Ne echt? Überraschende Erkenntnis im GQ Flirt Test

Ich habe mir unlängst die aktuelle Gentlemen’s Quarterly gekauft, nicht nur, weil dort ein gutes Interview mir Bruce Willis drin ist. Der gute Bruce kommt ja immer rüber wie die absolut coolste Sau schlechthin. Aber Walter B. Willis, der übrigens in Idar Oberstein geboren wurde, ist – wie das Interview zeigt – eigentlich ein netter und durchaus sensibler und nachdenklicher Kerl.

Gentlemen's Quarterly
Gentlemen's Quarterly

In dem Heft ist auch der „GQ Flirt Check“ drin. Du beantwortest – auch online – 14 Fragen und bekommst dann angezeigt, was für ein Flirttyp Du bist. Ich bin ob solcher Tests ja immer ein wenig skeptisch. Mit ein paar Fragen soll man den Charakter eines Menschen erfassen und bewerten können? Aber neugierig wie ich bin, hab ich den Test natürlich gemacht. Ich hab also diese 14 Frage beantwortet, darunter so Sachen wie:

Ihr Chef gibt vor versammelter Mannschaft damit an, die Womanizer-Qualitäten von Bill Clinton zu besitzen. Mit welchem Politiker vergleichen Sie sich?

  • John F. Kennedy
  • Gerhard Schröder
  • Silvio Berluskoni

Wen werde ich wohl genommen haben?! Da ich die Wahl zwischen dem Haare färbenden Cohiba-Sozi „Gazprom-Haste-mal-ne-Flache-Bier-Schröder“, dem „Bonsai-Duce“ Berlusconi und dem so traurig-spektakulär aus dem Leben geschiedenen „Itsch-bin-ein-Berliener-Kennedy“ hatte, bleibt ja wohl nur JFK übrig. Nachdem ich mich also durch alle 14 Fragen durchgeackert hatte, musste ich dann doch sehr staunen, denn hier ist das Urteil, dass der Test über mich fällte:

Der Gentleman
Egal, welche Situation, Sie treffen den richtigen Ton und kommen (fast) immer zum Zug. Warum? Weil Frauen sofort merken, ob jemand aus Überzeugung (Sie) oder aus Verzweiflung flirtet (alle anderen). Selbst ein Korb wirft Sie nicht aus der Bahn, da bleiben Sie souverän. Denn Sie wissen, man kann sie nicht alle haben, aber man kann es wenigstens versuchen.

Das ich Lichtjahre von „Der Draufgänger“ entfernt bin, ist mir sowieso klar. Aber ich hätte mich doch absolut in der Ecke von „Der Schüchterne“ gesehen. Beide Beschreibungen der Vollständigkeit halber im Anschluss. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mittlerweile mit der anfangs unvertrauten Bewertung doch irgendwie wohl fühle und ich mich ein Stück weit darin auch wieder erkenne. Wenn jetzt nur das mit dem „zum Zug kommen“ noch hinhauen würde…

Ich-002-2Dennoch bin ich der Meinung, dass zumindest in diesem Gentleman hier auch eine gehörige Portion von dem Schüchternen drin steckt. Und das zeigt wieder, dass diese Tests wohl eher der Unterhaltung dienen und die Vielschichtigkeit eines Menschen nicht annähernd erfassen können. Sie geben allenfalls einen Trend, einen ersten Eindruck wieder. Zumal ich für mich in Anspruch nehme, auf einfache Weise ein sehr komplizierter Mensch zu sein, der nicht so ohne weiteres zu durchschauen ist.

Zu weiteren Tests, die GQ zu bieten hat, gehört beispielsweise: „Sind Sie ein Frauenversteher?“ Aber das Ergebnis behalte ich dann doch mal besser für mich, ich will hier ja niemanden beunruhigen!

😉

So, hier noch die Beschreibungen der beiden anderen Flirttypen.

Der Schüchterne
Sie haben bestimmt ein Dutzend toller Talente. Flirten gehört leider nicht dazu. Ihr Problem: Sie selbst. Frauen anzusprechen ist für Sie so nervenaufreibend wie für andere Bungee-Springen. Sich zu verstellen und zu versuchen, extra cool zu wirken, bringt auch nichts. Dann machen Sie sich erst recht zum Kasper. Lösung: üben. Am besten mit Frauen, die Sie schon kennen.

Der Draufgänger
Sie sind ein Überperformer, extrem von sich überzeugt. Das hilft, manchmal. Aber nur selten bei wirklich guten Frauen. Unser Tipp: Etwas mehr Bescheidenheit und etwas weniger über zündende Anmachsprüche nachdenken, dafür mal ein paar Fragen an sie stellen. „ Dein Glas ist leer, magst du noch was trinken?“ ist für den Anfang gar nicht verkehrt.

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