KategorieDinge die die Welt nicht braucht

Hygiene-Ampel? Wie wärs mit einer Politik-Ampel!

Als ich heute morgen zur Arbeit fuhr, hörte ich bei Radio SWR 3, dass jetzt die „Hygiene-Ampel“ für die Gastronomie kommen soll. Restaurants, Imbissbuden und andere Lebensmittelbetriebe werden nach dem Willen der Verbraucherschutzminister der Länder mit einer Ampel gekennzeichnet, die den Hygienezustand anzeigt. Grün steht für „keine Mängel“, Gelb für „mittlere Beanstandungen“ und Rot für „Gravierende Beanstandungen“.

Was für ein Schwachsinn! Würde ein Betrieb, bei dem die rote Lampe leuchtet, nicht einfach bis zur Beseitigung der Mängel zu gemacht? Wenn nicht sollte man das eben tun. Anstatt Mängel per Ampel anzuzeigen, sollten diese auf Anordnung der Kontrollinstitution einfach sofort abgestellt werden müssen.

Politik-Ampel.
Politik-Ampel.

Aber wenn wir schon bei solchen Ampeln sind, die dem Bürger über Zustände oder Qualitäten informieren sollen, dann fordere ich die „Politik-Ampel“. Nein ich rede nicht von Ampel- oder Jameika-Koalition. Ich rede von so einer Qualitätsampel für politische Entscheidungen und auch für die politische Akteure.

Grün steht dabei für „Alles ok, kein Schwachsinn“. Gelb steht dann für „Ziemlicher Unfug, demnächst neu wählen.“ Und Rot steht natürlich für „Gemeingefährlicher Irrsinn, sofort zurücktreten.“

Vergeben wird diese Bewertung von uns Bürgern. Aber ich glaube, diese Ampel würde wenig Sinn machen, denn vieler Orten würde dabei nur eine „Dauer-Rot-Phase“ bei rauskommen. Und die Politiker würden dann einfach ungeniert bei Rot über die Ampel fahren.

Supervital-Armband – Was für’n Scheiß!

Letzten Samstag, als ich meine Startunterlagen für den Gutenberg-Marathons in Mainz angeholt hatte, war ich noch auf der Marathon-Messe. Dort habe ich was sehr interessantes und amüsantes gesehen. Eine Verkäuferin an einem Stand ließ einen Mann auf einem Bein stehen und forderte ihn auf, das Gleichgewicht zu halten und die Arme im rechten Winkel von sich zu strecken. Dann drückte sie auf den einen Arm und erhöhte den Druck, bis er aus dem Gleichgewicht kam. Da Gleiche widerholte sie mit der andere Seite und dem anderen Bein.

Nach dieser „Analyse“ gab sie ihm ein ganz bestimmtes Silikonarmband, in dass ein buntes Hologramm eingelassen ist. Ein „Supervital-Armband“. Mit einem Schwall esoterischer Dummschwätzerei erklärte sie ihm, warum genau dieses „Supervital Powerarmband“ für ihn das richtige ist. Liebe Leute was hat die Frau eine Scheiße erzählt! Das Hologramm sei „energetisch“ geladen. Es würde für einen Kräfteausgleich des Energiespektrums des Körpers und Geistes sorgen. Und gerade dieses Armband würde dem Mann helfen, morgen beim Marathon beste Leistungen zu bringen und schneller zu regenerieren. Und der Typ drückt der Frau doch dann für dieses Stückchen Silikongummi mit Wackelbildchen fette 30 Euro in die Hand!!!!

Hier klingelt mein Bullshit-Alarm!
Hier klingelt mein Bullshit-Alarm!

Ne also ehrlich! Was für’n Scheiß! Also echt! Ein Gummiarmband, dass irgendwo in Asien für 10 Cent am Fließband produziert wird und in das irgend ein Pseudewirkungselement eingebettet ist, soll tatsächlich einen besseren Menschen aus dem Träger machen? Auf der Webseite, die ich dazu gefunden habe, bekommt man diesen Schund im Angebot für güüüünstige 24,95 Euro. Normal kostet diese Lebenshilfe zum Anziehen stolze 79,95 Euro. Und damit die Leute auf den Rotz auch reinfallen, gibt es ganz viele verschiedene Bändchen.

Wenn man auf diese Esoterik-Betrüger reinfällt, muss man sich vermutlich für verschiedene Lebenslagen und Situationen auch verschiedene Bändchen kaufen. Neben dem Sportband gibt es vielleicht auch eines, mit dem man auf wundersame Weise intelligenter wird. Wahrscheinlich gibt es auch eines, mit dem man dann beim Sex stunden lang ermüdungsfrei durchpoppen kann. Gibt es auch eins, das man im Büro anziehen kann, wenn einem Kollegen auf die Nerven gehen? Gibt es eins mit dem man abnehmen kann, weil es den Hunger in ein Sättigungsgefühlt verwandelt? Gibt es eines das den Träger daran hindert für Schwachsinn Geld zu verballern. Das garantiert nicht….

Ne echt, so ein hochnotpeinlicher Unsinn. Der Erfolg beim Laufen eines Marathons oder Halbmarathons liegt einzig und alleine in der Vorbereitung und einem guten Training. Mit diesem Gummidingsbums am Arm wird man weder schneller noch macht man später schlapp. Der einzige Nutzen dieser „Supervital-Bändchen“ ist die Tatsache, dass diese sich im Portemonai der Verkäufer niederschlagen, weil genug Deppen auf diesen Esoterikscheiß reinfallen und den Schrott für ein irres Geld kaufen.

Sitzfleischindianer sind doof

Kennst Du das? Du hast was vor! Willst quasi eben gerade aufbrechen und etwas unternehmen. Da klingelt es an der Haustür. Ein eigentlich sehr netter Bekannter steht davor und „wollte nur gerade eben bescheid sagen ….“. Höflich erzogen wie man ist, sagt man „komm doch kurz rein“. Und dann sitzt dieser Sitzfleischindianer da, erzählt, gießt sich noch einen ein, erzählt weiter und findet einfach den Absprung nicht.

Sitting Bull. Der Sitzfleischindianer.
Sitting Bull. Der Sitzfleischindianer.

Die ursprüngliche Planung für den schönene 1.-Mai-Mittag erübrigt sich bei fortschreitender Uhrzeit langsam und der Sitzfleischindianer sitzt und sitzt und sitzt. Ich bin hier zum Glück auch nur Gast und kann irgendwann einfach abhauen. Aber eigentlich wollten wir schon längst in einer Straußwirtschaft im Weinberg sitzen, ein Schöppchen schlürfen und eine Kleinigkeit essen. Stattdessen …. er sitzt immer noch.

Darf ich Sie einladen, an meiner Paranoia teilzuhaben

Ja seit gestern, da sollen wir Technikfreaks und selbstbestimmte Datenbürger wieder paranoid sein, zumindest Leute wie ich die ein iPhone und sogar noch ein iPad haben. Denn beide zeichnen Bewegungsdaten dauerhaft auf! Ja mein iPhone weiss ganz genau, wann ich wo war. Und deshalb müssen wir uns jetzt ganz schlimm echauffieren und schimpfen. Böses iPhone! Böse Firma Apple! Ok liebe Leser, dann darf ich Sie jetzt einmal einladen, an meiner Paranoia teilzuhaben. Die nebenstehende Karte ist mein Bewegungsprofil, aufgezeichnet ab dem Zeitpunkt, ab dem ich das iPhone 4 bekommen und aktiviert habe. Na dann schauen wir doch mal, wo der Kerl sich so rumtreibt!

Bitte schön: Das iPhone sagt, hier treibt sich Andreas Lerg herum.
Bitte schön: Das iPhone sagt, hier treibt sich Andreas Lerg herum.

Aha! Andreas war in Paris! Stimmt. War ich. Und es war und ist dort wunder wunder schön. Ich war dort letztes Jahr im September. Und außer mir selbst hatte ich nur noch meinen Hund dabei und ich bin an zwei Tagen 30 Kilometer durch die Seine-Metropole spaziert. Sollte jeder mal machen. Tut gut. Und wer tatsächlich mehr über meinen Egotrip nach Paris wissen will, sil vou plais: Le Egoiste-cest bon.

Soso. In Paris war er also!
Soso. In Paris war er also!

Der Kerl ist aber verdächtig oft in Darmstadt! Na klar bin ich das, denn ich arbeite dort. Sie wissen schon. Job, Geld verdienen, morgens fahr ich hin und abends fahr ich heim und das Montags bis Freitags. Das kann man auch ohne das iPhone wissen.

Was macht der denn so oft in Darmstadt?
Was macht der denn so oft in Darmstadt?

Gut, schauen wir weiter. Moment mal! Ich bin quasi NIE zu Hause! Glaubt man dem Bewegungsprofil und schaut Oppenheim an, dann bin ich quasi überhaupt nicht dort anzutreffen. Oder schalte ich etwa immer außerhalb von Oppenheim mein iPhone komplett aus, damit keiner merkt, wenn ich daheim bin. Wer mich als bekennenden Nerd kennt, der weiss, das mein iPhone quasi immer angeschaltet ist. Und ich bin auch TÄGLICH zu Hause – außer wenn ich in Paris oder für ein paar Tage auswärts bin – denn ich wohne hier. Und nun? Erkenntnis: So perfekt ist die Standortprotokollierung scheinbar doch nicht. Ui! Sollte das iPhone tatsächlich „fehlbar“ sein?

Also sowas! Der Kerl ist ja nie zu hause!
Also sowas! Der Kerl ist ja nie zu hause!

Aber es geht noch besser! Laut der Karte mit meinem Bewegungsprofil war ich durchaus oft in und um Herford. Dort sind viele Ortsmarken zu finden, die mein iPhone gespeichert hat. Einige dieser Ortsmarken sind dick dargestellt. Laut meinem iPhone war ich theoretisch also öfter oder länger in Herford als zu Hause in Oppenheim. Die Sache hat nur einen Haken. Ich war seit ich das iPhone 4 habe KEIN EINZIGES MAL in Herford oder auch nur in der Nähe. Ich bin auch nicht die Autobahn A2 an Herford vorbei gefahren, wobei es ja dann entlang der A2 weitere Ortsmarken geben müsste.

Ich war definitiv nicht in Herford!
Ich war definitiv nicht in Herford!

Fazit: Dass das iPhone ohne mich zu fragen meine Standorte aufzeichnet und damit ein Bewegungsprofil ermöglicht, finde ich nicht gut. Gar nicht gut! Ich würde gerne gefragt und dann selbst entscheiden. Aber deshalb jetzt ein riesen Geschrei anfangen? Echt nicht! Ich bin ein Technikfreak und Nerd! Ich starte einen Sport-Tracker wenn ich Laufen gehe und die Leute die es interessiert, können mir im Internet live zuschauen. Ich bin mir sicher KEINER guckt zu. Ich bin jemand der auf Facebook nicht die Klappe halten kann und dauernd postet und die Leute mit seiner Meinung behelligt. Und jetzt soll ich mich künstlich aufregen und Zeter und Mordeo schreien? Nö!!

Aber vor allem: Auch Dein Smartphone weiss was Du wann tust!! Oder glaubt ernsthaft jemand, diese Technik sei nur im iPhone vorhanden und wird nur von Apple verwendet?! Und eine Dreieckspeilung über Mobilfunkmasten funktioniert schon seit es Handys gibt und die „nur“ zum telefonieren taugten!

Der Pimmel-Prolet

Sozialwissenschaftler und Empiriker würden das Leben wohl als unterbrechungsfreie „teilnehmende Beobachtung“ kennzeichnen. Für uns Journalisten ist dieser Umstand quasi eine permanente Recherche. Über die verschiedenen Arten von Tänzern hatte ich mich ja schon zur Genüge ausgelassen. Heute habe ich mir nach dem 11,1 Kilometer Maarauelauf abends noch eine Runde Relaxen in der Sauna im Rheinhessenbad in Nieder-Olm gegönnt. Und nach dieser teilnehmenden oder eher mitschwitzenden Bebobachtung möchte ich hier die verschiedenen Arten von Saunagängern beschreiben. Das wird recht einfach, denn es gibt nur zwei unterschiedliche Arten. Übrigens, dem zur Prüderie neigenden Leser möchte ich an dieser Stelle von der weiteren Lektüre abraten!

Der normale und anständige Saunagast

Er und Sie ist ein ganz normaler Mensch, befolgt die Regel „Kein Schweiß aufs Holz“ und hüllt sich nach dem Verlassen der Schwitzkabine in einen bequemen Bademantel oder wickelt sich ein großes Handtuch um die Hüfte während die Damen sich ein noch größeres um die Schultern legen. Dann wird eine Liege oder ein Sitz gesucht und sich bequem hingesetzt und geruht oder sich mit anderen Gästen unterhalten. Der normale und anständige Saunagast ist angenehm, nett, kommunikativ und unauffällig.

Der gemeine Pimmel-Prolet

Meine wertgeschätzte Leserschaft möge mir die Wortwahl verzeihen und mir weiter wohlgesonnen bleiben. Aber Pimmel-Prolet ist der einzig passende Ausdruck für das Verhalten, was ich hier kurz darstellen möchte. Dieser eher auffällige bis unangenehme Saunagast ist männlich, denn mir sind bisher noch keine Frauen aufgefallen, die ein ähnlich schlechtes Benehmen an den Tag legen.

Wäre der Pimmel-Prolet nur ein Adonis .... Isser aber nicht.
Wäre der Pimmel-Prolet nur ein Adonis .... Isser aber nicht. (Foto: stock.xchng)

Der gemeine Pimmel-Prolet hält sich zwar auch an die Regel „Kein Schweiß aufs Holz“. Aber das ist auch schon fast das einzige, wofür er mitgeführte Frotierwaren einsetzt. Kaum aus der Schwitzkabine entschlüpft rennt der Pimmel-Prolet grundsätzlich splitterfaser-nackig umher. Dabei achtet er auf einen breitbeinigen und federnden Gang der einzig dem Zweck dient, das, was er für groß und wichtig hält, in leichte Schwingungen zu versetzen und dann gut sichtbar umher zu tragen. Heute waren in der Sauna gleich mehrere dieser Zeitgenossen vertreten.

Auffallend, dass diese Typen zunächst einmal eine Weile umher stolzieren und zwar meist dort wo viele andere Gäste und auch Frauen sind. Läuft der Pimmel-Prolet vor dem Publikum mit seinem Schwing-Dein-Ding-Gang auf, legt er gerne immer wieder mal zuuuufällig die Hände in den Nacken, streckt sich und schiebt Brust und auch Hüfte vor, damit sein Publikum die zur Schaustellung des Gemächts auch besser „genießen“ kann. Ich saß draußen im Freien und zwei Damen verließen bei diesem Aufmarsch sehr zügig das Freigelände.

Legt sich der Pimmel-Prolet dann auf eine der Ruheliegen, dann wird das Handtuch nur unten drunter gelegt. Dann legt sich der Kerl zur Gänze unverhüllt auf die Liege und das breitbeinig und mit nach außen gedrehten Knien. Das nur, damit der Anhang auch gut belüftet wird und – Sie haben richtig befürchtet – wie auf der Präsentier-Lende gut sichtbar ist.

Ich finde dieses Verhalten albern und unanständig – gut mag man mich für prüde halten. Und ich finde es auch lästig, wenn dir und anderen dauernd irgend so ein Heini sein Genital vor Augen führt. Jetzt könnte man ja meinen, dass wenigstens die Damen Freude daran hätten, wenn die besagten Kerle eine sportlich durchtrainierte Figur hätten und lecker aussehen würden. Aber meist ist das Gegenteil der Fall! Meist sind diese zeigefreudigen Typen älter, nicht selten korpulent und längst nicht (mehr) ansehnlich.

Auch heute in Nieder-Olm! Einer der umher stolzierenden Pimmel-Proleten hätte wahrlich gut daran getan, das gewisse Etwas unter seiner Gürtellinie gut zu verstecken oder aber eine Lupe zur Verfügung zu stellen. Aber sein Bauch hat eh schon als Sichtschutz gewirkt. Die Krönung war aber ein strohblondiertes älteres Exemplar mit Nickelbrille, der sich dort um Beachtung bemühte. Seine „Bestückung“ fiel gar nicht ins Auge, da er eine Oberweite hatte, die locker in Körbchengröße C passt und beim Umherlaufen deutlich mehr in Schwingungen geriet als … Sie wissen schon. Wenn etwas die Blicke auf sich lenkte, dann war es diese maskuline Oberweite. Dabei wären dort zwei junge und gut gebaute sportliche Männer gewesen, aber die hielten sich anständig verhüllt.

Fazit: Mit sind nette und diskrete Saunagäste, die sich mit Anstand außerhalb der Kabine in Frotierwaren hüllen und mit denen man sich angenehm unterhalten kann, deutlich lieber, als diese Pimmel-Proleten. Denn die sind nicht nur wie beschrieben unangenehm auffällig sondern meist auch recht wortkarg. Das vor allem auch deshalb, weil die normalen Saunagäste diese Typen meiden. Wie gesagt, zwei Damen flüchteten beim Auflaufen eines dieser Herren in dem Moment, als der die Hände in den Nacken legte und sich kaum zwei Meter weg reckte und streckte.

Von Unkräutern, Untieren und Unmenschen

Die große grüne Fläche hinter meinem Haus habe ich eben gerade gemäht. Ich sage große grüne Fläche, weil dort alles mögliche wächst nur nicht gerade viel Rasen. Ich handhabe das so, dass das, was da wächst, gemäht wird. Derzeit wächst dort vor allem Löwenzahn. Reichlich Löwenzahn. Der wird ja gemeinhin als „Unkraut“ bezeichnet.

Aber ist Löwenzahn wirklich Unkraut? Die Vorsilbe „Un“ impliziert ja eine Verneinung. Man könnte also sagen ein Unkraut sei eine „Nichtpflanze“. Komisch. Löwenzahn hat Wurzeln wie eine Pflanze, Blätter in denen Chlorophyll gebildet wird und Blüten die bestäubt werden, Samen bilden und damit der Fortpflanzung dienen. Löwenzahn erfüllt nach meinem Dafürhalten alle Kriterien einer Pflanze. Und das wir Menschen ihn nicht mögen – zumindest nicht in unseren Gärten – da kann doch der Löwenzahn nichts dafür. Zudem ist es ihm sicher auch egal. Er hat sich nicht dazu entschieden uns lästig zu sein. Wir empfinden ihn lediglich so und schmähen ihn mit besagter Vorsilbe. Mein Fazit: Es gibt KEIN Unkraut.

Unkraut? Nicht wirklich!
Unkraut? Nicht wirklich!

Auch im Tierreich diskriminieren wir so manches Geschöpf mit dieser Vorsilbe. So wird der Hai beispielsweise gerne als Untier tituliert. Meist schon wenn er so eine süße kleine Robbe zerlegt und frisst. Aber spätestens wenn er einen Menschen verletzt oder tötet. Aber ist der Hai ein „Nichttier“? Ich erspare mir jetzt die Gegenrede, denn das der Hai ein Tier ist, wird wohl niemand bestreiten wollen. Aber warum verpassen wir ihm dann diese Vorsilbe? Der Hai ist nicht aus Bosheit oder Sadismus – in unseren Augen – grausam. Er muss schlichtweg fressen, um überleben zu können. Und wenn ein Surfer auf seinem Surfbrett von unten wie eine Robbe aussieht, dann kann der Hai diesen Irrtum leider nur durch Trial & Error feststellen. Ok, zugegeben, das ist ziemlich unangenehm für den Surfer. Aber der Hai ist nicht aus freiem Willen ein Raubtier und tötet nicht aus Vergnügen. Mein Fazit: Es gibt KEIN Untier.

Gut, kommen wir zum „Unmensch“. Auch hier wird mir der geneigte Leser zustimmen, dass es rein biologisch keine „Nichtmenschen“ gibt. Aber im Unterschied zum Unkraut und Untier kann der Mensch unmenschliches tun, weil er sich aus freien Stücken und mutwillig dazu entscheidet! Im Gegensatz zu Pflanze und Tier kann der Mensch brutal, grausam, sadistisch, barbarisch und vieles mehr sein. Er kann wieder besseren Wissens und gegen jede Moral Dinge tun, die wir zu Recht als unmenschlich bezeichnen. Er könnte genau diese unmenschlichen Taten problemlos bleiben lassen und tut es dennoch. Beispiele gibt es genug. Historische wie Dschingis Kahn, Hitler oder Stalin. Aber auch aktuelle wie den gestern verhafteten „Schwarzen Mann“ oder Muammar al Gaddafi, der sein Volk ermordet. Mein Fazit: Es gibt in der Tat Unmenschen.

Ok langer philosophischer Rede schlussendlicher Unsinn: Wenn man gewillt ist, Löwenzahn, Gänseblümchen & Co nicht als Unkraut, sondern als eine schöne Pflanzen zu betrachen – vor allem in der Blüte – dann habe ich einen wirklich schönen Garten!

Und sowas will ich erst recht nicht sehen!

Da denkste schlimmer kommt’s nicht. Und das Leben belehrt dich eines Besseren. Es kommt schlimmer. Heute in einer größeren Sportstätte in Nieder-Olm in der Umkleide. Da ziehst Du nichts Böses ahnend Deine Sportklamotten an und freust Dich auf Dein Training, da wirst Du Zeuge eines grausamen Schauspiels!

Ob der sich beschwert, dass es zwickt....
Ob der sich beschwert, dass es zwickt....

Ein Typ verpackt sein schlaffes und zur leichten Adipositas neigendes Gesäß, dass zudem noch recht haarig ist, in einen schwarzen Herrenstringtanga. Also so ein bisschen Nichts aus Stoff. Da stehst Du fünf Meter dahinter und schaust unverhofft in „Lage Null“ druff. Bevor der Knilch sich nach seinen Socken bücken konnte, habe ich schnell das Weite gesucht!

Auch hier reicht mein Talent als Zeichner nicht aus, diese optische Grausamkeit realitätsnah darzustellen und ich glaube das ist auch gut so. Der Arsch, also der Kerl, kommt sogar beinahe noch gut weg, in meiner Zeichnung. Und der Versuchung, das Ganze mit dem iPhone zu fotografieren, konnte ich problemlos widerstehen. Wenn man bedenkt, wie prüde Apple bei der Freigabe seiner Apps ist, dann wäre das iPhone vermutlich explodiert, wenn ich den Auslöser gedrückt hätte.

Nein ich will sowas beim Mittagessen nicht sehen!

Es ist schon grausam, was einem so alles den Appetit verdirbt. Da gehst Du des Mittags in die Kantine das Betriebsrestaurant zur Massenabspeisung. Dir gelingt es tatsächlich, ein wohlschmeckendes Gericht auszuwählen. Du setzt dich an einen freien Platz auf eine Art Barhocker an einem Hochtisch. Und dann das!!!!

Sowas will ich nicht sehen, erst recht nicht beim Mittagessen!
So was will ich nicht sehen, erst recht nicht beim Mittagessen!

Da setzt sich eine Tussie mit ihrer Rückseite in Deiner Richtung an den nächsten Tisch. Die hat ein Gesäß, für das sie schon fast zwei Hocker benötigen würde. Aber damit nicht genug. Ihre Lowrider-Jeans hat sie auf Halbarsch geflaggt! Und das einfach gefaltete adipöse Mittelgebirge, das da unerbittlich empor quillt, wird mittig von so einem Schnürchen mit einem winzigen und aberwitzig buntem Stoffdreieck gekrönt. Und dann soll Dir beim Anblick dieser Tanga-verzierten Mittelritze das Essen noch schmecken!

Ich bin mir bewusst, dass meine stümperische Fähigkeit als Zeichner diesen optischen Albtraum auch nicht annähernd wiedergeben kann. Aber ich frage mich, warum Leute, die ein Gesäß in Form und Größe einer Abrissbirne haben, selbiges nicht charmanter verpacken oder wenigstens besser tarnen, sondern statt dessen auch noch optisch dergestalt betonen. Ich habe nichts gegen ein wohlgeformtes Gesäß in einer appetitlichen Verpackung. Aber ein Nilpferdarsch im Tanga sieht einfach nicht erotisch aus.

Und komm mir bloß jetzt keiner mit: „Es ist Fastnacht, des is’n Kostüm!“

Ein moppeliger Lachsack, Cellulite unter der Dusche und anderer telegener Ekel – fertig ist das RTL Dschungel-Camp

Letztes Jahr schrieb ich „Der Untergang des Abendlandes ist blond, blöd und hat viel zu dicke Möpse“. Aber wenn ich derzeit so im Fernsehen zappe, dann ist der schlimmste Trash zweifelsohne das Dschungel-Camp: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, das mittlerweile in der fünften Staffel läuft. Der Scheiß muss ja wohl Quote bringen, sonst würde dieses „Big Brother im Grünen“, diese Show, die eine billige Mischung aus Schadenfreude, Sadismus und Voyeurismus ist, ja nicht schon wieder gesendet.

Hilfe ich bin kein Star holt mich aus der Versenkung
Hilfe ich bin kein Star holt mich aus der Versenkung

Wieder einmal treiben sich da Möchtegern-Promis im RTL-TV-Dschungel herum und dürfen sich zum Ergötzen der Zuschauer allerlei Unsäglichkeiten unterwerfen und vor allem zum telegenen Deppen machen. Es sind wie immer die C-Promis oder eher D-Promis, die mit der Teilnahme verzweifelt gegen die Irrelevanz und Unprominenz ankämpfen. Und andere Medien holen sich mit Berichterstattung über diesen TV-Trash auch noch ein paar Quoten, Klicks oder Auflagen ab.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, dass ich keine Ahnung habe, wer „Wedding Planner“ Froonck Matthée, Sänger Jay Kahn oder Model Sarah Knappik ist? Echt?! Macht nix, ich will auch gar nicht wissen, wer das ist! Sogar eine von den Jacob Sisters ist ohne Pudel in die australische Hölle gezogen.

Aber wieso funktioniert dieses Format? RTL bedient wie schon erwähnt die Schadenfreude und den Spanner im Publikum. Die Fans der Sendung sehen gerne zu, wenn sich jemand auf erniedrigende Weise zum Depp macht. Zudem dürfen die Zuschauer auch selbst ein bisschen ihrem Sadismus frönen, indem sie mitbestimmen, wer die nächste Ekelhaftigkeit als „Dschungelprüfung“ über sich ergehen lassen muss. Da darf Alt-68er Rainer Langhans wie „Schneewittchen im Kakerlaken-Sarg“ liegen. Wir erfahren „Sarah schluckt fast alles“ und „Indira & Mathieu nehmen den Mund voll“ während Jay fragt „Wo kann ich jetzt k…?“

Vom Knackarsch bis zur Cellulite - die Zuschauer dürfen sogar beim Duschen zusschauen.
Vom Knackarsch bis zur Cellulite - die Zuschauer dürfen sogar beim Duschen zuschauen.

Zwischendurch dürfen wir Zuschauer den Kandidaten beim Duschen unter einem Wasserfall zugucken. Toll! Mal ein Knackarsch mal eine Ansammlung von Cellulite und es läuft Wasser drüber. Wer bitte will das sehen? Die „Mitwirkendenverträge“ sind indes ziemlich hart, denn sie regulieren sogar, wie die Teilnehmer aufs Klo dürfen.  Wer zu früh aufgibt, verliert zudem Geld.  Vor zwei Jahren hat die ZDF-Sendung Frontal 21  mal einiges entlarvendes zu diesem gefährlichen, wilden und urwüchsigen Dschungel-Camp gezeigt und hinter die ach so authentischen Kulissen geblickt.

Und dann die beiden Moderatoren! Da wäre zunächst ein zu kurz geratener, massiv adipöser Lachsack, dessen Garderobe quasi den multiplen Orgasmus des schlechten Geschmacks darstellt. Dirk Bach kann außerhalb dieses unsäglichen Dschungel-Camps beinahe gut sein. Aber das da? Ja und dann die verbale Massenvernichtungswaffe Sonja Zietlow, die sich einst bei Sat 1 durch nachmittäglichen Talkshow-Terror laberte. Diese beiden sind die wahre Dschungelprüfung und zwar für den Zuschauer, denn dieses Duo ist ja wohl kaum zu ertragen.

Adipöser Lachsack und blonde Nervensäge.
Adipöser Lachsack und blonde Nervensäge.

Immer wenn ich beim Zappen über diese Fernsehkloake stolpere, fällt mir prompt wieder Hermann van Veens Lied „Und wenn die ganze Erde bebt“ ein. Hier der Text:

Herman van Veen – Und wenn die ganze Erde bebt

Jeden Abend denk ich beim Spazierengehn:
Warum ist hier draußen kein Mensch zu sehn?
Doch die Nachbarn interessiert kein Abendstern;
alle sehen, wie ein Blick durchs Fenster zeigt, nur fern.
Ausgezehrt und ausgelaugt und ausgebrannt;
Haus für Haus starrt alles wie gebannt.
Und beweisen die Bilder auch das Gegenteil:
In den Zimmern ist und bleibt die Welt noch heil.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.

Jede Wohnung ist ein isolierter Raum,
und durch die vier Wände dringt kaum ein Traum.
Man man sieht und sieht, und was man sah, vergißt man prompt.
Es wird alles aufgesehn, was auf den Bildschirm kommt.
Da ist kein Platz mehr für Liebe und Begeisterung,
da stirbt jede Diskussion bei Alt und Jung.
Das einzig Frische hier ist höchstens noch das Bier,
und die Phantasie bleibt draußen vor der Tür.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.

Eines abends kommt das Fernsehpublikum,
ohne das es etwas merkt, plötzlich um.
Nicht durch Langeweile oder Ungeduld;
es wird von einer fremden Macht ganz einfach eingelullt.
Durch gezielte ständige Berieselung
mit Pessimismus schwindet schnell der letzte Schwung.
Ein Schuß Rassismus; wenn der noch was übrig läßt:
Ein Schuß Zynismus gibt allen dann den Rest.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.

Lambada in der Ab-18-Version

Eigentlich sollte die teilnehmende Beobachtung in Sachen Tanzstile ja nach den beiden Teilen „Depeche Mode Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche…“ und „Ü30-Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil II“ erledigt sein. Aber nachdem ich gestern heute Nacht wieder auf der Depeche Mode-Party im KUZ war, sehe ich mich beinahe gezwungen, hier an dieser Stelle doch noch ein sehr spezielles Tanzpaar zu würdigen: Die „F*ck-Mich-Tänzer“, die Lambada in der Ab-18-Variante tanzten.

(Symbolfoto: stock.xchng)
(Symbolfoto: stock.xchng)

Zu später Stunde betrat ein Tanzpaar die Tanzfläche und …. ja also tanzen kann man das nicht so wirklich nennen, sondern eher …. ihr wisst schon, nur eben mit Klamotten anlassen. Er, ein Hühne von circa 2,05 – 2,10 Meter Bauhöhe und wohl bemuskelt und mit Kojak-Frisur (für die Kinderlein unter Euch, gemeint ist eine Vollglatze), natürlich ganz in Schwarz. Sie mit einer Netzstrumpfhose in Maschendrahtzaun-Optik und sonst relativ viel, was sie nicht anhatte. Also eine Mischung aus Minirock und breitem Gürtel und einer Art Leibchen oben rum.

Immer wenn die mit dem Tanzen begannen, dauerte es maximal eine Minute bis sie sich mit ihrem Bein um eines der seinen schlang und sich dann – im Rücken von ihm gestützt – nach hinten lehnte und auf seinem Bein auf und nieder rutschte und rubbelte. Und ab und zu klammerte sie sich mit beiden Beinen um seine Hüften und dann vollführten beide Bewegungen, die an Eindeutigkeit definitiv nicht zu überbieten waren. Wenn wir es mal formaljuristisch formulieren wollen, dort wurde dann der „Beischlaf im Stehen“ simuliert. So etwas würde man eher im Salambo als im KUZ erwarten, nur dass die im Salambo dann auch keine Klamotten angehabt hätten.

Dem Mädel rutsche bei diesen Nummern, die die beiden da auf der Tanzfläche schoben, der Minirock stets und ständig in Richtung der Schultern und was sie drunter hatte war noch weniger als das, was sie kaum drüber hatte. All zu böse Kommentare will ich mir hier mal sparen, obgleich sich einige anböten und auch von einigen Umstehenden zu hören waren. Auf jeden Fall achteten die beiden sehr peinlich darauf – nein nicht, dass die Klamotten nicht all zu sehr verrutschen – sondern darauf, das möglichst viele Leute zuschauten.

Was mir dabei auffiel war, dass das ganze zumindest für mich weder sinnlich, noch erotisch oder auch nur „geil“ wirkte, sondern einfach nur ordinär. Und als ich mich bei den Umstehenden so unauffällig umhörte, konnte ich feststellen, dass ich da wohl nicht der einzige war. Die einen wollen eben einfach einen spaßigen Abend haben, die anderen auffallen um jeden erdenklichen Preis. Aber jede/r wie er’s/sie’s braucht.