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Der Anzug auf Amphetaminen

Heute morgen wurde ein neuer Mitarbeiter auf einer schnellen Vorstellungsrunde durchs Großraumbüro getrieben. Ein junger Bursche ganz fein bezwirnt im voll korrekten Business-Anzug mit von der Mama frisch ondulierter Fönfrisur. Als der mir die Hand schüttelte zur Begrüßung, fühlte ich den sehr intensiven Wunsch, das Handdesinfeketionsmittel aus meinem SAN-Koffer im Schrank hinter mir zu holen und mir die Hände zu desinfizieren. Du hattest das Gefühl als würde Dir jemanden einen feuchten, kalten, toten Fisch in die Hand legen. Grausam!

Gut gelaunte Frohnatur oder Anzug auf Amphetaminen.
Gut gelaunte Frohnatur oder Anzug auf Amphetaminen. (Zeichnung: Andreas Lerg)

Aber damit nicht genug. Krass waren die Sprüche die der Typ so drauf hatte und Diarrhoe-artig von sich gab. Das war diese Art von Mensch, die Dich nicht kennen, aber sofort so tun als hätte man schon gemeinsem gegen Heerschaaren von Klingonen gekämpft und zahlreiche Saufgelage gemeinsam genossen. Direkt so Wortgeschwurbel wie „Hey Du was läuft?“ oder „Und alles klar bei Dir?“ Und zum Redaktionsmanager „Na dann erzähl mal, was ihr Jungs hier so tolles macht!“ Das was dem so aus der „Gosch“ gequollen ist, erinnert mich wieder an den Vergleich weiter oben mit dem feuchten, kalten, toten Fisch.

Nach dem diese Frohnatur im feinen Zweireiher alle im Großraumbüro bespaßt hatte, wurde er dann übern Flur in Richtung der kleineren Büros getrieben. Ich meinte zu meinem Kollegen mir gegenüber zynisch zwinkernd: „Ja das war aber mal ein ausgesprochen gutgelaunter Zeitgenosse.“ Und der Kollege: „Oh Mann so ein Anzug auf Amphetaminen am frühen morgen hat mir gerade noch gefehlt.