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Der Akt mit dem Akt ist gar nicht so ein Akt

Ich fotografiere seit ich 13 oder 14 bin, also schon ziemlich lange. Und ich darf sagen, dass das Fotografieren ein leidenschaftliches Hobby von mir ist, dass leider all zu oft viel zu kurz kommt. Ob ich gut fotografiere, dieses Urteil überlasse ich dem Betrachter. Ich habe beim Fotografieren keine bestimmte Stilrichtung und konzentriere mich auch nicht auf ein bestimmtes Genre. Ich probiere viel aus und auf Reisen ist die Kamera mein „optisches Tagebuch“. Ich habe schon vieles in meinem Leben fotografiert, von Landschaften über Architektur bis hin zu Produktfotos. Auch die eine oder andere Hochzeit habe ich schon fotografiert. Aber einem Thema habe ich mich bisher noch nie gewidmet und mich zugegeben bisher auch noch nicht dran getraut. Wer nicht unter einer infernalischen Lese- und Sehschwäche leidet, hat anhand des Titels und der Bilder längst erkannt, wovon ich rede.

Magdalena 1 (Bild & Copyright: Andreas Lerg)
Magdalena (Bild & Copyright: Andreas Lerg)

Aber Aktfotografie ist ja auch für einen Hobbyfotografen eher schwierig umzusetzen. Denn man kann ja kaum irgendwo auf ein Mädel zugehen und sagen: „Hey, Du siehst aber gut aus. Mach dich mal nackig, ich will dich fotografieren.“ Ok, es mag Leute geben, die so was erstens fertig bringen und zweitens keine geklebt bekommen, sondern vielleicht damit sogar Erfolg haben. Aber ich wäre für so was dann definitiv zu schüchtern.

Gestern Abend habe ich also mein übliches „Dienstags-Programm“ ignoriert und bin nicht zur Chorprobe gegangen. Stattdessen habe ich an dem Workshop „Ästhetische Aktphotografie mit industriellem Flair“ teilgenommen, den die Fotoschule Mainz (www.bildwerk6319.de) angeboten hat.

Ich wollte die Aktfotografie schon lange einmal ausprobieren und der Workshop bot die Gelegenheit, erstmals in dieses Thema hinein zu schnuppern. Zum einen wollte ich lernen, worauf zu achten ist und wie man verschiedene Sachen umsetzt. Auch hat es mich gereizt, mal mit einer größeren Studioblitzanlage zu arbeiten. Zudem habe ich noch nie mit einem Model gearbeitet. Aber ich war auch neugierig, wie ich selbst damit umgehe, dass da jemand nackt wie Gott ihn – ok sie – schuf vor der Kamera posiert. Ist das eher komisch? Vielleicht peinlich? Renn ich da mit „gesunder Gesichtsfarbe“ herum? Um 18 Uhr ging es dann los, indem wir sechs Kursteilnehmer uns in den Räumen der Fotoschule zum Kennenlernen und zur Vorbesprechung trafen. Die Teilnehmer waren alle gut drauf und es war eine lockere und nette Runde. Vier der Teilnehmer sind quasi Stammgäste der Fotoschule. Ich und ein weiterer Fotograf waren „Neueinsteiger“ auch in Sachen Aktfotografie.

Danach ging es auf dem ehemaligen Werksgelände nahe der Phönixhalle in eine leere Fabrikhalle, wo wir uns dann rund drei Stunden austoben durften. Magdalena, unser Model, hat sich mit einer bewundernswerten Geduld vor unseren Kameras mal hier hin gedreht, mal dahin geneigt, sich mal so angelehnt oder dort aufgestützt. Stefan (Gutmann), Fotograf, Kursleiter und Inhaber von Bildwerk 6319 hat uns einerseits machen und rumprobieren lassen und uns andererseits viele wertvolle Tipps gegeben.

Magdalena (Bild & Copyright: Andreas Lerg)
Magdalena (Bild & Copyright: Andreas Lerg)

Auch die Tatsache, dass da eine schöne Frau zwar mit Bodypainting, aber sonst wie schon erwähnt völlig entblößt vor der Kamera posiert, war schnell vergessen. Du siehst sehr schnell nicht mehr Brüste und andere Details, sondern einfach nur den ganzen Menschen und vor allem Bilder und Szenen, die Du im Sucher wiederfinden und aufnehmen willst.

Sehr interessant ist, was man mit gezielter Beleuchtung von Studioblitzgeräten und entsprechenden Aufsätzen wie Durchlichtschirm, Softbox oder Beautydish für Effekte erzielen kann. Es sind mir glaube ich ein paar recht brauchbare Bilder gelungen, auch wenn ich von wirklich ästhetischen Aktbildern noch nicht reden kann. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr interessant und lehrreich. Ich hoffe, dass ich bald wieder einmal eine Gelegenheit bekomme, Aktbilder zu fotografieren.

Noch zwei (notwendige) Anmerkungen zum Schluss:
1. Die Antwort auf die Frage „Warum gibt’s hier nicht ‚mehr’ zu sehen? Zum einen weil ich es so entschieden habe, denn das hier ist (m)ein Blog und keine Fotoseite. Dann hat das auch was mit Freigaben, Modelrelease etc. zu tun.
2. Das Urheber- und Copyright dieser Bilder liegt beim Fotografen, sprich bei mir. Die Bilder sind optisch und digital mit einem Wasserzeichen gegen Diebstahl versehen. Ich rate also jedem DRINGEND davon ab, Bilder wie auch immer zu stehlen, denn das ist kein Kavaliersdelikt und ich werde es auch nicht so behandeln.