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Sportpoppen Leistungsvögeln und Hürdensex – das soll Spaß machen?

Betrachtet man, wie die schönste Sache der Welt – ja ich rede von Sex – im Internet ihren Niederschlag findet, dann stellt sich das mit der „schönsten Sache“ meist schnell in Frage. Sex soll doch Spaß machen und zwar beiden oder allen Beteiligten. Ok, die Evolutionspuristen mögen dem biomechanischen Vorgang der Kopulation nur die Bedeutung der Fortpflanzung sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung der Menschheit beimessen. Und auf die in letzter Zeit publik gewordene Interpretation und Umsetzung von „Seiet frutchbar und mehret euch“ durch die Kirche, möchte ich hier nicht näher eingehen. Also nochmal. Wenn Männlein und Weiblein (jaja, auch gleichgeschlechtliche Paare seien hier nicht ausgenommen, aber das ist eben nicht mein Ding) miteinander unter eine Decke schlüpfen, dann soll es ihnen doch Spaß machen.

Sex soll Spaß machen.
Sex soll Spaß machen.

Aber schaut man die einschlägigen Werbseiten an, die ja angeblich niemand kennt geschweige denn anklickt, die aber dennoch nicht über Besuchermangel klagen können, was sieht man da? Nach Spaß sieht das nicht aus, eher nach Sportpoppen, Leistungsvögeln, Wettf***en und Hürdensex. Man möge mir die Wortwahl verzeihen, aber es ist doch so! Das was da zu sehen ist, kann doch keinen Spaß machen, auch wenn die Darsteller mit entsprechenden Geräuschen und teilweise aberwitzigen Kleinstdialogen genau diesen Eindruck zu vermitteln versuchen.

Der geneigte Leser mag sich jetzt fragen: „Wie kommt er denn heute auf dieses Thema?“ Das iPad ist schuld. Ich schaue mir immer wieder mal an, was es so an neuen Apps gibt. Und gestern Abend entdeckte ich eine Gratis-App namens „iKamasutra“.  Kostenlos darf man in der App dann 20 tolle Stellungen bestaunen. Wenn man die kostenplfichtige Version für 2,39 Euro nimmt, gibt es alle 140 Sexstellungen, die das Kamasutra kennt.

Eine "ToDo-Liste" für Sex? iKamasutra.
Eine "ToDo-Liste" für Sex? iKamasutra.

Ich die Gratisversion der App natürlich runter geladen und angeschaut. Als Journalist ist Mann ja neugierig.  All zu auf- und anregend ist das, was dort zu sehen ist nicht. Neben der grafickschen Darstellung erläutert eine englische Beschreibung, wie die jeweilige Stellung halbwegs unfallfrei zu bewerkstelligen sein soll, wie anstrengend sie ist und wer der Beiden was und wieviel davon hat. Und bei manchen der vorgeschlagenen Stellungen dachte ich mir wieder: „Das soll Spaß machen?“ oder auch „Den Knoten kann nur ein Chiropraktiker wieder lösen.“ So dann will ich mal wieder die Brücke zum Thema Sportpoppen, Leistungsvögeln, Wettf***en und Hürdensex schlagen.

Was ich bei der App echt witzig aber nicht sexy finde ist zum einen die Möglichkeit, anzuklicken, ob man eine Stellung schon probiert hat oder nicht. Dann kann man sie als Favorit markieren. Und – Achtung – man kann Sie auf eine ToDo-Liste setzen. Getreu dem Motto: „Ach Liebling, heute Nacht müssen wir noch ‚Teelöffel‘, den ‚gespreitzen Adler‘ und den ‚Tänzer‘ abarbeiten. Wenn wir dann noch nicht platt sind, können wir ja auch nochmal sehen, ob wir endlich die ‚Bogenbrücke‘ zu Ende gevögelt bekommen.“

Och nö! Anfänger oder Meister?
Och nö! Anfänger oder Meister?

Und wenn man diese ganzen Stellungen gemeistert hat, ja dann bietet iKamasutra sogar eine Benotung oder Bewertung der Sportler an. Auf einer Skala sieht man dann bei jeder Stellung, ob man noch Anfänger (Novice) ist oder wie weit man es schon auf dem Weg zum Meister (Master) gebracht hat. Wie das ganze bewertet wird, ist mir schleierhaft. Oder zählt diese App einfach nur die häufigkeit, mit der man in entsprechender Position koitiert hat?!

Also ich empfehle statt Sportpoppen, Leistungsvögeln, Wettf***en und Hürdensex einfach „Liebe machen“. Lasst iKamasutra und ähnliche Apps und Dinge und auch das ganze Zeug im Internet außen vor und habt einfach Spaß aufeinander. Ok, vielleicht nicht jetzt im MOment bei dieser Affenhitze….