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Bunte mit Chefin Patricia Riekel völlig hemmungslos? So nicht!

Montag, März 1st, 2010
Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?

Treibt es die Bunte und Patricia Riekel zu bunt?

Heute habe ich in Print Würgt, dem Blog von Michalis Pantelouris, einen Beitrag über eine Art neue Recherche-Strategie der Bunden gelesen. Deren Chefredakteurin Patricia Riekel erklärte unlängst quasi öffentlich Politiker zum journalistischen Freiwild. Nein, natürlich nicht expressis verbis. Sie argumentiert sogar mit dem Pressekodex, den Spielregeln des Deutschen Presserates. Nur dass Sie diesen quasi mit negativem Vorzeichen auslegt. Konkret geht es darum, wie Franz Münteferings neue Liebe & Ehe “methodisch erschlossen” wurde.  Das geschah unter Missachtung der Privatsphäre und mit zweifelhaften Methoden. Patricia Riekel lässt sich dazu wie folgt aus: (weiterlesen…)

Weder informiert, noch redigiert, nur durchkopiert …

Freitag, Dezember 11th, 2009

… vom Umgang mit Presseinformationen.

Eine Presseinformation dient dazu, die Presse über etwas zu informieren. Wozu das Synonym Pressemitteilung dient, dass dürft Ihr Euch gern selbst zusammen reimen. Sinn und Zweck ist es eigentlich, den Medien Informationen an die Hand zu geben, damit diese daraus eine Berichterstattung machen. Als ich in der PR Agentur Hiller, Wüst & Partner als Trainee arbeitete, haben ich und meine Kollegen viele Pressemeldungen geschrieben.

Wir haben diese immer so journalistisch wie möglich geschrieben – oder zumindest so journalistisch, wie es „Produktmanager“ beim Kunden zuließen, auf deren BWL-Diplomurkunde die Tinte noch nicht trocken war. Ziel der Übung war es, dass die Pressemeldung wortwörtlich übernommen wird. Gelang das, dann hattest Du einen Volltreffer gelandet.

Heute aber scheint dieses damals eher seltene Erfolgserlebnis zur Serie zu werden. Wie Stefan Niggemeier in seinem Blog an einem sehr schönen Beispiel fest macht, werden Pressemeldungen heute sehr oft durchkopiert. Manchmal auch mit allen Fehlern oder Miss-Informationen. Niggemeier zeigt an Hand des Beispiels eine Pressemitteilung über die Rügen des Presserates auf, welche Pannen und handwerklichen Fehler in der heutigen Zeit zum scheinbar Alltag gehören.

War die Zeit in Redaktionen schon immer ein knappes Gut, so scheint deren Mangel heute in der beschriebenen Art und Weise auszuarten. Aber nicht nur das! Oft genug sind Redaktionen und Journalisten unkritisch, schieben externe Inhalte durch und kümmern sich nur um deren Darstellung, nicht aber um deren Bewertung und inhaltliche Aufbereitung.

Beschreibt die Pressemitteilung einfach nur die Einführung eines Produktes, dann ist das Ganze weniger dramatisch. Ab und zu nutze auch ich im MACazin diese Produkt-Pressemitteilungen, doch immer mit PRESSEMITTEILUNG als Kennzeichnung zu Beginn der ersten Zeile. Aber eben nur wenn der wesentliche Inhalt ist: Firma X führt Produkt Y zum Preis X ein.

Aber das Beispiel von Niggemeier zeigt, welche Folgen die unkritische Übernahme von Pressemeldungen haben kann, in denen es um Menschen und Menschliches geht. Meldungen, in denen es wie hier um die Rügen des Presserates geht, also die öffentlich geäußerte Kritik an Fehlverhalten einzelner Medien oder Medienschaffender.

Es gibt viele vergleichbare Beispiele. Nehmen wir Wikipedia, wo immer wieder falsche Todesmeldungen von Promis auftauchen, die nicht selten ebenfalls unrecherchiert in manchen Medien publiziert wurden. Aber auch auf Twitter tauchen regelmäßig mutwillig platzierte Falschmeldungen über das Ableben von Promis auf. Britney Spears wurde dort gleich mehrfach umgebracht.

Eine weitere Fehlerquelle sind schlechte Übersetzungen von Zitaten einer anderen Sprache. Auch dafür hat Niggemeier mit „Chronologie einer Falschmeldung ein sehr gutes Beispiel.

Alle Beispielen haben eines gemeinsam: Wird der Inhalt ohne kritische Prüfung, Gegenkontrolle und Recherche übernommen, dann werden auch die Fehler und deren Folgen übernommen. Ursache ist, wenn, aus Zeitmangel oder welchen Gründen auch immer, der Journalist nicht mehr die Inhalte erschafft, sondern nur noch darauf reduziert wird, vorhandene Inhalte auf der Medienplattform darzustellen. Journalismus ist – trotz manchem elitärem Kulturdünkel – vor allem auch ein Handwerk. Handwerkliche Fehler kann man vermeiden, indem man seine Arbeit gewissenhaft und manchmal eben auch “nach alter Schule” macht.

Ein erster Pionier geht die schöne neue Medienwelt an!

Montag, Dezember 7th, 2009

Am 3. Dezember hatte ich die Frage gestelllt: “Sieht so die Zukunft der Nutzung von Medien aus? Hoffentlich!” Auf Media Digital habe ich nicht DIE aber eine mögliche Antwort gefunden. Der österreichische Journalist Georg Holzer schreibt in seinem Blog, dass er genau auf diesem Konzept basierend im Jahr 2010 Eine Tageszeitung für die digitale Wissensgesellschaft an den Start bringen will. Fünfmal pro Woche (Dienstag bis Samstag) soll die in eben dieser in dem Video (siehe unten) gezeigten digitalen Form erscheinen.

Der Wandel hat begonnen.

Ich finde das sehr spannend! Die Mediennutzung wird sich nicht wandeln. Nein, denn für alle, die es noch nicht gemerkt haben: Dieser Wandel ist längst schon im vollen Gange! Was vor rund einem Jahr mit den eBook-Readern als “monomediales” Konzept für den Konsum elektronische Bücher begonnen hat, wird sich zu einem multimedialen Szenario auf einer homogenen mobilen technischen Plattform weiter entwickeln. Schauen wir uns doch mal an, wass jetzt schon auf Plattformen wie dem iPhone möglich ist! (weiterlesen…)