Der Weltmännertag und (m)ein trauriges Fazit

Heute Morgen habe ich anlässlich des Weltmännertages einen kleinen Aufruf via Facebook gestartet. Das ganze nannte sich: „Sag was nettes über Männer“. Ich habe 75 Facebook-Freundinnen dazu eingeladen. Viele haben das Ganze vermutlich für einen Spaß gehalten und als solchen auch abgetan, abgesagt, abgelächelt. Aber mir war das Ganze durchaus sehr ernst! Das erschütternde Ergebnis sehr ihr hier:

Astrid H.:
Ohne Euch Männer wäre das Leben todlangweilig.!!!!!!

Christiane S.: Eigentlich ist es doch ganz schön, dass Männer so sind wie sie sind… sonst wäre das Leben nicht so lustig, nicht so spannend, nicht so aufreibend, nicht so beruhigend, nicht so verzehrend, nicht so knisternd, nicht so anregend, nicht so…

Lea-Zoé O.:
Wer würde die Frauen im Winter wärmen? Wer würde beim Shoppen die Tüten schleppen? Wer würde im Sommer den Rasen mähen, oder den Grill anschmeißen? Wer würde die Spinne aus den Ecken entfernen oder uns bei der WM die Fußball-Regeln erklären? Ohne euch wären wir aufgeschmissen! ; )

Facebook-Aktion "Sag was nettes ..."
Facebook-Aktion „Sag was nettes …“

 

Dann noch außer der Reihe als Kommentar auf Facebook entdeckt:

Petra K.: Männer sind …wie Drogen – fängt Frau erstmal mit ihnen an, kann Frau nicht mehr ohne sie leben, aber mit ihnen auch nicht immer…..!!:-))

Nur ganze drei Frauen, haben es über’s Herz gebracht, sich wenigstens ein paar Gedanken zu diesem Thema zu machen und eine Kleinigkeit geschrieben. Und wie ihr seht ist auch schönes dabei rum gekommen. Aber bei 75 eingeladenen Frauen entspricht das einer Antwortquote von traurigen 2,25 Prozent.

Im Umkehrschluss heißt das doch theoretisch, dass 97,75 Prozent der (angesprochenen) Frauen es nicht fertig gebracht haben oder nicht für angebracht oder der Mühe wert hielten, einfach mal etwas Nettes über Männer zu sagen. Ich bin mir sicher, hätte ich anders herum gefragt und zu Kommentaren über „Was ist typisch Mann“ aufgefordert, dann wären zahlreiche Antworten mit den typischen Klischeekeulen gekommen. Ok, zugegeben, einige werden heute vielleicht nicht online gewesen sein, aber ich glaube, das Ergebnis ist dennoch quasirepräsentativ.

Das bringt mich zu der Frage, warum es Frauen scheinbar wirklich unglaublich schwer fällt, Männern mal ein Kompliment zu machen oder was Gutes über sie zu sagen. Vorurteile und Vorwürfe gehen indes jederzeit leicht über die Lippen, aber mal ein Lob oder etwas Positives? Das zeigt ja nicht nur das Ergebnis meines kleinen Weltmännertags-Experimentes auf Facebook. Man muss sich nur mal als stiller Beobachter in die Nähe von Paaren stellen. Und viele Männer, mit denen ich mich über Frauen unterhalte, erleben es ähnlich. Ein Bekannter von mir, der im europäischen Ausland lebt, sagte mal: „Die Verfügbarkeit von Männern ist für Frauen so selbstverständlich, wie dass das Wasser läuft, wenn sie den Hahn aufdrehen. Abgedreht, soll der Mann dann bitte nicht stören.“

Ganz so fatalistisch sehe ich das natürlich nicht. Aber in der Tat ist es so, dass Männer den Frauen viel häufiger Komplimente machen und sich positiv äußern als umgekehrt. Soll man aus diesem Verhalten auf eine gewisse Arroganz von Frauen gegenüber Männern schließen? Keine Ahnung! Ich bin weder Psychologe noch Verhaltens- oder Gesellschaftsforscher. Aus meiner ganz persönlichen Sicht gebe ich aber zu, dass ich mich durchaus über Komplimente und positives Feedback freue und ich bin mir sicher, vielen anderen Männern geht es ebenso. Es wird ja gerne behauptet, Männern wären Komplimente peinlich und sie würden darauf auch keinen Wert legen. Unsinn! Und wir Männer sind der vielen Vorurteile ebenso überdrüssig, wie Frauen mit Sicherheit die typischen Sprüche satt haben, die sich heute teilweise auch auf Facebook manifestiert haben. Männer schwingen leider auch zu oft die Klischeekeule.

Ich will hier keine Platitüden-Sau durchs Dorf treiben, aber irgendwas läuft meiner Meinung nach zwischen Männern und Frauen in unserer Gesellschaft grundsätzlich neben der Spur, ohne dass es das müsste. BEIDE Geschlechter haben daran ursächlichen Anteil. Und verschlimmert wird das auch durch die Medien. Ob Presse oder Rundfunk, es werden die abgedroschenen Klischees und Rollenbilder vermittelt. Hauptsache der Scheiß bringt Auflage, Quoten und Klicks. Wer will denn bitte schon was Positives lesen?! Bad news is good news!

Was ich da heute an Schlagzeilen unter dem Suchbegriff „Weltmännertag“ per Google entdeckt habe, ist nicht nur bester Beleg genau dafür, sondern auch armselig und zum Kotzen. Hier einige meiner Fundstücke zum Schlagwort „Weltmännertag“:

Weltmännertag: Woran es bei den Kerlen krankt – die Eckdaten

Im Artikel geht es um Übergewicht, schlechte Ernährung, die Gesundheit.

Weltmännertag: Männer sind dicker als Frauen

Worum es hier geht, liegt wohl auf der Hand.

Weltmännertag: Der Bauch wächst

Auch diese Überschrift ist wohl selbsterklärend!

Meine Herren

Auch bei der Welt geht es nur um Negatives in Sachen Männer.

Wie steht es um den deutschen Mann?

Auch die Deutsche Welle reitet nur das Thema Krankheiten und Schwächen.

Die Medien machen den Weltmännertag zum Männer-Bashing.
Die Medien machen den Weltmännertag zum Männer-Bashing.

 

Liest man all diese Artikel und Meldungen durch, kommt man zu folgendem Fazit: Männer sind verfettete, kranke, schwächliche Typen, die kaum zu etwas taugen, unsensibel sind und dauernd auf Macho machen.

Muss das wirklich das Fazit bezüglich der Männer sein, ob am Weltmännertag oder nicht? Gibt es über Männer wirklich gar nichts Gutes, was auch in den Medien an einem Tag wie heute erwähnenswert ist? Und auch gleich die Gegenfrage, gibt es über Frauen nur die üblichen Klischees und das was uns die Medien als „schön“ und „weiblich“ verkaufen wollen. K&K-TV – also Katzenberger und Klum im Fernsehen – finde ich grässlich!

Wenn ich an meine Kindheit denke, fallen mir die vielen Besuche bei meiner Oma und meinem Opa (mütterlicherseits) ein. Diese beiden Menschen gingen respekt- und liebevoll miteinander um. Die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau war zwar konservativ, aber wie gesagt, der Umgang zwischen beiden war bewundernswert. Ich bin weis Gott keiner, der „früher war alles besser“ durch die Gegend schreit. Aber manche alten Tugenden würden uns auch heute gut zu Gesicht stehen und dabei helfen, dass wir besser miteinander auskommen. Und das nicht nur im Verhältnis zwischen Mann und Frau.

Weltmännertag? Drauf gesch…..

UPDATE: Nach „Abgabeschluss“ kamen noch folgende Beiträge:

Anke H.: Ohne Männer wär die Welt einfach vieeel zu langweilig. Ihr seid unser Salz im Leben, ohne das man nicht leben kann :o)

Beate F.: Aber ohne Männer würde uns Frauen doch einfach der Gegenpol fehlen, oder?

Carola G.: Ich liebe Männer. Einen besonders, auch weil er meine Träume zu leben unterstützt .

Damit klettert die Antwortquote auf 4,5 Prozent.

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