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Auch zu Guttenberg kann Kerner nicht retten – Der Einsatz der Laberwaffe am Hindukusch scheiterte

450px-Guttenberg-800Ach was ein schönes Paar.  Karl-Theo und … nein nicht Frau Stephanie zu Guttenberg sondern Johannes B, also der Kerner. Das zu Guttenberg seine Frau mit nach Afghanistan genommen hat finde ich nicht schlimm. Nein wirklich nicht! Warum soll er das denn nicht machen, zumal die Reisekosten für Frau Gemalin selbst bezahlt wurden. Ob Barak Obama oder andere Politiker, viele nehmen ihre Frauen mit. Warum auch nicht, da regt sich keiner auf. Aber bei uns? Schlimm finde ich die theatralisch-armselige Aufregung darüber. Die Medien, die Öffentlichkeit und natüüüürlich die Politiker der Opposition, alle sind sie am schreien.

Populismus en Rouge

Der dicke ErzBengel Gabriel der SPD haut zu dem Thema mal einen lahmarschigen Katzenberger-Spruch über’s Rednerpult, der genau so blöd ist, wie besagte Blondine selbst. Da wirft die Polit-Rothaut dem Verteidigungsminister Populismus vor und hofft doch mit seinem ach so witzigen Spruch auf exakt die gleiche Wirkung. Und die Katzi nutzt die Gunst der Populismus-geschwängerten Stunde und schreibt doch gleich einen – von der BILD inszenierten (und diktierten?) – Brief an Siggi Knuddelbär.

Den Kerner gleich da unten entsorgen

Aber ich schwiff vom Thema ab. Zurück zur blonden Medienseuche Kerner. Das der Einsatz dieser telegenen Laberwaffe am Hindukusch nicht gegen die Genfer Konvention verstößt?! Aber es wurde eine riesige Chance verpaßt. Warum ham’se den Kerner wieder mit zurück gebracht?!! Da lassen! Und in einer Burlesque-Show zur Truppenbespaßung einsetzen. Dann wäre der ohne hin quotenmäßig verarmte Sendeplatz frei für irgend einen andere Quotenhure die mehr bringt. Wie wäre es mit einem neuen Reality TV-Format „Politik sucht Anstand“. Also gut finde ich ja schon mal, dass Kerner bei den öffentlich rechlichen Sendeanstalten entsorgt wurde. Intelligent war dem Kerl seine Talkshow noch nie. Denn wenn jemand seine Redaktion alles über einen Gast rausfinden läßt, dann sein Wissen über’n Sender plappert und die Fragen den Befragten eigentlich nur abnicken lassen sollen, was Kerner so alles erzählt….

Du mußt ein Schwein sein in dieser Welt

Aber seit der Sendung mit Eva Herman ist der Kerner bei mir unten durch. Ganz unten. Da hat er gezeigt, dass er kein Journalist ist, sondern – meiner Meinung nach – ein Schwein. Nein ich will hier nicht sagen, dass ich Eva Herman toll und ihr Buch „Das Eva-Prinzip: Für eine neue Weiblichkeit“nebst dem darin vermittelten Frauenbild gut finde. Aber ich fand die Art und Weise wie Kerner mit der Frau in der Sendung umgegangen ist, absolut unter aller Sau. Er hatte eine Armada von Talkgästen gegen Herman aufgeboten. Selbst das Publikum hatte er noch mit irgend einem gescheiten Wissenschaftler garniert, oder besser präpariert, der gegen die Frau schoss. Und alle Fragen und Vorwürfe hatten nur ein Ziel. Entweder die Herman kriecht vor Kerner zu Kreuze und bereut kleinlaut alles was, sie getan und vor allem geschrieben hat. Oder sie wird von der geballten Talk-Macht platt gemacht. Das war kein fairer journalistischer Umgang, dass war eine mediale Inqisition. Armseliger Schweine-Journalismus inszeniert durch die blonde Labertasche Kerner.

Traniger Talk mit Truppen-Kulisse

Die „Guttenberg-Talkshow“ war ein totaler Flopp. T-Online.de schreibt: „Damit war die Guttenberg-Sondersendung laut Branchendienst „dwdl.de“ eine der schwächsten Ausgaben von „Kerner“ überhaupt.“ Die Absicht der Verteidigungsministers in allen Ehren. Im Gegensatz zu den ganzen Kritikern sehe ich es als sinnvoll an, Journalisten auch zu solchen Truppenbesuchen mitzunehmen. Viele andere Politiker und Staatsmänner tun das auch, völlig ohne das jemand daran Anstoß nimmt. Aber eben Journalisten und doch nicht so’n TV-Schwätzer wie Kerner. Lieber Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester, es hätten doch viele gute Journalisten zur Wahl gestanden, warum ausgerechnet Johannes B.? Aber ok, ein Gutes hatte die Sache, wir konnten wieder erleben, was Kerner taugt. Nix!

Eine Krähe hackt der anderen ein Auge aus

Auf Stefan Niggemeiers Blog habe ich abermals einen Beleg für meine Theorie „Die Schnellen fressen die Guten“ gefunden. Im Journalismus gilt ja nicht zuletzt dank des Internet und der beinahen Echtzeitberichterstattung leider die Maxime: „Die Schnellen fressen die Langsamen“, wo mir das Leitbild „Die Guten fressen die Schlechten“ viel lieber wäre.

Eine Krähe hackt der anderen ein Auge aus. (Bild: stock.xchng)
Eine Krähe hackt der anderen ein Auge aus. (Bild: stock.xchng)

Doch genau diese Hetze, dieses „Wir müssen damit als erstes raus, egal wie…“, sorgt für Einbußen bei der Qualität. Gründlichkeit und Schnelligkeit sind ein Anachronismus. Deshalb sage ich, dass Geschwindigkeit zu massiven Lasten der Qualität geht.  Deshalb ist die Wahrheit: „Die Schnellen fressen die Guten“! Der von Kollegen Niggemeier geschilderte Fall zeigt genau das. Hier werfen Medien, einem Journalisten die Verletzung der Sorgfaltspflicht vor, die sie selbst beim berichten über den Fall an den Tag legen, wie Niggemeier ausführlich aufdröselt. Lies „Eine Krähe hackt der anderen ein Auge aus“ weiter

Bunte mit Chefin Patricia Riekel völlig hemmungslos? So nicht!

Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?
Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?

Heute habe ich in Print Würgt, dem Blog von Michalis Pantelouris, einen Beitrag über eine Art neue Recherche-Strategie der Bunden gelesen. Deren Chefredakteurin Patricia Riekel erklärte unlängst quasi öffentlich Politiker zum journalistischen Freiwild. Nein, natürlich nicht expressis verbis. Sie argumentiert sogar mit dem Pressekodex, den Spielregeln des Deutschen Presserates. Nur dass Sie diesen quasi mit negativem Vorzeichen auslegt. Konkret geht es darum, wie Franz Münteferings neue Liebe & Ehe „methodisch erschlossen“ wurde.  Das geschah unter Missachtung der Privatsphäre und mit zweifelhaften Methoden. Patricia Riekel lässt sich dazu wie folgt aus: Lies „Bunte mit Chefin Patricia Riekel völlig hemmungslos? So nicht!“ weiter

Weder informiert, noch redigiert, nur durchkopiert …

… vom Umgang mit Presseinformationen.

Eine Presseinformation dient dazu, die Presse über etwas zu informieren. Wozu das Synonym Pressemitteilung dient, dass dürft Ihr Euch gern selbst zusammen reimen. Sinn und Zweck ist es eigentlich, den Medien Informationen an die Hand zu geben, damit diese daraus eine Berichterstattung machen. Als ich in der PR Agentur Hiller, Wüst & Partner als Trainee arbeitete, haben ich und meine Kollegen viele Pressemeldungen geschrieben.

Wir haben diese immer so journalistisch wie möglich geschrieben – oder zumindest so journalistisch, wie es „Produktmanager“ beim Kunden zuließen, auf deren BWL-Diplomurkunde die Tinte noch nicht trocken war. Ziel der Übung war es, dass die Pressemeldung wortwörtlich übernommen wird. Gelang das, dann hattest Du einen Volltreffer gelandet.

Heute aber scheint dieses damals eher seltene Erfolgserlebnis zur Serie zu werden. Wie Stefan Niggemeier in seinem Blog an einem sehr schönen Beispiel fest macht, werden Pressemeldungen heute sehr oft durchkopiert. Manchmal auch mit allen Fehlern oder Miss-Informationen. Niggemeier zeigt an Hand des Beispiels eine Pressemitteilung über die Rügen des Presserates auf, welche Pannen und handwerklichen Fehler in der heutigen Zeit zum scheinbar Alltag gehören.

War die Zeit in Redaktionen schon immer ein knappes Gut, so scheint deren Mangel heute in der beschriebenen Art und Weise auszuarten. Aber nicht nur das! Oft genug sind Redaktionen und Journalisten unkritisch, schieben externe Inhalte durch und kümmern sich nur um deren Darstellung, nicht aber um deren Bewertung und inhaltliche Aufbereitung.

Beschreibt die Pressemitteilung einfach nur die Einführung eines Produktes, dann ist das Ganze weniger dramatisch. Ab und zu nutze auch ich im MACazin diese Produkt-Pressemitteilungen, doch immer mit PRESSEMITTEILUNG als Kennzeichnung zu Beginn der ersten Zeile. Aber eben nur wenn der wesentliche Inhalt ist: Firma X führt Produkt Y zum Preis X ein.

Aber das Beispiel von Niggemeier zeigt, welche Folgen die unkritische Übernahme von Pressemeldungen haben kann, in denen es um Menschen und Menschliches geht. Meldungen, in denen es wie hier um die Rügen des Presserates geht, also die öffentlich geäußerte Kritik an Fehlverhalten einzelner Medien oder Medienschaffender.

Es gibt viele vergleichbare Beispiele. Nehmen wir Wikipedia, wo immer wieder falsche Todesmeldungen von Promis auftauchen, die nicht selten ebenfalls unrecherchiert in manchen Medien publiziert wurden. Aber auch auf Twitter tauchen regelmäßig mutwillig platzierte Falschmeldungen über das Ableben von Promis auf. Britney Spears wurde dort gleich mehrfach umgebracht.

Eine weitere Fehlerquelle sind schlechte Übersetzungen von Zitaten einer anderen Sprache. Auch dafür hat Niggemeier mit „Chronologie einer Falschmeldung ein sehr gutes Beispiel.

Alle Beispielen haben eines gemeinsam: Wird der Inhalt ohne kritische Prüfung, Gegenkontrolle und Recherche übernommen, dann werden auch die Fehler und deren Folgen übernommen. Ursache ist, wenn, aus Zeitmangel oder welchen Gründen auch immer, der Journalist nicht mehr die Inhalte erschafft, sondern nur noch darauf reduziert wird, vorhandene Inhalte auf der Medienplattform darzustellen. Journalismus ist – trotz manchem elitärem Kulturdünkel – vor allem auch ein Handwerk. Handwerkliche Fehler kann man vermeiden, indem man seine Arbeit gewissenhaft und manchmal eben auch „nach alter Schule“ macht.

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Ein erster Pionier geht die schöne neue Medienwelt an!

Am 3. Dezember hatte ich die Frage gestelllt: „Sieht so die Zukunft der Nutzung von Medien aus? Hoffentlich!“ Auf Media Digital habe ich nicht DIE aber eine mögliche Antwort gefunden. Der österreichische Journalist Georg Holzer schreibt in seinem Blog, dass er genau auf diesem Konzept basierend im Jahr 2010 Eine Tageszeitung für die digitale Wissensgesellschaft an den Start bringen will. Fünfmal pro Woche (Dienstag bis Samstag) soll die in eben dieser in dem Video (siehe unten) gezeigten digitalen Form erscheinen.

Der Wandel hat begonnen.

Ich finde das sehr spannend! Die Mediennutzung wird sich nicht wandeln. Nein, denn für alle, die es noch nicht gemerkt haben: Dieser Wandel ist längst schon im vollen Gange! Was vor rund einem Jahr mit den eBook-Readern als „monomediales“ Konzept für den Konsum elektronische Bücher begonnen hat, wird sich zu einem multimedialen Szenario auf einer homogenen mobilen technischen Plattform weiter entwickeln. Schauen wir uns doch mal an, wass jetzt schon auf Plattformen wie dem iPhone möglich ist! Lies „Ein erster Pionier geht die schöne neue Medienwelt an!“ weiter