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Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp

Nun denn. Es ist mal wieder an der Zeit, über obskure Zeitgenossen zu berichten, da ich einen solchen unlängst in freier Wildbahn beobachten dürfen musste. Diesmal will ich vom „Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp“ berichten. Eben dieser war in dem von mir und einer wertgeschätzen Kollegin beobachteten Fall im dritten Stock des Firmengebäudes, in dem sich unser beider Arbeitsplätze befinden, zu bestaunen. Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp war geschätzt Mitte 50 (und ist es sicher immer noch), wohl beleibt, bebrillt und beglatzt und stand vor einem der beiden hochmodernen Kaffeeautomaten. Wir pilgern täglich so um 15 Uhr immer dorthin in B3, um uns mit einem Capucchino, „ner Latte“ oder vergleichbarem Koffeein-haltigen Heißgetränk zu versorgen. Kost‘ nix und schmecken tut’s auch. Aber ich schweife ab.

Zurück zum Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp. Eben jener steht also vor dem linken hochmodernen Kaffeeautomat. Kaffeesorten, die mit Espresso zubereitet werden, sind auf den Füllstand des Espressobohnenbehälters angewiesen. Ist der recht leer, so klopfen manche Benutzer leicht und vorsichtig dagegen, um die letzten Böhnchen zartsanft ins Mahlwerk zu treiben. Nicht so der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp. Er holt aus und hämmert mit der Faust geschätzte 5 bis 10 Mal von der Seite aus voller Kraft auf den Espressobohnenbehälter ein, sodass dieser sich fast aus der Verankerung löste und umgekippt wäre, hätte der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp den Espressobohnenbehälter nicht gegen den Behälter für reguläre Bohnen gehämmert.

Aber hat der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp damit das Martyrium des hochmodernen Kaffeeautomaten beendet? NEIN! Der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp hatte da noch was im Repertoire. Der Kaffeeauslass, also der „Kopf“, aus dem der Kaffee wohlriechend in die Tasse rinnt, wird von der Maschine vollautomatisch an die Höhe der Tasse angepasst. Die Maschine ist so intelligent, dass sie den Spenderkopf selbständig mit einem Elektromotor korrekt auf Höhe der Tasse absenkt und danach wieder anhebt. So ist die Maschine in der Lage, jedwege Tassengröße zu befüllen, ohne den Nutzer voll zu spritzen.

Aber jetzt trat der Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp auf den Plan. Mit beiden Händen griff er ebenso beherzt wie brutal den Kaffeespenderkopf und drückte ihn rabiat abwärts, bis er auf der Tasse aufsaß. Dieser Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldepp ist spürbar deutlich weniger intelligent, als der hochmoderne Kaffeeautomat. Das traurige Ergebnis dieser Folter durch Kaffeeautomatenkaputtschlagvolldeppen – der Plural ist mit hoher Wahrscheinlichkeit berechtigt – könnt ihr in diesem erschütternden Video sehen, das ich heute gemacht habe. Ich befürchte das arme – und vor kaum einem dreiviertel Jahr neu angeschaffte – Gerät, wird bald das Zeitliche segnen.

Ich wollte doch nur ’nen scheiß Kaffee!!!!

Zu faul zum Lesen? Dann hör’s Dir als Podcast an!

Warum muss das Leben eigentlich dauernd so unglaublich kompliziert sein?! Das habe ich mich hier ja schon des Öfteren und in verschiedenen Zusammenhängen gefragt. Beispielsweise wenn es um Frauen geht oder besser die Interaktion zwischen Frau und Mann. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass auch Männer kompliziert sein können, aber eben anders als Frauen.

Kaffee ist kompliziert!
Kaffee ist kompliziert! (Foto: stock.xchng)

Aber ich frage mich, warum selbst ganz normale und alltägliche Dinge und eigentlich vollkommen unwichtige Vorgänge so unnötig verkompliziert werden müssen. Ein Beispiel, dass ich vor kurzem selbst erleiden musste. Ich war in München und bin in eine Filiale einer bekannten Kaffeehaus-Kette gegangen. Und wieder eine Frau, die mir das Leben unbedingt kompliziert machen wollte. Sie stand hinter der Theke, war blond, jung, bildhübsch mit einem zuckersüßen Lächeln und wirklich sehr nett.

Sie: „Guten Morgen, was kann ich Ihnen Gutes tun?“

Ich: „Hallo. Ich hätte gerne einen Kaffee.“

Sie: „Ich kann Ihnen heute unseren Chocolate Mocha & White Caffè Mocha mit Double Whipped Cream und Hot Fudge-Topping empfehlen, den haben wir im Angebot.

Ich: „Das ist nett, aber ich möchte einen Kaffee.“

Sie: „Oder möchten Sie mal unserer Caramel Macchiato probieren? Unsere Frapés sind auch klasse.“

Ich: „Nein, wie schon gesagt, ich möchte gerne einen normalen Kaffee!“

Sie: „Ok, einen Caffè Latte, Cappuccino, Caffè Americano oder Espresso?”

Ich: “Nein, bitte einen ganz normalen, einfachen Kaffee!”

Sie: „Gerne. Arabica oder Robusta? Soll es Columbia-, Guatemala-, Sumatra-, Kenya- oder Organic Ethiopia-Kaffee sein? Oder vielleicht einen French Press?“

Ich: „Solange er aus Kaffeebohnen gemacht ist, ist mir der Rest egal.“

Sie: „Ok, probieren wir es mit unserer Hausmarke. Soll es Single-Roast oder Double-Roast sein. Habe ich schon erwähnt, dass wir nur Fair-Trade-Kaffee vom Bio-Röster verwenden?!“

Ich: „Single passt schon…“

Sie: „Mit Milch? Wir haben double-fat, fat, low-fat, no-fat und selbstverständlich auch Laktose-frei oder Soy-Milk, falls sie Veganer sind.“

Ich: „Oh Gott, nein einfach schwarz.“

Sie: „Alles klar. Regular, Tall oder Grande?

Ich: „Was?“

Sie: „Klein, mittel oder groß?“

Ich: „Mittel“

Sie: „In house oder to go?“

Ich: “Was?”

Sie: “Zum hier trinken oder zum mitnehmen?”

Ich: „Zum mitnehmen, hier drin halte ich es nicht länger aus.“

Sie: „Alles klar.“

Ich (leise): „Seufz“

Sie: „Oh Entschuldigung, hab ich vergessen. Brauchen Sie Zucker? Wir haben White Sugar, Brown Sugar oder Sweetener.“

Ich: „Nein, nur schwarz.“

Sie: „Darf’s ein Schuss Aroma sein? Wir haben Hazelnut, Walnut, Macadamia-Nut, Amaretto, Vanilla, Cinamon, Chocolate, White-Chocolate oder Almond. Kostet nur 50 Cent extra.”

ABER ICH WOLLTE DOCH EINFACH NUR EINEN SCHEISS KAFFEE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!