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Wort-Wichser des Tages

Und wieder bin ich über eine Verbalschwulst gestolpert, die sich der Auszeichnung „Wort-Wichser des Tages“ als würdig erweist.

„In Zeiten oberflächlichen Schönheitswahns ist es erfrischend zu sehen und zu bewundern, dass ein gekonntes „Facelifting“ substanziellen Wert haben kann – und das für eine ganze Gemeinde.“

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In dem Artikel einer Lokalzeitung geht es um die Einweihung einer renovierten Gemeindehalle. Ich glaube ich sollte mir für diese Auszeichnung doch langsam ein grafisches Logo überlegen, denn es werden weitere Nominierungen kommen. Wer Textfundstücke aus dem Internet beitragen will, nur zu.

Kurz zur Aufklärung: Der Begriff Wort-Wichser ist keine Erfindung von mir. Er geht auf den einstigen Leiter einer Lokalredaktion zurück, für die ich auch heute noch arbeite. Während des Studiums machte ich dort ein Praktikum. Deshalb wurde ich Zeuge, als dieser Kollege beim Redigieren eines Textes leicht übellaunig ausrief: „Das ist doch reine Verbal-Onanie!“ Daraus entstand dann dieser passende Begriff.

Wort-Wichser des Tages

Also so langsam aber sicher bin ich am grübeln, ob ich nicht wirklich so eine Rubrik „Wort-Wichser des Tages“ hier auf der Stammhirnrinde einführen soll. Denn zu oft stolpere ich über unsägliches zerebrales Verbal-Ejakulat. Heute bekommt diesen Preis eine hier nicht näher benannte PR-Agentur in Frankfurt am Main. Die sucht derzeit einen „Consultant“ und hat in ihrer Stellenausschreibung diesen lächerlichen Wort-Erguss zu bieten:

Unsere Mitarbeiter finden für jedes Kommunikationsproblem eine individuelle Lösung mit optimalem Verhältnis von Strategie, Kreation und Umsetzung – die richtige Hirn-Herz-Hand-Relation. „

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