12. Dezember 2012

Gute Laune ist ansteckend oder: Guten Morgen. Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

Gute Laune ist etwas Schönes und wenn man gut gelaunt sein will, dann hilft es, selbige auch zu verbreiten. Das ist so wie ein Echo in den Bergen. Du rufst in die Weite hinaus und bekommst eine Antwort. Man könnte jetzt auch das Klischee „Wie Du in den Wald hinein rufst, so schallt es heraus“ bemühen, denn schließlich passt es hier wirklich gut.

Also habe ich mich heute Morgen nach dem Aufstehen zu einer einfachen Maßnahme entschlossen: Ich wollte jedem, den ich sehe, nicht nur einen „Guten Morgen“, sondern auch einen „schönen Tag“ wünschen. Und so habe ich es gemacht. Menschen die mir begegneten – ob bekannt oder fremd – habe ich ein herzliches „Guten Morgen. Ich wünsche Dir/Ihnen einen schönen Tag!“ gesagt. Und vielen Menschen die ich kenne, aber leider heute nicht treffe, habe ich das in digitaler Form gewünscht.

Die Reaktionen waren durchaus unterschiedlich. Toll fand ich, dass viele Menschen sich richtig gefreut und mit ähnlichen Wünschen revanchiert haben. Manche, die mir früh mit knautschigem Blick begegneten, haben erst kurz erstaunt geschaut und dann ging in dem Gesicht richtig die Sonne auf. Und diese Leute haben danach gelächelt. Es ist schön, Leute zum Lächeln zu bringen.

Andere haben es stillschweigend und kommentarlos zur Kenntnis genommen. Wer weiß, vielleicht hatten die gerade in dem Moment keine Lust auf oder keine Zeit für gute Laune. Oder sie sind eher stille Genießer. Oder vielleicht wird mit so etwas wie guten Wünschen heute nicht mehr gerechnet. Oder die Wahrnehmung für solche Dinge stumpft ab. Vielleicht sind manche auch resistent gegen gute Wünsche und gute Laune geworden. Oder aber sie haben gute Laune, teilen diese aber nur ungern. Keine Ahnung.

Bei manchen Leuten hätte ich auch „Wer gegen den Wind pisst, hat nasse Beine“ oder „Der Papst ist schwanger und bekommt Zwillinge“ sagen können und sie hätten genau so reagiert, nämlich gar nicht. Da hatte ich den Eindruck, dass sie gar nicht mehr mitbekommen, was um sie herum geschieht. Andere haben mich angesehen, als sei ich nicht mehr ganz dicht im Kopf und hätte etwas völlig blödes getan.

 

Gute Laune steckt an! (Bild: stock:xchng)
Gute Laune steckt an! (Bild: stock:xchng)

Mit einer Reaktion aber hatte ich am wenigsten gerechnet: Eine Kollegin fragte mich nach dem Gruß nach kurzem Grübeln: „Hat dich jemand geärgert?“ Auf Nachfrage, warum der Eindruck entsteht, dass man geärgert wurde, wenn man Menschen einen schönen Tag wünscht, wurde dann erklärt: „Kann ja, sein, dass dich jemand geärgert hat und Du es kompensieren und besser machen willst.“ Interessant ist (nicht nur) hier, dass – zumindest hatte ich hier den Eindruck – es manchem wohl verdächtig erscheint, wenn jemand gut gelaunt ist und das auch zeigt.

Und was hat man jetzt davon? Ganz einfach. Denkt mal an das mit dem Wald und dem hinein rufen. Wenn Du gute Laune verbreitest bekommst Du auch gute Laune zurück. Du hast das, was ich heute allen gewünscht habe: Einen schönen Tag. Drehen wir eine andere warnende Lebensweisheit einfach mal ins positive um: „Was Du willst, das man dir tut, das füg‘ auch einem andren zu!“

Es freut mich, dass ich heute doch viele Menschen mit guter Laune „infizieren“ konnte. Und die, bei denen ich heute den Eindruck haben musste, dass sie dagegen eher immun sind, denen sage ich: Keine Sorge, ich gebe Euch nicht auf und probiere es wieder!

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