KategorieDumm gelaufen …

So nicht!!!

Würdet ihr einen belegt unfähigen Bewerber einstellen und beschäftigen? Bevor ich bezüglich dieser Frage hier loslege, möchte ich Euch zunächst mal diese nachfolgende Bewerbung, die mir heute per E-Mail zuging und Auslöser meines Kopfschüttelns ist, zur Lektüre empfehlen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser Bewerbung stelle ich mich Ihnen als analytisch-strukturierte, verantwortungsbewusste, unternehmerisch denkende und kundenorientierte

Teamleiterin/ Leiterin Vertriebsinnendienst vor mit nachweisbaren Kompetenzen in den Bereichen

  • Aufbau und Organisation von Service – Abteilungen
  • Beratung und Vertrieb hoch erklärungsbedürftiger Produkte und Dienstleistungen
  • Schnittstelle zwischen Außendienst, Kunden und Hauptverwaltung
  • Darstellung von Geschäftsprozessen in Datenbanken
  • Bewerber- u. Personalmanagement

Diese basieren insbesondere auf hoher Empathie, langjähriger Beratungs-Kompetenz, vertrieblich generalistischer Ausrichtung sowie ausgeprägter Kunden- und Marktorientierung.

Als Diplom – Oecotrophologin startete ich nach meinem Studium 1986 mit dem Aufbau der Ernährungsberatung bei einer Krankenkasse. Nach meinem Umzug ins Rhein Main-Gebiet wechselte ich 1992 zu einem mittelständischen Unternehmen des Direktvertriebs, wo ich zunächst auch als Ernährungsberaterin begann. Nach kurzer Zeit übernahm ich zusätzlich organisatorische Aufgaben, um die neue Service-Abteilung Ernährungstraining (********) weiter auf- und auszubauen. Anfang 1999 wurde ich Abteilungsleiterin Seminarorganisation und Personalentwicklung und ab Ende 2001 war ich zusätzlich für den Vertriebsservice der Handelsvertreter verantwortlich. Ende 2005 übernahm mein Mann eine Personalberatung, bei deren Auf- und Ausbau ich ihn unterstützte. Hier war ich schwerpunktmäßig für die Rekrutierung und das komplette Bewerber-management von Interim Managern der oberen Führungsebenen verantwortlich.

Aufgrund privater Veränderungen suche ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung.

Ich suche nach einer anspruchsvollen Querschnittsaufgabe, in der ich idealerweise mehrere der genannten Kompetenzen miteinander verbinden kann. Sehr gerne würde ich Ihren Außendienst oder Kundenservice durch meine engagierte Arbeitsweise unterstützen. Dabei möchte ich sowohl meine bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen als auch an neuen Aufgaben wachsen. Die Identifikation mit dem Unternehmen sowie ein partnerschaftliches Arbeitsklima spielen dabei für mich eine wichtige Rolle.

Sollten Sie eine Position zu besetzen haben, die zu meinen Qualifikationen passt, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme. Ich stehe Ihnen kurzfristig zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

M. Muster (Name geändert)

Alles falsch

Diese Person ohne Vornamen – M. kann für so vieles stehen – hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man in einer Bewerbung falsch machen kann!

1. Anrede

„Sehr geehrte Damen und Herren“ = KEINE persönliche Anrede des Adressaten. Der „Kandidat“ hat sich also keine Mühe gemacht, den richtigen Ansprechpartner und dessen Namen zu recherchieren. Es ist garantiert eine „Gieskannenbewerbung“, die mehrfach über diverse Adressen gekübelt wurde.

2. Keinerlei Recherche

Diese Person bewirbt sich als „Teamleiterin/ Leiterin Vertriebsinnendienst„. Wenn diese Person auch nur EINEN EINZIGEN Blick auf meine Internetseite geworfen hätte, dann hätte ihr folgendes auffallen MÜSSEN!!

a. Lerg Media ist KEINE Firma, sondern ein Redaktionsbüro.

b. Es ist fast unmöglich zu übersehen, dass es sich dabei um eine „One-Man-Show“ handelt. ES GIBT KEINE TEAMS DIE GELEITET WERDEN MÜSSTEN!

c. Es ist ebenso fast unmöglich zu übersehen, dass es hier um Journalismus geht und nicht um ein produzierendes und Produkte vertreibendes Gewerbe. ES GIBT KEINEN VERTRIEB DER GELEITET WERDEN MÜSSTE!

d. Es ist ebenso fast unmöglich zu übersehen, dass es bei mir KEINE Service-Abteilung, KEINEN Außendienst und KEIN Bewerber- und Personalmanagement gibt.

3. Kein Vornamen und keine vollständige Anschrift

Lediglich über die Absender-E-Mail-Adresse wäre eine Kontaktaufnahme möglich. Und die endet auch noch auf „initiativbewerbung-online.de“. Schaut man sich die „Dienstleistungen“ an, die auf der entsprechenden Webseite http://www.initiativbewerbung-online.de/ versprochen werden und betrachtet man dann diese Bewerbung als das vermutliche Ergebnis, ja dann kann man nur noch eines tun: Den Kopf schütteln bis einem der Nacken weh tut!

Was also signalisiert mir diese Bewerbung?

1. Da hat jemand nach dem Gießkannenprinzip vermutlich einfach ziel- und planlos eine Universalbewerbung über einen was weiß ich wie großen Verteiler gekübelt und hofft vermutlich, dass er/sie einen Glückstreffer landen wird.

2. Diese Person hat durch diese Bewerbung ihre Unfähigkeit und Inkompetenz eindrucksvoll zur Schau gestellt. Recherche über den anvisierten Arbeitgeber? NULL! Wird auf die Firma, bei der man arbeiten will, im Text eingegangen? NULL! Wird erklärt, warum man sich diese Firma ausgesucht hat, um sich dort zu bewerben? NULL! Selbst wenn ich eine Firma wäre, die eine solche Stelle anzubieten hätte, würde mir diese Bewerbung deutlich signalisieren: „SO & DEN/DIE GARANTIERT NICHT!“

3. Eine Person, die von sich selbst behauptet „Hier war ich schwerpunktmäßig für die Rekrutierung und das komplette Bewerber-management von Interim Managern der oberen Führungsebenen verantwortlich“ macht dann in ihrer eigenen Bewerbung so ziemlich ALLES falsch?! Siehe Punkt 2 hier oben drüber!

Solche Bewerbungen habe ich im Laufe dieses Jahres bereits sechs oder sieben mal bekommen und entsorgt, also wie diese E-Mail sehr schnell gelöscht. Einfach unglaublich! Auffällig: Die Absender-Adresse der letzten vier Mails in den letzten zwei Monaten lautet jedes Mal auf: @initiativbewerbung-online.de. Ich weiß nicht, was dieser Dienstleister verlangt, aber wenn ich mir diese Mails betrachte, dann ist es zu viel. Wer weiß, vielleicht sind das ja auch nur „Pflichtaussendungen“, die ein Leistungsempfänger nachweisen muss, damit er weiter Hartz IV oder andere Stütze bekommt. Gute Bewerbungen sind es definitv nicht!

UPDATE 12. September:

Heute (12.09.2013) habe ich schon wieder so eine unsäglich schlechte und für mich sinnlose Bewerbung bekommen. Da bewirbt sich einer als „Vertriebsmitarbeiter im Außen- und Innendienst – Europäist“. Der hat auch seine (oben beschriebenen) Hausaufgaben nicht gemacht.

Und der Oberkracher: Er schreibt „Ich bin flexibel und bereit, nach Köln umzuziehen.“ Mit anderen Worten, er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Standort „meiner“ Firma zu recherchieren. Hier also auch diese Bewerbung zu gefälligen Lektüre:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß dem US-Amerikanischen Manager Lido Anthony Iacocca ist das Beste, was ein Manager tun kann, die richtigen Leute einzustellen. Gerne möchte ich Sie in Ihrer Aufgabe erleichtern und mich Ihnen als Bewerber vorstellen. Ich habe den Bachelorabschluss „Europäische Studien“ mit den Nebenfächern Management/Ökonomie und Jura, sowie das Aufbaustudium Master „Europäisches Regieren: Markt – Macht – Gemeinschaft”.

Ich bringe verhandlungssichere Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch und Französisch und Grundkenntnisse in Schwedisch und Rumänisch mit. Durch meine Studienschwerpunkte kann ich Kontakte mit ausländischen Geschäftspartnern aufbauen, neue Kunden akquirieren und Marketing-Strategien entwickeln. Während meines Praktikums bei MLP Finanzdienstleistungen AG bin ich im Vertriebsinnendienst und als Assistent des Geschäftsleiters tätig gewesen. Ich habe Erfahrung in Neukundenakquisition erworben, denn ich habe junge Akademiker angesprochen, ihnen das Dienstleistungsportfolio von MLP erklärt und sie letztendlich als Kunden gewonnen. Ich habe Kundenseminare und Akquiseveranstaltungen organisiert, Kundentermine durchgeführt und Kundenanfragen bearbeitet. Ich bringe Erfahrung in Erstellung und Auswertung von Statistiken und im Projektmanagement mit, denn ich habe als Praktikant beim Europäischen Institut Sofia an einem Projekt der Europäischen Kommission gearbeitet. Ich verfüge
über Erfahrung in Kundenbetreuung von anspruchsvollen Kunden auf internationaler Ebene und in der Organisation von internationalen Veranstaltungen, denn ich habe an der Durchführung der Simulation Model European Union 2011 im Europäischen Parlament in Straßburg teilgenommen und war verantwortlich für die Betreuung der Teilnehmer und Koordination der Zusammenarbeit mit den Ansprechpartner des EU-Parlaments. Aufgrund meiner Teilnahme am von NATO organisierten Studentischen Forum in Pisa, Italien, zum Gegenstand: „Die Nachkriegsentwicklung von Afghanistan“ und an der Veranstaltung „Model European Union 2010“ in der Rolle als EUAbgeordnete in Straßburg konnte ich meine Kommunikationsfähigkeiten und Leistungsbereitschaft ausbauen und erweitern.

Das ERASMUS-Auslandsstudium an der Universität Osnabrück im Sommersemester 2009 hat meine einwandfreien persönlichen Umgangsformen entwickelt. Ich verfüge über ausreichende Computerkenntnisse, um eine EDV-gestützte Verwaltung und Dokumentation zu gewährleisten. Ich bin flexibel und bereit, nach Köln umzuziehen. Ich verfüge über keinen Vermittlungsgutschein.

Ich freue mich, Ihnen in einem weiteren, persönlichen Gespräch einen noch umfassenderen Eindruck von mir zu vermitteln, und verbleibe in Erwartung Ihres Terminvorschlages.

Update 5. November 2013

Und heute war es abermals soweit. Wieder kam eine so völlig sinnlose Bewerbung. Und wieder vom Absender @initiativbewerbung-onliner.de. Und wieder die gleichen dilettantischen Fehler! Hier also die heutige Bewerbung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ausgebildeter Industriekaufmann und studierter Diplom-Wirtschaftspädagoge suche ich eine neue Herausforderung im kaufmännischen Bereich und möchte Sie hiermit auf mich und meine Fähigkeiten aufmerksam machen und Sie von meinem Nutzen für Ihr Unternehmen überzeugen. 

Seit 2010 arbeite ich als Projektleiter und Junior Consultant in der Marktforschung. Hierbei trage ich Personal- und Projektverantwortung. 
Meine Hauptaufgabengebiete sind:

  • Erstellen von Angeboten und Budgetierung
  • Projektplanung und –durchführung
  • Qualitätssicherung
  • Auswertung und Aufbereitung der erhobenen Daten zum Zweck der Ausarbeitung von kundenspezifischen Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Arbeit im Team und das Zusammenwirken mit dem Außendienst erlebe ich dabei stets als gewinnbringend. Der Umgang mit Kunden und der Einsatz des Office-Paketes sind für mich gelebter Alltag. Meine Stärken liegen in der zielorientierten, planerischen sowie markt- und kundenorientierten Projektarbeit. Diese erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und Begeisterung für die von mir übernommenen Aufgaben.

Gerne möchte ich mich beruflich weiterentwickeln und dabei meinen Lebensmittelpunkt in das Rhein- / Maingebiet verlagern. Die Kündigungsfrist meines bestehenden Arbeitsverhältnisses beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Ein kurzfristiger Umzug ist erwünscht und möglich.

Gerne würde ich Ihr Unternehmen mit meinen Qualifikationen und meiner beruflichen Erfahrung verstärken. Sollten Sie eine Position zu besetzen haben, die zu meinen Kompetenzen passt, würde ich mich über eine Kontaktaufnehme Ihrerseits freuen. 

Mit freundlichen Grüßen

Betram Beispiel (Namen geändert)

Die beim Lidl haben ja wohl den Ar… auf!!

So eine bodenlose Frechheit!!!! Da gehe ich gestern zum Lidl, um einzukaufen. Ich komme mit meinem Zeug an die Kasse, da besitzt diese Frau an der Kasse doch die Frechheit und sagt glatt: „Einen schönen guten Tag.“ Aber damit nicht genug. Neeeeiiiiin! Als ich bezahlt hatte, da sagt die doch glatt noch: „Vielen Dank für Ihren Einkauf und bis zum nächsten mal.“ UND DANN LÄCHELT DIE MICH DABEI AUCH NOCH FREUNDLICH AN!!!!!

stinksauer

Da geht man in ein deutsches Geschäft und dann sind die da einfach so FREUNDLICH zu Dir als Kunden! Ja wo kommen wir denn da hin!! Ich habe als Wutbürger doch ein Recht, mich über alles aufzuregen und mich über die miesen Zustände hier im Land zu beklagen. Und dann macht diese Tussie da gestern an der Kasse mir einfach so meine liebevoll gepflegten Vorurteile kaputt und bringt mein Weltbild von der Service-Wüste Deutschland ins wanken. Sowas verhagelt einem doch die miese Laune! Wie bitte soll man denn über schlimme Zustände motzen, wenn die garnicht so schlimm sind?!! Wo kommen wir denn da hin, wenn Verkäufer und Dienstleister einfach so mir nichts dir nichts einen guten Job machen!

Ich sag’s ja, es geht steil bergauf, in diesem Land. Schlimm! Wirklich schlimm!!

Von Pianissimo bis Furioso oder wie Kinder ihre Eltern erziehen

Heute Mittag war ich bei Feinkost Albrecht (ALDI). Dort ein Papa mit seinem schätzungsweise zwei bis drei Jahre alten Töchterchen. Die fegte vergnügt durch den Laden grabschte nach diesem und räumte jenes aus dem Regal. Ein kleiner Wirbelwind im Shopping-Rausch. Irgendwann reichte es dem Herrn Papa, vor allem, weil die kleine Madame sich nicht von Worten beeindrucken ließ. Er schnappte die Kleine und packte sie sich auf die Schulter.

Und sofort ging es los. Heulen und Geschrei. „Neiiiiiiin!“ und „Will runter!“ Der Herr Papa setzte zunächst unbeeindruckt den Einkauf fort und das Gezeter der kleinen wechselte bald von Forte zu Piano. Sie gab langsam klein bei und nölte nur noch vor sich hin. Gerade wollte sie kapitulieren und ins Pianissimo wechseln, da sagte der Herr Papa „Jetzt hör doch mal auf!“

Böööööser Fehler! Denn die raffinierte junge Dame merkte sofort: „Mein Gezeter wird doch erhört, es bestehen Aussichten auf Erfolg.“ Schlagartig wechselte sie wieder zum Forte und direkt weiter zum Fortissimo und quäkte mit Macht drauflos. Und der Herr Papa? Laut: „Jetzt hör auf, was sollen denn die Leute von uns denken!!??!!“

Ganz böööööser Fehler! Ob die Kleine das Potential in diesen Worten schon erkannte oder nur instinktiv reagierte, werden wir wohl kaum erfahren. Auf jeden Fall tat sie das Gegenteil von dem, was der taktisch unkluge Erzeuger hoffte. Sie schaltete sofort vom Fortissimo auf Furioso und legte erst richtig los und brüllte den halben Laden zusammen. Die Tränen flossen, ganz großes Showprogramm mit Zugabe eben.

Kaum eine Minute später fegte sie wieder lächelnd und mucksmäuschen still auf den eigenen zwei Beinen durch den Laden und machte die Regale unsicher. Der Herr Papa hatte das Duell verloren. Die Kleine weis eben wie man‘s macht und hat ihren direkten Vorfahren im Griff.

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Eine gute Sache, doch ein paar Chaoten versauen alles.

Das Studenten für bessere Bildung und bessere Rahmenbedingungen an den Unis demonstrieren ist gut! Das Sie dabei Hörsääle besetzen und ihren Forderungen auch laut und mit Nachdruck zu Gehör bringen ist gut. Das aber eine Schaar Chaoten – scheinbar keine Stundenten, sondern angereiste Störer – all das durch Vandalismus und Idiotie zerstören und den guten Absichten der Studenten schaden, dass ist nicht gut. So geschehen in Frankfurt während der Besetzung des historischen Casinos der Goethe-Universität. Wegen eine kleinen Gruppe Idioten musste die Polizei räumen. Was übring bleibt ist ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Details hier auf Flickr. Lies „Eine gute Sache, doch ein paar Chaoten versauen alles.“ weiter