5:50 Uhr wenn der Wecker klingelt oder: Der Kampf Engelchen gegen Teufelchen

Oppenheim, Mittwochmorgen 21. April. In einem Schlafzimmer irgendwo in der Weinstadt klingelt um 5:50 Uhr der Wecker. Sogleich spielt sich die folgende dramatische Szene ab.

Engelchen (auf der linken Seite des Bettes sitzend): „Guten Morgen Andreas, aufsteeeeehen! Die Laufklamotten und Laufschuhe stehen bereit. Es ist ein schöner frischer Morgen, wunderbar um laufen zu gehen.“

Teufelchen (auf der rechten Seite des Bettes sitzend): „Was heißt hier ‚guten Morgen’!? Hast Du Depp mal auf die Uhr geguckt. Zehn vor Sechs, noch mitten in der Nacht! Komm Andreas bleib liegen und schlaf noch eine Runde. Halbes Stündchen geht aber mal locker!“

Heute hat das Teufelchen in mir verloren!
Heute hat das Teufelchen in mir verloren!

Engelchen: „Hör bloß nicht auf den rot Gelackten. Frisch ans Werk und losgelaufen. Das ist gesund, macht fit und wach!“

Teufelchen: „Ach komm Du Scheinheiliger mit der weißen Kutte. Bild Dir doch nicht so viel auf Deine Flügel ein! Der Junge braucht seinen Schlaf, hat ja viel zu wenig davon. Komm Alter bleib einfach liegen und lass den Flattermann schwätzen. Das Bett ist so schön warm und gemütlich!!“

Engelchen: „Trampel Du nur mit deinem Pferdefuß und fuchtle mit deinem lächerlichen Dreizack rum. Auf Andreas! Es wird hell draußen und nach dem Laufen dann richtig schön heiß duschen, dass ist doch herrlich.“

Teufelchen: „Maaaannn Engel, merkst’e nicht dass Du nur nervst! Duschen?! Komm Junge, wenn Du Dir das Duschen auch noch sparst haste noch mal 15 Minuten länger zum schlafen. Das ist dann beinahe schon eine Stunde mehr süße Träume! Später einfach fix was aus der Dosendusche aufsprühen, so’n Deo riecht gut genug.“

Engelchen: „Das Du nie duschst Du Möchtegern-Unterwelt-Rambo riecht man zehn Kilometer gegen den Wind. So Andreas. Jetzt aber raus aus den Federn. Es ist fünf vor Sechs. Halbes Stündchen laufen ist ja wohl alle mal drin!“

Teufelchen: „Pass Du nur auf, dass Du Dir deine Flügel … Heee, was soll dass! Andreas, wirst Du wohl gefälligst in Deiner Furzmulde liegen bleiben und noch für mindestens eine halbe Stunde … Heeeeeee, Finger weg von der Pulsuhr und die Laufschuhe bleiben auch …. Mist! Schon wieder verloren!“

Die Moral von der Geschicht‘

Steht diese gleichnisartige Auseinandersetzung von Engel und Teufel metaphorisch für den ewigen Widerstreit zwischen Gut und Böse auf der Welt? Nein! Das Ganze steht ebenso banal wie pragmatisch für den inneren Zwist, den ich heute Morgen mal wieder mit mir ausgetragen habe. Zwischen dem sich vornehmen, laufen zu gehen, und dem tatsächlichen Lauf liegt manchmal – so früh morgens eigentlich immer –  nur ein Tritt ins eigene Gesäß. Das hat dann heute morgen geklappt und ich war froh, als bekennender Morgenmuffel nicht den teuflischen Verlockungen des warmen Bettes erlegen zu sein.

Heute war es frisch-kühles, trockenes und „beginnend“ sonniges Wetter. Wirklich sehr schön zum laufen. Da ich mittlerweile ein „stablier UHU“ bin, ging das Laufen auch locker und leicht von der Hand. Ok, das Bild hinkt etwas, denn gelaufen wird ja mit den Füßen.

Wenn ich Euch für’s „Frühlaufen“ einen Tipp geben darf: Lasst den blöden MP3-Player und die doofen Stöpselkopfhörer, die beim Laufen sowieso immer aus den Ohren fallen, einfach daheim. Warum sich die Ohren mit Konserven voll ballern, wenn Mutter Natur früh morgens ein herrliches Konzert völlig gratis zu bieten hat.

Nicht nur das Du Rehe und anderes Getier bestaunen kannst, die erstaunlich nahe vor Dir über den Damm am Oppenheimer Wäldchen huschen, oder Dir mit stoischer ruhe kauend beim Vorbeilaufen zuschauen. Die Vielzahl der Vogelstimmen, die morgens singen und piepen ist wirklich faszinierend und das frühe Aufstehen absolut wert. Und plötzlich hörst und verstehst Du auch, wie der ZilpZalp zu seinem ungewöhnlichen Namen kommt. Nach dem Konzert-Lauf dann heiß geduscht, den zugesagten Weckruf erledigt und frisch und munter ab zur Arbeit.

Andreas’ Laufblog: http://web.me.com/lerg_media/trailrunner/weblog.html

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