kein Anrecht auf Privatleben haben. Scheinbar darf und muss alles ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden, Mit welchen Mitteln auch immer. Bisher war aber genau das Privatleben der Politiker für Journalisten quasi off limits. Man durfte danach frage, aber nicht massiv und technisch in selbiges ungebeten eindringen. Doch die Bunte münzt den investigativen Journalismus auf das um, was die Agentur CMK lau Stern für die Bunte getan hat: In beinahe stasi-ekser Art und Weise wurde der Politiker massiv überwacht und ausgespäht. Und wie es scheint wurde CMK nicht nur von der Bunten und nicht nur auf Münte angesetzt. So soll Lafontaines Wohnzimmer dauerhaft mit Kameras observiert worden sein.  CMK gibt sich nach außen als Fotoagentur,  scheint aber auf Methoden spezialisiert zu sein, die sich Journalisten selbst nicht trauen dürfen. Und da es jetzt von außen ordentlich Schelte gibt, beeilt sich CMK-Stratege Stefan Kießling, die Schuld bei „zwei freiten Mitarbeitern“ zu suchen, die sich unfeiner Methoden bedient haben.

Muss nicht auch ein Medium wie die Bunte Vorbild sein und sich an etablierte Spielregeln halten? Würde man tiefer buddeln, würde man mehr solche Abgründe auftun! Ich bin sicher, nicht nur die Bunte ist hier auf falschen Pfaden unterwegs. Es gibt Zeiten, da bin ich heilfroh, „nur Computer-Fachjournalist“ zu sein. Doch der Journalismus hat vielerorten seine Unschuld verloren. Schaue ich mir manche „Advertorials“ an, die in den IT-Fachblättern meiner Branche die Gestalt eines regulären redaktionellen Beitrages imitieren, dann ist auch dort viel Kritisches zu finden.

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