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Wieso heißt es eigentlich „Öffnungszeiten“??!!

Letzten Donnerstag hatte ich so eine Paketbenachrichtigungskarte im Briefkasten. Die informierte mich, dass der DHL-Paketbote vergeblich versucht hatte, mir ein Paket zuzustellen und das ich es sieben Tage lang in der örtlichen Postagentur abholen kann. Natürlich war der Zustellversuch vergeblich, denn ich bin Werktags tagsüber auf der Arbeit und deshalb nicht da. Jetzt war ich am Wochenende aber auswärts und konnte das Paket auch Samstag nicht abholen. Werktags geht nicht, denn die Postagentur hat noch lange nicht geöffnet, wenn ich morgens zur Arbeit fahre. Dafür hat der Laden aber auch schon lange wieder zu, wenn ich abends wieder heim komme. Also musste ich jemandem eine Vollmacht zur Abholung des Paketes ausstellen, denn nach sieben Tagen geht es zurück zum Absender. Dieses Dilemma gilt aber nicht nur für Paketpost.

Geschlossen (Bild: stock.xchng)
Geschlossen (Bild: stock.xchng)

Will ich zur Bank, gilt das Gleiche. Noch lange geschlossen wenn ich zur Arbeit fahre und schon lange wieder zu, wenn ich wieder heim komme. Arzt, Zahnarzt, Apotheke. Das Gleiche. Behörden und Verwaltung, ebenfalls das Gleiche. Fachgeschäfte, wieder das Gleiche. Ob ich zur Bank, zum Arzt, „aufs Amt“ oder in ein Fachgeschäft will, im Prinzip muss ich für so was einen halben Tag Urlaub nehmen. Ok, Fachgeschäfte haben im Gegensatz zu Ämtern, Banken und Ärzten auch samstags auf, oder ich könnte an der Stätte meiner Arbeit in der Mittagspause hin hetzen. 45 Minuten Zeit für’s Einkaufen inklusive Hin- und Rückfahrt. Na prima!

Nur der Lebensmitteleinzelhandel hat Abends noch auf, sodass wenigstens der normale tägliche Bedarf gedeckt werden kann. Und die REWE in Oppenheim hat nicht nur bis 22 Uhr auf. Nein, dankenswerter Weise sitzt dort Abends an der Kasse fast immer ein bildhübsches und nettes junges Mädel, das sich freut, wenn man ein wenig Smalltalk hält, anstatt schweigend zu bezahlen. Sprich das abendliche Einkaufen ist durchaus vergnüglich. Aber sonst?!

Deshalb werde ich das Wort „Öffnungszeiten“ jetzt ignorieren, und nur noch von „Schließungszeiten“ reden. Viele Geschäfte, alle Banken, Ämter oder Ärzte haben arbeitnehmerfreundlich GESCHLOSSEN. Ich werde Arzt, Amt, Bank oder Postfiliale demnächst nicht mehr fragen, wann sie geöffnet haben, sondern wann sie geschlossen haben und wann es sich lohnt, nicht zu kommen.