5. November 2012

Es steht jeden morgen ein Dummer auf …

Heute bekam ich die nachfolgende E-Mail. Absender ist eine gewisse Albertine Boudreau (E-Mail-Adresse: AlbertinlyeBugosiudreau@hotmail.com).

Unser Unternehmen bietet Dir eine einfache Arbeit mit hoher Vergütung! Pro Monat kann Dein Gehalt bei uns von 4000.00 EUR bis 8000.00 EUR betragen. Für die Arbeit bei uns wirst Du nicht mehr als 2-3 Stunden pro Tag 1-2 Mal in der Woche aufwenden. Machbar ist die gleichzeitige Ausübung der Arbeit bei unserem Unternehmen mit Deinem jetzigen Job! Für jeden ausgeführten Auftrag wird Dein Verdienst von 400 bis 1600 Euro betragen.

Deine Arbeit wird darin bestehen:

1. Wir schicken auf Dein Konto in der Bank von 2000 bis 8000 Euro.
2. Sobald die Überweisung auf Deinem Konto ist, hebst Du bares Geld ab.

3. Du hast schon 400-1600 Euro verdient! – 20 % von dem überwiesenen Betrag behältst Du für Dich!

4. Die restlichen 80% von dem erhaltenen Geld übermittelst Du uns.

5. Falls Du den Auftrag gemäß unserer Anweisungen erledigt hast, bereiten wir die nächste Überweisung für Dich vor.

Die Beträge und die Zahl der Überweisungen können variieren, alles hängt nur von Deinen Möglichkeiten und von Deinem Wunsch ab. Diese Tätigkeit ist auf dem Territorium der EU und Deutschlands zulässig und absolut berechtigt. Wenn bei Dir Interesse an unserem Jobangebot besteht, informiere uns darüber per e-Mail. Wir setzen uns baldmöglichst mit Dir in Verbindung und erklären alles ausführlich.

Die Anzahl der Stellenangebote ist limitiert, darum beeile Dich.

Die Absicht dieser Mail ist klar. Online-Kriminelle suchen einen gutgläubigen Trottel, den sie als so genannten „Money-Mule“ (Geldesel) missbrauchen können. Geld aus illegalen Geschäften wird über ein fremdes Konto geschleust, abgehoben und dann über einen nicht nachvollziehbaren Weg oder sogar in Bar an die Täter weiter geleitet. Damit ist das illegale Geld gewaschen, also sauberes Geld. Sollte die Justiz einen Transfer verfolgen, gelingt das nur bis zum Konto des Money-Mules. Der ist die letzte Instanz, derer die Strafverfolger habhaft werden können.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit. Das Ganze kann auch so genannter „Forward Payment-Fraud“ (Vorauszahlungsbetrug) sein. Das Geld trifft auf dem Konto ein und dessen Inhaber wird dazu getrieben, es sofort abzuheben und weiter zu leiten. Banken brauchen in der Regel mehrere Tage, um eine Überweisung zu verifizieren. Die Überprüfung scheitert und die Überweisung platzt. Die Bank fordert das Geld vom Kontoinhaber zurück, aber der hat es bereits weiter geleitet. Der Kontoinhaber ist der Dumme, denn er kommt weder an das Geld heran und auch die Betreiber dieses Betruges wissen sich zu tarnen.

Normalerweise gehen solche Täter deutlich subtiler vor und beschreiben ihr Vorhaben nicht so direkt und offen in einer E-Mail. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, wird den Braten sofort riechen, dass das hier keine wirkliche Job-Offerte ist. Das „Unternehmen“ nennt in seiner Mail KEINEN Ansprechpartner, KEINE Postanschrift, KEINE weiteren Firmendaten. Deshalb wird jeder halbwegs vernünftige Mensch diese Mail einfach löschen, die meist in riesigen Massen als Spam verschickt wird. Aber leider steht jeden morgen ein Dummer auf, der auf solche Verlockungen rein fällt.

Kommentar verfassen

Pin It on Pinterest

Share This