21. Februar 2012

Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp

Nun denn. Es ist mal wieder an der Zeit, über obskure Zeitgenossen zu berichten, da ich einen solchen unlängst in freier Wildbahn beobachten dürfen musste. Diesmal will ich vom „Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp“ berichten. Eben dieser war in dem von mir und einer wertgeschätzen Kollegin beobachteten Fall im dritten Stock des Firmengebäudes, in dem sich unser beider Arbeitsplätze befinden, zu bestaunen. Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp war geschätzt Mitte 50 (und ist es sicher immer noch), wohl beleibt, bebrillt und beglatzt und stand vor einem der beiden hochmodernen Kaffeeautomaten. Wir pilgern täglich so um 15 Uhr immer dorthin in B3, um uns mit einem Capucchino, „ner Latte“ oder vergleichbarem Koffeein-haltigen Heißgetränk zu versorgen. Kost‘ nix und schmecken tut’s auch. Aber ich schweife ab.

Zurück zum Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp. Eben jener steht also vor dem linken hochmodernen Kaffeeautomat. Kaffeesorten, die mit Espresso zubereitet werden, sind auf den Füllstand des Espressobohnenbehälters angewiesen. Ist der recht leer, so klopfen manche Benutzer leicht und vorsichtig dagegen, um die letzten Böhnchen zartsanft ins Mahlwerk zu treiben. Nicht so der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp. Er holt aus und hämmert mit der Faust geschätzte 5 bis 10 Mal von der Seite aus voller Kraft auf den Espressobohnenbehälter ein, sodass dieser sich fast aus der Verankerung löste und umgekippt wäre, hätte der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp den Espressobohnenbehälter nicht gegen den Behälter für reguläre Bohnen gehämmert.

Aber hat der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp damit das Martyrium des hochmodernen Kaffeeautomaten beendet? NEIN! Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp hatte da noch was im Repertoire. Der Kaffeeauslass, also der „Kopf“, aus dem der Kaffee wohlriechend in die Tasse rinnt, wird von der Maschine vollautomatisch an die Höhe der Tasse angepasst. Die Maschine ist so intelligent, dass sie den Spenderkopf selbständig mit einem Elektromotor korrekt auf Höhe der Tasse absenkt und danach wieder anhebt. So ist die Maschine in der Lage, jedwege Tassengröße zu befüllen, ohne den Nutzer voll zu spritzen.

Aber jetzt trat der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp auf den Plan. Mit beiden Händen griff er ebenso beherzt wie brutal den Kaffeespenderkopf und drückte ihn rabiat abwärts, bis er auf der Tasse aufsaß. Dieser Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp ist spürbar deutlich weniger intelligent, als der hochmoderne Kaffeeautomat. Das traurige Ergebnis dieser Folter durch Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldeppen – der Plural ist mit hoher Wahrscheinlichkeit berechtigt – könnt ihr in diesem erschütternden Video sehen, das ich heute gemacht habe. Ich befürchte das arme – und vor kaum einem dreiviertel Jahr neu angeschaffte – Gerät, wird bald das Zeitliche segnen.

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