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Servicewüste Deutschland!

Ich war eben gerade noch bei der Rewe in Oppenheim um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Mit mir betrat auch ein Mann zusammen mit seinem Sohn den Laden. Der Junge war vielleicht geschätzt acht Jahre alt. Und während der Papa Einkäufe in den Einkaufswagen lud, war dem Jungen wohl langweilig. Also begann er durch die Gänge des Ladens zu hüpfen und zu tänzeln. Er verschwand in einem Gang und kam aus einem anderen wieder hevor gedüst.

Wuummmmmsss

Und dann passierte es! Er hatte gerade eine kleine Pirouette gedreht und ging rückwärts als er gegen einen Sonderverkaufsständer stieß. Das war so ein Pappaufsteller voll geladen mit Packungen von verschiedenen Teesorten. Der stand da an der Ecke zweier Gänge – bestens zum umrennen geeignet. Nicht umsonst nennt man so etwas in der Fachsprache auch „Kundenstopper“. Es kam was kommen musste! Das Ding fiel laut krachend um und Dutzende Teepackungen verteilte sich über bestimmt zwei Meter Fläche auf den Boden.

Dem Jungen stand das blanke Entsetzen in den Augen und er begann weg zu rennen. Zu spät! Eine Mitarbeiterin des Ladens hatte das Ganze beobachtet und rief: „HEY!“ Das arme Kind blieb wie angewurzelt stehen. Fast so, als hätte jemand auf ihn geschossen und die Kugel hätte ihn voll getroffen.

Und dann sagte die Mitarbeiterin lachend: „Du brauchst doch nicht weg zu rennen. Es ist doch gar nichts passiert. Das kann doch mal vorkommen.“ Und ihr freundliches und ehrliches Lächeln ließ den panischen Gesichtsausdruck des Jungen verschwinden und er beruhigte sich.

Und während die junge Frau den Aufsteller hin stellte und die verschütteten Teepackungen wieder einräumte, plauderte sie noch ein wenig mit dem Jungen, der ihr die Packungen anreichte.

Könnten wir also bitte mal aufhören, dauernd von der „Servicewüste Deutschland“ zu reden!

Und hier die Audio-Version für Lesemuffel.

Spaßiger Shopping-Terror an Heilig Abend

Als mir gestern morgen das Geschenkpapier ausging – ich musste noch das eine oder andere für den einen oder die andere verpacken – bin ich schnell noch zur Rewe gefahren und habe Nachschub und ein paar Kleinigkeiten geholt. Dort durfte ich Zeuge des folgenden Tele-Shopping-Terrors werden:

Mal Fluch, mal Segen. (Foto: stock.xchng)

Ein älterer Typ, schütteres dünnes Haar, abgewetzte billige Lederjacke und eine viel zu große Brille auf der Nase, stand mit dem Handy am Ohr in einem der Gänge kaum zwei Meter neben mir. Ich lauschte einerseits unauffällig und andererseits mit wachsendem Vergnügen folgendem Gespräch (das er vermutlich mit der daheim verbliebenen Ehefrau geführt hat):

Er: Ei do wo de Kardofflbrei steht.

….

Er: Ei den hab isch schun.

Er (laut): Ein den Kardofflbreeiiiiiii!

Er: Naa den annern hab isch genumme!

Er: Waaast Du was der kost?!!!

Er: Aller gut, Herrgott noch emol, nehm ich halt den annern!

Er legt mit finsterer Miene das Instantflocken-Püree-Pulver eines Noname-Herstellers zurück ins Regal und nimmt statt dessen ein Markenprodukt von Pf….

Er: So, habbisch. Wo is’n do jetzt die Milsch?

Er: Wo ums Eck?

Er (laut): Ei links ums Eck odder reschds ums Eck?

Er stampft nach rechts aus der Regalreihe und kurz darauf hör ich ihn in der Reihe neben dran.

Er (laut): Do is kaa Milsch!

Er (immer noch laut): Ei wie Du gesaat host, rechts ums Eck.

Er (noch lauter): Wie rechts ums Eck un noch e mol rechts ums Eck?!

Er (sehr laut, andere Leute gucken): Waaste was, näschdes mol gehste selwer und kaafst Dir den Scheissdreck selwert!!!

Hätte seine Alte ihm doch mal einen ganz klassischen Einkaufszettel geschrieben, statt ihn per Handy „fernzusteuern“.