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Die Merkel muss weg …

Angela Merkel (Foto: Armin Linnartz Quelle: Wikipedia)
Angela Merkel (Foto: Armin Linnartz Quelle: Wikipedia)

Gestern Abend in einer Diskussion zum derzeitigen Thema Nummer 1 – Flüchtlinge – sagte jemand mit der Inbrunst der Überzeugung:

„Aber die Merkel die muss weg. Also auf jeden Fall muss die weg!“

Ja! Ganz genau. Die muss weg, die Merkel und die Regierung am besten gleich mit. Weil bei uns im Land ist ja alles echt voll Schei*e und alles geht sowas von den Bach runter. Uns geht es ja allen so dermaßen schlecht! Und an allem ist die natürlich die Merkel und die Regierung schuld. (Müsste ich hier wirklich die „Ironie-Tags“ <ironie> … </ironie> setzen?)

Das Bruttoinnlandsprodukt steigt. Es steitg seit Jahren. Seit VIELEN Jahren. Aber trotzdem, die Merkel, die muss weg. Weil bei uns im Land geht es ja bergab.

Die Arbeitslosenzahlen sinken und sind so niedrig wie das letzte mal vor mehr als 20 Jahren. Im Jahr 2005 lag die Arbeitslosenquote bei 11,7 Prozent. Derzeit liegt sie bei 6,5 Prozent. Aber trotzdem, die Merkel muss weg, weil bei uns ist ja alles ganz schlecht und schlimm.

Statistik: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1995 bis 2015 | Statista
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Deutschland ist Exportweltmeister gerade auch im Bereich der Hochtechnologie und hat sogar die USA bei den Einnahmen in dieser Sparte hinter sich gelassen – zugegeben, weil es in den USA da auch satt bergab ging. Aber trotzdem, die Merkel muss weg, weil bei uns ist ja alles echt so unglaublich scheiße.

Bei den Sozialschutzleistungen (Rente, Krankenversicherung etc.) ist Deutschland eines der besten und leistungsstärksten Länder in Europa. Die Bürger in diesem Land sind optimal abgesichert, egal ob es um Gesundheit oder Arbeitslosigkeit geht. Aber was soll’s, die Merkel muss halt einfach weg.

Sozialschutzleistungen

Dieses Parolengeschrei „Die Merkel muss weg“ ist ja wahrlich nichts neues. Als Kohl dran war, musste der „Dicke“ weg. Als Schröder dran war, musste natürlich auch der weg. Es gibt Leute, die immer „muss weg“ schreien und immer denken, alles bei uns ist schlecht, schlimm, scheiße und so weiter. AfD und Pegida und ähnliche rechte Randwichtel heizen diese Stimmung derzeit massiv an um in diesem Meinungsklima Sympathisanten und Wählerstimmen abzufischen. Strunzdummer Hass schlägt den Medien entgegen, die den Hetzern nicht nach dem Mund reden, sondern über die Tatsachen berichten, die die Hetze widerlegen.

Und derzeit wird das Thema Flüchtlinge dafür so dermaßen demagogisch instrumentalisiert, das man das KALTE KOTZEN kriegt. Schaut man sich die Reden von Björn Höcke an, dann ist das pure rechte Hetze. Selbst der AfD-Parteispitze wird es mit dem zu mumlig. Noch. Wir haben in diesem Land kein Flüchtlingsproblem, aber wir bekommen – nein wir haben ein Nazi-Problem! Aus den verbalen Brandbomben von AfD, Pegida und Co werden reale Brandsätze, die auf Flüchtlingsheime fliegen. Es entsteht ein rechter Terrorismus, der in dem Attentat auf die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker einen wohl leider nur vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Wer ohne nachzudenken „Die Merkel muss weg“ schreit, der geht den rechten Hetzern auf den Leim, denn die liefern die angeblichen Argumente, die dann dazu führen, dass Leute Merkel und Gabriel an den Galgen wünschen. Fragt man nach konkreten Argumenten, Gründen oder Beweisen, hört man entweder „Das weiß man doch“ oder „Das habe ich gelesen“. Und manchmal werden obskure Quellen genannt die bei einer Prüfung keinem Schuss Pulver stand halten. Aber mitschreien ist eben einfacher, als nachdenken oder sich mal umfassend zu informieren.

Verarscht: General Motors verkauft Opel doch nicht!

Was man unterschwellig immer schon ahnte, wird jetzt Realität: GM sagt den Verkauf von Opel ab! Und für die Opelaner kommt der Schrecken ohne Ende, statt ein Ende mit Schrecken. Letzteres hätte zu Guttenbergs Vorschlag einer geordneten Insolvenz, oder wie immer das auch ökonomisch korrekt heisst, bedeutet. Eine Zäsur mit Chance zum Neuanfang. Und was kommt jetzt? GM wird sich weiter auf Kosten von Opel und den europäischen Standorten sanieren. Im September spuckte GM noch ganz andere Töne und verkündete, sich grundsätzlich zum Verkauf von Opel entschlossen zu haben. Interessant auch, das GM scheinbar mit der Bekanntgabe gewartet hat, bis Kanzlerin Merkel ihre Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses gehalten hatte. Die Bundesregierung erwartet jetzt die Rückzahlung des Milliardenkredits. GM indes kündigt an, Deutschland um Hilfe bei der Umsetzung seiner Pläne für Opel bitten zu wollen. Nach dem Motto: Hallo, wir haben euch nach Strich und Faden verarscht, verladen und verschaukelt und jetzt gebt uns dafür doch auch noch Geld, damit wir nicht gleich alle Arbeiter bei Opel rausschmeißen müssen.

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