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Das Über-Mega-Hyper-Ultra-Deutschland-WM2010-Fan-Auto und andere Farbenspiele

Gestern war es soweit. Als ich joggen war, hab ich es gesehen! Das Über-Mega-Hyper-Ultra-Deutschland-WM2010-Fan-Auto! Da ich wie gesagt joggen war, hatte leider ich nichts zum fotografieren mit und habe mir daher eine Art Symbolbild von Max Duckwitz geliehen. Aber das Auto, dass ich gestern sah, muss ich halt beschreiben. Es handelte sich um einen nicht mehr ganz jungen Audi Kombi in Jadegrün. Die Motorhaube war vollständig mit aufgeklebter Lackfolie in eine riesige Deutschlandfahne verwandelt worden. An den Fenstern der Türen jeder Seite waren jeweils vier dieser Fenster-Deutschlandfahnen angebracht. Eine fünfte Fahne steckte auf der Stabantenne auf dem Dach. Auch auf jeder Tür war jeweils auch mit Lackfolie oder vielleicht auch Magnetfolie eine weitere Deutschlandfahne aufgebracht. Und innen im Heckfenster war die Nationalfahne als Stofffahne aufgehängt. Selbstverständlich waren auch diese „Deutschland-Kondome“ über die Außenspiegel gestülpt. Also ein durch und durch total verdeutschtes Auto. Das ein Fan bereitwillig die Mehrkosten in Kauf nimmt, die die neun externen Fahnen durch den höheren Spritverbrauch verursachen. Und in den Straßengräben siegt man schon wieder diese Fahne im Dreck liegen, wenn der Fahrwind seine Opfergabe eingefordert hat und das entsprechende Auto nur noch mit einem leeren weißen Stab am Fenster weiter fährt.

Autos mit deutschen Fahnen und nationalem Schmuck zu überfrachten ist während der WM 2010 der neue Trend (Bild: Max Duckwitz)
Autos mit deutschen Fahnen und nationalem Schmuck zu überfrachten ist während der WM 2010 der neue Trend (Bild: Max Duckwitz)

Aber damit nicht genug. Komm ich doch heute ins Büro – heute spielt Deutschland gegen Serbien während der Arbeitszeit – sitzen zwei Kollegen im deutschen Fußballtrikot da. Auf einem der Aktenschränke ein Fanschal. Ein andere Kollege kommt rein und meint „Na, habt ihr den Altar schon aufgebaut!“ Und dann monieren die Kollegen, dass ich keinerlei Deutschtümelei am Leibe trage, sondern nur mit Jeans und schwarzem T-Shirt bekleidet bin. Wenigstens mein neues Spielzeug habe ich dann mal ein wenig in adäquate Farben getaucht, quasi als Friedensangebot. Sagt der Kollege „Na das ist ja mal ein Anfang“.

Wenigstens mein neues Spielzeug trägt heute die richtigen Farben
Wenigstens mein neues Spielzeug trägt heute die richtigen Farben

Dieses extrovertiere Fan-Sein ist halt mal nicht so mein Ding, zumal mir Fußball sonst eigentlich auch sowas von dermaßen am A…lso ihr wisst schon vorbei geht. Ok, sollten Jogis Jungs in Südafrika tatsächlich ins Finale kommen, dann verspreche ich, dass ich als voll ausgestatteter Fan beim Public Viewing auftauche. Trikot-Shirt, Fahne, Vuvuzela (hab ich schon) und was man da noch so braucht. Dann zieh ich mir meinet wegen auch Schwarz Rot Goldene Unterwäsche an. Bis dahin hoffe ich mal, dass unsere Mannschaft heute gegen Serbien gewinnt.

Wer wird Fußballweltmeister? Scheißegal ….

Ich gebe es ganz offen zu. Ich habe keinen blaßen Dunst von Fußball. Und ich schäme mich nicht mal dafür! Nein ich kann nicht erklären, was eine Abseitsfalle oder eine 3-4-3er-Kette ist. Ich dachte immer ein Libero hat was mit italienischen Büchern zu tun. Ich kenne weder alle Spieler noch die Rangliste von irgendeiner Liga. Aber jetzt ist WM 2010 und natürlich hoffe ich, das Deutschland gewinnt, denn die haben ja „Die vielleicht beste Bank aller Zeiten„. Ja ich werde sogar an der öffentlichen Aufbahrung von Leichen teilnehmen, dass ist nämlich die originäre Bedeutung des eingedeutschten Wortes „Public Viewing“. Aber eigentlich bringen Sven & Co meine Einstellung ganz gut rüber. Guckstu hier:

Und wieder treibt jemand die Netzsperren-Sau durchs Dorf

Kaum war diese Debatte über die Netzsperre für Seiten mit Kinderponrografie bei uns vom Tisch und durch die Maxime „Löschen statt sperren“ ersetzt, da treibt die EU in der Gestalt von Eu-Kommissarin Cecilia Malmström diese Netzsperren-Sau abermals durchs Dorf. Der Spiegel nennt sieben gute Gründe dagegen. Auch Die Zeit erklärt, warum das Konzept nichts taugt. Wenn ich das so lese, was die Befürworter der Sperren da so sagen und denken, dann bestätigt sich die Erkenntnis, dass die einfach keine Ahnung haben. Lies „Und wieder treibt jemand die Netzsperren-Sau durchs Dorf“ weiter