KategorieDas Leben ist Satire genug!

Ach, was gehts mir gut … darf man das sagen … während Corona?

Ich habe heute Spätdienst, eigentlich „Mitteldienst“. Ich fange also um 12 Uhr an zu arbeiten. Im Homeoffice. Wegen Corona. Der Weg bis zum Arbeitsplatz tendiert also gegen Null.

Ich habe zunächst, wie so oft in den letzten Tagen und Wochen, ausgeschlafen. Das auch, weil ich gestern den späten Spätdienst hatte und nachts noch lange wach war. Und dann habe ich heute so gegen 10:30 Uhr auf meiner kleinen Terrasse gefrühstückt. In aller Ruhe. Ganz gemütlich. In Jogginghose. Mit Pantoffeln an den Füßen. Und dann habe ich mir noch eine weitere Tasse Kaffee gekocht und noch ein knappes Stündchen ein Buch gelesen, während ein leichter Wind die Äste und Blätter des Wallnussbaumes in meinem Garten durchgewuschelt hat.

Und dabei ging mir bei einem Schluck des richtig guten Kaffees ein wohliger Gedanke durch den Kopf. Mehrmals:

„Ach, was gehts mit gut!“

Und daran schloss sich bald ein weiterer und irgendwie komischer Gedanke an:

Darf man das überhaupt sagen, dass es einem gut geht, jetzt in Zeiten von Corona?

Und? Darf man? Jetzt in Zeiten der Corona-Einschränkungen und Kontaktverbote? Jetzt in Zeiten, in denen manche Unternehmen um ihre Existenz bangen oder diese gerade verlieren? Jetzt, wo wir mit den angeblich ach so schlimmen Mund-Nase-Masken einkaufen oder ins Restaurant gehen müssen? Jetzt, wo sich die eklatante Unfähigkeit von Donald Trump in Toten zählen lässt? Jetzt wo Menschen demonstrieren, weil angeblich unsere Grundrechte abgeschafft werden?

Darf man in solchen Zeiten sagen „Mir geht es gut. Richtig gut.“ Oder muss man „solidarisch jammern“? Muss man sozusagen aus irgend einem breiig-matschigen Mitgefühlspflichtbewusstseinsdingsbumsgedöns heraus in den Chor der Pessimisten einstimmen und derzeit alles schlecht und schei*e finden, über die Politik schimpfen oderdem derzeit arg gescholtenen Bill Gates irgendwelcher obskuren Missetaten und Machenschaften bezichtigen? Also nochmal: Darf man das überhaupt sagen, dass es einem gut geht, jetzt in Zeiten von Corona?

Gutes Wetter, guter Kaffee, gutes Buch – einfach herrlich.

Ja! Ich darf! Und Du auch!

Ja! Man darf! Ich darf! Du darfst! Jeder darf! Betrachten wir es zunächst faktisch und zwar erst einmal auf mich bezogen. Mir geht es tatsächlich gut. Ich bin gesund. Ich arbeite. Ich bin gut gelaunt und fühle mich wohl. Ich genieße durch das Homeoffice das Unhektische des „nicht-zur-Arbeit-fahren-müssens-um-zur-Arbeit-zu-kommen“. Den Menschen in meinem Umfeld geht es allen gut, alle sind gesund. Mir geht es also tatsächlich gut. Und ich muss nicht in anderer Leute Schuhen laufen, sondern nur in meinen. Und deshalb darf ich auch und gerade in Zeiten von Corona sagen:

„Ach, was gehts mit gut!“

Und wenn Du eine ähnliche Bilanz für Dich ziehen kannst, dann darfst Du auch sagen, wie es Dir geht und das es Dir gut geht. Die Deutschen neigen ja leider mitunter zum solidarischen Jammern oder zumindest dazu, das eigene Wohlbefinden zu verschweigen, wenn es anderen eventuell weniger gut oder vielleicht sogar schlecht geht. Keine Ahnung, warum wir dazu eigen, das eigene emotionale Licht sozusagen pietätsgetrieben unter den Scheffel zu stellen.

Vom faktischen zum fucktischen

So, nach dem faktischen kommen wir noch kurz zum „fucktischen“. Ok, 5 Euro in die Wortspielkasse. Wenn ich so lese, was manche im Zusammenhang mit Corona und den aktuellen Konsequenzen aus der Pandemie auf Facebook schreiben und kommentieren – ich darf das auch beruflich lesen und vor allem moderieren – dann kommt einem machmal schon irgendwie der englische Ausspruch „f*ck you“ in den Sinn. Ich sollte vielleicht einen Handel für Aluhüte aufmachen, könnte sich aktuell echt lohnen. Was so mancher Zeitgenosse da für hochgradigen Stuss von sich gibt, ist auf eine gruselige Art faszinierend und abschreckend zugleich. Ein paar WENIGE Kost(tz)probe gefällig? Bitteschön:

„Unter den Mund-Nase-Masken sammelt sich CO2 und man kann ersticken!“

Erstaunlich, dass Chirurgen, Krankenschwestern und Mitarbeiter anderer „maskenpflichtiger“ Berufe, die solche Masken oft für Stunden tragen, nicht massenweise tot umfallen.

„Diese Mundschutzmasken sind ein Maulkorb und sollen die freie Meinungsäußerung der Menschen unterdrücken.“

Keine Ahnung, was sich dieser Kommentator ins Gesicht geschraubt hat, aber ich kann mit meiner Maske – von einer Tante liebevoll selbst genäht – immer noch völlig frei und ungehindert reden und außerdem auch atmen.

„Sofort alle Beschränkungen komplett abschaffen und wieder alles normalisieren. Wir brauchen die Herdenimmunität.“

Würden wir dieses Thema fachlich vertiefen, bräuchten wir mehr Zeit und Text. Nur soviel. Bis tatsächlich eine Herdenimmunität hergestellt wäre, würden Jahre vergehen und zigtausende wegen Corona sterben, die länger leben könnten. Als Beweis mag die USA oder Brasilien dienen. Und die NYT hat dazu einen lesenswerten Artikel online.

„Bill und Melida Gates sind Zyonisten, die die Überbevölkerung der Welt mit Zwangsimpfungen und Sterilisationen reduzieren wollen.“

„Bill Gates hat die WHO gekauft und will den Menschen mit Zwangsimpfungen Chips einpflanzen und sie kontrollieren.“

Ich befürchte, auch ein Aluhut hätte bei diesen Kommentatoren wohl Schlimmeres nicht mehr verhindern können. Und wenn man solche Freaks dann tatsächlich mal konkret fragt „Warum will Bill Gates das?“, kommt: „Dann google mal, dann wirst Du das finden!“ Hab ich. Man findet nichts außer eben Verschwörungsschwurbelkram! Die Tatsache, dass es keine faktischen Beweise für diese Behauptungen gibt, wird mit „Das wird alles von der Politik und den Medien unterdrückt, damit es niemand mitbekommt!“ begründet. Gibt es indes faktische Gegenbeweise für deren krude Thesen, dann „sind das Lügen der Medien (oder von wem auch immer), um von der Wahrheit abzulenken, damit es niemand mitbekommt!“

In Zeiten wie diesen könnte der Vertrieb von Aluhüten eine lohnende Sache sein.

Das ist ja gerade bei diesen Verschwörungstheoretikern das Tolle, dass die sich immer um „intersubjektiv nachvollziehbare Belege“ dieser Behauptungen herum reden. Mal vorne rum, mal hinten rum. Viel behaupten, nichts belegen. Zu Bill Gates wird im Allgemeinen seit Corona extrem viel extrem aller höchstgradig Beklopptes kommentiert. Was der so alles will! Warum sollte er „die Weltwirtschaft vollkommen zertstören“ wollen? Was um alles in der Welt hätte Billyboy davon?

Von den ganz massiv verstrahlten Gestalten wie Attila Hildirgendwas, Xavier Naiirgendwer oder Ken Jebwasweißichwer und deren ganz besonders hochgradigem Schwachsinn, den die in die Welt des Internet erbrechen, wollen wir jetzt hier mal nicht anfangen. Wir wollen heute ja auch irgendwann mal zu Potte kommen.

Was all diesen Fatalismus- und Verschwörungstheorie-getriebenen Kommentatoren aber auch den völlig abstrusen Hirnfürzen dieser Hild-Naid-Jeb’s gemeinsam ist, ist ja folgende These für Deutschland und wohl auch den Rest der Welt: Alles geht aber sowas von den Bach runter. Wir werden alle ganz fürchterlich unterdrückt, verarscht, ausgebeutet, für Dumm verkauft, unserer Grundrechte beraubt, von Diktaturen regiert, von den Medien manipuliert, heimlich von Reptiloiden kontrolliert und so weiter und so fort. Und? Werden wir?

NEIN WERDEN WIR NICHT! WIRKLICH NICHT!

Ganz ersthaft: All das, was diese verwirrten oder von AfD & Ganzrechtsaußen oder anderen wie auch immer getriebenen Kräften verwirrten und verführten Menschen da behaupten, ist hahnebüchener Unsinn.

Uns allen geht es summa summarum nach wie vor und immer noch echt richtig gut. Auch und gerade jetzt in Zeiten von Corona behaupte ich genau das! Man muss nur in andere Länder schauen, nehmen wir nur die USA oder Brasilien als Beispiele, wo Corona schlimme Verheerungen anrichtet, weil die dortige politische Führung nichts auf die Reihe kriegt. Das, weil sie es nicht kann oder viel eher nicht will.

Deutschland ist, was den Umgang mit der Corona-Krise betrifft, in der Tat mustergültig und ein weltweites Vorbild. Wir und die Politik in diesem Land haben die Lage in den gegebenen Umständen wirklich gut im Griff. Ich sage nicht, dass man nicht etwas besser machen könnte. Aber man könnte problemlos vieles schlechter machen. Viel schlechter. Und das genau das nicht geschieht, ist uns allen, von der Politik in Berlin und den Ländern, bis hin zu jedem einzelnen Bürger – zumindest den vernunftbegabten – zu verdanken. Wir machen das gut und – nochmal – es geht uns gut.

Auf was man durch so einen einfachen Gedanken beim vormittäglichen Frühstück alles kommen kann ….

Live-Ticker von der Konklave

Petersplatz im Vatikan.
Petersplatz im Vatikan.

Einige Medien haben angekündigt, mit einem LIVE-TICKER von der Konklave zu berichten, die morgen, am Dienstag dem 12. März, beginnt. Zur Erinnerung: Diese Papstwahl kann durchaus mehrere TAGE dauern und die Kardinäle schließen sich dabei hermetisch ein und sind daher für die Medien unerreichbar. Wie muss man sich also einen solchen Live-Ticker vorstellen? So!

Dienstag 12. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:30 Uhr: Kein Rauch!

17:45 Uhr: Kein Rauch!

18:00 Uhr: Kein Rauch!

18:15 Uhr: Kein Rauch!

18:30 Uhr: Kein Rauch!

18:45 Uhr: Kein Rauch!

19:00 Uhr: Kein Rauch!

19:15 Uhr: zweiter Wahlgang

19:30 Uhr: Schwarzer Rauch!

19:45 Uhr: Kein Rauch!

20:00 Uhr: Kein Rauch, die Kardinäle machen für heute Feierabend.

Mittwoch 13. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:30 Uhr: Kein Rauch!

17:45 Uhr: Kein Rauch!

18:00 Uhr: Kein Rauch!

18:15 Uhr: Kein Rauch!

18:30 Uhr: Kein Rauch!

18:45 Uhr: Kein Rauch!

19:00 Uhr: Kein Rauch!

19:15 Uhr: zweiter Wahlgang

19:30 Uhr: Schwarzer Rauch!

19:45 Uhr: Kein Rauch!

20:00 Uhr: Kein Rauch, die Kardinäle machen für heute feierabend.

Donnerstag 14. März

07:45 Uhr: Die Kardinäle sind nach dem Frühstück vermutlich in der Kapelle eingetroffen.

08:00 Uhr: Kein Rauch!

08:15 Uhr: Kein Rauch!

08:30 Uhr: Kein Rauch!

08:45 Uhr: Kein Rauch!

09:00 Uhr: Kein Rauch!

09:15 Uhr: Kein Rauch!

09:30 Uhr: Erster Wahlgang

09:45 Uhr: Schwarzer Rauch!

10:00 Uhr: Kein Rauch!

10:15 Uhr: Kein Rauch!

10:30 Uhr: Kein Rauch!

10:45 Uhr: zweiter Wahlgang

11:00 Uhr: Schwarzer Rauch!

11:15 Uhr: Kein Rauch!

11:30 Uhr: Kein Rauch!

11:45 Uhr: Kein Rauch!

12:00 Uhr: Kein Rauch!

12:15 Uhr: Kein Rauch!

12:30 Uhr: Kein Rauch!

12:45 Uhr: Kein Rauch!

13:00 Uhr: Die Kardinäle essen zu Mittag und machen Pause!

16:00 Uhr: Kein Rauch!

16:15 Uhr: Kein Rauch!

16:30 Uhr: Kein Rauch!

16:45 Uhr: Kein Rauch!

17:00 Uhr: Dritter Wahlgang

17:15 Uhr: Schwarzer Rauch!

17:16 Uhr: Ooooooops – Weißer Rauch!

17:17 Uhr: Tatsächlich voll der weiße Rauch!

17:18 Uhr: Habemus Papam!

17:20 Uhr: Neuer Papst winkt vom Balkon! Hundertausende jubeln! Glockenläuten!

17:25 Uhr: Danke und auf Wiedersehen zur nächsten Konklave.

Ich finde Heinos Album „Mit freundlichen Grüßen“ richtig gut, so schlecht ist es

Heino, die coole Sau.
Heino, die coole Sau.

Ich finde das neue Album von Heinz Georg Kramm, besser bekannt als Heino, richtig gut. Ich werde mir das Album ganz bestimmt nicht kaufen, denn es ist richtig schlecht, grottenschlecht. Die gecoverten Songs sind lieblos und emotionslos technisch steril und glatt geölt runter gesungen. Was er aus „Junge“ von den Ärzten gemacht hat, haben wir wohl mittlerweile oft genug hören müssen.

Nehmen wir Peter Fox „Haus am See“, im Original eine richtig geile Nummer. Oder nehmen wir Rammsteins „Sonne“ als Beispiel. Heino macht aus beiden Songs lahme, dröge und langweilige Nummern. Hört es Euch in den Videos ganz unten selbst an, jeweils erst das Original dann Heino. Wenn das Album aus musikalischen Gründen gute Kritiken bekommt, dann hat Campino von den Toten Hosen recht, der in Mainz beim SWR UniTalk harte Worte dafür gefunden und Beifall bekommen hat.

Aber ich finde das Album aus einem anderen Grund gut. Der Schlager-Opa Heino macht zunächst mal auf coole Sau, was ich witzig finde. Witzig, weil es in die Hose geht und er sich damit selbst ad absurdum führt. Aber auch gut, weil er zahlt es der Branche und anderen Musikern und Prominenten vor allem mal heim. Was ist der Typ früher oft verarscht und durch den Kakao gezogen worden. Denken wir an die „Roten Rosen“ aka Die Toten Hosen mit „Dem einzig wahren Heino“. 1985 hat man sich der Parodie von Heino bedient, um eine Show abzuziehen und Medienwirkung zu erzielen. Hier der Bericht der ARD von damals.

Nehmen wir als nächstes Otto Waalkes mit seiner absolut genialen Parodie „Schwarz braun ist die Haselnuss“. In der hat er sich nicht nur Heino vorgenommen, sondern auch gleich noch Michael Jacksons Thriller mit verarbeitet. Genial. Hier das Video

Ich finde es gut, dass Heino sich hier mal adäquat revanchiert, bevor er in den ewigen Schlagerhimmel aufsteigt. Und das er damit Erfolg hat und noch mal richtig Kohle absahnt, dass sei ihm gegönnt! Denn das hält der Musikbranche den Spiegel vor und zeigt, wie sie funktioniert und wie kommerziell sowie plan- und berechenbar sie ist.

Fazit: Heino ist eine unglaublich schlechte gute Platte gelungen.

Peter Fox Haus am See Original

Heinos Cover

Original von Rammstein

Heinos Cover

5 Euro in die Kalauerkasse

Ahoi, ich hab einfach mal Bock auf so ein paar richtig schöne, flache Kalauer:

  • Ist ein Raumschiff, das ausschließlich mit Frauen besetzt ist, eigentlich unbemannt?
  • Wie lange muss eine Katze trainieren, um ein Muskelkater zu werden?
  • Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
  • Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?
  • Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann ‚befriedigend‘ besser als ‚gut‘?
  • Wenn ein Schäfer seine Schafe verhaut, ist er dann ein Mähdrescher?
  • Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?
  • Welche Farbe bekommen Schlümpfe, wenn man sie würgt?
  • Warum werden Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?
  • Ist eine Gesichtscreme, die 20 Jahre jünger macht, lebensgefährlich, wenn man erst 19 Jahre alt ist?
  • Darf sich jemand, der sich im Ruhestand befindet, nachts hinlegen?
  • Warum ist ein Kreiskrankenhaus nicht rund?
  • Darf man eine Tagesdecke auch nachts benutzen?
  • Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?
  • Wie lange kriegt man für einen Wintereinbruch, oder gibt es darauf Bewährung?
  • Wenn Katholiken auf eine Demonstration gehen, sind sie dann Protestanten?
  • Und die wichtigste Frage des Tages: Warum muss ich auf Start drücken um Windows zu beenden ?

Nein, die sind nicht von mir, nur gesammelt.

 

Wird die Dipperitis zur Volkskrankheit?

Mediziner und Gesundheitsbehörden sind gleichermaßen besorgt. Eine Erkrankung, die als „Dipperitis“ bekannt ist, breitet sich aus. Dipperitis leitet sich vom rheinhessischen Begriff „Dippe“ oder „Dippsche“ ab. Der Begriff beschreibt einen kleinen Topf oder eine kleine Schüssel. In Fachkreisen wird die Erkrankung „Aufbewahrungs-Syndrom“ bzw. lateinisch „Psychosis Tupperensis“ genannt.

Die Symptome der Dipperitis

Ein typisches "Dippsche" eines Dipperitis-Opfers.
Ein typisches „Dippsche“ eines Dipperitis-Opfers.

Dipperitis-Erkrankte heben kleine und kleinste Mengen Lebenmittel auf und lagern diese ein, ohne diese jemals dem endgültigen Verbrauch zuzuführen. Die Betroffenen verfügen in der Regel über ein ganzes Arsenal kleiner und kleinster Behälter, die meist aus Plastik sind und einen dicht schließenden Deckel haben. So gibt es Behälterchen, in die mit Mühe und Not ein maximal anderthalb Esslöffel Kartoffelpüree hinein passen. Und genau solche Überbleibsel einer Mahlzeit werden in diese Behälterchen verfüllt und dann im Kühlschrank abgelegt. Sobald weitere Dosen und Döschen dazu kommen, wandern die erste Dosen im Kühlschrank nach hinten und damit aus dem Sichtfeld. Dort lagern diese Behälter dann oft wochen- oder monatelang während der Inhalt oft seine Konsistenz oder gleich den Aggregatzustand wechselt. Nach langer Zeit werden die Behälter dann doch entdeckt und der Inhalt direkt entsorgt. Der Behälter aber wird gründlich gereinigt und dem Vorrat an Vorratsbehältern wieder zugeführt, um bald erneut befüllt werden zu können.

Fast nur Frauen betroffen

Betroffen sind zu 95 Prozent Frauen. Die wenigen Männer, die unter der Erkrankung leiden, zeigen die gleichen Symptome. Allerdings werden hier statt Lebensmittel meist Kleinteile aus dem Werkstattbereich in kleinen Dosen für eine spätere (meist ausbleibende) Verwendung aufgehoben und in Regalen oder speziellen Schubkastenfächern aufbewahrt. Oft werden die Teile zunächst akribisch sortiert, damit eine M5-Schraube nicht aus Versehen bei den M6-Flügelmuttern oder den M4-Unterlegscheiben landet.

Hier die männliche Symptomatik der Dipperitis.
Hier die männliche Symptomatik der Dipperitis.

Pathologische Einschätzung

Aus Fachkreisen heist es, dass es für Betroffene nur wenige Heilungschancen gibt. Pessimistische Experten wähnen diese sogar bei Null. Dennoch soll es Personen geben, die sich nach einem langen und dramatischen Verlauf der Dipperitis-Erkrankung erholt haben und heute frei von Symptomen sind. Dort sollen vor allem Verwandte und Bekannte durch heimliches Entsorgen von Vorräten oder sogar ganzer Vorratsbehälter Linderung ermöglicht haben.

Es wird kaum in die Erforschung und Behandlung der Krankheit investiert. SKANDALÖS ist, dass eine ganze Industrie sich sogar auf Kosten der Betroffenen bereichert. Das geschieht dadurch, dass diese Firmen die Plastikdosen, Behälter, Einmachgläser, wiederverschließbare Frischhaltebeutel und andere Behältnisse herstellen und in den Erkrankten dankbare Abnehmer finden. Hersteller von Kühlschränken locken mit großem Fassungsvermögen und Bezeichnungen wie „Eco-Fresh“, mit denen eine ökonomisch-ökologische Aufbewahrung suggeriert wird. Die Umsätze dieser Branche soll in astronomische Höhen steigen.

Können Sie mal das Maul halten, einfach mal das Maul halten!

„Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten, wenn ich ein Interview mache. Nein Sie sind nicht ehrlich sondern dumm.“

So polterte König Kurt in der bayuwarischen Landeshauptstadt München gegen einen Bürger, der behauptet, das Bayern den Nürburgring bezahlen würde und den Betzeberg.

König Kurt (sc) haut dem Volks aufs Maul.

König Kurt (sc) haut dem Volk aufs Maul.

Ok mit dem Betze, da hat der böse Bayer den pfälzer Elektromechaniker und scheidenden Landesvater aber auch am wundesten Punkt erwischt. Ist der Becke Kurt doch glühender Lauternfan. Außerdem! Was bitte fällt diesem Bayern-Rotzlöffel ein! WIR bezahlen Nürburgring und Betze und bald auch noch „den Hahn“. Wir, die rheinland-pfälzischen Steuerzahler, baden aus, was König Kurt und sein Gefolge uns eingebrockt haben. Da rate ich diesem armen Weißbierschlucker aus München aber mal ganz schnell: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten! Ach, das hat der Kurt ja schon erledigt.

Recht hat er! Maul halten! Einfach mal’s Maul halten!

Aber kommen wir zurück zu König Kurts wohlfeilem Ratschlag an den auswärtigen weißblauen Untertan, das er das Maul halten möge. Der Kurt hat doch recht! Diese Empfehlung möchte man so vielen zurufen.

Den Klerikal-Nazis von kreuz.net beispielsweise, die über den verstorbenen Dirk Bach schreiben „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle„. Diesen Religions-Extremisten römisch-katholischen Glaubens, diesen Verbalbrandstiftern sei hiermit ganz dringend empfohlen: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten! Update: Dazu auch LeFloid mit seinen target=“_blank“>LeNews.

Wen haben wir denn noch? Wie wäre es aktuell mit Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP). Der lobt frohlockend die neue Entgeltordnung am Frankfurter Flughafen als tolle Maßnahme zur Lärmminderung. Und das obwohl die Gebühren in den Randzeiten von 22 Uhr bis 23 Uhr und 5 Uhr bis 6 Uhr sogar gesenkt werden! Die Gebühren für einen fetten Airbus A380 in der Nacht werden von 755 Euro jeweils für Start und Landung um fast zwei Drittel gesenkt. Der Rentsch sagt doch allen Ernstes: „Krach darf sich nicht lohnen“ obwohl diese neue Entgeltordnung das Gegenteil bewirkt. Auch ihm sei hiermit dringend empfohlen: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten!

Eigentlich könnte man fast jedem Politiker früher oder später die Beck’sche Weisheit ins Stammbuch meißeln und raten: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten!

Dieter Bohlen? Ja klar warum nicht! Die abgegriffelten Proletensprüche auf Kosten anderer kann doch keiner mehr hören. Also Diedä: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten!

Die ganzen Leute die Wetten das! mit Markus Lanz JETZT schon zerreißen, obwohl die Sendung erst am Samstag erstmals mit dem neuen Moderator läuft. Denen rufe ich zu: Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten!

Ach wisst ihr was. Ich werd‘ jetzt auch mal das Maul halten einen Moment, einfach mal das Maul halten!

Der hier nicht näher genannte Bürgermeister hatte heute morgen gesunden Stuhlgang

Die mediale Selbstverliebtheit mancher Bürgermeister und Ortsvorsteher treibt nicht selten obskure Blüten. So erhielt ich heute die Pressemeldung eines hier nicht näher genannten Bürgermeisters einer hier nicht näher genannten Gemeinde mit der Bitte diese (auf meinem Regionalportal www.wir-in-rheinhessen.de) zu veröffentlichen. Inhalt: Der hier nicht näher genannten Bürgermeister der hier nicht näher genannten Gemeinde war in einem hier nicht näher genannten Lokal der besagten hier nicht näher genannten Gemeinde eingekehrt. Grund dieser Einkehr war, dass das hier nicht näher genannten Lokal seinen hier nicht näher genannte alten Namen in einen hier nicht näher genannten neuen Namen geändert hat. Ansonsten blieb es in dem hier nicht näher genannten Lokal eigentlich beim alten. Also gleicher Wirt, gleiches Team, gleiche Küche und so weiter. Ok etwas hat sich doch geändert, denn das Lokal wurde renoviert, die Küche modernisiert, etc.

(Bild: stock.xchng)
(Bild: stock.xchng)

Die Relevanz dieser Meldung des hier nicht näher genannten Bürgermeisters der hier nicht näher genannten Gemeinde tendiert meiner Meinung nach gegen Null. Es gibt sicherlich deutlich Wichtigeres in der hier nicht näher genannten Gemeinde, um das sich der hier nicht näher genannten Bürgermeister kümmern sollte und was eine echte Pressemeldung wert ist und selbiger die nötige Relevanz verleiht. Was kommt denn dann noch als Pressemeldung?! So was wie „Der hier nicht näher genannte Bürgermeister hatte heute morgen gesunden Stuhlgang“??

Sollte sich der hier nicht näher genannte Bürgermeister in diesem Beitrag wieder erkennen und daran Anstoß nehmen wollen, so sei ihm gesagt, dass es sich bei diesem Blog um ein meist satirisch geprägtes Blog handelt.

Pussy Riot, oder: Ja der Putin, das ist ein guter Mann ….

Ja der Putin, das ist ein guter Mann! Zeigt er sich doch jetzt gnädig gegenüber diesen aufmüpfigen Rock-Gören von Pussy-Riot. Schließlich haben die ja „ihre Lektion gelernt“. Und ein „lupenreiner Demokrat“ ist der Putin ja auch! Doch doch! Das hat schließlich unser Gazprom-Schröder, also unser roter Exkanzler mit dem garantiert nicht gefärbten Haar gesagt und danach vermutlich eine Kohiba geraucht. Und der Gerhard hat ja wohl ganz bestimmt keinerlei Anlass, den Putin auf eine andere als eine neutrale und unvoreingenommene Art und Weise zu bewerten. Gaz bestimmt nicht!

Pussy Riot (Bild: Igor Mukhin via Wikipedia)
Pussy Riot (Bild: Igor Mukhin via Wikipedia)

Das die Sängerinnen von Pussy Riot derzeit vor Gericht stehen hat doch nichts damit zu tun, dass die freie Meinungsäußerung in Russland in dem Moment mit Füßen getreten wird, in dem jemand Kritik an Putin und der Regierung ausübt. Also ich bitte Euch! Lupenreine Demokraten wie Putin haben doch nichts gegen Kritik. Das da Demonstrationen auch mal nieder geknüppelt werden, dient nur der inneren Sicherheit. Und die Durchsuchung der Wohnungen von Oppositionellen hat nun wirklich keine politischen Gründe.

Aber kommen wir zurück zu Pussy Riot – wie kann man sich auch nur „Muschi-Aufstand“ nennen!!?? Die wurden ja nicht verhaftet und vor Gericht gestellt, weil sie Putin und seine Politik kritisieren. Den Mädels drohen diese sieben Jahre Haft oder Arbeitslager doch nicht, weil sie ihre Meinung frei und kritisch auch spektakulär kund getan haben! Neeeeeeiiiiin! Die haben eine Kirche entweiht und sich rüpelhaft verhalten. Das und nur das ist der Grund.

Und der WVladi Putin, der erklärt uns jetzt, dass es sogar gut ist, dass die Sängerinnen verhaftet wurden. Das geschah ja quasi schon fast zu deren Schutz! Doch, denn der Putin sagt: „Wenn sie irgendeinen heiligen muslimischen Ort damit entweiht hätten, wäre uns nicht einmal die Zeit geblieben, sie festzunehmen.“ (Quelle: http://nachrichten.t-online.de/pussy-riot-putin-fordert-gnade-fuer-punkband/id_58405006/index).“ Ja da können die Mädels aber froh sein, dass sich der russische Staat so um ihr Wohlergehen sorgt.

Da sind die Forderungen der Initiative freepussyriot.org nun wirklich nicht nachvollziehbar. Und dass dieser Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), doch tatsächlich das Verhalten der russischen Regierung kritisiert: „An den drei Frauen wird ein Exempel statuiert.“  Und der Prozess lasse „Schlimmstes befürchten“. Also wirklich Herr Löning, als ob es in Russland irgendwelche Probleme mit Menschenrechten gäbe. Da muss man auch keine Beweise fälschen, denn da geht alles mit rechten Dingen zu.

Was heißt hier Schauprozess, der Putin-Gegner abschrecken soll?!  So einen Gerichtsprozess wird man doch wohl noch live im Internet übertragen dürfen, um zu zeigen, wie gut das Justizsystem in Russland funktioniert! Und das in diesem gleichen Gerichtssaal der frühere Ölmagnat und Oligarch Michail Borissowitsch Chodorkowski zu einer jahrelangen Haftstrafe verurteilt wurde, ist reiner Zufall. Wie bitte?!?! Verurteilt, weil er Putin-Gegner war und Putin Korruption vorgeworfen hatte? Also so ein Unsinn! Der Mann wurde ausschließlich wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Das hatte keine politischen Gründe. Schließlich ist der Putin doch ein lupenreiner Demokrat!

Der ganz normale Bahnsinn!!!! Oder: Scheiße Funkloch!!

Freitag, 20. April 17:59 Uhr. Der IC, der als Ersatzzug für den ICE 70 nach Hamburg eingesetzt ist, rollt im Frankfurter Bahnhof ein. Ich steige ein und damit beginnt eine wbahnsinnige Reise nach Hannover. Ich finde in einem Großraumwagen einen schönen Platz an einem Tisch. Der Tisch war mir eigentlich wichtig, denn Studenten brauchen einen Tisch, wenn sie lesen, schreiben und lernen wollen. Aber dazu kam es nicht. Planmäßige Abfahrt wäre 17:58 Uhr gewesen. Es ist 18:09 Uhr, der Zug rollt an …

Neeeeeiiiiinnnnnnn nicht zurück fahren!!!

Die Fahrkarte für die bahnsinns Fahrt nach Hannover.
Die Fahrkarte für die bahnsinns Fahrt nach Hannover.

… und prompt fängt im Sitz hinter mir ein junges Mädel wie vom wilden Watz gebissen an zu schreien: „Neeeeiiiiiiin, neeeeiiiiin. Ich will nicht zurück fahren. Oh mein Gott nein, ich will nicht zurück fahren!!!! Ich muss nach Göttingen!! Ich muss unbedingt nach Göttingeeeeeeeennnnn!“ Der ortskundige Leser wird es schon erahnen. Frankfurt ist ein Kopfbahnhof – mancher sagt auch „Sack-Bahnhof“ dazu – und deshalb fährt da JEDER Zug genau anders herum aus dem Bahnhof heraus, als er hinein gefahren ist. Doch die junge Dame jammerte in Panik, dies sei ihre erste Zugfahrt und sie müsse nach Göttingen und wolle nicht zurück fahren. Der erste Fahrgast versichert ihr, das der Zug nach Göttingen fährt, aber sie fragt sicherheitshalber den nächsten: „Fährt der Zug echt weiter nach Göttingen?“ Der gefragte Fahrgast: „Ja, ganz sicher, der fährt auch nach Göttingen.“ Doch sie fragt einen weiteren Fahrgast, der ihr auch bestätigt: „Ja, der fährt bestimmt nach Göttingen, ich muss da auch hin.“ Sie beruhigt sich langsam und setzt sich.

Du kannst mir echt noch ein letztes mal helfen

Doch hat der Wahnsinn damit ein Ende? NEIN. Es geht erst richtig los! Das Mädel, blutjung, lange schwarze Haare, ein hübsches Gesicht, belegt durch ihr weiteres Verhalten, dass sie dumm wie drei Meter Feldweg ist. Sie greift zum Handy und ruft jemanden an. Sie telefoniert so laut, das der gesamte Großrasumwagen mithören kann, mithören muss.

Es geht wohl darum, dass die angerufene Person – wir Fahrgäste haben später vermutet, dass es die Mutter war – quasi als Kolaborateur dem Vater sagen sollte, dass sie nicht „bei Ramada sondern bei Lisa“ ist. In einem fast einstündigen Gespräch – das wir wie gesagt alle mithören und mit ertragen mussten – versuchte sie von Frankfurt bis weit hinter Fulda, die angerufene Person zu Kolaboraiton zu bewegen. Wir mussten das gesamte emotionale Repertoir über uns ergehen lassen, das besagte junge Dame wie ein rhetorisches Feuerwerk abfackelte. Hier nur einige wenige Ausschnitte aus dem Gespräch:

Fordernd: „Hör mir zu! Hör mir zuu! Hör mir zuuuhuuuu! Scheiße Funkloch. Du sollt mir zuhören. Hööööööörrrrr miiiiirrrrr zuuuuuuu! Scheiße ich bin in einem Funkloch! Hörst Du mich? Jetzt hör mir zuuuhuuuu!“

Drängend: „Du musst mir helfen. Doch. Du musst mir helfen. Hör mir zu. Scheiße ich bin in einem Funkloch, hör mir doch mal zu. Duu muuhuuust mir helfen!!! Scheiße Funkloch.“

Bettelnd: „Du musst mir ein letztes mal helfen. Ja ich weiß, das ich viel Scheiße gebaut habe. Aber Du mußt mir … Scheiße Funkloch …. Du mußt mir unbedingt ein letztes mal helfen. Doooohooooch biiiiihiiiitäääääääää!!! Du kannst mir doch noch eeeeeiiiiiiinmaaaalll helfen.“

Psychologisch möchtergern-trickreich: „Gut! Ok, Dann hilfe mir nicht! Hätte ich nicht gedacht, das Du mich so in der Scheiße sitzen läßt. Scheiße wieder Funkloch. Ne, is ok., lass mich, hängen, hilf mir eben nicht. Scheiße Funkloch. Was? Ich bin in einem Fuuuuuhuuuunkloooooooch!“

Rotz und Wasser heulend – ganz großes Drama: „Iiiihiiihiiiichhhh haahaaaabbb dir vertrauuuhuuuuuttttt.“

Rechts ist die Funkloch-Göre.
Rechts ist die Funkloch-Göre.

Die beiden Herren am Tisch neben dran diksutieren mittlerweile offen, ob es genügt, das Handy aus dem Zug zu werfen, oder ob es sinnvoller wäre, die ernevrierende Funkloch-Göre direkt mit hinaus zu befördern. Aber die Erlösung nahte! Der Handy-Akku des Mädels ist alle. Zu früh gefreut. Sie steht auf, kommt zu mir und fragt mich, ob sie sich auf den freien Platz mir gegenüber hocken könne, um ihr Handy zu laden – dort in der Wand war eine Steckdose. Noch ehe ich etwas sagen kann, sitzt sie, lädt und wählt.

Einer der beiden Herren am Nebentisch erklärt ihr freundlich, wie ruhig und entspannt man reisen könne, wenn man das Handy doch einfach mal aus läßt. Sie antwortet, dass sie erst Dreizehn sei und dringend telefonieren müsse, weil sie noch so jung sei. Aber diesmal ist uns das Glück hold, denn irgendwie klärt sie ihr Problem aus für uns nicht schlüssigen Gründen plötzlich deutlich leiser und binnen fünf Minuten.

Der Depp mit der Tür

Doch dieser junge hübsche Albtraum einer Mitreisenden war an diesem Tag nicht der einzige verhaltensauffällige Mensch im Zug. Von meinem Platz aus konnte ich den „Depp mit der Tür“ sehen. Zwischen den Wagons eines IC-Zuges ist eine doppelflügelige Schiebetür. Diese geht per Pressluft auf und zu. Zum Öffnen drückst Du einen Türgiff-artigen Schalter nach Links oder Rechts. Dann geht die Tür auf. Zu geht sie von alleine.

MERKE: Egal in welche Richtung Du diesen Türgriffschalter drückst, Du ÖFFNEST damit die Tür!!!

Immer wenn ein andere Fahrgast durch die Tür ging – diese also öffnete – versuchte der Typ diese Tür wieder zu schließen. Manuell! Der Kerl – geschätzt um die 50, dick, wenig Haare mit Tendenz zur Glatze, gekleidet in einen ganz schrecklich gestreiften Pullover und eine Schlamm-farbene Jacke und eine ebenso Schlamm-farbene Hose – ergriff also diesen Türgriff und zerrte mit Leibesnkräften an der Tür. Er zerrte daran, um diese Tür – wie gesagt, die geht automatisch zu – von Hand zu schließen. Es gelang ihm auch oft, die Tür gegen den Widerstand der Pressluft zu zu zerren. Aber weil er dazu ja an dem Türgriffschalter gezerrt hatte, hat er damit sofort die Funktion ausgelöst, mit der die Tür wieder auf ging. Und so wiederholte sich dieses Spiel viele Dutzend male. Wenn die Tür durch Zufall mal von alleine zuging, dauerte es nicht lange, bis der nächste Fahgast kam, die Tür öffnete und der Kampf Deppen-David gegen Türen-Goliath von neuem entbrannte. Nur das David eben nie gewann. Da ich mir das Lachen nicht lange verkneifen konnte, begannen andere Fahrgäste in die gleiche Richtung zu blicken und lachten kurze Zeit später ebenfalls.

Zugbegleiters Albtraum und die geniale Lösung

Als dann die Schaffnerin – ok heute sagt man ja Zugbegleiterin – kam und nach den Fahrscheinen verlangte, zückte unsere telfonsüchtige junge Mitreisende doch tatsächlich eine Regionalverkehrsschülermontaskarfte und entfachte den nächste wbahnsinnigen Redeschwall!

Die Göre: „JaichhabedasschonmitihremKollegenbesprochendermirauchgesagthatdasichmitderKartenichtZugfahrendarfaberichbinerstdreizehnundnochsojungunddasistmeineersteZugfahrtundichmussnachGöttingenzumeinerTante!“

 Die Zugbegleiterin: „Aber für einen Fernzug brauchen Sie eine Bahnfahrkarte, der Verlehrsverbundausweis gilt hier nicht!“

 Die Göre: „JadastutmirauchvolleidundihrKollegehatmirdasauchgesagtundgemeinteswäredieseinemalinOrdnungundfürdieRückfahrtsollichmirneFahrkartekaufenMeineTanteholtmichauchamBahnhofabundestutmirechtleid.“

Die Zugbegleiterin raffte langsam, dass sie einen ruhigeren und unkomplizierteren Tag haben würde, wenn sie einfach sagt: „Ok, Sie dürfen bis Göttingen im Zug bleiben, aber für die Rückfahrt kaufen Sie sich eine reguläreFernverkehrsfahrkarte!“

Genial gelöst und wir hatten alle wieder unsere Ruhe, denn die Göre blieb bis Göttingen brav und still sitzen.

Die Rückfahrt am Samstag war – abgesehen von einer 45 Minütigen Verspätung durch „Personen im Gleis“ – sehr angenehm, ruhig und verlief in netter, weil bekannter Begleitung. Man trifft im Zug ab Hannover eben oft Leute, die wie ich selbst auf dem Rückweg von der DLRG Bundeszentrale in Bad-Nenndorf (bei Hannover sind). Die Stimmung der Rückgfahrt habe ich hier mal mit meinem iPhone dokumentiert:

Zwischenruf: Ich fordere eine Idiotie-Steuer für Politiker

Halloooooo! Gehts noch?!! Wer hat der CDU denn bitte ins Hirn gefurzt, dass die mit diesem idiotischen Vorschlag der „Demografie-Steuer“ kommen?! Demnach soll jeder Bundesbürger ab Vollendung seines 25. Lebensjahres bis zu einem Prozent seines Einkommens als Steuer gegen die Überalterung der Gesellschaft zahlen. Ja neee ist klar! „Wenn’s schlimmer werd, mache ‚mer e Läppsche drum“, sagt man in Rheinhessen. Immer wieder dieser Blödsinn! Mal sollen Erwachsene zahlen, die keine Kinder haben und jetzt auf einmal alle, auch die mit Kindern.  Du wirst alt, also zahl gefälligst?! Logans Run – auf Deutsch „Flucht ins 23. Jahrhundert“ – lässt herzlich grüßen!

(Bild: stock.xchng)
(Bild: stock.xchng)

Eine Strafe für’s älter werden?! Eine Steuer, weil die Deutschen zu wenig poppen und nicht genug Kinder in die Welt setzen? Weil wir durch die Rahmenbedingungen, die die Poltik schafft, ja auch gerade soooooo kinderfreundlich sind. Hast Du zwei Kinder, wird schon gemunkelt und statistisch gelten Familien mit mehr als 1,6 Kindern in Deutschland schon als ASOZIAL! Na prima! Da macht Kinder kriegen und haben gleich 1,6 mal soviel Spaß. Bewirb dich um eine Mietwohnung mit mehr als einem Kind, schon wird es schwierig. Mehr als zwei Bälger und’s ist vorbei. Kinderreiche Familien haben deutlich weniger Geld zur Verfügung, als die gesellschaftsnormierte Ein-Kind-Familie. Und von der Versorgung mit Betreuungsmöglichkeiten für Kinder wollen wir mal garnicht reden.

Zurück zur Politik und dem Vorschlag der CDU! Es ist schon sehr interessant, dass die Politik dauernd über neue Steuern nachdenkt, angeblich um gesellschaftspolitische Änderungen herbei zu führen. Aber was würde mit den Einnahmen der Demografie-Steuer passieren? Würden die zweckgebunden in Familienpolitik und Bedinungen investiert, die das Kinder kriegen attraktiver machen? NEIN!! Das Geld würde in die Löcher gestopft, die an anderer Stelle durch unfähige Poltik und Entscheidungen aufgerissen werden!

Beispiel gefällig? Erst wird die Solarbranche durch Subventionspoltik künstlich aufgeblasen und finanziell zur Boombranche fit gespritzt. Dann wird sie durch Kürzung der Solarförderung ruiniert und schließlich an den Subventionstropf gehängt, damit sie nicht den Bach runter geht. Stichwort Q-Cells!! Statt vernünftige Finanz- und Steuerpoltik zu betreiben, wird einfach eine neue Steuer erfunden, die es dann richten soll. Dann wird noch – wie in diesem Fall – das Demografie-Etikett drauf gepappt, um das Ganze verkaufen zu können.

(Bild: stock.xchng)
(Bild: stock.xchng)

Ich fordere eine Idiotie-Steuer für Politiker. Immer wenn ein Politiker einen unsinnigen oder anderweitig untauglichen Vorschlag macht, muss er ein Prozent seines Monatssalairs bezahlen. Für alle, die den Vorschlag unterstützen, gilt das Gleiche. Wird der Schwachsinn beschlossen, werden zwei Prozent fällig und sobald diese Entscheidungen Schaden anrichten, erhöhen wir auf vier Prozent.

Artikel 3 Grundgesetz sagt: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Das gilt laut Gesetz in Bezug auf Männer und Frauen, Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen und auch bezüglich einer Behinderung. Das Alter steht zwar nicht explizit drin, gehört aber dazu. Dieser schwachmatische Vorschlag der CDU will die offizielle Ungleichbehandlung junger und älterer Menschen in ein Gesetz gießen.

Glauben die von der CDU tatsächlich, dass die Deutschen mit der Einführung dieser Demografie-Steuer dann direkt in die Kiste hüpfen und fleißig ganz viele Kinder zeugen werden? Muahahaaa!!! Dann sollten die doch lieber einen Steuererlass für Sex einführen. Männlein und Weiblein, die es nachweislich einmal die Woche miteinander treiben, zahlen weniger. Rappelts öfter in der Kiste, gibt noch mehr Rabatt. Und kommt Nachwuchs dabei rum, gibt’s ’ne komplette Steuerbefreiung, bis der Racker in der Schule ist. DAS wäre mal ein Konzept!