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Zwei Kirchen zwei Chöre ein einziger Genuss

Am Samstag war ich quasi weitestgehend in Sachen Chormusik unterwegs. Um elf Uhr hat sich unser Chor Harmonie im Takt in der katholischen St. Bartholomäus-Kirche in Oppenheim getroffen. Tobias und Nicola, zwei Mitglieder unseres Chors, haben geheiratet und wir haben für Sie „Kein Feuer, keine Kohle“ und „Von guten Mächten“ gesungen. Beides ist uns ausgesprochen gut gelungen, darf ich mal voller Stolz sagen. Das erste Stück haben wir zu Instrumentalbegleitung aus der Konserve (CD) gesungen. Das zweite dann begleitet von der Orgel. Es hat viel Spaß gemacht.

Katharinenkirche
Katharinenkirche

Abends um 19 Uhr bin ich dann in die St. Katharinen-Kirche gepilgert, wo der Malone University Chorale aus Canton Ohio ein Konzert gegeben hat. Ich hatte meine kleine Videokamera mitgenommen und habe drauf gehalten. Der Film ist nichts besonderes, denn bei schlechtem Licht macht die Kamera auch nur schlechte Aufnahmen und die Audioqualität ist auch mehr als bescheiden. Zudem musste ich die Kamera am halb ausgestreckten Arm am Kopf des Typs vor mir vorbei halten. Deshalb ist das Ganze auch ziemlich verwackelt. Aber schaut Euch das Video an! Ich glaube es vermittelt dennoch einen Eindruck, was für ein tolles Erlebnis dieses Konzert war.

Dieser Chors der Malone Universität widmet sich ausschließlich christlichem Liedgut. Sinn und Zweck des Ganzen ist die Lobpreisung des Herrn, um es mal frei übersetzt von deren Webseite zu sagen. Daher hörten wie viele Choräle, Spirituals und Gospel. Die Stimmen dieser 60 jungen Männer und Frauen in der Katharinenkirche. Das war ein faszinierendes Klangerlebnis. Vor zehn Jahren hätte man mich mit solcher Musik jagen können, aber jetzt saß ich da in der Kirche und hatte fast Tränen in den Augen, so schön war dieser Gesang.

Der Chor macht eine kleine Tour durch Europa und das Konzert in der Katharinen-Kirche war das erste Gastspiel auf dieser Tour. Ich bin am Freitag zufällig bei der Allgemeinen Zeitung über die Ankündigung des Termins gestolpert. Leider stand in der Ankündigung weder wann noch wo das Konzert in Oppenheim stattfindet. Aber dank Google hatte ich schnell die Internetseite des Chors und dort den Tourplan gefunden. Und Samstags stand es dann in der Druckausgabe. Hier der Artikel aus der AZ über das Konzert. Dieses Konzert hätte sich sicher auch für einen Videobeitrag bei der AZ angeboten. Die VJs der AZ hätte sicher einen um ein vielfaches besseren Film produziert, als ich da zusammen gestümpert habe. Geld für eine gescheite Ausrüstung müsste man haben …

Sin Nombre – für mich die Entdeckung des Monats in Sachen Musik

Am 29. April ist bei uns der Film Sin Nombreangelaufen. Ich war noch nicht drin, will und werde aber auf jeden Fall rein gehen. Auf der Webseite zum Film (www.sinnombre-derfilm.de) lief eine Hintergrundmusik, die mir direkt ins Ohr rein ging und seit dem nicht mehr raus. Also bin ich direkt auf die Jagd gegangen und habe diese Melodie auf dem Soundtrack gefunden. Nach dem Hören der „Appetithappen“ des Soundtracks habe ich mir diesen sofort über iTunes gekauft. Bevor ich etwas zu dem faszinierenden Soundtrack sage – für mich die Entdeckung des Monats in Sachen Musik – hier erst mal der Trailer zum Film, damit ihr wisst, worum es geht.

Ok zurück zum Soundrack von Sin Nombre.Was mich auf der Webseite so fesselte war der Klang eines Bandoneons. Im Vergleich zu dem recht harten Thema des Films eine schöne, weiche, zarte aber auch rhythmische  Musik, die da auf der Webseite lief. Und der Soundtrack ist in diesem Stil gehalten. Der ganze Soundtrack erinnert sehr stark an spanische und lateinamerikanische Folklore. Das Bandoneon ist oft zu hören und filigran gezupfte Gitarren. Auch so etwas wie ein Cembalo ist zu hören. Auch Trompeten, die sehr mexikanisch anmuten, sind dabei. Der Klang der Musik ist wirklich fesselnd.

Flamenco und Tango

Obwohl ich kein Musikexperte bin, kann ich sagen, es tauchen Motive von Flamenco und Tango Argentino auf. Und da es sich um Filmmusik handelt, haben einige Stücke, die Spannung und Dramatik untermalen sollen, auch den nötigen und genau passenden orchestralen „Bombast“ zu bieten. Dennoch wirkt das ganze nicht überladen. Das Orchester greift die folkloristischen Melodien auf und gibt dem ganzen die filmische Fülle.

Musik die in die Füße geht

Ich habe das Album erstmals mit dem iPhone und Kopfhörern nachts im Dunkeln beim Spaziergang mit dem Hund entlang der Mosel (in Lehmen) gehört. Zum Glück war es Dunkel und ich alleine. Denn das Album geht in die Füße macht irgendwie Lust zu tanzen. Während andere das können – ok ich habe irgend wann mal einen Tanzkurs gemacht – darf ich nur sagen, dass ich mich zu der wunderschönen Musik irgendwie bewegt habe. Wie gesagt, es war dunkel und mein Hund Giacomo lacht mich dankenswerter Weise nie aus.

🙂

Ok, also, das Album ist wirklich wundern schön und klasse. Auch im Auto schön laut ein wahrer Genuss. Nachdem ich es bereits zum dritten mal gehört habe, muss ich noch mal sagen, für mich ist Sin Nombre die Entdeckung des Monats in Sachen Musik. Schon alleine vom Soundtrack her muss der Film genau so gut sein.