Ich hät’ da mal ‘ne Frage: Was soll das mit dem Nägel lackieren?

Ich hätte da mal wieder eine Frage, die mich beschäftigt und sich mal wieder um Männlein und Weiblein sowie Schönheitsideale dreht. Vor längerem widmete ich mich an dieser Stelle ja dem Thema der rasierten Beine. Diesmal geht es wieder um ein ähnlich gelagertes „Schönheits-Thema“. Gut, eine Antwort auf diese Frage wird nicht helfen, den EHEC-Keim schneller zu finden und zu eliminieren. Die Antwort wird mich auch nicht glücklich machen und die eigentliche Frage bereitet mir weder Kopfzerbrechen noch schlaflose Nächte. Aber es würde mich eben doch einfach interessieren:

Was soll das bei Euch Mädels mit dem Fingernägel lackieren?

Bei einem Fest auf dem ich unlängst bei der Bewirtung der Gäste geholfen habe, saß eine gar nicht mehr so junge Dame, die hatte so künstlich aufgeklebte Schaufelfingernägel aus Plastik. Wisst ihr so Dinger, mit denen man im Winter das Eis von einer Autoscheibe kratzen kann. Oder die man als Schraubendreher nutzen könnte. Diese Krallen waren in verschiedenen Braun-, Grau- und Schwarztönen so marmorierend lackiert. Und an den mit feinen Riemchen-Sandalen beschlappten Füßen waren die Fußnägel genau so lackiert. Das sah gruselig aus!!! So als hätte man die Tarnfarben einer Militäruniform auf Finger- und Fußnägel transferiert.

Das ist doch nicht schön!!!
Das ist doch nicht schön!!!

Unzählige Frauen lassen sich die Fingernägel wuchern und wo nix wuchert werden mit diesen aufgeklebten Plastik-Nail-Extensions aus Händen Baggerschaufeln gemacht. Und dann wird da lackiert. Rot, Lila, Pink oder auch alle möglichen anderen Farben. Und das reicht ja noch nicht. Viele Frauen rennen für teures Geld in Nagelstudios und dann gibt es da „Nagelmodellagen“ oder „Nailart“ und aus den Fingern werden wahre Kunstwerke gemacht. Da werden Glitzersternchen oder kleine Figürchen und allerlei anderer Quatsch auf den Nagel montiert und mit Klarlack fixiert. Die Nägel werden spitz oder schaufelförmig zurecht geschliffen. Manche Fingernägel erzählen beinahe Bildergeschichten. Und der Schei…. ist teuer!!! 30 Euro sind da weg wie nix und die Preislisten sind quasi nach oben offen. Und was passiert? Innerhalb weniger Wochen wächst der ganze Designermist raus und die Pracht ist beim Deibel! Dann geht diese ganze Nagel-Montiererei von vorn los und der nächste Fuffie wird investiert.

Warum machen Frauen das? Angeblich soll das schön aussehen. Es wird sogar meist gesagt, das sei erotisch. Ok in diesem Moment spreche ich jetzt nur mal für mich. Es ist nicht schön! Und diese lackierten oder kunstvoll verzierten Krallen wirken zumindest auf mich nicht im Geringsten „anregend“ im Sinne von erotisch. Ich finde diese Klauen sogar eher hässlich, gruselig und abschreckend. Und über den Flurschaden, den man oder besser frau mit solchen Krallen bei der einen oder anderen Tätigkeit anrichten kann, wollen wir lieber gar nicht erst reden. Vielleicht sei mir hier nur die Anmerkung für die erlaubt, die ahnen, was ich meine: Spätestens dabei ist es doch dann wirklich alles andere als erotisch…..

Das ist für mich eher bedrohlich!

Ich kenne ja doch das eine oder andere Mädel. Manche mit gepimpten Fingernägeln und manche ohne. Ich finde Hände sind was tolles, auch als Fotograf, denn Hände können manchmal eine ganze Geschichte erzählen. Eine meiner Bekannten hat kleine, feine, zarte wunderschöne Hände und Finger. Die Fingernägel sind kurz geschnitten. Auf diesen zarten wunderschönen Finger dann so Plastikschaufeln mit bunten Farben und lauter Glitter-Bildchen-Firlefanz? Bitte bitte nicht!

Außerdem liebe Damen, ist es nicht genau so wie beim Thema Beine rasieren? Reduzieren wir alle und auch ihr Euch selbst damit nicht auf die Betrachtung und Bewertung „einzelner Bauteile“? Nach dem Motto: „Mädchen, Du hast ein wunderschönes Gesicht. Deine Figur toll! Dein Busen (ein jeder suche sich sein Synonym selbst aus) göttlich! Dein Knackpopo, einfach geil! Und deine Beine so wunderbar glatt rasiert. Aber oh weh, was sehe ich da! Du hast ja kurz geschnittene und überhaupt nicht designte Fingernägel. Mein Gott, das geht ja gar nicht. Wie unerotisch!“

Wie schon mal gesagt, ich finde eine Frau nicht nur von Kopf bis Fuß in ihrer Gesamtheit schön, sondern es kommt auch ein gerüttelt Maß an Schönheit von innen. Ausstrahlung, Charakter, Intelligenz, Humor und so weiter. Und die aufwändigst gestalteten Fingernägel (oder auch glatt rasierte Beine) können über fehlende innere Schönheit nicht hinwegtäuschen.

Ich möchte meine Frage hier mal aufteilen. Meine Geschlechtsgenossen frage ich: „Liebe Männer, findet ihr lackierte oder designte Fingernägel wirklich toll und erotisch?“ Und die Damen – also vor allem die, die dem Fingernageldesign-Zwang unterliegen – frage ich: „Warum genau macht ihr das?“

Nein diesmal nicht!!!

Achso! Noch was! Damals beim Thema Beine rasieren habe ich ja das Thema ja auch ganz praktisch im Selbstversuch ausgetestet und mir die Beine rasiert. DIESMAL werde ich keinen Selbstversuch machen. Ich werde mir meine Fingernägel weder wachsen lassen, noch lackieren, noch werde ich mit „Extensions“ aufkleben und stylen lassen!

DAS will ich sehen!

Giacomo, mein Hund, hat derzeit eine entzündete Wunde auf der linken Wange. Die heilt nicht so gut ab, weil er sich dauernd daran kratzt und mit den Krallen seiner linken hinteren Pfote so alles immer wieder auf hackt bis es blutet. Dieser große trichterförmige Kragen vom Tierarzt funktioniert nicht. Den kann er nicht ausstehen und zerlegt damit auch die halbe Wohnung. Also haben wir ihm zwei Tennissocken über die Pfote gezogen und mit etwas Klebeband fixiert. Das stört ihn garnicht und er kann sich damit nicht mehr erfolgreich kratzen.

Giacomo mit der "dicken Backe".
Giacomo mit der "dicken Backe".

Das haben wir unlängst einer Tante von mir erzählt. Da sagt die doch glatt: „Ja aber er kann sich dann doch immer noch mit der rechten Pfote kratzen?!“ Also DAS will ich sehen, wie Giacomo sich mit der RECHTEN hinteren Pfote an der LINKEN Wange kratzt!!

Hygiene-Ampel? Wie wärs mit einer Politik-Ampel!

Als ich heute morgen zur Arbeit fuhr, hörte ich bei Radio SWR 3, dass jetzt die „Hygiene-Ampel“ für die Gastronomie kommen soll. Restaurants, Imbissbuden und andere Lebensmittelbetriebe werden nach dem Willen der Verbraucherschutzminister der Länder mit einer Ampel gekennzeichnet, die den Hygienezustand anzeigt. Grün steht für „keine Mängel“, Gelb für „mittlere Beanstandungen“ und Rot für „Gravierende Beanstandungen“.

Was für ein Schwachsinn! Würde ein Betrieb, bei dem die rote Lampe leuchtet, nicht einfach bis zur Beseitigung der Mängel zu gemacht? Wenn nicht sollte man das eben tun. Anstatt Mängel per Ampel anzuzeigen, sollten diese auf Anordnung der Kontrollinstitution einfach sofort abgestellt werden müssen.

Politik-Ampel.
Politik-Ampel.

Aber wenn wir schon bei solchen Ampeln sind, die dem Bürger über Zustände oder Qualitäten informieren sollen, dann fordere ich die „Politik-Ampel“. Nein ich rede nicht von Ampel- oder Jameika-Koalition. Ich rede von so einer Qualitätsampel für politische Entscheidungen und auch für die politische Akteure.

Grün steht dabei für „Alles ok, kein Schwachsinn“. Gelb steht dann für „Ziemlicher Unfug, demnächst neu wählen.“ Und Rot steht natürlich für „Gemeingefährlicher Irrsinn, sofort zurücktreten.“

Vergeben wird diese Bewertung von uns Bürgern. Aber ich glaube, diese Ampel würde wenig Sinn machen, denn vieler Orten würde dabei nur eine „Dauer-Rot-Phase“ bei rauskommen. Und die Politiker würden dann einfach ungeniert bei Rot über die Ampel fahren.

Schwarzseherei – oder Goth ist nicht gleich Goth

Gestern Abend (respektive gestern Nacht) war ich wieder mal im KUZ. Diesmal hab ich mir die Party „Dark Awakening“ gegönnt. Das ist seit Jahrzehnten quasi DIE Instanz für Dark Wave-Musik und traditionell eine Art Pilgerstätte für die Anhänger der Gothic-Szene. Laut Wikipedia ist Gothic: „Eine Subkultur im Rahmen der Post-Punk- und Dark-Wave-Bewegung.“ Wer glaubt, Gothics stehen vor allem auf The Cure, Depeche Mode oder Dead or Alive, der kratzt wirklich nur an der musikalischen Oberfläche. Gothic Musik hat viele Geschmacksrichtungen und Ausprägungen. Gothic Musik wird vom Bass und schnellen Rhythmen getrieben. Gitarren hacken oft da mitten rein und meist wird auch exzessiv mit elektronischen Sound-Effekten gearbeitet. Gothic Musik-Stücke sind „psychedelisch“ und gut tanzbar. Apropos tanzen. Goths tanzen eher langsam und gleichmäßig, eher wie in Trance als schnell und hyperaktiv. Meist wird ein gleichbleibender wiegender Schritt bevorzugt, ab und an mit Bewegungen der Arme garniert. Hier im Video mal eine Hörprobe.

Sicher The Cure und ein bisschen auch Depeche Mode sind das vermutlich bekannteste und kommerziell erfolgreichste Aushängeschild der Szene. Aber Gothic Musik ist mehr, viel mehr. Das beginnt beispielsweise bei der Electronic Body Music (EBM) mit bekannteren Bands wie Front 242 oder Nitzer Ebb und heute Oomph, die ebenfalls als EBM’ler angefangen haben. Gothic Bands singen oft mit Bassstimmen oder Untertongesang, also einer bewusst „tiefer gelegten“ Stimmlage. Der Gesang artet auch gerne mal in Geschrei aus. Aber damit genug des theoretischen Unterbaus. Kommen wir zum vergnüglichen Teil: Der Betrachtung der „Gothic-Typoligie“ im KUZ.

Das KUZ ist beim Dark Awakening immer gerappelt voll von Gothics, kurz Goths. Wer aber jetzt denkt, Goths sind alle schwarz angezogen und schon haben wir die Subkultur im wesentlichen in die nötige Schublade verfrachtet, der irrt. Oh und wie er irrt. Denn: Goth ist nicht gleich Goth! Ich möchte hier meine gestrigen Beobachtungen mal in eine völlig freie selbst erstellte Typologie einteilen. Diese ist höchst unvollständig, aber alle Ausprägungen der Goth-Szene zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen.

Der Ich hab da noch was Schwarzes im Schrank gefunden-Goth

Der Typ ist eigentlich vom Styling und Outfit gar kein Goth, sondern steht nur auf die Musik. Aber er will sich bei so eine Dark-Wave-Party nicht die Blöße geben, in „Zivil“ zu erscheinen. Deshalb zieht er schwarze Klamotten an, die sein Kleiderschrank bietet. Das traft gestern Abend auf mich zu.

Der alltagstaugliche Goth

Er trägt schwarze Klamotten, die aber auch noch halbwegs ins normale Straßenbild passen, ohne aufzufallen. Auch seine Frisur kann in einem Nicht-Party-Modus betrieben werden und fällt dann nicht sonderlich auf. Sprich, die Haare sind nicht sonderlich gefärbt oder speziell geschnitten oder frisiert. Auch rennt er wenn überhaupt, dann höchstens auf einer Dark-Wave-Party mit leicht geschminktem Gesicht umher. Etwas Liedschatten, etwas Kalialstift. Vielleicht schwarzer Lippenstift. Sprich, im Büro oder sonst irgendwo auf der Arbeit fällt er nicht weiter auf.

Der Männerrock-Goth

Durchaus groß war gestern diese Gruppe. Hier tragen Männer Röcke. Diese sind in der Regel fast bodenlang und schwarz. Manchmal mit einigen dekorativen Applikationen wie Schnallen oder Metallkettchen, aber oft sehr schlicht. Meist sind das engere Wickelröcke, die manchmal auch eher kurz sein können wie Schotten-Kilts. Gestern gab es aber keinen Kerl im Kilt. Auch oben rum wird hier meist schlichtes Schwarz getragen. Hier ist auch oft das Gesicht stärker geschminkt, meist auf blass und dann mit schwarzen Augen und Mund. Hier sieht man auch die ersten interessanten Frisuren wie mattschwarz gefärbte Haare oder einen langen asymetrischen Schnitt der Frisur.

Der Firlefanz-Goth

Der Firlefanz-Goth ist ein „Applikation-Freak“, denn seine Klamotten sind übersät mit Schnallen, Ringen, Riemchen, Bändern und anderen Aufnähseln und Anhängseln. Da klimpert, raschelt und knistert es, wenn er sich bewegt und mit diesen ganzen Applikationen wird die Kleidung gut und gerne drei bis sechs Kilo schwerer.

Der Schuh-Goth

Goths tragen gerne auffällige, oft grobe, stiefelartige Schuhe. Der Schuh-Goth treibt es hier auf die Spitze und trägt beispielsweise Stiefel, die bis zum Knie geschnürt werden oder auch aberwitzig hohe Sohlen haben. Mancher Schuh-Goth ist mit Schuhen 15 Zentimeter größer als ohne.

Goth-Stiefel

Der Mantel-Goth

Hier ist der Name quasi Programm, denn der Mantel-Goth trägt einen Mantel. Der reicht im Matrix-Style bis hinunter an die Fußknöchel. „On location“ trägt der Mantel-Goth den Mantel offen und er tanzt mit weit ausholenden, drehenden Bewegungen, damit der Mantel und dessen „Schöße“, also die knöchelnahe unteren Enden, ordentlich in Bewegung geraten und hin- und her schaukeln. Schließlich muss das wesentliche Designelement Mantel ja auch in Szene gesetzt werden. Gestern waren eine Hand voll dieser Sorte zu sehen. Der Mantel ist mal aus schwerem Leder auch oder auch mal aus glänzenden Brokatstoff, der wirkt wie ein schwarz gebatikter Sofabezug von Omas Biedermeiersitzmöble anmutet. Der Mantel-Goth schwitzt wie ein Schwein, denn in der Kutte ist es beim tanzen Mitte Mai natürlich unglaublich heiß und selbstverständlich werden auch unter dem Mantel lange Klamotte getragen.

Der Military-Goth

Er hat Uniformelemente an. Eine Hose in schwarzer oder dunkelgrauer Fleckentarnoptik. Eine Bomber/Pilotenjacke. Oft die Haare im militärischen Bürstenschnitt. Was Applikationen betrifft, liebt es der Military-Goth eher schlicht und „Firlefanz-arm“.

Der Gesichts-Frisuren-Goth

Die Kleidung ist auch hier schwarz und entspricht verschiedenen Stilen. Der Gesichts-Frisuren-Goth lebt sein Gothik-Sein aber in sehr auffälligen und nicht mehr alltagstauglichen Frisuren und sehr intensiver Schminke aus. Da war gestern beispielsweise einer mit einem rund 25 Zentimeter hohen Irokesenkamm, der über die Stirn hinaus ragte und sich bis in den Nacken zog und dort in eine lange Mähne überging. Aber auch bis auf einen „Deckel“ oben drauf kahl rasierte Schädel sind häufig. In Sachen Schminke wird sich hier gerne auf Leichen-blaß gemalt. Augen und Mund werden im starken Kontrast dazu schwarz gemalt.

Die Gothic-Bräute

Liebe Leser, verstehen Sie das bitte nicht falsch. Ich rede hier nicht abfällig von Frauen. Nein ich rede von Frauen, die tatsächlich Hochzeitskleider und auffällige Kostümkleider an haben. Nur eben nicht „ganz in weiß“, sonder ganz in schwarz.  Am interessantesten fand ich ein Gothic-Brautpaar. Sie ein Rüschenkleid mit Kopfschleier und angedeuteter Schleppe. Dazu ein Korsett, dass so eng geschnürt war, dass die dadurch verursachten Spätfolgen dem Erreichen des Rentenalters entgegenstehen dürften. Er indes war in einem schwarzen Frack gekleidet inklusive schräg auf dem Kopf „montierten“ Zylinderhut.

Der Sexbomben-Goth

Diese Unterart ist nur weiblich. Es ist verdammt viel, was diese Mädels nicht anhaben. Was sie Minirock aus schwarzem Lack oder Latex nennen, würden andere als breiten Gürtel werten wollen. Auch oben rum wird nur das Nötigste verdeckt. Der Rest des meist sehr wohl geformten und durchaus erotischen Körpers wird gut sichtbar hinter grobmaschigen Netzstrümpfen und Netzleibchen nicht wirklich versteckt, sondern eher gezeigt. Diese Mädels wissen, dass sie gut aussehen und zeigen das auch all zu gerne. Allerdings war gestern auch eine dabei, die sich selbst wohl eher als Persiflage des Sexbomben-Goths versteht. Denn wenn man dank eines dreistelligen Gewichtes Oberschenkel wie ein Nilpferd und einen ebensolchen Arsch hat, dann können rote Netzstrumpfhosen und viel zu kurze aber breite schwarze Jeans-Hotpants nur zynisch gemeint sein.

Der Neon-Goth

Diesem speziellen Typ habe ich die beiden Videos hier auf der Seite gewidmet. Der Neon-Goth hat nicht etwa Neon-farbenes Zeug an. Nein, er tanzt mit diesen Neon-Knicklichtern oder Batterien-betriebenen LED-Leuchen. Gestern hatte sich auch einer eine LED-Stirnlampe auf dem Bruststück seiner Klamotten befestigt. Neon-Goths wollen beim Tanzen gesehen werden. Deshalb tanzen sie völlig Goth-untypisch auch sehr schnell, hektisch und mit ausladenden Bewegungen, damit ihr Neon-Spielzeug gut und weithin sichtbar ist. Siehe die beiden Videos hier auf der Seite.

Der EMO

Der Emo ist eigentlich kein echter Goth mehr, doch den Emos wird nachgesagt, dass sie sch aus der Goth-Szene entwickelt haben. Emos sind lebende Mangas und Animes. Sprich, sie kleiden sich so wie die Figuren der japanischen Kult-Comics. Das ist gerne bunt, schrill mit künstlichen Frisuren. Gerne werden hier Accessoires wie Schweißerbrillen oder Mundschutz und Masken getragen. Manche haben eine Art moderne Samurai-Rüstung an. Oft sind die Gesichter auch bunt und mitunter surreal geschminkt.

Der „Geht-ja-wohl-mal-garnicht“

Der Geht-ja-wohl-mal-garnicht ist kein Goth. Er ist aus Perspektive der Goths „Zivilist“, denn er kommt in normaler Alltagskleidung und damit unschwarz. Gestern meist in Jeans, hellem T-Shirt oder Baumfällerhemd. Eben ganz normalen Klamotten. Er gehört sichbar nicht zur Goth-Szene, mag vielleicht nur die Musik oder hat nirgendwo eine andere „normale“ Party gefunden. Goths sind aber tolerant, auch der Geht-ja-wohl-mal-garnicht darf Spaß haben und mit tanzen.

Supervital-Armband – Was für’n Scheiß!

Letzten Samstag, als ich meine Startunterlagen für den Gutenberg-Marathons in Mainz angeholt hatte, war ich noch auf der Marathon-Messe. Dort habe ich was sehr interessantes und amüsantes gesehen. Eine Verkäuferin an einem Stand ließ einen Mann auf einem Bein stehen und forderte ihn auf, das Gleichgewicht zu halten und die Arme im rechten Winkel von sich zu strecken. Dann drückte sie auf den einen Arm und erhöhte den Druck, bis er aus dem Gleichgewicht kam. Da Gleiche widerholte sie mit der andere Seite und dem anderen Bein.

Nach dieser „Analyse“ gab sie ihm ein ganz bestimmtes Silikonarmband, in dass ein buntes Hologramm eingelassen ist. Ein „Supervital-Armband“. Mit einem Schwall esoterischer Dummschwätzerei erklärte sie ihm, warum genau dieses „Supervital Powerarmband“ für ihn das richtige ist. Liebe Leute was hat die Frau eine Scheiße erzählt! Das Hologramm sei „energetisch“ geladen. Es würde für einen Kräfteausgleich des Energiespektrums des Körpers und Geistes sorgen. Und gerade dieses Armband würde dem Mann helfen, morgen beim Marathon beste Leistungen zu bringen und schneller zu regenerieren. Und der Typ drückt der Frau doch dann für dieses Stückchen Silikongummi mit Wackelbildchen fette 30 Euro in die Hand!!!!

Hier klingelt mein Bullshit-Alarm!
Hier klingelt mein Bullshit-Alarm!

Ne also ehrlich! Was für’n Scheiß! Also echt! Ein Gummiarmband, dass irgendwo in Asien für 10 Cent am Fließband produziert wird und in das irgend ein Pseudewirkungselement eingebettet ist, soll tatsächlich einen besseren Menschen aus dem Träger machen? Auf der Webseite, die ich dazu gefunden habe, bekommt man diesen Schund im Angebot für güüüünstige 24,95 Euro. Normal kostet diese Lebenshilfe zum Anziehen stolze 79,95 Euro. Und damit die Leute auf den Rotz auch reinfallen, gibt es ganz viele verschiedene Bändchen.

Wenn man auf diese Esoterik-Betrüger reinfällt, muss man sich vermutlich für verschiedene Lebenslagen und Situationen auch verschiedene Bändchen kaufen. Neben dem Sportband gibt es vielleicht auch eines, mit dem man auf wundersame Weise intelligenter wird. Wahrscheinlich gibt es auch eines, mit dem man dann beim Sex stunden lang ermüdungsfrei durchpoppen kann. Gibt es auch eins, das man im Büro anziehen kann, wenn einem Kollegen auf die Nerven gehen? Gibt es eins mit dem man abnehmen kann, weil es den Hunger in ein Sättigungsgefühlt verwandelt? Gibt es eines das den Träger daran hindert für Schwachsinn Geld zu verballern. Das garantiert nicht….

Ne echt, so ein hochnotpeinlicher Unsinn. Der Erfolg beim Laufen eines Marathons oder Halbmarathons liegt einzig und alleine in der Vorbereitung und einem guten Training. Mit diesem Gummidingsbums am Arm wird man weder schneller noch macht man später schlapp. Der einzige Nutzen dieser „Supervital-Bändchen“ ist die Tatsache, dass diese sich im Portemonai der Verkäufer niederschlagen, weil genug Deppen auf diesen Esoterikscheiß reinfallen und den Schrott für ein irres Geld kaufen.

Die Fressmaschine

Gestern Abend nach dem Schwimmen – wir haben eben schnell die 1000 Meter (40 Bahnen a 25 Meter) für’s Sportabzeichen weggekloppt – sind wir von der Not und Hunger getrieben zum McDonalds gefahren. Leider waren wir zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen, da durch diverse Heldentaten unsere Stammkneipe direkt im Hallenbad zugemacht hat. Das war schon praktisch da beim Rüdiger. Du konnest quasi direkt aus der Dusche in die Kneipe gehen. Da war’s gemütlich und immer lecker und wir haben dort viele schöne Abende verbracht. Aber seit letzter Woche…. Aber ich schweife ab.

Fressmaschine-1
Die Fressmaschine.

Also wie gesagt, wir waren beim Mäckes. Schwimmen macht natürlich hungrig. Aber wie es scheint macht Schwimmen auch dann hungrig, wenn man anderen dabei zuschaut. Denn einer der Youngsters in der Gruppe hatte den Abend wie immer als Trainer am Beckenrand verbracht und auch nach 20 Uhr nicht eine Bahn gezogen. Er hat dann bei McDonalds einen Big Mac gegessen. Nachdem er den verputzt hatte, rückte er dem zweiten Big Mac zu Leibe, den er sich gleich zu Beginn geholt hatte. Parallel zu den beiden Big Macs hat er noch eine 20er Packung Chicken Mac Nuggets vertilgt. Muss ich erwähnen, dass auch Pommes und Cola den Weg in den nimmersatten Schlund fanden.

Die Fressmaschine.
Die Fressmaschine.

Und was sagt der Kerl, nachdem er sich geschätzte 10.000 Kalorien reingehauen hat?!?! „Ich hab noch Hunger!“ Ja aber wenn Sie wertgeschätzte Leser jetzt glauben, dass der zweite Vornamen dieses jungen Mannes „Adipositas“ lautet, er Klamotten im XXXXL-Maß trägt und nur quer durch die Eingangstür der Burger-Braterei passt, dann irren Sie sich auf das aller Gewaltigste. Der Kerl ist spindeldürr!!! Der muss bei stärkerem Wind schwere Schuhe anziehen, dass er nicht weggeweht wird. Und wir haben noch so einen im Verein, bei dem man auch die Knochen klappern hört, wenn er sich bewegt. Der kann auch (fast) soviel (fr)essen. Also ich würde soviel Zeugs nicht vertilgen können. Nicht nur wegen der Menge. Der Fraß beim McDonalds schmeckt mir auch nicht. Ich hab gestern einen dieser neuen McWraps gegessen, die sind halbwegs genießbar. Aber die beim Mäckes in Oppenheim bringen es sogar fertig, Pommes zu versauen und Fritten frittieren ist doch echt nicht schwer.

Sitzfleischindianer sind doof

Kennst Du das? Du hast was vor! Willst quasi eben gerade aufbrechen und etwas unternehmen. Da klingelt es an der Haustür. Ein eigentlich sehr netter Bekannter steht davor und „wollte nur gerade eben bescheid sagen ….“. Höflich erzogen wie man ist, sagt man „komm doch kurz rein“. Und dann sitzt dieser Sitzfleischindianer da, erzählt, gießt sich noch einen ein, erzählt weiter und findet einfach den Absprung nicht.

Sitting Bull. Der Sitzfleischindianer.
Sitting Bull. Der Sitzfleischindianer.

Die ursprüngliche Planung für den schönene 1.-Mai-Mittag erübrigt sich bei fortschreitender Uhrzeit langsam und der Sitzfleischindianer sitzt und sitzt und sitzt. Ich bin hier zum Glück auch nur Gast und kann irgendwann einfach abhauen. Aber eigentlich wollten wir schon längst in einer Straußwirtschaft im Weinberg sitzen, ein Schöppchen schlürfen und eine Kleinigkeit essen. Stattdessen …. er sitzt immer noch.

Darf ich Sie einladen, an meiner Paranoia teilzuhaben

Ja seit gestern, da sollen wir Technikfreaks und selbstbestimmte Datenbürger wieder paranoid sein, zumindest Leute wie ich die ein iPhone und sogar noch ein iPad haben. Denn beide zeichnen Bewegungsdaten dauerhaft auf! Ja mein iPhone weiss ganz genau, wann ich wo war. Und deshalb müssen wir uns jetzt ganz schlimm echauffieren und schimpfen. Böses iPhone! Böse Firma Apple! Ok liebe Leser, dann darf ich Sie jetzt einmal einladen, an meiner Paranoia teilzuhaben. Die nebenstehende Karte ist mein Bewegungsprofil, aufgezeichnet ab dem Zeitpunkt, ab dem ich das iPhone 4 bekommen und aktiviert habe. Na dann schauen wir doch mal, wo der Kerl sich so rumtreibt!

Bitte schön: Das iPhone sagt, hier treibt sich Andreas Lerg herum.
Bitte schön: Das iPhone sagt, hier treibt sich Andreas Lerg herum.

Aha! Andreas war in Paris! Stimmt. War ich. Und es war und ist dort wunder wunder schön. Ich war dort letztes Jahr im September. Und außer mir selbst hatte ich nur noch meinen Hund dabei und ich bin an zwei Tagen 30 Kilometer durch die Seine-Metropole spaziert. Sollte jeder mal machen. Tut gut. Und wer tatsächlich mehr über meinen Egotrip nach Paris wissen will, sil vou plais: Le Egoiste-cest bon.

Soso. In Paris war er also!
Soso. In Paris war er also!

Der Kerl ist aber verdächtig oft in Darmstadt! Na klar bin ich das, denn ich arbeite dort. Sie wissen schon. Job, Geld verdienen, morgens fahr ich hin und abends fahr ich heim und das Montags bis Freitags. Das kann man auch ohne das iPhone wissen.

Was macht der denn so oft in Darmstadt?
Was macht der denn so oft in Darmstadt?

Gut, schauen wir weiter. Moment mal! Ich bin quasi NIE zu Hause! Glaubt man dem Bewegungsprofil und schaut Oppenheim an, dann bin ich quasi überhaupt nicht dort anzutreffen. Oder schalte ich etwa immer außerhalb von Oppenheim mein iPhone komplett aus, damit keiner merkt, wenn ich daheim bin. Wer mich als bekennenden Nerd kennt, der weiss, das mein iPhone quasi immer angeschaltet ist. Und ich bin auch TÄGLICH zu Hause – außer wenn ich in Paris oder für ein paar Tage auswärts bin – denn ich wohne hier. Und nun? Erkenntnis: So perfekt ist die Standortprotokollierung scheinbar doch nicht. Ui! Sollte das iPhone tatsächlich „fehlbar“ sein?

Also sowas! Der Kerl ist ja nie zu hause!
Also sowas! Der Kerl ist ja nie zu hause!

Aber es geht noch besser! Laut der Karte mit meinem Bewegungsprofil war ich durchaus oft in und um Herford. Dort sind viele Ortsmarken zu finden, die mein iPhone gespeichert hat. Einige dieser Ortsmarken sind dick dargestellt. Laut meinem iPhone war ich theoretisch also öfter oder länger in Herford als zu Hause in Oppenheim. Die Sache hat nur einen Haken. Ich war seit ich das iPhone 4 habe KEIN EINZIGES MAL in Herford oder auch nur in der Nähe. Ich bin auch nicht die Autobahn A2 an Herford vorbei gefahren, wobei es ja dann entlang der A2 weitere Ortsmarken geben müsste.

Ich war definitiv nicht in Herford!
Ich war definitiv nicht in Herford!

Fazit: Dass das iPhone ohne mich zu fragen meine Standorte aufzeichnet und damit ein Bewegungsprofil ermöglicht, finde ich nicht gut. Gar nicht gut! Ich würde gerne gefragt und dann selbst entscheiden. Aber deshalb jetzt ein riesen Geschrei anfangen? Echt nicht! Ich bin ein Technikfreak und Nerd! Ich starte einen Sport-Tracker wenn ich Laufen gehe und die Leute die es interessiert, können mir im Internet live zuschauen. Ich bin mir sicher KEINER guckt zu. Ich bin jemand der auf Facebook nicht die Klappe halten kann und dauernd postet und die Leute mit seiner Meinung behelligt. Und jetzt soll ich mich künstlich aufregen und Zeter und Mordeo schreien? Nö!!

Aber vor allem: Auch Dein Smartphone weiss was Du wann tust!! Oder glaubt ernsthaft jemand, diese Technik sei nur im iPhone vorhanden und wird nur von Apple verwendet?! Und eine Dreieckspeilung über Mobilfunkmasten funktioniert schon seit es Handys gibt und die „nur“ zum telefonieren taugten!

With or without you – mit oder ohne … U2

Es gibt so Lieder, die sind ebenso zeitlos wie geil! Die hörst Du einmal und dann vergisst Du sie niemals wieder! Mit anderen Worten es ist mal wieder Zeit für ein bisschen Musik auf der Stammhirnrinde. Eben habe ich den U2-Klassiker im Radio gehört: „With or without you“.

Nicht nur musikalisch ein toller Song. Auch der Text ist klasse, beschäftigt er sich doch mit der Dualität, den Licht- und Schattenseiten der Liebe. Das Lied beschreibt, dass Liebe Glück und Schmerz zugleich ist. U2 veröffentlichte den Song 1987 auf dem Joshua Tree-Album und er gilt als der meist gecoverte Song der irischen Band. Hier zunächst das Video und zwar eine ziemlich geile Live-Version. Und dann wie immer der Text zunächst im englischen Original und dann in Deutsch.

U2 „With or without you“ in Englisch

See the stone set in your eyes
See the thorn twist in your side
I wait for you
Sleight of hand and twist of fate
On a bed of nails she makes me wait
And I wait without you

With or without you
With or without you

Through the storm, we reach the shore
You give it all but I want more
And I’m waiting for you

With or without you
With or without you
I can’t live with or without you

And you give yourself away
And you give yourself away
And you give, and you give
And you give yourself away

My hands are tied, my body bruised
She’s got me with nothing to win
And nothing left to lose

And you give yourself away
And you give yourself away
And you give, and you give
And you give yourself away

With or without you
With or without you
I can’t live
With or without you

With or without you
With or without you
I can’t live
With or without you
With or without you

U2 „With or without you“ in Deutsch

Ich sehe deinen versteinerten Blick
und merke, wie tief der Stachel sitzt.
Ich warte auf dich.

Taschenspielertricks und Ironie des Schicksals
Auf einem Nagelbett lässt sie mich warten
Und ich warte ohne dich

Mit oder ohne dich
Mit oder ohne dich

Durch den Sturm erreichen wir das Ufer,
Du gibst alles, doch ich will mehr,
und ich warte auf dich.

Mit oder ohne dich
Mit oder ohne dich
Ich kann weder mit noch ohne dich leben

Und Du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf
Und Du opferst, du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf

Meine Hände sind gebunden, mein Körper zerschunden
Sie hat mich soweit, dass ich nicht gewinne
und auch nichts bleibt, das ich verlieren könnte.

Und Du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf
Und Du opferst, du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf

Mit oder ohne dich
Mit oder ohne dich
Ich kann weder mit noch ohne dich leben

Und Du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf
Und Du opferst, du opferst dich auf
Und Du opferst dich auf

Mit oder ohne dich
Mit oder ohne dich
Ich kann weder mit noch ohne dich leben
Mit oder ohne dich
Mit oder ohne dich

An der Übersetzung habe ich diesmal selbst Hand angelegt. Das was im Netz zu finden war, las sich arg holprig.