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Der Kantinen-Hochstapler

Abermals wurde ich Zeuge des obskuren Verhaltens eines Zeitgenossen, den ich hier mal „Kantinen-Hochstapler“ titulieren will. Er gehört zur Gattung der „So-viel-wie-möglich-essen-und-so-wenig-wie-möglich-bezahlen-Typen.“ Folgendes durfte ich beobachten:

Ein Herr, geschätzt Mitte 50, nicht übergewichtig und mit einem Sportsakko durchaus gut bekleidet, stand vor mir an der Salatbar. An unserer Salatbar in der Kantine gibt es nicht nur einer sehr gute Auswahl, sondern auch drei Portionsgrößen. Die „Beilagenschale“ für einen knappen Euro. Dann der „kleine Teller“ für einen Euro und ebbes. Und den großen Teller für zwei Euro und ein paar Gekrümmte. Letzteren nehme ich immer.

Besagter Herr stellt sich so ein kleines Beilagenschälchen aufs Tablett und geht dann ans Werk. Zunächst hat er etwas Krautsalat auf dem Boden des Schälchens platziert. Und dann begann die große Show. Mit der Vorlegezange hat er bei den in Scheiben geschnittenen Salatgurken große Scheiben einzeln entnommen. Diese hat er dann quasi hockkant rundherum an den inneren Rand der  Beilagenschale platziert. Die Scheiben wurden durch die Schicht Krautsalat gehalten. In aaaaaaaaaller Seelenruhe hat der gezielt große Gurkenscheiben heraus sortiert, völlig entspannt einzeln entnommen und so einen Gurkenring in seiner Beilagenschale zurecht drapiert. Das hinter ihm eine große Schlange stand und wartete und wartete, hat in nicht im geringsten beeidnruckt. Geradezu meditativ in Gedanken versunken und hoch konzentriert war er bei der Sache!

Foto: stock:xchng
Foto: stock:xchng

Ich muss das Geschick dieses Herrn bewundern, denn als er nach mehreren Minuten sein Werk vollendet hatte, war es ihm gelungen, mit Hilfe der Gurkenscheiben den Rand der Schale um circa 3 bis 4 Zentimeter zu erhöhen. Das erhöht natürlich auch die Ladekapazität eben jenes Schälchens, was auch Ziel der filigranen Fummelei war. Denn jetzt ging der „Ladevorgang“ erst richtig los. Durch geschicktes Pressen, Stauchen, Verdichten, Drücken und Stapeln gelang es ihm, die kleine Beilagenschale mit der Menge an diversen Salaten zu befüllen, die eigentlich mit Mühe und Not auf den kleinen Teller passen würde. Zufrieden verschwand der Hochstapler in Richtung Kasse.

So Typen gibt es mehrere. Da wären die „Nudelschaufler“, die auf einen kleinen Teller so lange Nudeln schaufeln, bis diese mehrfach über den Rand herunter fallen. Die ganz rotzfrechen Zeitgenossen nehmen sich zusätzlich einen leeren großen Teller mit und füllen dann am Sitzplatz um, damit die „kleine Portion“ bequemer zu handhaben ist. Richtig dreist sind die „Hauptgericht-Tarner“. Da wird das Stück Fleisch unter einem Berg Reis verbuddelt. Zur Ablenkung kommt noch eine Portion Gemüse dabei. An der Kasse wird dann so getan, als würde man nur Gemüse und Sättigungsbeilage essen. Auch die „Verzapfer“ sind nett, die an der Getränkestation eine Sprite ins Glas zapfen und an der Kasse dann sagen, sie hätten Mineralwasser im Glas. Das ist ein paar Cent günstiger.

In diesem Sinne: Guten Appetit!

Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Letzte Woche waren wir zu Dritt in Prag und haben uns die goldene Stadt an der Moldau angesehen. Ich will jetzt nicht erzählen wie wunderschön diese Stadt ist und wie viel Kultur dort geboten wird, denn das würde die Länge eines üblichen Blogeintrages um ein Vielfaches sprengen. Ich will jetzt nicht berichten, dass das Bier dort nicht nur sehr lecker, sondern auch so günstig ist, das man sich für ganz wenig Geld massiv aus der Umlaufbahn schießen könnte.  Letzteres haben wir nicht getan und wenn ginge Euch das auch garnix an. Nur ein Tipp: Krusovice ist echt lecker! Nein ich will mal wieder von einer teilnehmenden Beobachtung berichten. Von einer Szene, die sich allmorgendlich in unserem wunderschönen Hotel, dem Amigo City Center, im Frühstücksraum wiederholte.

Unser schönes Hotel "Amigo" in Prag.
Unser schönes Hotel „Amigo“ in Prag.

Wenn wir drei Hübschen zum Frühstück kamen, waren sie meist schon da. Zwei Russinnen – vermutlich, von der Sprache her beurteilt – geschätzt Mitte Zwanzig. Die eine wurde schon in der Bibel erwähnt, denn dort steht doch „eine lange Dürre wird kommen“. Die andere hatte eher das Format einer dieser Matroschka-Puppen. Wisst ihr, diese hohlen Puppen, die man ineinander stecken kann. Du machst eine auf, in der steckt eine etwas kleinere in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt….. Und diese Russin hatte die Form der äußersten runden bauchigen Puppe.

Die Matroschka-Puppe.
Die Matroschka-Puppe.

Die unglaubliche Kalorienmenge, die diese beiden allmorgendlich der Vernichtung anheim fallen ließen, war mindestens eines, wenn nicht sogar zwei Sumoringern würdig. Diese beiden Mädels haben sich Quantitäten eingefahren, als gäbe es den ganzen restlichen Tag nichts mehr zu futtern. Gut, vielleicht war das ja Sinn und Zweck der Übung. Getreu dem Motto, das Frühstück im Hotel ist umsonst, also fressen wir da bis zur Refluxösophagitis (bitte googeln!!) und legen dann noch was nach. Dann müssen wir tagsüber nichts mehr zu Essen kaufen. Dabei ist das Essen in Prag nicht nur lecker sondern auch günstig, solange man nicht spät um Nachts im Touristenzentrum in einen Laden einkehrt, bei dem man sogar das BESTECK BEZAHLEN MUSS!

Die Schlacht am Büffet

Ok. Zurück zu Matroschka und der Dürren. Von mir aus darf sich ja jeder so ins Koma fressen, wie es ihm oder in diesem Falle ihr beliebt. Aber die Art und Weise, wie die beiden Komsomolski-Schwestern das taten, war sehr unfein und unhöflich. Nicht dass sie das Essen irgendwie unflätig mit den Finger in den Mund gestopft hätten oder gekrümelt, getropft oder gekleckert hätten. Nein es geht mir um die Art, wie sie sich am Büffet benommen haben. Ich will das mal szenisch beschreiben:

Stell Dir vor, Du stehst am Frühstücksbüffet. Und möchtest so eine leckere gegrillte Tomate haben. Die Servicekraft aus der Küche hat eben gerade den Warmhaltebehälter mit einer frischen Ladung gegrillter Tomaten gefüllt, so etwa zehn bis zwölf Stück an der Zahl. Vor Dir steht die lange Dürre, schnappt sich die Vorlegezange und lädt sich damit alle Tomaten auf den Teller. Ja Du hast richtig gelesen:  ALLE! Hinter ihr stehen Leute an und sie kann nicht so doof sein, dass sie denkt, die Leute stehen da nur zum zuschauen. Aber sie nimmt ALLE Tomaten. Sie geht und es sind KEINE Tomaten mehr da. Und so ging es mit allem. Alles wurde in gigantischen Mengen auf Teller geladen und an den eigenen Platz geschleppt. Da gab es beispielsweise immer so leckere Kaffeestückchen mit Mohnfüllung oder Apfelmuss. Auch kleine Schokokuchen. Auch die wurden auf einen Teller geladen und wenn der bedeckt war, ja dann wurde einfach eine zweite Schicht drauf gepackt.  Spiegeleier das gleiche, Teller rand voll. Speck und diese kleinen Würstchen auch das gleiche, soviel wie auf den Teller passt und dann noch zwei mehr.

Ziemlich schnell ziemlich leer, wenn unsere beiden Russinen in Aktion traten.
Ziemlich schnell ziemlich leer, wenn unsere beiden Russinen in Aktion traten.

Wie in Israel

Meine Mitreisende erläuterte bei dem sich immer wieder wiederholenden Schauspiel: „Das ist wie in Israel. Da machen die das auch so. Da wird quasi auf dem eigenen Tisch ein separates kleines Büffet aufgebaut. Und was nicht gegessen wird, wird einfach liegen gelassen. Auf den Tischen sieht es dann total chaotisch und unordentlich aus.“ Und seit dem sprachen wir nur noch von den beiden Russinnen mit dem israelischen Büffet. Das die immer schon da waren, wenn wir kamen, hatte ich erwähnt. Muss ich erwähnen, dass die auch immer noch da waren UND aßen, wenn wir wieder gingen?! Das Personal im Frühstückraum erlag bei dem Anblick der Ladeorgien von Matroschka und der Dürren ihrer höflichen Erziehung und schritten nicht ein. Aber die Blicke sprachen die sprichwörtlichen Bände

Und dann habe ich zugeschlagen

Am Freitag, dem Tag unserer Abreise, war es dann soweit. Ich konnte diesem unverschämten Treiben nicht mehr länger zusehen. Matroschka stand beim Brot an, und die Dürre nahm wieder einmal ALLE gegrillten Tomaten, die kaum eine Minute zuvor in den Warmhaltebehälter gelegt worden waren.  Sie brachte den überladenen Teller an ihren Tisch. Dann ging die Dürre zu Matroschka und beiden begannen Kaffeestückchen zu laden. Da habe ich zugeschlagen! Ich habe mir meine Teetasse geschnappt, bin an dem Tisch von Matroschka und der Dürren vorbei und habe mir den Tomatenteller gegriffen und den auf einen anderen Tisch in einer Nische gestellt, die lustiger weise direkt neben der Nische war, in der die beiden Büffet-Hyänen saßen und aßen. Dann habe ich mir frischen Tee geholt.

Vor allem auf die Tomaten hatten sie es abgesehen.
Vor allem auf die Tomaten hatten sie es abgesehen.

Die eine Bedienung im Frühstücksraum  hat mich bei meinem Angriff auf das Tomatenlager von Matroschka und der Dürren genau beobachtet. Aber sie hat nichts unternommen. Sie hat nur gegrinst und ich konnte sehen, dass sie sehr mit sich kämpfen musste um nicht laut zu lachen oder vielleicht Beifall zu klatschen.

Ja und dann kamen Matroschka und die Dürre an ihren Tisch zurück und bemerktem sofort die Abwesenheit des Tomatentellers. Ihr hättet sie sehen sollen!  Wie zwei KGB-Offiziere/innen patroulierten sie durch alle Räume und äugten wenig unauffällig auf allen Tischen, um zu sehen, wo ihr Tomatenteller abgeblieben ist.  Das der direkt in der Nische neben der ihren stand, haben sie nicht gerafft. Eine Servicekraft kommt aus der Küche und bringt wieder eine große Ladung frische gegrillte Tomaten. Wir drei haben uns sofort mit Blicken verständigt und sind ans Büffet gegangen und haben uns jeder eine gegrillte Tomate geholt. Auch andere Gäste nutzen die Gunst der Tatsache, dass Matroschka und die Dürre ihre Suche gerade außer Sichtweite des Büffets durchführten und bedienten sich.  Eine einzige gegrillte Tomate konnte Matroschka dann noch erbeuten. Und wieder das sehr zufriedene Grinsen der einen Bedienung.

Übrigens ist es mir ein Rätsel, wie es die Dürre bei diesen Fressorgien schafft, so anorektisch zu bleiben. Aber Essstörungen wie die Fress-Kotz-Sucht sind vielleicht auch in Russland durchaus existent. Denn die Dürre war wirklich beängstigend dürr, schlug aber genauso zu wie Matroschka.

Tja, das war ein Erlebnis aus unserem wunderbaren Urlaub in Prag, das wir so schnell nicht vergessen werden, und dem hiermit das satirisch-humoristische Denkmal gesetzt sei.

Wichtige Anmerkung: Dieser Text sei bitte nicht so misszuverstehen, dass ich etwas gegen Russen, Israelis oder irgendwelche anderen Volksgruppen habe. Das Ganze ist lediglich eine satirisch-kritische Beschreibung tatsächlich live beobachteter Geschehnisse.

Die Fressmaschine

Gestern Abend nach dem Schwimmen – wir haben eben schnell die 1000 Meter (40 Bahnen a 25 Meter) für’s Sportabzeichen weggekloppt – sind wir von der Not und Hunger getrieben zum McDonalds gefahren. Leider waren wir zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen, da durch diverse Heldentaten unsere Stammkneipe direkt im Hallenbad zugemacht hat. Das war schon praktisch da beim Rüdiger. Du konnest quasi direkt aus der Dusche in die Kneipe gehen. Da war’s gemütlich und immer lecker und wir haben dort viele schöne Abende verbracht. Aber seit letzter Woche…. Aber ich schweife ab.

Fressmaschine-1
Die Fressmaschine.

Also wie gesagt, wir waren beim Mäckes. Schwimmen macht natürlich hungrig. Aber wie es scheint macht Schwimmen auch dann hungrig, wenn man anderen dabei zuschaut. Denn einer der Youngsters in der Gruppe hatte den Abend wie immer als Trainer am Beckenrand verbracht und auch nach 20 Uhr nicht eine Bahn gezogen. Er hat dann bei McDonalds einen Big Mac gegessen. Nachdem er den verputzt hatte, rückte er dem zweiten Big Mac zu Leibe, den er sich gleich zu Beginn geholt hatte. Parallel zu den beiden Big Macs hat er noch eine 20er Packung Chicken Mac Nuggets vertilgt. Muss ich erwähnen, dass auch Pommes und Cola den Weg in den nimmersatten Schlund fanden.

Die Fressmaschine.
Die Fressmaschine.

Und was sagt der Kerl, nachdem er sich geschätzte 10.000 Kalorien reingehauen hat?!?! „Ich hab noch Hunger!“ Ja aber wenn Sie wertgeschätzte Leser jetzt glauben, dass der zweite Vornamen dieses jungen Mannes „Adipositas“ lautet, er Klamotten im XXXXL-Maß trägt und nur quer durch die Eingangstür der Burger-Braterei passt, dann irren Sie sich auf das aller Gewaltigste. Der Kerl ist spindeldürr!!! Der muss bei stärkerem Wind schwere Schuhe anziehen, dass er nicht weggeweht wird. Und wir haben noch so einen im Verein, bei dem man auch die Knochen klappern hört, wenn er sich bewegt. Der kann auch (fast) soviel (fr)essen. Also ich würde soviel Zeugs nicht vertilgen können. Nicht nur wegen der Menge. Der Fraß beim McDonalds schmeckt mir auch nicht. Ich hab gestern einen dieser neuen McWraps gegessen, die sind halbwegs genießbar. Aber die beim Mäckes in Oppenheim bringen es sogar fertig, Pommes zu versauen und Fritten frittieren ist doch echt nicht schwer.