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Das Leben mit dem Tod beginnen und mit einem Orgasmus beenden

Über diese Umkehr unseres bisherigen Lebensentwurfes bin ich heute im Tagebuch eines Internetjunkies gestolpert:

Lieber Gott,

hier ein kleiner Verbesserungsvorschlag:

Das Leben sollte mit dem Tod beginnen – und nicht andersherum! Stell Dir das mal vor: Du liegst six feet under, es ist dunkel und muffig und dann gräbst Du dich dem Licht entgegen.

Dort angekommen gehst Du ins Altersheim, es geht Dir von Monat zu Monat besser und wirst dann rausgeschmissen, weil Du zu jung wirst, spielst danach ein paar Jahre Golf bei fetter Rente, kriegst eine goldene Uhr vom Arbeitgeber und fängst gaaaanz laaangsam an zu arbeiten.

Nachdem Du damit durch bist, geht’s auf die Uni. Du hast inzwischen genug Geld, um das Studentenleben in Saus und Braus zu genießen, nimmst Drogen, hast nix als Frauen bzw. Männer im Kopf und säufst dir ständig die Hucke voll.

Wenn Du davon so richtig stumpf geworden bist, wird es Zeit für die Schule, die natürlich mit einer einwöchigen Klassenfahrt ins benachbarte Ausland beginnt.

In der Schule wirst Du von Jahr zu Jahr blöder, bis Du schließlich auch hier rausfliegst, natürlich mit einer riesigen Tüte voller Süßigkeiten. Danach spielst Du ein paar Jahre im Sandkasten, anschließend dümpelst Du neun Monate in einer Gebärmutter herum und beendest dein Leben als Orgasmus!

Das wäre doch geil!

Dazu abschließend meinerseits noch eine Anmerkung: Jetzt kapier ich endlich, warum die Franzosen einen OrgamusLe petit mort„, sprich „der kleine Tod“ nennen!! 🙂

P.S. Sollte der Orgasmus, mit dem man nach diesem Konzept sein Leben beendet, der einzige in der gesamten Lebensspanne sein, wäre der Verbesserungsvorschlag wohl kaum wirklich eine Verbesserung.

P.P.S Soeben habe ich Twitter sei Dank den gleichen Text auch im Stephan Hertz-Blog entdeckt. Scheint ein Internet-Classic zu sein.

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Gesammelte Verbal-Orgasmen

Angesichts des Artikels in der AZ heute über Rüdiger Hoffmann konnte ich mir die Überschrift einfach nicht verkneifen. In dem Text wollte wohl jemand ganz große Verbalkunst schaffen. Aber da wurde deutlich zu übbig in „farbigen Metaphern“ geschwelgt. Man beachte auch die mitunter epische Satzlänge. Die Herkunft der Überschrift ist übrigens dem einstige Redaktionsleiter eben dieser Lokalredaktion geschuldet. Der bezeichnete solche Texte als „Verbal Onanie“. Hier in Auszügen die gesammelten … ihr wisst schon:

  • Dazu der charakteristische Kahlkopf mit viel Esprit drin und der geschliffenen Zunge dran?
  • Während Petrus sich vorzeitig ins Bett verabschiedet hatte und nach ihm die Sintflut vom Himmel rieseln ließ, prasselten im bis auf den letzten Platz gefüllten Sironasaal die Lachsalven und Applausfontänen gegen das Hoffmannsche Humor-Riff.
  • Scharfkantig, trotzig und unverschämt trocken wie eh und je war der schlaksige Gesellschafts-Karikaturist mit der staubtrockenen Zunge in Riesling-City gelandet.
  • Absurd verdreht, gestochen scharf überzogen, angeschmiegt an die Schultern überdimensionierter Neurosen gelingt dem personifizierten „Hallo erstmal“ ein präziser Ausflug in die Wunderwelt menschlicher Gemeinheiten.
  • Überbacken mit einer leckeren Schicht kräftigen trockenen Humors.
  • Herzhaft genossen die mit Wangen- und Zwerchfellmuskelkater geschlagenen Zuschauer Hoffmanns Rolle als Psycho-Folterknecht, der sich teuflisch-lustvoll an einem Vorwerk-Vertreter rächt, seine Verortung Niersteins unter wieherndem Gelächter in der Kategorie der Weltmetropolen, die feucht-fröhliche Zeitreise in seine Jugend in den 80ern, ein ehrlich-freches Selbstporträt und die Liebeserklärung an seine Heimat Ostwestfalen.
  • Allen Unkenrufen zum Trotz, die dem 1964 in Paderborn geborenen Schlafzimmerblick-Humoristen einen platten Abrutsch in schlüpfrige Gefilde unterstellten, zelebriert Hoffmann die ihm ganz eigene Scharade zwischen Offensichtlichkeit und subtiler Handkantenschläge auf die Lachmuskeln.