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Die fünfte Jahreszeit … geht der Scheiss auch schon wieder los.

Ach stimmt ja! Heute ist der Elfteelfte und um Elfuhrelf geht die fünfte Jahreszeit wieder los. Das wird wieder schön. Bunt verkleidete Leute stürzen sich überdreht ins närrische Getümmel. Auf unzähligen Fastnachtssitzungen weiss man spätestens beim „Bummtääää“ der Kapelle oder dem enervierenden „Uiuiuiuiui auauauauau..“, das man jetzt gefälligst übern nen miesen Gag zu lachen und gute Laune zu haben hat. Da wird diese gute Laune emuliert, indem mit biomechanischen Wechselbewegungen – „Schunkeln“ genannt – versucht wird, die Alkohol-stimmulierte Ausschüttung von Endophinen zu steigern. Und so versucht man, sich über einen in die länge gequälten Abend zu retten.

Manche Jugendliche feiern Fastnacht so, wie sie auch alles andere feiern, es wird ein munteres Komasaufen veranstaltet.  Die Auswirkungen sehen wir dann auf den großen Fastnachtsumzügen wie in Mainz, aber auch den kleinen und feinen wie in Dienheim. Den Sprit bekommen die Kiddies bei Aldi, Lidl & Co, wo die Aussicht auf hohen Umsatz das Auge erblinden lässt, mit dem man Ausweise kontrollieren sollte.

Büttenredner strapazieren uns dann wieder mit gereimten Banalitäten und mancher auf der Bühne organisiert sich vielleicht sogar eine „Fertigrede“ aus dem Internet. Diverse Tanzgruppen werden mal ergötzliches mal erschröckliches darbieten und die mittlerweile obligatorischen Männerballets werden die behaarten Keulen durch die Gegend schmeißen. Ok, mittlerweile gibt es tatsächlich Männerballets die richtig gut und nicht nur peinlich sind.

Und wir von der schreibenden Zunft? Wir müssen wieder die Gratwanderung zwischen närrisch-adäquater Schreibe und Verbalonanie gedeichselt bekommen. Da stechen dann wieder „Narrenschiffe in die Humorsee“, es gibt wieder „Lachmuskeltraining“ bei „vierfarb gute Laune“. Da „tobt die Narrhalla“ und „schäumt die gute Laune über“. Die ärmsten Schweine aber sind die Fotografen der Lokalredaktionen. Ich als freier Schreiberling muss an einem Abend nur auf eine Fastnachtssitzung. Der Bild-Kollege aber muss auf ALLE! Und spätestens nach dem zweiten Tag hat der alle Motive durch und kann nichts neues mehr knipsen.

Zudem sind Fastnachter auch zutiefst humorlos. Schreib im Artikel mal einen Namen falsch oder vergiss eine richtig schlechte, aber für richtig teures Geld eingekaufte Nummer der Sitzung zu erwähnen. Da bricht diese Humorlosigkeit dann ganz schnell telefonisch über die Kollegen in der Redaktion herein. Und wenn Du tatsächlich eine echte Kritik schreiben würdest und nicht alles und jeden Schrott schön heucheln würdest. Oha! Dann wär aber richtig was los.

Liebe Leute, ich freue mich jetzt schon auf den 17. Februar. Das ist Aschermittwoch und da ist bekanntlich alles vorbei! In diesem Sinne: Hellau!

Klappe halten, keine Ahnung,