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Typisch Läufer und typische Läufer

Und wieder einmal aktuelle Erkenntnisse aus einer teilnehmenden Beobachtung. Ich laufe ja. Also nicht nur zu Fortbewegung, sondern so sportlich. Und das auch mit anderen. Weil das ist gesund. Und Spaß macht es auch. Das vor allem wegen den anderen, mit denen ich laufe. Und mit den anderen bin ich neulich gelaufen und zwar 25 Stunden lang. Also nicht am Stück sondern in Gruppen und Etappen. So geschehen beim 25-Stundenlauf der Sportförderung in Wiesbaden. Wie schon im letzten Jahr ein super Sportwochenende bei absolutem Prachtwetter. Und weil sich bei diesem Event 64 Teams und damit mehrere hundert Menschen der beschleunigten bipedalen Fortbewegung widmeten, konnte ich da mal wieder wunderbar Leute gucken. Hier das Ergebnis:

Der High-Tech-Läufer

Dieser Läufer ist der Nerd unter den Freizeitsportlern. Er ist bestens technisch ausgestattet, denn er hat nicht einfach nur eine Pulsuhr. Nein er hat eine Pulsuhr mit GPS-Funktion. Seine Läufe und andere Fortbewegungssportarten „trackt“ er mit dem iPhone und postet sie auf Facebook. Natürlich hört er beim Laufen Musik – und manchmal weiß ein solcher Technoläufer nicht, wo er das iPhone beim Laufen hinstecken soll …. aber das ist eine andere Geschichte. Selbstverständlich trägt der High-Tech-Läufer auch Funktionskleidung wie Klimafaser-Laufshirts, Runningtights und Laufsocken mit Kompressionswirkung und weiteres Zubehör. Die Laufschuhe werden bei einem Fachgeschäft nach einer Laufbandanalyse genau passend zum eigenen Fuß und Laufstil gekauft (was auch SEHR vernünftig ist!!). Ich bekenne mich als zu dieser Läufer-Gattung zugehörend.

Flinke Läuferfüße.
Flinke Läuferfüße.

In Wiesbaden war dieser Typ sehr häufig anzutreffen. Dabei gab es dann noch die extreme Version des High-Tech-Läufers, der in den nächtlichen Stunden mit allerlei Leuchtmitteln behaftet seine Runden rannte. Von der Stirnlampe bis zu blinkenden LED-Armbändern war alles vertreten. Einer hatte sogar ein Kopfgeschirr an, an dem eine Webcam montiert war. Er hat seine Laufrunden also gefilmt. Dieses Selbstleuchten war aber eigentlich überflüssig, denn die Laufstrecke im Kurpark war gut beleuchtet.

Der Einfach-So-Läufer

Dieser Läufer ist quasi das krasse Gegenteil der vorgenannten High-Tech-Läufer. Er kauft die Billigschuhe vom Aldi und zieht zum Laufen die Klamotten an, die ihm aus dem Schrank entgegenfallen. Das darf auch gerne ein Baumwoll-T-Shirt sein, dass dann vor Schweiß trieft und für die Umwelt sehr schnell eine massive olfaktorische Belastung darstellt. Denn der Einfach-So-Läufer ist gerne auch ein Naturbursche, der die Klamotten bei so einem 25-Stundenlauf nicht nur durchgängig anlässt, sondern schon anhatte, als er kam.

Eine Runde hatte circa 950 Meter.
Eine Runde hatte circa 950 Meter.

Pulsuhr und andere Gadgets braucht er nicht, er rennt nach Gefühl. Der „spürt“, was für einen Puls er hat und ist überzeugt, dass seine Pumpe gerade mit maximal 130 Schläger rennt, auch wenn er so außer Atem ist, dass er kaum noch ein Wort hervorschwitzen kann.

Die Turbo-Tiefflieger

Das sind meist recht junge und männliche Läufer, die in der Regel einem Leichtathletik-Verein angehören und in Wiesbaden mit einem affenartigen Tempo über die 950 Meter lange Runde jagten. Wenn so ein Kerlchen losrennt, dann ist der spätestens nach 2:40 Minuten schon wieder im Ziel und sagt sowas wie: „Scheiße, ich wollte 2:30 laufen!“ Meine schnellste Runde war 4:28 Minuten. Und der mault rum, dass er 2:40 statt 2:30 gebraucht hat. Der soll mal lieber aufpassen, dass er nicht verglüht, wenn seine Außenhülle sich an der Atmosphäre reibt ….. Oder erfriert so jemand eher durch den Fahrtwind?

Abklatschen in der Wechselzone.
Abklatschen in der Wechselzone.

Der Rundenklopper

Der Rundenklopper ist für seine Laufkameraden im Team eine Spaßbremse. Denn er läuft los und wenn er nach einer Runde wieder über die Ziellinie geht, dann ruft er seiner Ablösung nur zu „Ich mach noch eine“ und rennt einfach weiter, anstatt abzuklatschen. Das macht er gerne ein oder zwei Mal und ignoriert dabei, dass die anderen in seinem Team auch gerne eine Runde laufen wollen.

Der Dauerdauerdauerläufer

Dieser Läufertypus ist selten. Beim 25-Stunden-Lauf in Wiesbaden gab es nur zwei. Die beiden sind diese 25 Stunden ALLEINE DURCHGELAUFEN. Solche Typen – meint man – haben irgendeine psychosomatische Dysfunktionalität, dass sie sich so dermaßen quälen. Es sind Ultralangstreckenläufer, die gerne auch mal die „100 Kilometer von Biel“ (in der Schweiz) und andere Events laufen. Diese Läufertypen sind ungeheuer leidensfähig und beherrschen die Kunst, sich selbst zu quälen. Denn spätestens in der Nacht schauen die aus der Wäsche wie das Leiden Christi. Hier die Zeiten der beiden:

1. Jens Hilpert, 212 Runden, 24:52:16 Stunden = circa 201 Kilometer!!!
2. Chris Wolfe, ADAC, 137, 24:59:22 = circa 130 Kilometer !!!

Die Schicksenflitze

Dieser Läufertypus ist zu 99 Prozent weiblich. Er – also Sie – zeichnet sich dadurch aus, dass die Laufstrecke als Laufsteg genutzt wird, denn das Läuferoutfit ist einem Modediktat unterworfen. Da muss alles farblich zueinander passen und dem aktuellen Modetrend der Laufbekleidung gehorchen. Die Klamotten sind gestylt, die Schuhe passen perfekt ins Bild und sind immer so sauber geputzt, als würde damit gar nicht gelaufen. Auch Zubehör wie MP3-Player, Schirmmütze oder Schweißstirnband sind auf das Outfit abgestimmt. Die Schicksenflitze will vor allem gesehen werden und läuft deshalb auch langsam.

Unterwegs mit Maskottchen.
Unterwegs mit Maskottchen.

Professor-Schlaumeier

Dieser laufende Klugscheißer macht vor allem verbal auf sich aufmerksam, weil er ein Quell unendlichen Fachwissens ist – oder zu sein glaubt – und dieses auch bereitwillig zum Besten gibt, egal ob es jemand hören will oder nicht. In der Wechselzone beim 25-Stunden-Lauf wurde ich Ohrenzeuge folgender Sprüche eines solchen Professor-Schlaumeier: „Du läufst ja nur in der Fettverbrennungszone. Lauf mit höherem Puls. Geh mal härter an die aerob-anaerobe Grenze ran!“ Nett war auch der motivierende Ratschlag beim Start eines Läufers „Lass Dir Zeit und zieh durch.“ Das klingt wie „Mach langsam aber so schnell wie möglich“.

Der Eierläufer

Und zum Schluss dann noch eine Peinlichkeit, die ich und viele andere am Sonntagmorgen eine Stunde vor dem Ende des 25-Stunden-Laufes bestaunen durften. Der Eierläufer hat sich seinen Namen selbst zuzuschreiben, denn dieser Typ hatte eines von diesen kurzen Sprinterhöschen an. Wisst ihr diese Dinger mit dem hohen Beinausschnitt an der Seite und ganz viel wenig Stoff um die Hüften. Und leider hingen in dieser Läuferhose die Hoden lose und beugten sich der Schwerkraft. Alles, wirklich ALLES, was einen Mann von einer Frau unterscheidet, hing unten aus der Hose raus. Und beim Laufen schlug das Gehänge heftig, fast hörbar klatschend heftig hin und her. Während sich immer mehr Leute unter massivsten Anstrengungen das Lachen und mit dem Finger drauf zeigen verkniffen, lief der Eierläufer unbeirrt in hohem Tempo weiter.

Das ist einfach nicht mein Ding

Vor einiger Zeit brachte mich jemand auf die fixe Idee, das Sportabzeichen zu machen. Ich dachte mir, och warum nicht. So ein Abzeichen ist ja recht kleidsam und sicher auch gut für’s Renomé. Der schwimmerische Teil für das Abzeichen war ganz fix erledigt. Denn – man möge mir das Eigenlob in Anbetracht der Tatsache, das gleich auch Eigentadel kommt, gestatten – schwimmen kann quasi wie ein Fisch. Ich schwimme ziemlich schnell, gut und ausdauernd. Schwimmen ist echt absolut mein Ding!

Schwimmen ist voll mein Ding (Foto: stock.xchng)
Schwimmen ist voll mein Ding (Foto: stock.xchng)

Eine der Disziplinen für das Sportabzeichen ist Laufen. Das kann ich auch ganz brauchbar, aber nach meinen Spielregeln! Das bedeutet, ich laufe in meinem Wohlfühltempo und in meinem passenden Pulsbereich durch eine schöne Landschaft und das recht lange, weit und ausdauernd. Das mach ich sogar gern, dabei kann ich entspannen und ich genieße es.

Aber für das Sportabzeichen soll/muss man/ich „nur“ 1000 Meter laufen, das aber in 4:30 Minuten. Und nicht nur das, man muss diese 1000 Meter in der Gestalt von 2,5 Runden auf so einer bescheuerten Laufbahn um einen Sportplatz drum rum herum rennen. Ich schwimme wie ein Fisch, aber ich laufe wie ein Elefant. Langsam und ausdauernd. Aber für diese 1000 Meter musst Du laufen können wie ein hirnamputierter Gepard. Gepard, weil Du scheiße schnell sein musst. Und hirnamputiert deshalb, weil dieses „So-schnell-wie-möglich-um-den Sportplatz-drum-rum-herum-rennen“ das so ziemlich ödeste, bescheuerteste und langweiligste ist, das ich mir vorstellen kann. Lieber zwei Stunden durch das Oppenheimer Wäldchen, als 4:30 Minuten lang wie ein Hamster im Rad im Kreis rum rennen.

Auf so ner Rennbahn im Kreis rum rennen - es gibt nix bescheuerteres! (Foto: stock.xchng)
Auf so ner Rennbahn im Kreis rum rennen - es gibt nix bescheuerteres! (Foto: stock.xchng)

Aber man ist ja ehrgeizig, also habe ich es durchaus ernsthaft versucht. Dreimal. Gestern auch wieder. Ich hab mir echt den Herzbändel abgewetzt … und war 37 Sekunden zu langsam. Dieses stupide „So-schnell-wie-möglich-um-den Sportplatz-drum-rum-herum-rennen“ ist de facto absolut nicht mein Ding!

Aber ich habe jetzt eine wie ich finde sehr intelligente Lösung gefunden: Ich lass es ganz einfach bleiben! Genial, oder? Ich kann das nicht. Spaß macht es mir erst recht nicht. Also pfeif ich doch mal gepflegt auf’s Sportabzeichen.

Und wenn jetzt einer meint, das jemand, der nicht einmal das Sportabzeichen schafft, ja wohl total unsportlich ist, den lade ich ein, am Montag um 20 Uhr ins Hallenbad Oppenheim zu kommen. Bring Deine Badehose mit! Steig zu mir ins Wasser! Und dann schwimm! Nach einer Stunde sprechen wir uns wieder!!!

Beschleunigte Entschleunigung oder: Der 25-Stundenlauf in Wiesbaden

Zieleinlauf nach knapp 25 Stunden.
Zieleinlauf nach knapp 25 Stunden.

Laufen ist ja an und für sich eine doch recht beschleunigte Art der Fortbewegung. Vor allem wenn jemand wie ich, der mit der Grazie einer Gazelle einerseits aber dem Tempo eines Elefanten andererseits läuft, es schafft, seine Rundenzeit auf einen Kilometer auf einen Durchschnitt von 5:42 Minuten zu senken. So geschehen beim 25-Stundenlauf der Wiesbadener Sportförderung. Dort bin ich knapp 20 Kilometer gelaufen, aber eben nicht am Stück, sondern in Runden im Team mit Abklatschen. Dadurch kannst Du dann auf einer solchen Einzelrunde schneller laufen, also sonst auf der Langstrecke am Stück.

Bei dieser Laufveranstaltung am 11. und 12. September durfte ich im Team der „Zeitungsenten“ des Wiesbadener Kuriers mitlaufen. Und das hat unglaublich viel Spaß gemacht. Vor allem weil ich mit dem Team der Zeitungsenten ein gutes Dutzend sehr netter und wundervoller Menschen kennen lernen konnte. Ok zwei dieser laufverrückten Zeitungsenten kannte ich schon länger und eine von diesen Zweien kenne ich schon ewig. Den einen oder die andere hab ich schon mal in Facebook gesehen, was das Treffen im echten Leben umso spannender macht. Schon alleine dieses tolle Team machte das Laufen an diesem Wochenende zum absoluten Vergnügen.

Dann war die ganze Atmosphäre im Wiesbadener Kurpark einfach super klasse. Insgesamt 65 Mannschaften von Laufverrückten, die sich für eine gute Sache den längsten Tag und die längste Nacht des Jahres um die Ohren schlugen, oder besser liefen. Auch der Park und die 950 Meter lange Runde waren sehr schön, das Ambiente am Kurhaus ist für so was echt klasse. Dazu kam absolutes Prachtwetter! Da nimmt man als Rheinland-Pfälzer und Rheinhesse auch in Kauf, in „Feindesland“ zu laufen. Scherz beiseite, Wiesbaden ist ne tolle Stadt, ich bin dort zur Schule gegangen.

Ok wertgeschätzt Leser, ich will Euch mit der Frage, was „Beschleunigte Entschleunigung“ bedeutet, nicht mehr länger im Unklaren lassen. Wie eingangs schon erwähnt, ist Laufen eine deutlich beschleunigte Art der Fortbewegung. Und trotzdem hilft mir genau dass beim Entschleunigen. Das gilt schon, wenn ich daheim trainiere und meine Runden durch das Oppenheimer Wäldchen drehe. Aber dort in Wiesbaden galt das mit dem Entschleunigen ganz besonders!

Laufe ich daheim, bin ich nach spätestens zwei Stunden fertig, wieder daheim und stehe unter der Dusche – fertig. Hier aber waren wir, Auf – und Abbau eingerechnet – über 30 Stunden an einem einzigen Ort. Wann seid ihr schon mal so lange an ein und der selben „Location“. Heutzutage doch kaum vorstellbar, oder? Schon alleine das sorgt für eine Art „lokalisiertes Innehalten“.

Alles schläft, einsam wacht ... Nachtwache mit Kruschel.
Alles schläft, einsam wacht ... Nachtwache mit Kruschel.

Dann aber kam das Laufevent selbst dazu. Wenn ich so eine Runde gelaufen bin, tat ich das, was ich daheim beim Laufen auch tue. Mich meinen Gedanken, Wünschen und Träumen hingeben, die mir bei so was immer durch den Kopf gehen. Und wenn ich nicht akut gelaufen bin, habe ich entweder in den Laufschichten von Gruppe drei unseres Teams (der besten Gruppe ; – ) ) in der Wechselzone aufs Abklatschen gewartet und mich mit den andere unterhalten. Oder in den Pausen – also wenn unsere Gruppe nicht dran war – saß ich mit anderen oder spät nachts auch mal alleine nur mit Kruschel vor unserem Teamzelt. Da wird sich unterhalten, etwas gelesen oder einfach nur nichts getan und den anderen beim Laufen zugeschaut. Du hast nicht spezielles vor, musst nirgendwo dringend hin – außer mal aufs Klo – und hast einfach Ruhe.

Mit anderen Worten die ganze Alltagshektik, der Stress, die Hetze, die ganzen ewig eiligen und ach so wichtigen Zeitgenossen, die sonst um dich herum toben, die war draußen vor den Mauern des Kurparks ausgesperrt und Du hast eigentlich gar nichts anderes gemacht, als … ja eben fast nichts. Und das war wirklich unglaublich entschleunigend. Zwei Tage „mentale Langsamkeit“ bei körperlicher Beschleunigung. Mag der Körper danach auch halbwegs fertig und müde sein, der Kopf ist befreit, leer und frisch. Zumindest meiner. Und das tat diesem Unruhestifter unter meiner Schädeldecke auch mal richtig gut.

Der GPS-Track des 25-Stundenlaufs.
Der GPS-Track des 25-Stundenlaufs.

Zuviel Feuerwerk im Kopf

Ich-002Ich bin heute – also eigentlich gestern – um 6 Uhr irgendwas in der Früh aufgestanden. Den ganzen Tag auf der Arbeit und gut zu tun gehabt. Dann heute Abend heim und Schwimm- und Laufsachen gepackt. Mit dem Fahrrad ans Strandbad gedüst. Dort erst eine gemütliche Runde geschwommen. Dann schöne 7,4 Kilometer gelaufen. Dann zu meinen Eltern bringen lassen und mit dem Hund zu Fuß runde 2,5 Kilometer nach Hause gelatscht. Man könnte also meinen ich bin echt bedient und hab satt genug. Aber es brennen immer noch zu viele Feuerwerke in meinem Kopf. Mit dem Getöse im Hirn kann ich einfach nicht einschlafen. Also sitzen target=“_blank“>Louis, target=“_blank“>Frank und ich noch mal auf der Terrasse bei einer Weinschorle und ich schicke all diese Gedanken in die Dunkelheit….

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler

Dem Homo Sapiens wird gemeinhin nachgesagt, ein Jäger und Sammler zu sein. Das ist korrekt, wie ich heute gleich zweifach belegen kann. Sogar mit Belegen kann ich das belegen. Nachdem ich heute Mittag mit zwei Bekannten laufen gehe wollte und das wegen Regen ins buchstäbliche Wasser fiel, dachte ich mit: „Komm, das ist das ideale Umsatzsteuer-Wetter.“ Also hab ich statt es bis heute Abend aufzuschieben direkt angefangen, die Umsatzsteuerunterlagen für das Q1 fertig zu machen. Und dabei bin ich Jäger und Sammler, denn ich jage die ganzen Belege und wenn ich sie endlich habe, sammele ich sie in einem Ordner. Den Ordner werfe ich nachher bei meinem Steuerberater ein, damit der morgen früh damit spielen und Spaß haben kann. Seht ihr, Jagen und Sammeln belegt mit Belegen.

12 Kilometer gejagt und gesammelt, also eigentlich gelaufen.
12 Kilometer gejagt und gesammelt, also eigentlich gelaufen.

Nachdem fiskalbürokratischen Nervenkrieg – ich mache diese Umsatzsteuerscheiße ja totaaaal gerne – musste ich dringendst vor die Tür. Jagen und Sammeln Teil Zwei. Ich habe mir also die Laufklamotten und Laufschuhe angezogen und bin los. Da habe ich dann Kilometer gejagt und mit der GPS-Uhr gesammelt. Man was fluppte das! Keine Ahnung ob diese Umsatzsteuer-Belegorgie soviel Energie liefert, aber ich bin satte zwölf (12!!) Kilometer gelaufen. Ich glaube ich sollte nächsten Sonntag vor dem Gutenberg-Marathon in Mainz – ich lauf einen halben – unbedingt noch Steuerunterlagen sortieren, wenn das so voran treibt. Vielleicht sollte ich auch meinen Steuerberater mitnehmen, der läuft nämlich auch. Wenn der mir aus der deutschen Steuergesetzgebung während des Laufens vorliest, dann schaffe ich persönliche Bestzeit. Jetzt mal ganz unbescheiden. Wenn ich mich heute anschaue und mich mit mir im letzten Herbst vergleiche, bleibt mir nur festzustellen: Ich bin fit wie die Sau!

Doppelte Premiere bei der DLRG in Bad-Nenndorf

Ich bin dieses Wochenende bereits das fünfte mal für dieses Jahr hier in Bad-Nenndorf in der DLRG Bundeszentrale. Und ich komme seit knapp zehn Jahren mehrmals im Jahr hier hoch in die Nähe von Hannover. Dennoch habe ich dieses Wochenende gleich zwei Premieren, die ich hier „feiern“ darf.

Basis Seminar Öffentlichkeitsarbeit in Bad-Nenndorf
Basis Seminar Öffentlichkeitsarbeit in Bad-Nenndorf

Zum ersten halte ich an diesem Wochenende mit dem „Basis Seminar Öffentlichkeitsarbeit“ mein erstes Seminar nicht nur als Referent, sondern auch gleich als verantwortlicher Lehrgangsleiter ab. Es brummt richtig gut. 19 Teilnehmer, alle recht jung und sehr engagiert. Es macht viel Spaß. Keiner dabei der nervt oder stört. Keiner der jammert, das wir gestern bis abends 21 Uhr durchgezogen haben und das Programm satt voll ist. Auch bei den Praxisübungen sind alle mit Feuereifer dabei. Es strengt mich und meine Co-Referentin natürlich an, macht aber sehr viel Spaß. Viele der Teilnehmer sehe ich im Juni wieder, wenn ich das Aufbauseminar Öffentlichkeitsarbeit abhalte.

Total pladdes Land! Richtig geil zum laufen.
Total pladdes Land! Richtig geil zum laufen.

Die zweite Premiere. Ich war wie gesagt schon sehr oft hier oben. Meine Laufklamotten hatte ich sogar schon ab und zu mal mit. Nur gelaufen bin ich nie. Bis jetzt. Denn heute Abend bin ich tatsächlich erstmals auch wirklich gelaufen! Hier oben ist richtig „plattes Land“. Wirklich wie mit dem Bügeleisen flach gehauen. Sehr schön zum Laufen. Ich bin nach 21 Uhr in die Dämmerung hinein gelaufen. Es war „2/3-Mond“, also schön hell und die Feldwege sind hell betoniert oder geteert, also genug „Restlicht“ zum laufen. Hat Spaß gemacht und ist gut geflutscht. Sechs Kilometer in 42 Minuten. Da hier gut gekocht wird und Bad-Nenndorf daher beim Abnehmen „kontraproduktiv“ ist, wird das Laufen helfen, dass diese zwei Tage in Bad-Nenndorf nicht ganz so brutal ihren Niederschlag auf der Waage finden. Natürlich habe ich die Strecke mit meine GPS-Pulsuhr „gesammelt„.

5:50 Uhr wenn der Wecker klingelt oder: Der Kampf Engelchen gegen Teufelchen

Oppenheim, Mittwochmorgen 21. April. In einem Schlafzimmer irgendwo in der Weinstadt klingelt um 5:50 Uhr der Wecker. Sogleich spielt sich die folgende dramatische Szene ab.

Engelchen (auf der linken Seite des Bettes sitzend): „Guten Morgen Andreas, aufsteeeeehen! Die Laufklamotten und Laufschuhe stehen bereit. Es ist ein schöner frischer Morgen, wunderbar um laufen zu gehen.“

Teufelchen (auf der rechten Seite des Bettes sitzend): „Was heißt hier ‚guten Morgen’!? Hast Du Depp mal auf die Uhr geguckt. Zehn vor Sechs, noch mitten in der Nacht! Komm Andreas bleib liegen und schlaf noch eine Runde. Halbes Stündchen geht aber mal locker!“

Heute hat das Teufelchen in mir verloren!
Heute hat das Teufelchen in mir verloren!

Engelchen: „Hör bloß nicht auf den rot Gelackten. Frisch ans Werk und losgelaufen. Das ist gesund, macht fit und wach!“ Lies „5:50 Uhr wenn der Wecker klingelt oder: Der Kampf Engelchen gegen Teufelchen“ weiter

Inkonsequenz bei der Inkonsequenz hat Konsequenzen

Also das ist schon echt komisch. Ich war ja gestern auf inkonsequente …. ihr wisst schon! Und von diesem halben Stündchen und den fünf Kilometerchen gestern in aller Frühe habe ich heute so einen richtig schönen Muskelkater in den Beinen. Nix was mich jetzt großartig imobilisieren würde. Aber eben einen deutlich spürbaren Muskelkater.  Hallooooo?! Das war nur einehalbe Stunde!

Muskelkater von einer halben Stunde laufen?
Muskelkater von einer halben Stunde laufen? (Bild: stock.xchng)

Ich gehe ja sehr häufig schwimmen. Dann schwimme ich mindesten eine Stunde, manchmal anderthalb Stunden. Dabei paddel ich dann so zwischen 100 und 150 Bahnen a 25 Meter runter. Muskelkater? Fehlanzeige. Und beim Schwimmen benutzt man für gewöhnlich auch die Beine. Da flitz ich dann gestern ein halbes Stündchen locker, leichtfüßig, wie eine stromlinienförmige Gazelle anmutig und elegant durch den Regen und hab Muskelkater!

Heute war ich auf inkonsequente Weise inkonsequent

Unlängst schrieb ich ja, wie konsequent ich inkonsequent bin. Aber heute morgen habe ich nicht dem Wecker, sondern dem inneren Schweinehund eins auf die Rübe verpaßt. Doch! Wirklich! Ich bin um 5:59 Uhr aufgestanden, habe meine Laufklamotten angezogen und bin 5 Kilometerchen gelaufen. Und als bekennender Technikfreak kann ich natürlich nicht ohne meine Gadgets laufen. Deshalb habe ich wie immer meine Garmin GPS Forerunner 305 GPS-Pulsuhr dabei an gehabt. Die zeichnet neben dem Puls beim Laufen per GPS auch die genau Strecke, Geschwindigkeit etc. auf.

Ich war heute inkosequent inkonsequent und deshalb 5 Kilometer laufen.
Ich war heute inkosequent inkonsequent und deshalb seit langem endlich mal wieder 5 Kilometer laufen.

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