Wird die Dipperitis zur Volkskrankheit?

Mediziner und Gesundheitsbehörden sind gleichermaßen besorgt. Eine Erkrankung, die als “Dipperitis” bekannt ist, breitet sich aus. Dipperitis leitet sich vom rheinhessischen Begriff “Dippe” oder “Dippsche” ab. Der Begriff beschreibt einen kleinen Topf oder eine kleine Schüssel. In Fachkreisen wird die Erkrankung “Aufbewahrungs-Syndrom” bzw. lateinisch “Psychosis Tupperensis” genannt.

Die Symptome der Dipperitis

Ein typisches "Dippsche" eines Dipperitis-Opfers.
Ein typisches “Dippsche” eines Dipperitis-Opfers.

Dipperitis-Erkrankte heben kleine und kleinste Mengen Lebenmittel auf und lagern diese ein, ohne diese jemals dem endgültigen Verbrauch zuzuführen. Die Betroffenen verfügen in der Regel über ein ganzes Arsenal kleiner und kleinster Behälter, die meist aus Plastik sind und einen dicht schließenden Deckel haben. So gibt es Behälterchen, in die mit Mühe und Not ein maximal anderthalb Esslöffel Kartoffelpüree hinein passen. Und genau solche Überbleibsel einer Mahlzeit werden in diese Behälterchen verfüllt und dann im Kühlschrank abgelegt. Sobald weitere Dosen und Döschen dazu kommen, wandern die erste Dosen im Kühlschrank nach hinten und damit aus dem Sichtfeld. Dort lagern diese Behälter dann oft wochen- oder monatelang während der Inhalt oft seine Konsistenz oder gleich den Aggregatzustand wechselt. Nach langer Zeit werden die Behälter dann doch entdeckt und der Inhalt direkt entsorgt. Der Behälter aber wird gründlich gereinigt und dem Vorrat an Vorratsbehältern wieder zugeführt, um bald erneut befüllt werden zu können.

Fast nur Frauen betroffen

Betroffen sind zu 95 Prozent Frauen. Die wenigen Männer, die unter der Erkrankung leiden, zeigen die gleichen Symptome. Allerdings werden hier statt Lebensmittel meist Kleinteile aus dem Werkstattbereich in kleinen Dosen für eine spätere (meist ausbleibende) Verwendung aufgehoben und in Regalen oder speziellen Schubkastenfächern aufbewahrt. Oft werden die Teile zunächst akribisch sortiert, damit eine M5-Schraube nicht aus Versehen bei den M6-Flügelmuttern oder den M4-Unterlegscheiben landet.

Hier die männliche Symptomatik der Dipperitis.
Hier die männliche Symptomatik der Dipperitis.

Pathologische Einschätzung

Aus Fachkreisen heist es, dass es für Betroffene nur wenige Heilungschancen gibt. Pessimistische Experten wähnen diese sogar bei Null. Dennoch soll es Personen geben, die sich nach einem langen und dramatischen Verlauf der Dipperitis-Erkrankung erholt haben und heute frei von Symptomen sind. Dort sollen vor allem Verwandte und Bekannte durch heimliches Entsorgen von Vorräten oder sogar ganzer Vorratsbehälter Linderung ermöglicht haben.

Es wird kaum in die Erforschung und Behandlung der Krankheit investiert. SKANDALÖS ist, dass eine ganze Industrie sich sogar auf Kosten der Betroffenen bereichert. Das geschieht dadurch, dass diese Firmen die Plastikdosen, Behälter, Einmachgläser, wiederverschließbare Frischhaltebeutel und andere Behältnisse herstellen und in den Erkrankten dankbare Abnehmer finden. Hersteller von Kühlschränken locken mit großem Fassungsvermögen und Bezeichnungen wie “Eco-Fresh”, mit denen eine ökonomisch-ökologische Aufbewahrung suggeriert wird. Die Umsätze dieser Branche soll in astronomische Höhen steigen.

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