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Google Paranoia – der tolle neue Gratisdienst von Google

Google hat jetzt für Deutschland einen neuen Dienst angekündigt, der auch direkt gestartet wurde: Google Paranoia!

Google Paranoia - der tolle neue Gratisdienst von Google!
Google Paranoia - der tolle neue Gratisdienst von Google! (Montage: Andreas Bild: stock.xchng)

Den Eindruck habe ich, seit Google angekündigt hat, dass noch dieses Jahr Google-Street-View in Deutschland an den Start gehen wird. Die zwanzig größten deutschen Städte sollen wir bald aus Straßensicht bestaunen können. Das sind Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Einfach mal die Klappe halten – oder eben nicht…

Kaum hat der Suchmaschinengigant das offiziell angekündigt, meldet sich jeder offizielle, semioffizielle und auch jeder irrelevante Bedenkenträger zu Wort. Ob es Hamburgs Google-Jäger … äh Verzeihung … Datenschützer Johannes Caspar ist, der sich überrascht zeigt und erklärt „Meine Bedenken, das komplexe Widerspruchsverfahren so kurzfristig in Gang zu setzen, wurden leider nicht berücksichtigt.“ Oder Bundesdatenschutzwachhund Peter Schaar, der mindestens eine Telefonhotline von Google fordert. Thomas de Maizière AKA Bundesinnenminister meldet sich ebenfalls zu Wort und phrasendrischt im Spiegel: „Wir müssen sehr sorgfältig darauf achten, wann Quantität in Qualität umschlägt und aus etwas Normalem, der Blick auf eine Häuserfassade mit Klingelschildern und Briefkästen, ein weltweit möglicher Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen werden kann“. Natürlich stimmt auch Aigners Ilse im Chor der Google-Street-View-Paranoiker ein Liedchen an und droht mit „scharfen Kontrollen“. Auch CDU-Mann Wolle Bosbach heischt nach einem Schlagzeilchen, indem er sich vorstellen kann, dass von der Widerspruchsmöglichkeit rege Gebrauch gemacht wird.

Google-Street-View für’s Regierungsbashing

Die Opposition nutzt das Ganze als Vehikel zum Regierungsbashing und sagt, die Regierung habe sich vom Start von Street-View überrumpeln lassen. Liebe Opposition, schon im Januar wurde mehrfach gemeldet, das Google sehr wahrscheinlich im Herbst an den Start geht. Demnach hat sich die Regierung also acht Monate lang überrumpeln lassen.

Aber auch andere Bedenkenträger wittern jetzt die Gelegenheit, um endlich mal in die Zeitung zu kommen. Hamburgs Grundeigentümerverband drängt im Hamburger Abendblatt darauf, den von Google angebotenen Vorabwiderspruch fleißig zu nutzen. Auch all die ganzen Argumente, die die letzten Wochen und Monate bis zum Erbrechen medial durchgekaut wurden, werden wieder aufgewärmt. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) beispielsweise kocht die Panikmache vor den Einbrechern nochmal auf. Einbrecher erwarten Google-Street-View sehnsüchtig, um ihre Beutezüge vorzubereiten. Man kann ein Haus natürlich nicht ausspionieren, wenn man es selbst vor Ort anschaut und dabei viel mehr sieht als in Street-View. Ohne Street-View zu nutzen, geht der moderne Einbrecher heute nicht mehr zur Arbeit.

Google-Bashing bringt Popularität, Auflage und Quote

Gerade bei Politikern ist Google-Bashing richtig en vogue, kann man damit doch regelmäßig in die Presse kommen, ohne wirklich etwas dafür leisten zu müssen. Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ist das beste Beispiel, denn die gute Frau treibt jede Sau durchs Mediendorf, auf der Google steht. Auch der medienverliebte Peter Schaar meldet sich zu jeder passenden Gelegenheit in Sachen Google und vieler anderer Themen zu Wort und reitet auf Allgemeinplätzen rum. Aber damit nicht genug. Alle Medien ballern die Kritik an Google fettschlagzeilig oder auf prominenten Sendeplätzen raus, was das Zeug hält. Schließlich bringt die Panikmache vor dem bösen Suchmaschinenkraken ja Auflage und Einschaltquote. Ja was glaubt ihr wohl, warum ich hier darüber berichte? Der Shit klickt auch gut!

😉

Google komm und fotografier meine Hütte aber lass die Finger von meinen Daten!

Liebe Firma Google. Ihr dürft mein Haus von mir aus gerne im Vorbeifahren fotografieren und dann auch in Google-Street-View zeigen. Die gelbe Fassade und der ungepflegte Vorgarten sind für jeden sichtbar und langweilig. Dass ihr das tut, das finde ich harmlos. Viel schlimmer aber finde ich das, was ihr mit unseren Daten macht, die ihr mit Google Mail, Google Wave (ok, das ist ja bald tot), Google Docs, Google Kalender und all den anderen Gratisdiensten abgreift. Deshalb nutze ich keinen dieser Dienste. Aber komischerweise sind diese Dienste zu abstrakt, als das unsere mediengeilen Politiker und Bedenkenträger dagegen so regelmäßig zu Felde ziehen, wie gegen Street-View. Aber so ein Kameraauto, dass durch die Straßen fährt, dass ist was konkretes und tatsächlich (an-) fassbares, dagegen kann man wettern und das auch dann, wenn man von der ganzen Materie keine Ahnung hat.

Ich berate Dr. House Paris Hilton steht auf mich und ich bin böse

Unlängst riefen mich die Fox-Studios aus Hollywood an, ob ich Interessen an einer leitenden Rolle in der Serie Dr. House habe. Die Proben mit Hugh waren ganz nett, das fand auch die US-TV-Zeitschrift TV Guide. Mal sehen, wenn die Gage stimmt …

Es ist nicht Lupus!
Es ist nicht Lupus!

Außerdem hab ich auch unglängst erfahren, das Pris Hilton total auf mich steht, wie das Foto zeigt. Ich kann das wirklich sehr gut verstehen, dass die Frau auf mich so abfährt. Aber trotzdem, sie ist irgendwie nicht mein Typ. Sorry Paris, sei mir nicht bös‘. Lies „Ich berate Dr. House Paris Hilton steht auf mich und ich bin böse“ weiter