Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

August 1st, 2011

Letzte Woche waren wir zu Dritt in Prag und haben uns die goldene Stadt an der Moldau angesehen. Ich will jetzt nicht erzählen wie wunderschön diese Stadt ist und wie viel Kultur dort geboten wird, denn das würde die Länge eines üblichen Blogeintrages um ein Vielfaches sprengen. Ich will jetzt nicht berichten, dass das Bier dort nicht nur sehr lecker, sondern auch so günstig ist, das man sich für ganz wenig Geld massiv aus der Umlaufbahn schießen könnte.  Letzteres haben wir nicht getan und wenn ginge Euch das auch garnix an. Nur ein Tipp: Krusovice ist echt lecker! Nein ich will mal wieder von einer teilnehmenden Beobachtung berichten. Von einer Szene, die sich allmorgendlich in unserem wunderschönen Hotel, dem Amigo City Center, im Frühstücksraum wiederholte.

AMIGO 400x345 Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Wenn wir drei Hübschen zum Frühstück kamen, waren sie meist schon da. Zwei Russinnen – von der Sprache her beurteilt– geschätzt Mitte Zwanzig. Die eine wurde schon in der Bibel erwähnt, denn dort steht doch „eine lange Dürre wird kommen“. Die andere hatte eher das Format einer dieser Matroschka-Puppen. Wisst ihr diese hohlen Puppen, die man ineinander stecken kann. Du machst eine auf, in der steckt eine etwas kleinere in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt….. Und diese Russin hatte die Form der äußersten runden bauchigen Puppe.

matroschka Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Die unglaubliche Kalorienmenge, die diese beiden allmorgendlich der Vernichtung anheim fallen ließen, war mindestens eines, wenn nicht sogar zwei Sumoringern würdig. Diese beiden Mädels haben sich Quantitäten eingefahren, als gäbe es den ganzen restlichen Tag nichts mehr zu futtern. Gut, vielleicht war das ja Sinn und Zweck der Übung. Getreu dem Motto, das Frühstück im Hotel ist umsonst, also fressen wir da bis zur Refluxösophagitis (bitte googeln!!) und legen dann noch was nach. Dann müssen wir tagsüber nichts mehr zu Essen kaufen. Dabei ist das Essen in Prag nicht nur lecker sondern auch günstig, solange man nicht spät um Nachts im Touristenzentrum in einen Laden einkehrt, bei dem man sogar das BESTECK BEZAHLEN MUSS!

Die Schlacht am Büffet

Ok. Zurück zu Matroschka und der Dürren. Von mir aus darf sich ja jeder so ins Koma fressen, wie es ihm oder in diesem Falle ihr beliebt. Aber die Art und Weise, wie die beiden Komsomolski-Schwestern das taten, war sehr unfein und unhöflich. Nicht dass sie das Essen irgendwie unflätig mit den Finger in den Mund gestopft hätten oder gekrümelt, getropft oder gekleckert hätten. Nein es geht mir um die Art, wie sie sich am Büffet benommen haben. Ich will das mal szenisch beschreiben:

Stell Dir vor, Du stehst am Frühstücksbüffet. Und möchtest so eine leckere gegrillte Tomate haben. Die Servicekraft aus der Küche hat eben gerade den Warmhaltebehälter mit einer frischen Ladung gegrillter Tomaten gefüllt, so etwa zehn bis zwölf Stück an der Zahl. Vor Dir steht die lange Dürre, schnappt sich die Vorlegezange und lädt sich damit alle Tomaten auf den Teller. Ja Du hast richtig gelesen:  ALLE! Hinter ihr stehen Leute an und sie kann nicht so doof sein, dass sie denkt, die Leute stehen da nur zum zuschauen. Aber sie nimmt ALLE Tomaten. Sie geht und es sind KEINE Tomaten mehr da. Und so ging es mit allem. Alles wurde in gigantischen Mengen auf Teller geladen und an den eigenen Platz geschleppt. Da gab es beispielsweise immer so leckere Kaffeestückchen mit Mohnfüllung oder Apfelmuss. Auch kleine Schokokuchen. Auch die wurden auf einen Teller geladen und wenn der bedeckt war, ja dann wurde einfach eine zweite Schicht drauf gepackt.  Spiegeleier das gleiche, Teller rand voll. Speck und diese kleinen Würstchen auch das gleiche, soviel wie auf den Teller passt und dann noch zwei mehr.

matroschka2 Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Wie in Israel

Meine Mitreisende erläuterte bei dem sich immer wieder wiederholenden Schauspiel: „Das ist wie in Israel. Da machen die das auch so. Da wird quasi auf dem eigenen Tisch ein separates kleines Büffet aufgebaut. Und was nicht gegessen wird, wird einfach liegen gelassen. Auf den Tischen sieht es dann total chaotisch und unordentlich aus.“ Und seit dem sprachen wir nur noch von den beiden Russinnen mit dem israelischen Büffet. Das die immer schon da waren, wenn wir kamen, hatte ich erwähnt. Muss ich erwähnen, dass die auch immer noch da waren UND aßen, wenn wir wieder gingen?! Das Personal im Frühstückraum erlag bei dem Anblick der Ladeorgien von Matroschka und der Dürren ihrer höflichen Erziehung und schritten nicht ein. Aber die Blicke sprachen die sprichwörtlichen Bände

Und dann habe ich zugeschlagen

Am Freitag, dem Tag unserer Abreise, war es dann soweit. Ich konnte diesem unverschämten Treiben nicht mehr länger zusehen. Matroschka stand beim Brot an, und die Dürre nahm wieder einmal ALLE gegrillten Tomaten, die kaum eine Minute zuvor in den Warmhaltebehälter gelegt worden waren.  Sie brachte den überladenen Teller an ihren Tisch. Dann ging die Dürre zu Matroschka und beiden begannen Kaffeestückchen zu laden. Da habe ich zugeschlagen! Ich habe mir meine Teetasse geschnappt, bin an dem Tisch von Matroschka und der Dürren vorbei und habe mir den Tomatenteller gegriffen und den auf einen anderen Tisch in einer Nische gestellt, die lustiger weise direkt neben der Nische war, in der die beiden Büffet-Hyänen saßen und aßen. Dann habe ich mir frischen Tee geholt.

matroschka1 Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Die eine Bedienung im Frühstücksraum  hat mich bei meinem Angriff auf das Tomatenlager von Matroschka und der Dürren genau beobachtet. Aber sie hat nichts unternommen. Sie hat nur gegrinst und ich konnte sehen, dass sie sehr mit sich kämpfen musste um nicht laut zu lachen oder vielleicht Beifall zu klatschen.

Ja und dann kamen Matroschka und die Dürre an ihren Tisch zurück und bemerktem sofort die Abwesenheit des Tomatentellers. Ihr hättet sie sehen sollen!  Wie zwei KGB-Offiziere/innen patroulierten sie durch alle Räume und äugten wenig unauffällig auf allen Tischen, um zu sehen, wo ihr Tomatenteller abgeblieben ist.  Das der direkt in der Nische neben der ihren stand, haben sie nicht gerafft. Eine Servicekraft kommt aus der Küche und bringt wieder eine große Ladung frische gegrillte Tomaten. Wir drei haben uns sofort mit Blicken verständigt und sind ans Büffet gegangen und haben uns jeder eine gegrillte Tomate geholt. Auch andere Gäste nutzen die Gunst der Tatsache, dass Matroschka und die Dürre ihre Suche gerade außer Sichtweite des Büffets durchführten und bedienten sich.  Eine einzige gegrillte Tomate konnte Matroschka dann noch erbeuten. Und wieder das sehr zufriedene Grinsen der einen Bedienung.

Übrigens ist es mir ein Rätsel, wie es die Dürre bei diesen Fressorgien schafft, so anorektisch zu bleiben. Aber Essstörungen wie die Fress-Kotz-Sucht sind vielleicht auch in Russland durchaus existent. Denn die Dürre war wirklich Dürr, schlug aber genauso zu wie Matroschka.

Tja, das war ein Erlebnis aus unserem wunderbaren Urlaub in Prag, das wir so schnell nicht vergessen werden, und dem hiermit das satirisch-humoristische Denkmal gesetzt sei.

Wichtige Anmerkung: Dieser Text sei bitte nicht so misszuverstehen, dass ich etwas gegen Russen, Israelis oder irgendwelche anderen Volksgruppen habe. Das Ganze ist lediglich eine satirisch-kritische Beschreibung tatsächlich live beobachteter Geschehnisse.

DAS will ich sehen!

Mai 20th, 2011

Giacomo, mein Hund, hat derzeit eine entzündete Wunde auf der linken Wange. Die heilt nicht so gut ab, weil er sich dauernd daran kratzt und mit den Krallen seiner linken hinteren Pfote so alles immer wieder auf hackt bis es blutet. Dieser große trichterförmige Kragen vom Tierarzt funktioniert nicht. Den kann er nicht ausstehen und zerlegt damit auch die halbe Wohnung. Also haben wir ihm zwei Tennissocken über die Pfote gezogen und mit etwas Klebeband fixiert. Das stört ihn garnicht und er kann sich damit nicht mehr erfolgreich kratzen.

Giaco au Backe 400x298 DAS will ich sehen!

Giacomo mit der "dicken Backe".

Das haben wir unlängst einer Tante von mir erzählt. Da sagt die doch glatt: “Ja aber er kann sich dann doch immer noch mit der rechten Pfote kratzen?!” Also DAS will ich sehen, wie Giacomo sich mit der RECHTEN hinteren Pfote an der LINKEN Wange kratzt!!

Schwarzseherei – oder Goth ist nicht gleich Goth

Mai 15th, 2011

Gestern Abend (respektive gestern Nacht) war ich wieder mal im KUZ. Diesmal hab ich mir die Party “Dark Awakening” gegönnt. Das ist seit Jahrzehnten quasi DIE Instanz für Dark Wave-Musik und traditionell eine Art Pilgerstätte für die Anhänger der Gothic-Szene. Laut Wikipedia ist Gothic: “Eine Subkultur im Rahmen der Post-Punk- und Dark-Wave-Bewegung.” Wer glaubt, Gothics stehen vor allem auf The Cure, Depeche Mode oder Dead or Alive, der kratzt wirklich nur an der musikalischen Oberfläche. Gothic Musik hat viele Geschmacksrichtungen und Ausprägungen. Gothic Musik wird vom Bass und schnellen Rhythmen getrieben. Gitarren hacken oft da mitten rein und meist wird auch exzessiv mit elektronischen Sound-Effekten gearbeitet. Gothic Musik-Stücke sind “psychedelisch” und gut tanzbar. Apropos tanzen. Goths tanzen eher langsam und gleichmäßig, eher wie in Trance als schnell und hyperaktiv. Meist wird ein gleichbleibender wiegender Schritt bevorzugt, ab und an mit Bewegungen der Arme garniert. Hier im Video mal eine Hörprobe.

Sicher The Cure und ein bisschen auch Depeche Mode sind das vermutlich bekannteste und kommerziell erfolgreichste Aushängeschild der Szene. Aber Gothic Musik ist mehr, viel mehr. Das beginnt beispielsweise bei der Electronic Body Music (EBM) mit bekannteren Bands wie Front 242 oder Nitzer Ebb und heute Oomph, die ebenfalls als EBM’ler angefangen haben. Gothic Bands singen oft mit Bassstimmen oder Untertongesang, also einer bewusst “tiefer gelegten” Stimmlage. Der Gesang artet auch gerne mal in Geschrei aus. Aber damit genug des theoretischen Unterbaus. Kommen wir zum vergnüglichen Teil: Der Betrachtung der “Gothic-Typoligie” im KUZ.

Das KUZ ist beim Dark Awakening immer gerappelt voll von Gothics, kurz Goths. Wer aber jetzt denkt, Goths sind alle schwarz angezogen und schon haben wir die Subkultur im wesentlichen in die nötige Schublade verfrachtet, der irrt. Oh und wie er irrt. Denn: Goth ist nicht gleich Goth! Ich möchte hier meine gestrigen Beobachtungen mal in eine völlig freie selbst erstellte Typologie einteilen. Diese ist höchst unvollständig, aber alle Ausprägungen der Goth-Szene zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen.

Der Ich hab da noch was Schwarzes im Schrank gefunden-Goth

Der Typ ist eigentlich vom Styling und Outfit gar kein Goth, sondern steht nur auf die Musik. Aber er will sich bei so eine Dark-Wave-Party nicht die Blöße geben, in “Zivil” zu erscheinen. Deshalb zieht er schwarze Klamotten an, die sein Kleiderschrank bietet. Das traft gestern Abend auf mich zu.

Der alltagstaugliche Goth

Er trägt schwarze Klamotten, die aber auch noch halbwegs ins normale Straßenbild passen, ohne aufzufallen. Auch seine Frisur kann in einem Nicht-Party-Modus betrieben werden und fällt dann nicht sonderlich auf. Sprich, die Haare sind nicht sonderlich gefärbt oder speziell geschnitten oder frisiert. Auch rennt er wenn überhaupt, dann höchstens auf einer Dark-Wave-Party mit leicht geschminktem Gesicht umher. Etwas Liedschatten, etwas Kalialstift. Vielleicht schwarzer Lippenstift. Sprich, im Büro oder sonst irgendwo auf der Arbeit fällt er nicht weiter auf.

Der Männerrock-Goth

Durchaus groß war gestern diese Gruppe. Hier tragen Männer Röcke. Diese sind in der Regel fast bodenlang und schwarz. Manchmal mit einigen dekorativen Applikationen wie Schnallen oder Metallkettchen, aber oft sehr schlicht. Meist sind das engere Wickelröcke, die manchmal auch eher kurz sein können wie Schotten-Kilts. Gestern gab es aber keinen Kerl im Kilt. Auch oben rum wird hier meist schlichtes Schwarz getragen. Hier ist auch oft das Gesicht stärker geschminkt, meist auf blass und dann mit schwarzen Augen und Mund. Hier sieht man auch die ersten interessanten Frisuren wie mattschwarz gefärbte Haare oder einen langen asymetrischen Schnitt der Frisur.

Der Firlefanz-Goth

Der Firlefanz-Goth ist ein “Applikation-Freak”, denn seine Klamotten sind übersät mit Schnallen, Ringen, Riemchen, Bändern und anderen Aufnähseln und Anhängseln. Da klimpert, raschelt und knistert es, wenn er sich bewegt und mit diesen ganzen Applikationen wird die Kleidung gut und gerne drei bis sechs Kilo schwerer.

Der Schuh-Goth

Goths tragen gerne auffällige, oft grobe, stiefelartige Schuhe. Der Schuh-Goth treibt es hier auf die Spitze und trägt beispielsweise Stiefel, die bis zum Knie geschnürt werden oder auch aberwitzig hohe Sohlen haben. Mancher Schuh-Goth ist mit Schuhen 15 Zentimeter größer als ohne.

Goth Stiefel 390x400 Schwarzseherei   oder Goth ist nicht gleich Goth

Der Mantel-Goth

Hier ist der Name quasi Programm, denn der Mantel-Goth trägt einen Mantel. Der reicht im Matrix-Style bis hinunter an die Fußknöchel. “On location” trägt der Mantel-Goth den Mantel offen und er tanzt mit weit ausholenden, drehenden Bewegungen, damit der Mantel und dessen “Schöße”, also die knöchelnahe unteren Enden, ordentlich in Bewegung geraten und hin- und her schaukeln. Schließlich muss das wesentliche Designelement Mantel ja auch in Szene gesetzt werden. Gestern waren eine Hand voll dieser Sorte zu sehen. Der Mantel ist mal aus schwerem Leder auch oder auch mal aus glänzenden Brokatstoff, der wirkt wie ein schwarz gebatikter Sofabezug von Omas Biedermeiersitzmöble anmutet. Der Mantel-Goth schwitzt wie ein Schwein, denn in der Kutte ist es beim tanzen Mitte Mai natürlich unglaublich heiß und selbstverständlich werden auch unter dem Mantel lange Klamotte getragen.

Der Military-Goth

Er hat Uniformelemente an. Eine Hose in schwarzer oder dunkelgrauer Fleckentarnoptik. Eine Bomber/Pilotenjacke. Oft die Haare im militärischen Bürstenschnitt. Was Applikationen betrifft, liebt es der Military-Goth eher schlicht und “Firlefanz-arm”.

Der Gesichts-Frisuren-Goth

Die Kleidung ist auch hier schwarz und entspricht verschiedenen Stilen. Der Gesichts-Frisuren-Goth lebt sein Gothik-Sein aber in sehr auffälligen und nicht mehr alltagstauglichen Frisuren und sehr intensiver Schminke aus. Da war gestern beispielsweise einer mit einem rund 25 Zentimeter hohen Irokesenkamm, der über die Stirn hinaus ragte und sich bis in den Nacken zog und dort in eine lange Mähne überging. Aber auch bis auf einen “Deckel” oben drauf kahl rasierte Schädel sind häufig. In Sachen Schminke wird sich hier gerne auf Leichen-blaß gemalt. Augen und Mund werden im starken Kontrast dazu schwarz gemalt.

Die Gothic-Bräute

Liebe Leser, verstehen Sie das bitte nicht falsch. Ich rede hier nicht abfällig von Frauen. Nein ich rede von Frauen, die tatsächlich Hochzeitskleider und auffällige Kostümkleider an haben. Nur eben nicht “ganz in weiß”, sonder ganz in schwarz.  Am interessantesten fand ich ein Gothic-Brautpaar. Sie ein Rüschenkleid mit Kopfschleier und angedeuteter Schleppe. Dazu ein Korsett, dass so eng geschnürt war, dass die dadurch verursachten Spätfolgen dem Erreichen des Rentenalters entgegenstehen dürften. Er indes war in einem schwarzen Frack gekleidet inklusive schräg auf dem Kopf “montierten” Zylinderhut.

Der Sexbomben-Goth

Diese Unterart ist nur weiblich. Es ist verdammt viel, was diese Mädels nicht anhaben. Was sie Minirock aus schwarzem Lack oder Latex nennen, würden andere als breiten Gürtel werten wollen. Auch oben rum wird nur das Nötigste verdeckt. Der Rest des meist sehr wohl geformten und durchaus erotischen Körpers wird gut sichtbar hinter grobmaschigen Netzstrümpfen und Netzleibchen nicht wirklich versteckt, sondern eher gezeigt. Diese Mädels wissen, dass sie gut aussehen und zeigen das auch all zu gerne. Allerdings war gestern auch eine dabei, die sich selbst wohl eher als Persiflage des Sexbomben-Goths versteht. Denn wenn man dank eines dreistelligen Gewichtes Oberschenkel wie ein Nilpferd und einen ebensolchen Arsch hat, dann können rote Netzstrumpfhosen und viel zu kurze aber breite schwarze Jeans-Hotpants nur zynisch gemeint sein.

Der Neon-Goth

Diesem speziellen Typ habe ich die beiden Videos hier auf der Seite gewidmet. Der Neon-Goth hat nicht etwa Neon-farbenes Zeug an. Nein, er tanzt mit diesen Neon-Knicklichtern oder Batterien-betriebenen LED-Leuchen. Gestern hatte sich auch einer eine LED-Stirnlampe auf dem Bruststück seiner Klamotten befestigt. Neon-Goths wollen beim Tanzen gesehen werden. Deshalb tanzen sie völlig Goth-untypisch auch sehr schnell, hektisch und mit ausladenden Bewegungen, damit ihr Neon-Spielzeug gut und weithin sichtbar ist. Siehe die beiden Videos hier auf der Seite.

Der EMO

Der Emo ist eigentlich kein echter Goth mehr, doch den Emos wird nachgesagt, dass sie sch aus der Goth-Szene entwickelt haben. Emos sind lebende Mangas und Animes. Sprich, sie kleiden sich so wie die Figuren der japanischen Kult-Comics. Das ist gerne bunt, schrill mit künstlichen Frisuren. Gerne werden hier Accessoires wie Schweißerbrillen oder Mundschutz und Masken getragen. Manche haben eine Art moderne Samurai-Rüstung an. Oft sind die Gesichter auch bunt und mitunter surreal geschminkt.

Der “Geht-ja-wohl-mal-garnicht”

Der Geht-ja-wohl-mal-garnicht ist kein Goth. Er ist aus Perspektive der Goths “Zivilist”, denn er kommt in normaler Alltagskleidung und damit unschwarz. Gestern meist in Jeans, hellem T-Shirt oder Baumfällerhemd. Eben ganz normalen Klamotten. Er gehört sichbar nicht zur Goth-Szene, mag vielleicht nur die Musik oder hat nirgendwo eine andere “normale” Party gefunden. Goths sind aber tolerant, auch der Geht-ja-wohl-mal-garnicht darf Spaß haben und mit tanzen.

Die Fressmaschine

Mai 10th, 2011

Gestern Abend nach dem Schwimmen – wir haben eben schnell die 1000 Meter (40 Bahnen a 25 Meter) für’s Sportabzeichen weggekloppt – sind wir von der Not und Hunger getrieben zum McDonalds gefahren. Leider waren wir zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen, da durch diverse Heldentaten unsere Stammkneipe direkt im Hallenbad zugemacht hat. Das war schon praktisch da beim Rüdiger. Du konnest quasi direkt aus der Dusche in die Kneipe gehen. Da war’s gemütlich und immer lecker und wir haben dort viele schöne Abende verbracht. Aber seit letzter Woche…. Aber ich schweife ab.

Fressmaschine 1 380x400 Die Fressmaschine

Die Fressmaschine.

Also wie gesagt, wir waren beim Mäckes. Schwimmen macht natürlich hungrig. Aber wie es scheint macht Schwimmen auch dann hungrig, wenn man anderen dabei zuschaut. Denn einer der Youngsters in der Gruppe hatte den Abend wie immer als Trainer am Beckenrand verbracht und auch nach 20 Uhr nicht eine Bahn gezogen. Er hat dann bei McDonalds einen Big Mac gegessen. Nachdem er den verputzt hatte, rückte er dem zweiten Big Mac zu Leibe, den er sich gleich zu Beginn geholt hatte. Parallel zu den beiden Big Macs hat er noch eine 20er Packung Chicken Mac Nuggets vertilgt. Muss ich erwähnen, dass auch Pommes und Cola den Weg in den nimmersatten Schlund fanden.

Fressmaschine 2 400x349 Die Fressmaschine

Die Fressmaschine.

Und was sagt der Kerl, nachdem er sich geschätzte 10.000 Kalorien reingehauen hat?!?! “Ich hab noch Hunger!” Ja aber wenn Sie wertgeschätzte Leser jetzt glauben, dass der zweite Vornamen dieses jungen Mannes “Adipositas” lautet, er Klamotten im XXXXL-Maß trägt und nur quer durch die Eingangstür der Burger-Braterei passt, dann irren Sie sich auf das aller Gewaltigste. Der Kerl ist spindeldürr!!! Der muss bei stärkerem Wind schwere Schuhe anziehen, dass er nicht weggeweht wird. Und wir haben noch so einen im Verein, bei dem man auch die Knochen klappern hört, wenn er sich bewegt. Der kann auch (fast) soviel (fr)essen. Also ich würde soviel Zeugs nicht vertilgen können. Nicht nur wegen der Menge. Der Fraß beim McDonalds schmeckt mir auch nicht. Ich hab gestern einen dieser neuen McWraps gegessen, die sind halbwegs genießbar. Aber die beim Mäckes in Oppenheim bringen es sogar fertig, Pommes zu versauen und Fritten frittieren ist doch echt nicht schwer.

BlaBlaMeter berechnet den Bullshit-Index für Texte

Februar 11th, 2011

Da bin ich dank Facebook doch über ein sehr spaßiges Tool gestolpert: Den “BlaBlaMeter“. Du kopierst einfach (d)einen Text in das leere Feld, klickst auf “Text lesen” und schon sagt Dir die Analyse, wie hoch der Bullshit-Index Deines Textes ist. Je höher dieser Index, um so mehr hohle PR-Phrasen, Werbegeschwätz und inhaltsbefreites Dünnbrettgebohre steckt in dem Text.

BlaBlaMeter 361x400 BlaBlaMeter berechnet den Bullshit Index für Texte

BlaBlaMeter zeigt den Bullshit-Index von Texten an.

Ich habe natprlich erstmal zahlreiche Texte meiner Stammhirnrinde getestet. Mann bin ich gut! Die Texte liegen zwischen 0,09 und 0,19.  Dann habe ich mal die diversen Pressemeldungen, die derzeit in Sachen CeBIT reinschneien durch den BlaBlaMeter gejagt. Fazit: Die meisten Pressemeldungen der diversen Firmen sind ziemlich verbullshittet? Der niederigste Bullshit-Wert einer Pressemitteilung war 0,4 und 0,84. Für den Spitzenreiter, eine Pressemeldung mit der vielsagenden Überschrift “LifeSize zum „Telepräsenz-Anbieter des Jahres 2011“ gewählt “, lautete das Urteil des BlaBlaMeter:

Ihr Text: 1968 Zeichen, 241 Wörter
Bullshit Index :0.84
Es stinkt gewaltig nach heisser Luft! Auch wenn Sie PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sind – beim Eindruck schinden sollten Sie Ihre Aussage nicht vergessen.

Danach habe ich mich der Webseiten der diversen Parteien im Land Rheinland-Pfalz bedient. Und siehe, da die Politiker müssen wirklich gute Redenschreiber haben, denn bei keinem der getesteten Texte wurde der Wert von 0,2 überschritten. Dabei sagt der Volksmund doch so gerne, das Politiker nur Scheiße reden. Das BlaBlaMeter sagt, dass dem nicht so ist. Aber wenn den vielen schönen Worten keine schönen Taten folgen, sind auch politische Texte mit niedrigem Bullshit-Index nichts wert.

Fanpost für die Stammhirnrinde

Januar 20th, 2011

fan fanfare 200x175 Fanpost für die StammhirnrindeHab ich die Tage doch tatsächlich sowas wie Fanpost bekommen! Mit Erlaubnis des Absenders darf ich die hier abdrucken.

—————
Hallo Herr Lerg,
ein Freund hat mir heute den Link zu Ihrem Dschungelcamp-Artikel geschickt. Darüber bin ich dann über den Katzenberger-Beitrag gestolpert, und dort hat mich dann der Satz “wie man bei uns in Rheinhessen sagt” aufmerken lassen.

Kurz und gut, ich bin entzückt, daß sowas genial Unterhaltsames wie Ihre Website aus unserem schönen Oppenheim kommt!!! Ich bin vor einem Jahr berufsbedingt in den Harz ausgewandert, hänge aber immer noch sehr an unserem buckligen Städtchen (und hab nebenbei noch eine Wohnung in der Steckengasse – falls Sie also jemanden kennen, der eine 114 qm-Bleibe in der Altstadt sucht, MIT STELLPLATZ!!!!….).

Weiter so!!

Viele Grüsse in die alte Heimat,

Ü30-Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil II

Dezember 11th, 2010

KuzbleibtKuz Ü30 Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil IIGestern Abend war ich wieder im KUZ, diesmal auf der Ü30-Party. Ich muss schon sagen, auf der Ü30-Party waren viele U20er. War wieder ein netter Abend, auch wenn ich dieses mal etwas früher heim bin. Schließlich bin ich gestern morgen um 6:30 aus dem Bett gefallen und hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir. Daher war ich schon um 3 Uhr Nachts zu hause.

Allerdings muss ich sagen, dass das Publikum diesmal ein anderes war. Nicht so cool und entspannt wie auf der Depeche Mode Party letzten Samstag. Diesmal waren viel viel mehr Bierflaschenschüttler da, die sich dann zu aggressiven Vollmeisen mauserten, die nur Stress suchten. Vor allem viele Minderjährige und sehr junge Erwachsene, von denen sich etliche ausgesprochen erfolgreich bemühten, das Klischee der dauerbesoffenen Jugendlichen mit adäquatem Leben zu füllen. Da ich manchmal zu Sarkasmus neige, konnte man mir durchaus eine gewissen Schadenfreude unterstellen, wenn ich die Kinder kotzen sah. Wer’s nicht verträgt, der lässt sich’s eben noch ein zweites mal durch den Kopf gehen.

Aber als abermals teilnehmender Beobachter konnte ich wieder neue Tänzertypen ausmachen, die ich Euch selbstredend nicht vorenthalten möchte.

Der Breakdancer

Liebe Leut’s, die 80er sind nicht tot zu kriegen, zum Glück. Der Breakdancer springt, rotiert auf dem Rücken am Boden, macht den Robotdance, und so weiter und so fort. Der Breakdancer trat gestern als Einzelkämpfer in Erscheinung. Es war ein zierlicher kleiner Junge mit Downsyndrom, der zu einer Gruppe junger Leute mit Downsyndrom gehörte. Mein lieber Herr Gesangverein, was konnte der Junge Breakdance tanzen! Richtig gut, akrobatisch und voll im Rhythmus. Einfach klasse! Er tanze zwar Breakdance zu allem und jedem, also auch zu Musik die mit Hip Hop nun wirklich gar nichts zu tun hat. Aber er tat es wirklich gut!

Die Kannste-mal-Mädchen

Ein ausschließlich weiblicher Tänzertyp. Beherrscht unterschiedlichste Tanzstile, zeichnet sich aber dadurch aus, dass spätestens alle 20 Minuten zum DJ gerannt und dem „Kannste mal XYZ spielen?!!“ ins Ohr gebrüllt wird. Der DJ gestern schüttelte immer freundlich lächelnd den Kopf und richtete dann die Augen gen Himmel, wenn das Kannste-mal-Mädchen mit beleidigter Miene von dannen schmollte.

Der Minimalist

Der Minimalist ist die absolut faule Sau unter den Tänzern und meistens männlich. Er bewegt nur ein einzelnes Körperteil und das möglichst sparsam. Ein Fuß wippt. Oder eine Hand klopft den Takt. Oder der Kopf vollführt ganz sachte nickende Bewegungen. Er will zeigen das er Rhythmusgefühl hat, hat aber eigentlich gar keinen Bock zu tanzen. Aber er fühlt sich irgendwie verpflichtet. Nur wenn ein Mädel vorbei kommt, dass in sein Beuteschema passt, nimmt die Intensität seiner Bewegung etwas zu und er bewegt vielleicht ein zweites Körperteil. Minimalisten stehen meistens am Rand der Tanzfläche und lehnen sich dabei auch gerne mal an die Wand.

Die Echten-Tanz-Tänzer

Treten paarweise auf und sind sehr selten. Ältere Echten-Tanz-Tänzer sind Männlein und Weiblein, jüngere meist Weiblein und Weiblein. Echten-Tanz-Tänzer zeichnen sich dadurch aus, dass sie tatsächlich klassisch tanzen, also so mit Anfassen, Tanzschritten und Drehung. Meist wird ein Diskofox getanz. Der ganze Rest belächelt die Echten-Tanz-Tänzer meist nur mitleidig und insgeheim neidisch.

Der Schleudertraumatiker

Auch als Rotationstänzer bekannt. Der Schleudertraumatiker dreht sich permanent hin und her oder komplett um die eigene Achse. Zentrifugalkräfte sorgen dafür, dass Körper- und andere Anbauteile den anderen Tänzern um die Ohren fliegen. Gestern in zwei Ausprägungen zu sehen. Ein dürrer mittelalter Kerl mit Arsch-langen massigen Rastalocken. Diese Filzmatte bekamen andere Tänzer dauernd ins Gesicht. Unappetitlich! Eine etwas kräftige Schleudertraumatikerin hatte ihre Handtasche an einem langen Bändel an der Schulter hängen. Selbige schlug den umstehenden Tänzern immer unterhalb der Gürtellinie in die Weichteile ein.

Der Quickstepper

Gestern war da ein Typ, der diesen Tanzstil auf Weltrekordniveau beherrschte. Mit irrsinnigem Tempo wickelte und knotete er seine Füße in schwindelerregenden Schrittfolgen um- und durcheinander. Da der Quickstepper sich voll auf seine untersten Extremitäten konzentriert, ist der Oberkörper nur sporadisch am Tanz beteiligt. Ich habe mich redlich bemüht, diesen Quickstepper auf Video zu bannen, aber das iPhone braucht doch mehr Licht.

Durchgangs-Depp und Treppen-Trottel

Das sind ganz besondere Spaßbremsen. Wenn Durchgangs-Depp und Treppen-Trottel überhaupt tanzen, dann sind sie pure Minimalisten. Der Durchgangs-Depp steht mit seines gleichen immer an den engsten Durchgängen und blockiert selbige. Gleiches gilt für den Treppen-Trottel, der mit seines gleichen breitärschig auf der Treppe sitzt und diese ebenfalls unpassierbar macht. Beide leben gefährlich. Während ein Treppen-Trottel gestern von der Security unmissverständlich aufgefordert wurde, die Treppe frei zu machen, bekam es einer der Durchgangs-Deppen mit einer männlichen druckbetankten Vollmeise zu tun. Die schubste ihn unsanft aus dem Weg und bot ihm lauthals an, ihm eins auf die Schnauze zu hauen. Das Angebot wurde dankend abgelehnt, wäre aber dennoch beinahe zum Tragen gekommen. Wie gesagt, das Publikum gestern war nicht so entspannt wie letzte Woche.

Die Wunderschöne mit den kurzen dunklen Haaren

Tja, die war gestern leider nicht da, weshalb ich noch nicht weiß, ob ihr verdatterter Blick von letzte Woche ein Nachspiel für mich hat …

… was Euch aber sowieso nicht angeht! icon wink Ü30 Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil II

Depeche Mode Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche…

Dezember 5th, 2010

Weil ich gestern Abend nicht wieder einmal vor dem Fernseher versauern wollte, bin ich mit mir mal nach Mainz in KUZ zur Depeche Mode Party gefahren. Hätte ich früher schon mal machen sollen! War richtig geil! Und gestern gab es sogar echt schicke T-Shirts umsonst dazu, denn es wurden sieben Jahre DM-Party im KUZ gefeiert. Für 5 Euro nicht nur einen geilen Abend gehabt, sondern auch ‘n T-Shirt bekommen.

DM Party Shirt 400x298 Depeche Mode Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche...

Für fünf Euro 'n geiler Abend und 'n cooles Shirt.

Es lief den ganzen Abend Depeche Mode und all das ganze geile Elektro-Zeug vor allem aus den 1980ern rauf und runter. Ann Clark, New Order, aber auch so schöne EBM-Klopper im Stiele von Front242 oder Nitzer Ebb. Eben richtig gute Elektromucke.

Als teilnehmender Beobachter war es sehr interessant, die Leute beim Tanzen zu beobachten. Neben vielen, die Taktgefühl bewiesen und kapiert haben, dass man zu Elektro-Tracks von Mode & Co eher Trance-artig mit wenigen eher vor- und zurück wiegenden Schritten leicht in sich selbst versunken tanzt, gab es dann dort doch einige sehr … sagen wir mal „individuelle“ Tanzstile. Deshalb habe ich euch hier mal die schillerndsten und auffälligsten Tänzer/innen von gestern Abend – also eher heute Nacht – beschrieben.

Der Bierflaschen-Schüttler

Der Bierflaschen-Schüttler betritt die Tanzfläche grundsätzlich mit einem Getränk in der Hand. Meist ist das eine Bierflasche, gerne aber auch mal ein Glas. Egal wie er sich bewegt, der Arm und die Hand mit dem Getränk nimmt am Tanz nicht teil, sondern wird ruhig gehalten und bewegt sich nur dann, wenn während dem Tanzen getrunken werden soll. Also zu heftig und ausladend tanzt der Bierflaschen-Schüttler in der Regel nicht. Von dieser Sorte gab es gestern etliche.

Der stoische Arhythmiker

Derer konnte man gestern zwei bewundern. Der stoische Arhythmiker zeichnet sich durch die Abwesenheit jedes Rhythmusgefühls aus. Die hektische, fahrigen, nervösen und meist zuckenden Bewegungen und Gesten passen absolut nicht zur Musik. Man hat den Eindruck, das die Bewegungssteuerung des stoischen Arhythmikers direkt von massiven Herzkammerfilmmern ausgelöst werden.

Der Hände-im-Sack-Tänzer

Der Hände-im-Sack-Tänzer macht eigentlich alles richtig, tanzt gut und passend. Der Wiegeschritt sitzt, der Körpereinsatz stimmt. Rhythmusgefühl ist ebenfalls gut. Nur der vergräbt dabei die Hände in den Hosentaschen. Und da lässt er sie auch die ganze Zeit. Daher nehmen Hände und Arme am Tanz nicht teil. Gestern gab es auch davon sehr viele.

Der Gesten-reiche

Ja der Gesten-reiche ist der theatralische Tänzer. Er tanz so wie jemand, der auf der Theaterschule bei der Bewerbung um einen Platz im Seminar Ausdruckstanz das Casting nicht überlebt hat. In fließenden bis eckigen Bewegungen entwickeln die Arme ein Eigenleben. Deuten bedeutungsschwanger gen Himmel oder zu Boden, zucken waagrecht zur Seite oder zeigen vorwärts. Fahren Bauchtanzmäßig am eigenen Körper hinunter und wieder rauf. Gestern war da eine scharfe Blondine, die die Königin der Gestenreichen ist. Die konnte ihre Arme so gummiartig bewegen, das man den Eindruck hatte, dass sie sie entweder gebrochen hatte, oder aber mit mehreren Ellenbogengelenken gesegnet ist.

Der Rumzucker

Gestern in Gestalt einer zierliche Frau mit auf dem T-Shirt aufgemaltem Korsettgestänge und millimeterkurzen Haare vertreten. Rumzucker machen alles besonders heftig. Der Oberkörper zuckt vor und zurück, vor allem die oberen Gliedmaßen werden unter erheblichem Körpereinsatz durch die Gegend geschmissen, sodass das Umfeld Sicherheitsabstand hält. Das Ganze muss nicht unbedingt rhythmisch sein, Hauptsache es wirkt spektakulär. Der Korsagenzwerg gestern garnierte das Ganze noch mit einem Blick den sie eben so grimmig durch die Gegen warf, wie ihre Arme.

Die Gothic-Braut

Ja die Gothic-Braut wie die gestern Abend zeichnet sich durch die Cure-mäßige Vollausstattung aus. Eine Frisur, als wäre der Fön explodiert. Bleich geschminktes Gesicht, schwarzer Kalialstift um die Augen und schwarzer Lippenstift. Kleidung mattschwarz von Kopf bis Fuß und wallend. Behängt mit Kettchen, Ringen und anderem Metallzeugs. Der Tanzstil ist eine Mischung aus dem Gesten-reichen und dem Rumzucker. Gab es gestern übrigens auch in männlicher Ausführung, wobei das bleiche und Kalial-gestiftete Gesicht nahtlos in eine Glatze über ging und ab der Schläfe in einem ringförmigen Streifen kurz geschorener Haare überging.

Die Vollmeise

Auch diese sehr spezielle Gattung wurde gestern sehr eindrucksvoll von einer zierlichen Frau mit tätowiertem Nacken vertreten. Die Vollmeise zeichnet sich dadurch aus, dass sie mindestens angetrunken ist und sich im Laufe des Abends abschießt, dabei aber immer wieder tanzt. Besagte Tatoo-Blondine stolperte fröhlich grinsend mit glasigem Blick über die Tanzfläche. Dabei kollidierte sie immer wieder mit anderen Tänzern und der massiven Stahlsäule in der Mitte. Nach jeder Kollision entschuldigte sie sich anfangs brav, später lallend … auch bei der Stahlsäule (jedesmal!). So gegen drei Uhr Nachts halfen ihr dann zwei Freundinnen, den Saal auf eigenen Füßen zu verlassen. Eine männliche Vollmeiste hat das Tanzen irgendwann komplett eingestellt und sich nur noch bemüht, nicht aus den Latschen zu kippen. Sein Kumpel hat ihm deshalb erst mal ein neues Bier besorgt.

Der „Ich-zieh‘s-Hemd-aus-Typ“

Dieses Spezies ist ausschließlich männlich, meist sportlich durchtrainiert und bemuskelt. Er beginnt seinen Tanz auf jeden Fall wie der Gesten-reiche, wobei seine deutenden Gesten vor allem auf Frauen zielen. Und er zieht im Laufe des Abends garantiert das Hemd oder was auch immer er drüber trägt aus und tanz dann im knallengen Muskel-Shirt weiter. Irgendwie muss er ja allen, die es sehen wollen … oder auch nicht … zeigen, wofür er die Monatsgebühren im Bodybuilding-Studio abdrückt. Natürlich lässt er sein muskuläres Kapital beim Tanzen sichtbar zucken. Dem Gesicht des Ich-zieh‘s-Hemd-aus-Typen sieht man an, das niemand ihn so sehr liebt, wie er sich selbst.

Der Kung-Fu-Kampf-Tänzer

Den Kung-Fu-Kampf-Tänzer muss man beinahe bedauern, denn er ist eine einsame und aussterbende Tänzergattung. Das ist der Typ, der so gerne Pogo tanzen möchte aber niemanden findet, der das auch will und sich auf dieses Gerangel einlässt. Gestern ein Typ, der in engen Jeans, mit Muskel-Shirt und mit reichlich Haarspray gesteifter Irokesenbürste umhersprang. Er verbrauchte etwa 4 Quadratmeter Tanzfläche, da er in gezielten Stolperschritten andere Tänzer anzurempeln versuchte, die ihm aber immer geschickt auswichen. Darauf hin sprang er alle halbe Minute in die Luft und versuchte wie Bruce Lee einen imaginären Gegner mit einem Fußtritt am Kopf zu treffen. Nicht ungefährlich, aber es ist nichts passiert. Die Ausdauer mit der er das tat, war bewundernswert.

Die Wunderschöne mit den kurzen dunklen Haaren

Sie war gestern auf der Tanzfläche weder tänzerisch verhaltensauffällig noch irgendwie skurril. Aber sie war genau das, was die Überschrift sagt. Und sie hat mich kurz nach vier Uhr nachts ganz verdattert angeguckt, als ich …..

…. aber das geht Euch nun wirklich nichts an! icon wink Depeche Mode Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche...

Mike Tompkins – Der absolute Maulheld des Tages!!

Oktober 22nd, 2010

Mike Tomkins ist für mich der absolute Maulheld des Tages und zwar im ganz positiven Sinne. Was ihr in den Videos hört und seht ist nur er. Nur seine Stimme! KEINE Instrumente! Alles nur mit dem, seinem Mund gemacht. Ein echter Maulheld! Viel Spaß!

Was passiert, wenn ein Rheinhesse mit dem Bierpapst und einem netten Typ aus Liverpool …

Oktober 10th, 2010

… in München um die Häuser zieht? Na alle drei haben einen sehr schönen Abend! Ich war gestern auf der Fachtagung “Besser Online” des DJV. Dort habe ich Conrad Seidl kennen gelernt. Ein echtes Original aus Wien sozusagen, denn er war in zünftiger Lederhose und Tracht mit Lodenmantel unterwegs. Er ist Journalist beim Standard und hat ein Fachgebiet: Bier. Ich hätte nie gedacht, das man an einem Abend so viel über Bier lernen und erfahren kann und ich rede nicht vom trinken, sondern wirklich von Know How. Ok, gestern Abend gingen Know-How und Trinken quasi Hand in Hand.

bierpapst 298x400 Was passiert, wenn ein Rheinhesse mit dem Bierpapst und einem netten Typ aus Liverpool …

Er hat seinen eigenen Bierdeckel icon wink Was passiert, wenn ein Rheinhesse mit dem Bierpapst und einem netten Typ aus Liverpool …

Aber Conrad trägt den Titel Bierpapst völlig zu recht. Und als wir ins Weisse Bräuhaus der Weissbierbrauerei Schneider kamen, wurde er vom Wirt sogleich per Handschlag begrüßt und bekam doch tatsächlich seinen eigenen Bierdeckel, hier im Bild zu sehen. Als wir uns durch die verschiedenen Spezialitäten der Brauerei probierten und diskutierten, fragte ein Engländer, ob an unserem Tisch noch frei wäre. War es. Und kaum drei Minuten später ging der Rest des Abends auf Englisch weiter.

Ein Österreicher, ein Wiener und ein Rheinhesse sitzen in München beim Bier und diskutieren angeregt über die Existenz – also eigentlich die Nichtexistenz – von Gott, die Schwierigkeiten mit Frauen und der Liebe, gutes Essen und Bier aber auch typische und untypische Eigenarten von Deutschen und Engländern, Schotten und Amerikanern.

Der Abend wurde lang und länger und immer lustiger. Nicht mehr wirklich geraden Schrittes sind wir dann noch in ein Irish Pub und haben ein unverschämt teures Guiness als Absacker getrunken. Um 2:45 Uhr war ich dann im Hotel.

Fazit: Wenn man sich auf andere Menschen, auch Fremde, einlässt, kann man einen sehr unterhaltsamen, lehrreichen und kurzweiligen Abend haben und lernt dabei manchmal echt sehr interessante und nette Menschen kennen. Ok, den Typ aus Liverpool werde ich wohl nie wieder sehen und ich hoffe er ist intakt in seinem Hotel angekommen. Aber wenn ich mal nach Wien fahre, dann weiß ich, mit wem ich dort ein Bier trinken gehen werde!

    Wortwolke
    Meine Favoriten
    Blogroll
    RSS Futter für’s Stammhirn
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de