KategorieSport? Quäl dich Du Sau?

Der „Um-den-Kaugummi-herum-Atmer“

Es gibt in Fitness-Studios ja diverse Typen von Trainierenden. Von der Schicki-Micki-Tusse, die immer die neuesten und teuersten Trainingklamotten an hat und komplett geschminkt und gestylt ist, über den Naturfaserschwitzer, der seine Baumwoll-T-Shirts klatsch nass schwitzt bis zum Überehrgeizling, der sich mit hochrotem Kopf und Maximalgewichten bis zum Schreien quält. Ich möchte heute mal kurz über den „Um-den-Kaugummi-herum-Atmer“ lästern.

Um-den-Kaugummi-herum-Atmer
Um-den-Kaugummi-herum-Atmer

Der Um-den-Kaugummi-herum-Atmer ist vorwiegend aber nicht ausschließlich weiblich. Egal ob auf dem Fahrradergometer, dem Laufband oder auf den Kraftmaschinen, der Um-den-Kaugummi-herum-Atmer kaut IMMER und ununterbrochen Kaugummi. Wenn es anstrengend wird, dann tut er das mit weit aufgerissenem und dennoch kauendem Mund.

Da bei körperlicher Anstrengung zwangsläufig Atemfrequenz und Atemvolumen steigen, er aber sturheil weiter den Kaugummi bearbeitet, ist das Atmen schwierig, denn es wird von dem endlosen Stakato von Kaubewegungen permanent unterbrochen und behindert. Also kaut er immer zwei oder drei mal, reißt dann den Mund auf und atmet ein oder zwei mal heftig ein und aus, um dann wieder zu kauen.

Gerade gestern im Fitnesstudio in Darmstadt, wo ich trainiere, war eine männliche Ausgabe des Um-den-Kaugummi-herum-Atmers zu bewundern. Glatze, nur ein dünner Haarsaum auf Höhe der Ohren. Circa Ende 50. Er hatte Schweiß auf der Stirn und sein Baumwoll-T-Shirt – er ist wohl auch Naturfaserschwitzer – triefte ebenfalls vom Schweiß. Vor allem aber konnte man deutlich den angestrengten Wechsel zwischen Kaugummikauen und Atmen hören.

So ein „Knitsch Knitsch Knitsch-Hechelhechelhechel-Knitsch Knitsch Knitsch-HechelSCHNAUFFFFhechel-Knitsch Knitsch Knitsch„. Ich weiß, dass es sehr schwer ist, diese ekligen Geräusche vor allem des Kaugummikauens in Worte zu fassen, aber ich hoffe, ich könnt es Euch vorstellen.

Sieht man von dem unappetitlichen Anblick des sich im weit aufgerissenen Mund umherbewegenden Kaugummis ab, so kann das irgendwie auch nicht gesund sein. Zum einen besteht ja die Gefahr des Verschluckens oder gar des Einatmens des Kaugummis. Zum anderen ist das Um-den-Kaugummi-herum-atmen ja auch für den Körper viel anstrengender und belastender, als wenn man ihm eine reguläre und ungehinderte Atmung gönnt. Das Anblick und Geräusche echt eklig sind, hatte ich glaube ich schon anbedeutet, oder?

Fit am Arbeitsplatz oder 3000 Schritte und Treppen für’n Knackarsch

Unlängst habe ich in einer Männerzeitung – nein nicht Playboy sondern Gentlemans Quarterly (GQ) – über Fitnesstipps für den Alltag gelesen. Da stand, dass Mann (Frau auch) jeden Tag mindestens 3000 Schritte tun soll. Und es wurden diverse kleine Fitnessübungen vorgeschlagen, die auch am Arbeitsplatz funktionierten. Beispielsweise Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren. Dort stand dazu zu lesen, dass Mann immer zwei bis drei Stufen auf einmal nehmen solle, denn das sei ein prima Training für einen knackigen Po. Unlängst habe ich (mal wieder) festgestellt, dass Frauen absolut Gefallen an einem hübschen Männerpo finden. Ok in diesem speziellen Falle war es vor allem Missfallen an einer schlaffen und hässlichen maskulinen Kehrseite.

Auch Frauen finden einen knackigen Po schön.
Auch Frauen finden einen knackigen Po schön.

Also habe ich mir gedacht, dass ich mal meine übliche Mittagspause auf ihren Fintesswert hin überprüfe. Bitte schön, hier der Verlauf des Experiments.

Ich habe mir die iPhone-App „Step Cal“ installiert. Das ist ein Schrittzähler. Dann habe ich die Schrittlänge über „Nach Körpergröße schätzen“ festgelegt und noch mein Körpergerwicht eingegeben. Als ich dann in die Mittagspause bin, habe ich den Schrittzähler in dem Moment gestartet, als ich mich aus dem Bürostuhl erhoben habe und erst gestoppt, als ich mich nach 45 Minuten wieder in selbigen gesetzt habe. Ich habe mit Step Cal alles getrackt, also auch sechs Stockwerke Treppen hinab steigen und später das selbe wieder rauf. Ihr wisst schon, wegen dem Knackarsch!! Ich benutze vor allem auf dem Weg nach unten meistens nicht den Fahrstuhl.

Ich habe das Gleiche gemacht, dass ich jede Mittagspause mache. Ich bin zunächst runter in die Kantine und habe zu Mittag gegessen. Dann habe ich meinen üblichen Spaziergang um den Block gemacht. Das sind meist zwei bis drei Runden in zügigem Spaziertempo. Diesmal zweieinhalb. Und hier hier das Ergebnis:

Der Beweis. Meine Mittagspause ist fit!
Der Beweis. Meine Mittagspause ist fit!

Ich habe 3271 Schritte gemacht, damit also das in der GQ vorgschlagene Tagespensum bereits erfüllt. Ich war 39,52 Minuten in Bewegung inklusive der knapp acht Minuten Mittagessen im Sitzen. Beim Sitzen bewegt man sich auch ein bisschen und da hat der Tracker wohl die Zeit teilweise weiter laufen lassen. Ich habe 2289 Meter zurück gelegt, das sind 2,28 Kilometer! Dabei waren außerdem auch Höhenmeter vom Treppensteigen. Ihr wisst schon, Stichwort Knackarsch. Und dabei habe ich 216 Kcal verbrannt. Ich darf also mit Fug und Recht behaupten, meine Mittagspause ist ziemlich fit. Ok ich hab natürlich zu Mittag gegessen, also auch Kalorien aufgenommen. Und wie immer habe ich mir ein Eis am Stiel gekauft für meine Runde um den Block. Kleine Genüsse sind erlaubt und wichtig. Aber wenn ich an so manche Kollegen denke: Mit dem Fahrtstuhl runter, Essen in der Kantine und 40 Minuten hocken bleiben. Dann mit dem Fahrtsuhl wieder rauf. Ok, ich fahre auch öfters mit dem Fahrstuhl, aber solange es nicht regnet macht ich IMMER meine Runden um den Block. Denn wenn ich acht und mehr Stunden nur sitzen müsste, dann würde ich ziemlich hibbelig werden.

5:50 Uhr wenn der Wecker klingelt oder: Der Kampf Engelchen gegen Teufelchen

Oppenheim, Mittwochmorgen 21. April. In einem Schlafzimmer irgendwo in der Weinstadt klingelt um 5:50 Uhr der Wecker. Sogleich spielt sich die folgende dramatische Szene ab.

Engelchen (auf der linken Seite des Bettes sitzend): „Guten Morgen Andreas, aufsteeeeehen! Die Laufklamotten und Laufschuhe stehen bereit. Es ist ein schöner frischer Morgen, wunderbar um laufen zu gehen.“

Teufelchen (auf der rechten Seite des Bettes sitzend): „Was heißt hier ‚guten Morgen’!? Hast Du Depp mal auf die Uhr geguckt. Zehn vor Sechs, noch mitten in der Nacht! Komm Andreas bleib liegen und schlaf noch eine Runde. Halbes Stündchen geht aber mal locker!“

Heute hat das Teufelchen in mir verloren!
Heute hat das Teufelchen in mir verloren!

Engelchen: „Hör bloß nicht auf den rot Gelackten. Frisch ans Werk und losgelaufen. Das ist gesund, macht fit und wach!“ Lies „5:50 Uhr wenn der Wecker klingelt oder: Der Kampf Engelchen gegen Teufelchen“ weiter

Inkonsequenz bei der Inkonsequenz hat Konsequenzen

Also das ist schon echt komisch. Ich war ja gestern auf inkonsequente …. ihr wisst schon! Und von diesem halben Stündchen und den fünf Kilometerchen gestern in aller Frühe habe ich heute so einen richtig schönen Muskelkater in den Beinen. Nix was mich jetzt großartig imobilisieren würde. Aber eben einen deutlich spürbaren Muskelkater.  Hallooooo?! Das war nur einehalbe Stunde!

Muskelkater von einer halben Stunde laufen?
Muskelkater von einer halben Stunde laufen? (Bild: stock.xchng)

Ich gehe ja sehr häufig schwimmen. Dann schwimme ich mindesten eine Stunde, manchmal anderthalb Stunden. Dabei paddel ich dann so zwischen 100 und 150 Bahnen a 25 Meter runter. Muskelkater? Fehlanzeige. Und beim Schwimmen benutzt man für gewöhnlich auch die Beine. Da flitz ich dann gestern ein halbes Stündchen locker, leichtfüßig, wie eine stromlinienförmige Gazelle anmutig und elegant durch den Regen und hab Muskelkater!

Heute war ich auf inkonsequente Weise inkonsequent

Unlängst schrieb ich ja, wie konsequent ich inkonsequent bin. Aber heute morgen habe ich nicht dem Wecker, sondern dem inneren Schweinehund eins auf die Rübe verpaßt. Doch! Wirklich! Ich bin um 5:59 Uhr aufgestanden, habe meine Laufklamotten angezogen und bin 5 Kilometerchen gelaufen. Und als bekennender Technikfreak kann ich natürlich nicht ohne meine Gadgets laufen. Deshalb habe ich wie immer meine Garmin GPS Forerunner 305 GPS-Pulsuhr dabei an gehabt. Die zeichnet neben dem Puls beim Laufen per GPS auch die genau Strecke, Geschwindigkeit etc. auf.

Ich war heute inkosequent inkonsequent und deshalb 5 Kilometer laufen.
Ich war heute inkosequent inkonsequent und deshalb seit langem endlich mal wieder 5 Kilometer laufen.

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