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Wetten das..? Ich machs! Doch! Ernsthaft! Ich machs!

Bei den ganzen TV-Promis und denen die sich dafür halten, ist es ja gerade echt totaaaal angesagt, dem ZDF bezüglich der Moderation von Wetten das..? abzusagen. Es sagen ja vor allem auch die ab, die das ZDF noch garnicht gefragt hat (und auch nicht fragen würde???). Die Dschungel-Pest Sonja Zietlow und Dirk Bach beispielsweise haben abgesagt. Und auch die Geißel der Volksmusik Florian Silbereisen sagt „I moch’s ned“ weil er selbst für Unterhaltung sorgen und nicht nur welche ankündigen will. Was der Unterhaltung nennt fällt meiner Meinung nach unter das Folter-Verbot!! Auch Günther Jauch, der Traum aller Schwiegermütter, der sich erfolgreich dem älter werden zu verweigern scheint, weil er sich mit 25 schon kleidete als wäre er 50, machts nicht.

Und so geht’s weiter. Kai die alte Pflaume hat abgesagt. Die Barbera Schöneberger singt jetzt zwar, macht’s aber auch nicht. Hape Kerkeling hat ja in der letzten Sendung dem ZDF einen Korb gegeben, wobei ich mir den gute hätte vorstellen können. Gottschalk sei Dank, hat das Labertaschengeschwader Jörg Pilawa, Markus Laber-Lanz und Johannes B. Ich-könnt-kotzen-wenn-ich-den-seh-Kerner auch abgesagt. Solche Vögel wären der sichere Tod für ein Sendeformat wie Wetten das..? das sowieso schon im Sterbebett liegt und nur vom großen Blonden im Zustand der Dauerreanimation gehalten wurde.

Wetten das...? Ich machs!
Wetten das...? Ich machs!

Aber die Rettung für Wetten das…? naht! Ich machs! Mich hat das ZDF zwar auch nicht gefragt, aber ich sage nicht öffentlich ab, sondern zu! Ich machs! Für das ZDF hätte es nur Vorteile, wenn ich Wetten das…? moderiere! Hier mal die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Ohne Probleme könnte ich mir alle zwei Monate Samstagabends die Zeit nehmen. Besser ich stehe in der Glotze, als dass ich davor hocke.
  • Ich sehe unglaublich gut aus. Bin telegen, charmant, galant, wenn gewünscht auch sowas von elegant.
  • Ich kann sehr gut und viel reden. Ich könnte den Teufel in eine Badewanne mit Weihwasser hinein und die Hunziker aus ihrem Fummel heraus schwätzen.
  • Ich würde mich auch nicht scheuen komische Klamotten anzuziehen, wobei man das Sendekonzept ja sowieso mal modernisieren sollte.
  • Aber der wichtigste Vorteil ist: Mich kennt keine Sau! Ich bin ein völlig unbekanntes und damit unverbrauchtes und unverdorbenes TV-Gesicht. Ich habe noch keine Flur- und Kolateralschäden in der Fernsehunterhaltung angerichtet, so wie die meisten der Kandidaten, die bisher ungefragt oder gefragt abgesagt haben.

Also lieber Markus Schächter. Ich freue mich auf ihren Anruf. Ich machs! Und über das Honorar werden wir uns sicher auch einig. Ich bin recht bescheiden. Gottschalk soll pro Sendung ja 200.000 € bekommen haben. Ich würds für 70.000 € … ok sagen wir für 50.000 € pro Sendung machen. Gerne besuche ich Sie, lieber Herr Schächter, zu einem Vorstellungsgespräch auf dem Lerchenberg. Von Oppenheim isses eh nicht weit, noch ein Vorteil.
🙂

Ein moppeliger Lachsack, Cellulite unter der Dusche und anderer telegener Ekel – fertig ist das RTL Dschungel-Camp

Letztes Jahr schrieb ich „Der Untergang des Abendlandes ist blond, blöd und hat viel zu dicke Möpse“. Aber wenn ich derzeit so im Fernsehen zappe, dann ist der schlimmste Trash zweifelsohne das Dschungel-Camp: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, das mittlerweile in der fünften Staffel läuft. Der Scheiß muss ja wohl Quote bringen, sonst würde dieses „Big Brother im Grünen“, diese Show, die eine billige Mischung aus Schadenfreude, Sadismus und Voyeurismus ist, ja nicht schon wieder gesendet.

Hilfe ich bin kein Star holt mich aus der Versenkung
Hilfe ich bin kein Star holt mich aus der Versenkung

Wieder einmal treiben sich da Möchtegern-Promis im RTL-TV-Dschungel herum und dürfen sich zum Ergötzen der Zuschauer allerlei Unsäglichkeiten unterwerfen und vor allem zum telegenen Deppen machen. Es sind wie immer die C-Promis oder eher D-Promis, die mit der Teilnahme verzweifelt gegen die Irrelevanz und Unprominenz ankämpfen. Und andere Medien holen sich mit Berichterstattung über diesen TV-Trash auch noch ein paar Quoten, Klicks oder Auflagen ab.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, dass ich keine Ahnung habe, wer „Wedding Planner“ Froonck Matthée, Sänger Jay Kahn oder Model Sarah Knappik ist? Echt?! Macht nix, ich will auch gar nicht wissen, wer das ist! Sogar eine von den Jacob Sisters ist ohne Pudel in die australische Hölle gezogen.

Aber wieso funktioniert dieses Format? RTL bedient wie schon erwähnt die Schadenfreude und den Spanner im Publikum. Die Fans der Sendung sehen gerne zu, wenn sich jemand auf erniedrigende Weise zum Depp macht. Zudem dürfen die Zuschauer auch selbst ein bisschen ihrem Sadismus frönen, indem sie mitbestimmen, wer die nächste Ekelhaftigkeit als „Dschungelprüfung“ über sich ergehen lassen muss. Da darf Alt-68er Rainer Langhans wie „Schneewittchen im Kakerlaken-Sarg“ liegen. Wir erfahren „Sarah schluckt fast alles“ und „Indira & Mathieu nehmen den Mund voll“ während Jay fragt „Wo kann ich jetzt k…?“

Vom Knackarsch bis zur Cellulite - die Zuschauer dürfen sogar beim Duschen zusschauen.
Vom Knackarsch bis zur Cellulite - die Zuschauer dürfen sogar beim Duschen zuschauen.

Zwischendurch dürfen wir Zuschauer den Kandidaten beim Duschen unter einem Wasserfall zugucken. Toll! Mal ein Knackarsch mal eine Ansammlung von Cellulite und es läuft Wasser drüber. Wer bitte will das sehen? Die „Mitwirkendenverträge“ sind indes ziemlich hart, denn sie regulieren sogar, wie die Teilnehmer aufs Klo dürfen.  Wer zu früh aufgibt, verliert zudem Geld.  Vor zwei Jahren hat die ZDF-Sendung Frontal 21  mal einiges entlarvendes zu diesem gefährlichen, wilden und urwüchsigen Dschungel-Camp gezeigt und hinter die ach so authentischen Kulissen geblickt.

Und dann die beiden Moderatoren! Da wäre zunächst ein zu kurz geratener, massiv adipöser Lachsack, dessen Garderobe quasi den multiplen Orgasmus des schlechten Geschmacks darstellt. Dirk Bach kann außerhalb dieses unsäglichen Dschungel-Camps beinahe gut sein. Aber das da? Ja und dann die verbale Massenvernichtungswaffe Sonja Zietlow, die sich einst bei Sat 1 durch nachmittäglichen Talkshow-Terror laberte. Diese beiden sind die wahre Dschungelprüfung und zwar für den Zuschauer, denn dieses Duo ist ja wohl kaum zu ertragen.

Adipöser Lachsack und blonde Nervensäge.
Adipöser Lachsack und blonde Nervensäge.

Immer wenn ich beim Zappen über diese Fernsehkloake stolpere, fällt mir prompt wieder Hermann van Veens Lied „Und wenn die ganze Erde bebt“ ein. Hier der Text:

Herman van Veen – Und wenn die ganze Erde bebt

Jeden Abend denk ich beim Spazierengehn:
Warum ist hier draußen kein Mensch zu sehn?
Doch die Nachbarn interessiert kein Abendstern;
alle sehen, wie ein Blick durchs Fenster zeigt, nur fern.
Ausgezehrt und ausgelaugt und ausgebrannt;
Haus für Haus starrt alles wie gebannt.
Und beweisen die Bilder auch das Gegenteil:
In den Zimmern ist und bleibt die Welt noch heil.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.

Jede Wohnung ist ein isolierter Raum,
und durch die vier Wände dringt kaum ein Traum.
Man man sieht und sieht, und was man sah, vergißt man prompt.
Es wird alles aufgesehn, was auf den Bildschirm kommt.
Da ist kein Platz mehr für Liebe und Begeisterung,
da stirbt jede Diskussion bei Alt und Jung.
Das einzig Frische hier ist höchstens noch das Bier,
und die Phantasie bleibt draußen vor der Tür.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.

Eines abends kommt das Fernsehpublikum,
ohne das es etwas merkt, plötzlich um.
Nicht durch Langeweile oder Ungeduld;
es wird von einer fremden Macht ganz einfach eingelullt.
Durch gezielte ständige Berieselung
mit Pessimismus schwindet schnell der letzte Schwung.
Ein Schuß Rassismus; wenn der noch was übrig läßt:
Ein Schuß Zynismus gibt allen dann den Rest.

Und wenn die ganze Erde bebt,
das Fernsehvolk bleibt unberührt,
weil der, der nur am Bilschirm klebt,
die Wirklichkeit nicht mehr spürt.