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Lambada in der Ab-18-Version

Eigentlich sollte die teilnehmende Beobachtung in Sachen Tanzstile ja nach den beiden Teilen „Depeche Mode Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche…“ und „Ü30-Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil II“ erledigt sein. Aber nachdem ich gestern heute Nacht wieder auf der Depeche Mode-Party im KUZ war, sehe ich mich beinahe gezwungen, hier an dieser Stelle doch noch ein sehr spezielles Tanzpaar zu würdigen: Die „F*ck-Mich-Tänzer“, die Lambada in der Ab-18-Variante tanzten.

(Symbolfoto: stock.xchng)
(Symbolfoto: stock.xchng)

Zu später Stunde betrat ein Tanzpaar die Tanzfläche und …. ja also tanzen kann man das nicht so wirklich nennen, sondern eher …. ihr wisst schon, nur eben mit Klamotten anlassen. Er, ein Hühne von circa 2,05 – 2,10 Meter Bauhöhe und wohl bemuskelt und mit Kojak-Frisur (für die Kinderlein unter Euch, gemeint ist eine Vollglatze), natürlich ganz in Schwarz. Sie mit einer Netzstrumpfhose in Maschendrahtzaun-Optik und sonst relativ viel, was sie nicht anhatte. Also eine Mischung aus Minirock und breitem Gürtel und einer Art Leibchen oben rum.

Immer wenn die mit dem Tanzen begannen, dauerte es maximal eine Minute bis sie sich mit ihrem Bein um eines der seinen schlang und sich dann – im Rücken von ihm gestützt – nach hinten lehnte und auf seinem Bein auf und nieder rutschte und rubbelte. Und ab und zu klammerte sie sich mit beiden Beinen um seine Hüften und dann vollführten beide Bewegungen, die an Eindeutigkeit definitiv nicht zu überbieten waren. Wenn wir es mal formaljuristisch formulieren wollen, dort wurde dann der „Beischlaf im Stehen“ simuliert. So etwas würde man eher im Salambo als im KUZ erwarten, nur dass die im Salambo dann auch keine Klamotten angehabt hätten.

Dem Mädel rutsche bei diesen Nummern, die die beiden da auf der Tanzfläche schoben, der Minirock stets und ständig in Richtung der Schultern und was sie drunter hatte war noch weniger als das, was sie kaum drüber hatte. All zu böse Kommentare will ich mir hier mal sparen, obgleich sich einige anböten und auch von einigen Umstehenden zu hören waren. Auf jeden Fall achteten die beiden sehr peinlich darauf – nein nicht, dass die Klamotten nicht all zu sehr verrutschen – sondern darauf, das möglichst viele Leute zuschauten.

Was mir dabei auffiel war, dass das ganze zumindest für mich weder sinnlich, noch erotisch oder auch nur „geil“ wirkte, sondern einfach nur ordinär. Und als ich mich bei den Umstehenden so unauffällig umhörte, konnte ich feststellen, dass ich da wohl nicht der einzige war. Die einen wollen eben einfach einen spaßigen Abend haben, die anderen auffallen um jeden erdenklichen Preis. Aber jede/r wie er’s/sie’s braucht.