23. August 2012

Sender wechseln oder einfach abschalten? In diesem Falle bitte nicht!

Mal erinnert man sich an seine Träume, mal nicht. Vorletzte Nacht hatte ich einen Traum der recht deutlich war und ebenso deutlich „hängen blieb“. Nein keinen obskuren Albtraum oder sonst irgendwas Abgedrehtes oder Verrücktes. Auch nichts Erotisches oder Versautes. Es war eher so ein unangenehmer Traum, der durchaus auch einige emotionale Lackschäden hinterlassen könnte. Ein Traum, in dem jemand Dich – also mich – in Frage stellt, Deine Wertvorstellungen, Einstellungen und Handlungen angreift und das auf eine unfeine weil direkte Art und Weise. Ok, es darf vermutet werden, dass dieser Jemand, der mich da unter Beschuss nahm, einen Teil von mir selbst repräsentierte, der mich da in Frage stellt. Die Vermutung liegt auch deshalb nahe, weil die eine oder andere in dem Traum aufgeworfene Frage nicht unzutreffend war.

Quintessenz, ich bekam da in dem Traum quasi im übertragenen Sinne Haue. Aber ich kann mich sehr deutlich an noch etwas erinnern. Der Traum hörte schlagartig auf. So als wenn jemand plötzlich mitten im Film den Fernseher abschaltet. Und das erstaunliche daran ist, dass das nicht etwa zufällig passierte, beispielsweise weil ich wach wurde. Es passierte – da kann ich mich klar und deutlich daran erinnern – weil ich es wollte. Irgendwie habe ich im Schlaf sozusagen aktiv entschieden, den Knopf auf der Fernbedienung zu drücken und den Traum abzuschalten. Getreu dem Motto, die Sendung gefällt mir nicht, ich schalte ab.

Träum was interessantes!
Träum was interessantes!

Das beschäftigt mich derzeit. Es macht mich nämlich neugierig, ob das tatsächlich geht. War das nur mein Unterbewusstsein, das den Traum „Notstop-mäßig“ abgebrochen hat, um die oben erwähnten Lackschäden einzudämmen? Oder kann man seine Träume wirklich willentlich beeinflussen? Und wenn ja wie weit geht dieser Einfluss? Könnte man den Sender wechseln und etwas anderes träumen, wenn einem der aktuelle Traum nicht gefällt? Könnte man sogar quasi per „Dream on Demand“ einen Traum „bestellen“, denn man dann träumt?

Nächste Frage: Wenn das tatsächlich geht, will man das überhaupt? NEIN! Ich für meinen Teil will das nicht! Denn das Ganze würde den Träumen doch auch ihren Zauber und ihre Faszination rauben. Wenn man die Träume ähnlich wie die Glotze bedienen kann und nicht mehr überrascht wird. Wenn nicht mehr das Unterbewußtsein der Programmdirektor ist. Wenn das, was einem da in dem Schwebezustand zwischen Tiefschlaf und Halbwach durch den Kopf geht, vorhersehbar und planbar wird, dann ist die Faszination der Träume im Eimer. Wenn man nicht mehr verrücktes, wildes Zeug träumt und sich am nächsten Morgen verwundert fragt, wie so etwas komisches im Traum bloß zustande kommen kann. Dann würden Träume langweilig. Und sicher wäre auch die Funktion, die die Träume für das Unterbewusstsein haben, dadurch lahm gelegt. Und ob das gesund ist?! Wohl kaum. Vermutlich habe ich diese kleinen Lackschäden, die ich da davon getragen habe, einfach mal gebraucht. Gebraucht um mir im Wachzustand die im Traum angeschnittenen Fragen nochmal durch den bewussten Teil meines Hirns gehen zu lassen.

In diesem Sinne, träumt was interessantes, liebe Leser!

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