Es gibt Dinge die kann man einfach nicht verstehen

Gastbeitrag von Kerstin Kehl

Kerstin Kehl (Bild: Kerstin Kehl)
Kerstin Kehl (Bild: Kerstin Kehl)

Ich stelle das im Schnitt alle fünf Wochen fest. Genau dann, wenn ich die neue Planung für unsere Kurse anfange. Ab diesem Zeitpunkt fange ich an zu telefonieren, mailen oder manchmal auch zu trommeln. Letzteres dann aber eher mit meinem Kopf auf der Tischplatte, wenn einigen Eltern auf den letzten Drücker einfällt: Da war doch noch was oder wenn sie ganz überrascht sind, wenn ich höflich nachfrage, ob sie den Platz für ihr Kind im Kurs noch in Anspruch nehmen möchten und wenn ja dann aber bitte „zz“ (ziemlich zügig) die nötigen Unterlagen und Gebühren bei mir abgeben sollten. Ich bin ja noch so nett und frage nach. Eigentlich könnte man ja meinen, dass ein erwachsener Mensch durchaus in der Lage ist, sich einen Termin bzw. einen Anmeldeschluss zu merken und dementsprechend frühzeitig auch die Modalitäten zu erledigen.

HALLO! Warum mache ich mir eigentlich die Mühe, telefoniere im Vorfeld wenn die Anfrage der Eltern bei mir rein kommt Stunden lang mit den Eltern und erkläre ausführlich, warum unsere Kurse so ablaufen wie sie eben ablaufen und warum es eine Anmeldefrist und vor allem einen Elternbrief gibt. Und gerade unseren Elternbrief habe ich in den letzten zwei Jahren gefühlte 100 Mal überarbeitet. Ich habe immer wieder Teile hinzu gefügt damit auch die letzte mögliche Unklarheit ausgeräumt wird.

Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass die vorzugsweise weiblichen Anrufer lieber telefonieren als lesen. Ich behaupte mal ganz kess, das liegt an dem „Telefon-Gen“ welches, glaube ich jede Frau besitzt. Ich spreche da aus Erfahrung, denn erstens bin ich auch eine Frau und zweiten hat bestimmt auch mich Mutter Natur mit diesem Gen ausgestattet. Aber auch ich habe mittlerweile eingesehen, das es in gewissen Situationen doch besser ist, erst einmal zu lesen.

Na ja. Betrachtet Mann oder auch Frau die Tatsache, dass unsere Kurse bis zum Ende diesen Jahres voll sind und die Saison hat noch nicht einmal begonnen, ist wohl verständlich das es im Interesse aller liegt unsere Plätze auch immer zu 100% auszulasten. Das heiß, wenn mal wirklich ein Kind „ausfällt“ habe ich die Möglichkeit ein anderes Kind aus dem späteren Kurs vor zu holen und somit wieder Platz für andere zu schaffen. Die ist allerdings auch ein Kampf gegen Windmühlen, denn auf jeden Platz, der frei wird, habe ich mindesten drei neue Anfragen.

Und trotz allem macht diese Arbeit sehr viel Spaß, denn immerhin sind nicht alle Eltern so, es gibt auch sehr viele positive Erfahrungen und ich mache das ganze ja freiwillig und ehrenamtlich.

Und wie ein sehr schlauer Mensch mal sagte: „Es gibt kein größeres Leid, als das was man sich selber zufügt!“

In diesem Sinne Leinen los und ab durch die Mitte.

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