SchlagwortAngela Merkel

Rainer Brüderle hat sich den Depp des Tages verdient

Diesmal fällt die Wahl des „Depp des Tages“ leicht: Es ist Rainer Brüderle. Der FDP-Mann war so ehrlich zuzugeben, dass das Moratorium in Sachen Laufzeitverlängerung eine vor allem wahlkampftaktische Maßnahme war. Bitte versteht mich nicht miss! Ich habe sehr großen Respekt, dass Brüderle so kurz vor der Wahl für einen Politiker so erschreckend und doch angenehm ehrlich ist. Ich finde das gut.

Depp des Tages (Symbolbild: stock.xchng)
Depp des Tages (Symbolbild: stock.xchng)

Aber Mutti, Guido und viele andere schwarzgelbe Politiker sind ob dieser Ehrlichkeit natürlich garnicht begeistert. Ein ehrlicher Politiker?! Wo kommen wir denn da bitte hin! Einfach die Wahrheit sagen, aber das geht doch nicht! Das will doch der Bürger garnicht hören! Das Stimmvieh will doch belogen und verladen werden. Und da geht der Brüderle hin und ist einfach ehrlich und sagt wie’s ist. Ok der Brüderle rudert heute natürlich zurück, dafür sorgt sicher schon die Stallregie, die ihm jetzt Schadensbergenzung befohlen hat.

Aber stünde Ehrlichkeit denn der Politik nicht gut zu Gesicht?! Hätte Ex-Doktor zu Guttenberg beispielsweise seine Karriere retten können, wenn er direkt am Anfang der Plagiatsaffäre schonungslos ehrlich gewesen wäre? Oder wollen wir Bürger das wirklich nicht, ehrliche Politiker? Gute Frage, oder? Wenn Politiker gut und ehrlich wären, worüber sollten wir uns dann noch aufregen. Wie soll man an deutschen Stammtischen auf „die Politiker da oben“ schimpfen, wenn die tatsächlich anständige Arbeit machen und die Wahrheit sagen würden?

Also ich könnte auf das Aufregen und Schimpfen verzichten, wenn wir bessere Politiker hätten. Die gibt es, nur sind sie halt selten. Brüderle hätte meine Sympathie, wenn er zu der jetzt angeblich so mißverstandenen Aussage stehen würde.

Google Paranoia reloaded: Street View und die bösen Einbrecher

„Hurrrraaaaa es ist Sommerloch und trotzdem haben wir ein Thema um uns in den Medien anzubiedern.“ So jubelt in Berlin derzeit still und heimlich nicht nur Aigners Ilse, sondern ein Großteil der Politprominenz. Google Street View – oder besser der Feldzug dagegen – hält heute sogar Einzug ins Parlament. Nein nicht mit einem Kameraauto. Heute soll darüber debattiert werden, ob und wie man Gesetze für (oder eher gegen???) solche Geobilderdienste schmieden soll. Natürlich gibt’s den dazugehörigen Zoff unter den Politikern, auch in der Koalition. Schon gestern meldeten sich alle zu Wort. Unser aller Kanzlerin Merkel sagte, sie nutzt den Widerspruch nicht, findet ihn aber gut. Prima Angela, schön das Du das Ganze etwas entspannter siehst als so manche andere Ilse.  Politiker lieben es, Schreckgespenster an die Wand zu malen, um beim Stiemmvieh – also uns – Ängste zu schüren und dann mit nicht selten blindem Aktionismus oder markigen Sprüchen zu brillieren. Das Schreckgespenst in Sachen Google Street View sind seit Tagen die Heerscharen von Einbrechern, die die Straßenbilder auf Google bald für ihre Beutezüge ausnutzen. Aha. Dann schlüpfe ich jetzt mal in die Rolle eines Einbrechers, der Google Street View benutzt.

Ich tu mal so und gehe auf Beutezug

google-autoIch sitze also in meinem düsteren Versteck und schaue mir auf meinem 30-Zoll-Monitor Häuser an, in die ich einbrechen will. Schnell habe ich ein paar lohnende Objekte ausgespäht. Und los gehts. Beim ersten Objekt gelingt es mir, die Haustür recht schnell zu öffnen. Ein kleines Kind steht vor mir und ruft laut „Papa, wer ist der Mann hier?!“ Mist, hier wohnen ja Leute und sind auch noch zu Hause. Eh das Papa, den ich schon die Treppe runter poltern höre, nachschaut, wer der Mann ist, ergreife ich die Flucht. Aber zu spät, Frau Mama kam aus der Küche und hat mich gesehen. Das Haus sah so lohnend aus auf Google Street View, aber dass ich auch wissen muss, wann die Leute daheim sind – ich arbeite am liebsten ungestört – daran habe ich nicht gedacht.

Auf zum nächsten Objekt. Es ist schon dunkel und es brennt kein Licht. Es scheint niemand daheim zu sein, oder die Leute schlafen schon. Also klettere ich über den Zaun … und wenige Sekunden später fegt ein Schäferhund heran und verbeißt sich in meiner Wade. Das tut ehrlich gesagt ziemlich weh und der Hund macht auch keine Anstalten, loszulassen. Irgend wann tut er es doch und ich schleppe mich blutend von dannen. So ein Scheiß, dieser blöde Köter war auf dem Bild in Street-View nicht zu sehen.

Street View taugt nichts für Einbrecher

Ok, beenden wir das kindische Rollenspiel und betrachten wir die Einbruchstauglichkeit von Google Street View mal sachlich. Ein bloßes Bild genügt nicht als Information für die Planung eines Einbruches. Der Kriminelle wird das Objekt viel eher selbst ausspähen und zwar ein paar Tage. Zum einen wird er wissen wollen, ob es Hunde oder andere Störfaktoren wie sehr neugierige Nachbarn gibt. Zum anderen wird er den Lebenswandel der Bewohner erforschen wollen. Nur wenn er weiß, wann in der Regel niemand daheim ist ( z.B. die Eltern auf der Arbeit, die Kinder in der Schule), kann er ungestört zuschlagen. Street View zeigt nicht nur nichts, was der Einbrecher nicht auch vor Ort sieht, es zeigt sogar viel weniger. Denn der Einbrecher wird sich aus der Nähe auch Türen, Schlösser und Fenster ansehen, um zu wiessen, ob er leicht in das Objekt einbrechen kann oder ein gut passiv geschütztes Haus vor sich hat.

Fazit: Street View ist beinahe der harmloseste Dienst von Google

Street View zeigt mein Haus – wenn überhaupt Oppenheim als Provinzstadt mal in Street View auftaucht – so, wie es jeder sehen kann, der daran vorbeifährt oder geht. Google ist sicher froh, das es wegen Street View derzeit soviel Kloppe bekommt. Denn das lenkt von den ganzen anderen Diensten und Funktionen ab, mit denen der Suchmaschinenkrake echte und werthaltige Daten von uns in sich hinein frißt. Google Kalender kennt unsere Termine, Google Mail unsere Mals, Google Docs weiß, was wir in Texten schreiben und Google-Tochter YouTube kennt unsere Vorlieben in Sachen Video. Aber nicht nur Google sammelt. Facebook liebt uns auch nur wegen unserer Daten. Laut Umfrage sind 52 Prozent der Deutschen dagegen, dass ihre Häuser in Street View zu sehen sind. Von diesen 52 Prozent werden sicher unzählige Leute dabei sein, die massive Datendiarhoe haben und im Internet treudoof jedes leere Formularfeld mit ihren Daten füttern. Google ist aber eben derzeit der größte Datensammler.

Google hat ein Motto: „Dont be evil!“ Sei nicht böse. Dazu passt dieses Video:

Der große Vorteil der Paranoia

Der große Vorteil der Paranoia ist, wir haben in der Redaktion dadurch Themen satt. Mein Artikel in Sachen Angela Merkel und Street View lief gestern richtig gut und klickte massiv.

Günther Oettinger: Englisch wird die Arbeitssprache – OH SHIT!

Jaja, die Angela die hat ihn nach Brüssel wegbefördert, den Günther. Der kleine Schwobelackel hat ihr wohl zuviel rumgestänkert. Und der Günther der ist wirklich vorausschauend, denn er sagt „Englisch wird die Arbeitssprache!“ Ja sogar der Arbeiter an der Maschine spricht bald nur noch Englisch. „Give mir mol the Schraubeschlüssel“. Aber der Günther, der hat nicht nur Recht. Nein der geht auch gleich als leuchtendes Beispiel voran und zeigt uns eindrucksvoll, wie es geht! Schaut selbst:

Falls ich beim Schlapplachen hyperventilieren sollte, könnte mir jemand ein Schlückchen Sauerstoff spendieren! Mann o Mann, da macht man sich ja in die Hose vor lachen! Das jemand so standhaft peinlich ist! Und dem Oettinger gebe ich – natürlich in Englisch – den wohlgemeinten Rat: „If you not Englisch gut babbele can, better you halt the Schauze.“  Oettinger hat sich mit diesem Auftritt wahrhaftig den Titel „Depp des Tages“ redlich verdient.

Fickt Euch! Mit freundlichen Grüßen Arnold Schwarzenegger

Fickt Euch - Mit freundlichen Grüßen Arnold Schwarzenegger.
Fickt Euch - Mit freundlichen Grüßen Arnold Schwarzenegger.

Der Mann ist mir sympathisch.  Der hat doch nocht richtig Spaß im Job! Weil das Kalifornische Unterhaus ihn trotz wichtiger und nötiger Reformen nur mit belanglosen Anträgen und Vorlagen behelligt, die er abzeichnen soll, hat Arnie diesem Gremium unlängst mal ganz offiziell gesagt: „Fickt Euch!“ Ok, ok. Das offizielle Schreiben enthüllt dieses recht direkte Kommentar erst auf den zweiten Blick. Auf den ersten liest es sich sehr förmlich und korrekt.

Aber schaut Euch das Bild an und sagt dann mal ehrlich: Kann sowas Zufall sein? Mir geht es da wie Leroy Jethro Gibs in der TV-Serie Navy CIS: Ich glaube nicht an Zufälle! Respekt Arnie. Soviel Schneid hat hierzulande keine/r. Oder denkt ihr, unsere frisch gewählte Bundes-Angie würde mal sowas sagen wie: „Meine Damen und Herren, hohes Haus, lecken Sie mich doch alle am Ar….!“

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