Darf Mann eigentlich eitel und stolz auf sich sein?

Nein ich habe mich in der Überschrift nicht vertippt. Mit Mann meine ich Männer und in diesem Falle einen speziellen, nämlich mich.  Während man Frauen Eitelkeit oft noch gönnt, werden Männer diesbezüglich fast immer mit argwöhnisch gerümpfter Nase beäugt. Die Selbstbetrachtung mag mir der wertgeschätzte Leser gönnen, oder meinetwegen wenigstens verzeihen, aber das ist ja schließlich mein Blog und da darf ich das. Und wem das nicht passt, an dieser Stelle bietet sich die Gelegenheit, das Lesen bleiben zu lassen.

😉

Also zurück zu der in der Überschrift gestellten Frage: Darf Mann, in diesem Falle ich, eitel und stolz auf mich sein? Die Frage kam mir heute beim Betrachten der Fotos und auch des Ergebnisses von den Dreharbeiten zu der Videoreportage über den Verkaufsstart des Apple iPad in Frankfurt am dortigen Apple Store. Ich habe unserem Praktikanten meine Digitalkamera in die Hand gedrückt und er hat fleißig drauf gehalten und viele gute Bilder gemacht. Danke Fahmi! Hier drei der Bilder.

Zwischenmoderation mit dem Apple-Spielzeug
Zwischenmoderation mit dem Apple-Spielzeug
Lauern auf das nächste Opfer für ein Interview.
Lauern auf das nächste Opfer für ein Interview.
Ich: "Welches ipad wollen Sie kaufen?" Sie: "Er hot' mir'n Zeddl g'schribbe, do stehts druff."
Ich: "Welches iPad wollen Sie kaufen?" Sie: "Er hot' mir'n Zeddl g'schribbe, do stehts druff."

Bisher ging es mir in den letzten Jahren beim Betrachten von Bildern mit mir drauf oft so, dass ich das, was ich sah, nicht gerade toll fand. Es gingen mir immer Gedanken durch die Kopf wie: „Du bist wieder so fett geworden.“ „Deine Wampe hängt über’n Gürtel.“ „Der Mann mit dem Fußballgesicht ohne Hals.“ Sprich ich war unzufrieden mit mir und konnte das, was ich da sah, nicht so richtig leiden. Nein ich war nicht unglücklich, deprimiert oder sonst psychisch derangiert. Aber ich sah halt immer wieder den Optimierungsbedarf.

Aber als ich heute diese Bilder sah und auch das fertige Video, da erwischte ich mich plötzlich bei ganz anderen Gedanken: „Du siehst ganz und gar nicht mehr fett aus.“ „Du machst schon eine recht gute Figur.“ „Eigentlich siehst Du richtig gut aus.“ Und ich muss zugeben, diese Gedanken taten mir richtig gut.

Und ich habe seit dem Jahreswechsel ja auch einiges für diese Bilder – also eigentlich für mich, denn ich bin ja eitel – getan. Seit November schon mache ich viel mehr Sport, wobei ich vorher diesbezüglich nicht untätig war. Seit dem 2. Januar habe ich wieder mit Weightwatchers angefangen. Und das sich durch Sport und Ernährung mittlerweile 15 Kilo von mir verabschiedet haben, das sieht man auf den Bildern nun mal eben. Und wie ich schon sagte, das zu sehen tut gut. Das Fernsehen macht dich immer fetter als Du sowieso bist. Doch selbst das, was ich da im Video sehe, kann ich gut leiden. Außerdem ist die Videoreportage – das erste mal das ich in dieser Form vor der Kamera stand – auch ganz gut gelungen wie ich finde. Kameramann und Cutter Bernhard hat echt tolle Arbeit geleistet.

Also, dann möchte ich für mich mal die Antwort auf die eingangs gestellte Frage geben. Ich finde, ich darf mir ein bisschen Eitelkeit durchaus leisten. Sich selbst gut leiden zu können, tut gut. Und wenn ich einerseits die 15 verlorenen Kilo und andererseits die gelungene Videoreportage sehe, dann darf ich mir auch ein Portiönchen Stolz leisten. Also: Ich finde Mann darf eitel und stolz sein. Jeder Mensch darf das und sollte es sich auch nicht verbieten sondern gönnen. Das Eitelkeit und Stolz heutzutage so massiv negativ bewertet werden, ist eigentlich schade. Und das es Menschen gibt, die ausschließlich das Schlechte an anderen und vor allem sich selbst sehen und sich beinahe verbieten, etwas positiv zu sehen , ist auch schade.

Und wenn der eine oder andere von Euch jetzt zu dem Schluss kommt: „Der selbstverliebte Kerl prahlt hier aber ganz schön“. Dann kann ich nur sagen, dass ich ja am Ende des ersten Absatzes angeboten habe, mit dem Lesen aufzuhören.

😉

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