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Herr Gauck bitte treten Sie sofort vom Amt des Bundespräsidenten zurück!

Wie? Was heißt hier, der ist doch noch garnicht gewählt? Das ist doch wohl völlig wurscht! Statt der einschlägig bekannten „Präsidenten-Presse“, der das zur Not auch wurscht ist oder wäre, fahren derzeit diverse Politiker ihre Geschütze hoch. Denen ist scheinbar nicht wurscht, das der Gauck werden soll, was er eigentlich nach Mutti Merkels Plänen nicht werden sollte: El Präsidente de República Federal de Alemania. Wurscht hin oder her, der Mann ist doch quasi schon erledigt!

Jetzt wird aber mal gaaaaanz fix geheiratet Herr Gauck!

Da fordert dieser halbhirnige Schwarzfußindianer Norbert Geis, dass der Gauck erstmal heiraten soll, bevor er das Amt an tritt. In der Passauer Neuen Presse salbadert der Kerl doch: „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird.“ Hat dieser CDU-Mann noch alle Glocken im Turm? Völlig zurecht reagiert der rote Bruder Wiefelspütz: „Ich kann meinem Freund Norbert Geis nur zurufen: Halt den Mund!“

Der dicke Gabriel von der SPD nutzt die Gelegemheit auf jeden Fall schon mal, um mit dem Thema Gauck als Bundespräsident Poltik zu machen und stichelt gegen die FDP. Er wirft der FDP Profilierungssucht vor. Ja nee, is klar! Das sacht der Richtige und macht beim Politischen Aschermittwoch einen auf dick. Der Grüne Cem Özdemir will da natürlich nicht hinten an stehen und stimmt nach der Entscheidung für Gauck gleich den Grabgesang für die scharzgelbe Koalition an.

Wie?! der Gauck mag Occupy nicht, dafür aber den Sarrazin!

Ja nochmal zu meinen Freunden, den Grünen. Nehmen wir den Hans-Christian Ströbele. Der erklärte im Fernsehsender Phoenix: „Mich stört, dass Herr Gauck eine Reihe von Äußerungen in der Öffentlichkeit getan hat, die mich doch sehr geärgert und zum Teil sogar erschreckt haben.“ Das ist ja eine Spezialiät von Politikern mit vielen Worten NIX zu sagen. Konkret ging es Schwafele – äh Verzeihung Ströbele – und auch dem integrationspolitische Sprecher Memet Kilic wohl um Gaucks Äußerungen zu den umstrittenen Zuwanderungs-Thesen von Thilo Sarrazin.

Aber viele bei den Grünen scheinen Feuererlaubnis zu haben. Der Jürgen Tritt-ihn hat laut Spiegel online schon gleich Handlungsanweisungen für Gauck, dem er empfiehlt auf seine Kritiker etwa aus dem Lager der Occupy-Bewegung zugehen. Und wollen Die Linken und Die Piraten etwa Humor beweisen, dass sie den deutsche Kabarettisten und Kapitalismuskritiker Georg Schramm als Gegenkandidaten aufstellen wollen. Gehe ich fehl in der Annahme, wenn ich sage: Den kennt doch keine Sau! Apropos Die Linken. Deren Parteichefin Gesine Lötzsch hat auch ’ne Orakelpille eingeworfen und prophezeit laut Spiegel Online „CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen, die Gauck auf den Schild gehoben hatten, ein „blaues Wunder“ mit ihrem Kandidaten.

Was is’n bloß mit dem Diekmann los? Der ist so ruhig.

Aber moment mal? Was ist mit Kai Diekmann, dem obersten Präsidentenjäger los? Die BILD-Zeitung hält den Ball in Sachen Gauck nicht nur ganz schön flach. Sie ist ja beinahe neutral bis positiv, wenn man so die Artikel liest, die die Suchfunktion auf www.bild.de zum Stichwort Gauck in den letzten Tagen liefert. Nur ganz zaghaft wird unter der Überschrift „Hansi Gauck: Scheidung war nie ein Thema“ über nicht nicht erfolgte Scheidung von der Frau berichtet, von der Gauck seit über 20 Jahren getrennt lebt. Ansonsten nur Eitel-Sonnenschein. Warten die Diekmannen ab, bis er gewählt ist, um dann los zu legen?

Im Netz schwappt schon die Anti-Gauck-Welle

Unter dessen berichtet die Frankfurter Rundschau unter der völlig verkopften Überschrift „These Antithese Synthese oder Ping Pong Ping“ dass sich im Netz bereits eine „Anti-Gauck-Welle“ bildet, die von Twitter beschleunigt wird. Da wird dann auch schon fleißig zu Gauck gebloggt – ooops, das mache ich ja auch gerade – und wir lesen: „Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren„. Aber der Text spricht sehr viel Wahres aus – also lesen! Und der Text fasst Thesen zusammen, die das Netz und andere Antagonisten zu Joachim Gauck aufgestellt haben:

  • Gauck findet Occupy-Bewegung und Bankenkritik “unsäglich albern”
  • Gauck befürworte die Vorratsdatenspeicherung
  • Gauck bezeichnete Hartz4 Proteste als töricht und unangemessen, ist daher “Ein Theologe der Herzlosigkeit”
  • Gauck ist ein Sarrazin-Fan

Die ganzen Parolenschreier schnappen sowas begierig auf, denn das ist viel bequemer, als sich eine eigene Meinung zu bilden. Wir lesen dann Sätze wie: „Einem solchen Menschen – offenkundig heillos in sich selber verstrickt, in die eigene höchstpersönliche Lebensgeschichte – darf man das höchste Amt, das in der Bundesrepublik zu vergeben ist, nicht anvertrauen.“ Jeder Mensch hat eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen, Glanzleistungen und Fehlern. Aber scheinbar wird von einem Bundespräsidenten erwartet, dass er vollkommen makellos und vollkommen unfehlbar ist.

Weg mit Gauck, wir nehmen den Gottschalk!

Es kann nur eine Lösung geben: Herr Gauck sollte sofort vom Amt des Bundespräsidenten zurück treten. Jawohl, noch vor der Wahl! Wir nehmen dann statt dessen den Gottschalk. Dem seine Quote mit der neuen Sendung ist eh bald im Keller angekommen, so dass er einen neuen Job braucht. Dann haben wir einen harmlosen und telegenen Grüßaugust als Präsidenten, der dem Amt mit verrückter Garderobe wenigstens etwas Farbe gibt. Und er ist anständig und ordentlich verheiratet und hat seine Hütte in Los-Angeles garantiert selbst bezahlt.

Komm Matroschka, einer geht noch… oder: Zwei Russinnen beim israelischen Büffet

Letzte Woche waren wir zu Dritt in Prag und haben uns die goldene Stadt an der Moldau angesehen. Ich will jetzt nicht erzählen wie wunderschön diese Stadt ist und wie viel Kultur dort geboten wird, denn das würde die Länge eines üblichen Blogeintrages um ein Vielfaches sprengen. Ich will jetzt nicht berichten, dass das Bier dort nicht nur sehr lecker, sondern auch so günstig ist, das man sich für ganz wenig Geld massiv aus der Umlaufbahn schießen könnte.  Letzteres haben wir nicht getan und wenn ginge Euch das auch garnix an. Nur ein Tipp: Krusovice ist echt lecker! Nein ich will mal wieder von einer teilnehmenden Beobachtung berichten. Von einer Szene, die sich allmorgendlich in unserem wunderschönen Hotel, dem Amigo City Center, im Frühstücksraum wiederholte.

Unser schönes Hotel "Amigo" in Prag.
Unser schönes Hotel „Amigo“ in Prag.

Wenn wir drei Hübschen zum Frühstück kamen, waren sie meist schon da. Zwei Russinnen – vermutlich, von der Sprache her beurteilt – geschätzt Mitte Zwanzig. Die eine wurde schon in der Bibel erwähnt, denn dort steht doch „eine lange Dürre wird kommen“. Die andere hatte eher das Format einer dieser Matroschka-Puppen. Wisst ihr, diese hohlen Puppen, die man ineinander stecken kann. Du machst eine auf, in der steckt eine etwas kleinere in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt in der eine etwas kleinere steckt….. Und diese Russin hatte die Form der äußersten runden bauchigen Puppe.

Die Matroschka-Puppe.
Die Matroschka-Puppe.

Die unglaubliche Kalorienmenge, die diese beiden allmorgendlich der Vernichtung anheim fallen ließen, war mindestens eines, wenn nicht sogar zwei Sumoringern würdig. Diese beiden Mädels haben sich Quantitäten eingefahren, als gäbe es den ganzen restlichen Tag nichts mehr zu futtern. Gut, vielleicht war das ja Sinn und Zweck der Übung. Getreu dem Motto, das Frühstück im Hotel ist umsonst, also fressen wir da bis zur Refluxösophagitis (bitte googeln!!) und legen dann noch was nach. Dann müssen wir tagsüber nichts mehr zu Essen kaufen. Dabei ist das Essen in Prag nicht nur lecker sondern auch günstig, solange man nicht spät um Nachts im Touristenzentrum in einen Laden einkehrt, bei dem man sogar das BESTECK BEZAHLEN MUSS!

Die Schlacht am Büffet

Ok. Zurück zu Matroschka und der Dürren. Von mir aus darf sich ja jeder so ins Koma fressen, wie es ihm oder in diesem Falle ihr beliebt. Aber die Art und Weise, wie die beiden Komsomolski-Schwestern das taten, war sehr unfein und unhöflich. Nicht dass sie das Essen irgendwie unflätig mit den Finger in den Mund gestopft hätten oder gekrümelt, getropft oder gekleckert hätten. Nein es geht mir um die Art, wie sie sich am Büffet benommen haben. Ich will das mal szenisch beschreiben:

Stell Dir vor, Du stehst am Frühstücksbüffet. Und möchtest so eine leckere gegrillte Tomate haben. Die Servicekraft aus der Küche hat eben gerade den Warmhaltebehälter mit einer frischen Ladung gegrillter Tomaten gefüllt, so etwa zehn bis zwölf Stück an der Zahl. Vor Dir steht die lange Dürre, schnappt sich die Vorlegezange und lädt sich damit alle Tomaten auf den Teller. Ja Du hast richtig gelesen:  ALLE! Hinter ihr stehen Leute an und sie kann nicht so doof sein, dass sie denkt, die Leute stehen da nur zum zuschauen. Aber sie nimmt ALLE Tomaten. Sie geht und es sind KEINE Tomaten mehr da. Und so ging es mit allem. Alles wurde in gigantischen Mengen auf Teller geladen und an den eigenen Platz geschleppt. Da gab es beispielsweise immer so leckere Kaffeestückchen mit Mohnfüllung oder Apfelmuss. Auch kleine Schokokuchen. Auch die wurden auf einen Teller geladen und wenn der bedeckt war, ja dann wurde einfach eine zweite Schicht drauf gepackt.  Spiegeleier das gleiche, Teller rand voll. Speck und diese kleinen Würstchen auch das gleiche, soviel wie auf den Teller passt und dann noch zwei mehr.

Ziemlich schnell ziemlich leer, wenn unsere beiden Russinen in Aktion traten.
Ziemlich schnell ziemlich leer, wenn unsere beiden Russinen in Aktion traten.

Wie in Israel

Meine Mitreisende erläuterte bei dem sich immer wieder wiederholenden Schauspiel: „Das ist wie in Israel. Da machen die das auch so. Da wird quasi auf dem eigenen Tisch ein separates kleines Büffet aufgebaut. Und was nicht gegessen wird, wird einfach liegen gelassen. Auf den Tischen sieht es dann total chaotisch und unordentlich aus.“ Und seit dem sprachen wir nur noch von den beiden Russinnen mit dem israelischen Büffet. Das die immer schon da waren, wenn wir kamen, hatte ich erwähnt. Muss ich erwähnen, dass die auch immer noch da waren UND aßen, wenn wir wieder gingen?! Das Personal im Frühstückraum erlag bei dem Anblick der Ladeorgien von Matroschka und der Dürren ihrer höflichen Erziehung und schritten nicht ein. Aber die Blicke sprachen die sprichwörtlichen Bände

Und dann habe ich zugeschlagen

Am Freitag, dem Tag unserer Abreise, war es dann soweit. Ich konnte diesem unverschämten Treiben nicht mehr länger zusehen. Matroschka stand beim Brot an, und die Dürre nahm wieder einmal ALLE gegrillten Tomaten, die kaum eine Minute zuvor in den Warmhaltebehälter gelegt worden waren.  Sie brachte den überladenen Teller an ihren Tisch. Dann ging die Dürre zu Matroschka und beiden begannen Kaffeestückchen zu laden. Da habe ich zugeschlagen! Ich habe mir meine Teetasse geschnappt, bin an dem Tisch von Matroschka und der Dürren vorbei und habe mir den Tomatenteller gegriffen und den auf einen anderen Tisch in einer Nische gestellt, die lustiger weise direkt neben der Nische war, in der die beiden Büffet-Hyänen saßen und aßen. Dann habe ich mir frischen Tee geholt.

Vor allem auf die Tomaten hatten sie es abgesehen.
Vor allem auf die Tomaten hatten sie es abgesehen.

Die eine Bedienung im Frühstücksraum  hat mich bei meinem Angriff auf das Tomatenlager von Matroschka und der Dürren genau beobachtet. Aber sie hat nichts unternommen. Sie hat nur gegrinst und ich konnte sehen, dass sie sehr mit sich kämpfen musste um nicht laut zu lachen oder vielleicht Beifall zu klatschen.

Ja und dann kamen Matroschka und die Dürre an ihren Tisch zurück und bemerktem sofort die Abwesenheit des Tomatentellers. Ihr hättet sie sehen sollen!  Wie zwei KGB-Offiziere/innen patroulierten sie durch alle Räume und äugten wenig unauffällig auf allen Tischen, um zu sehen, wo ihr Tomatenteller abgeblieben ist.  Das der direkt in der Nische neben der ihren stand, haben sie nicht gerafft. Eine Servicekraft kommt aus der Küche und bringt wieder eine große Ladung frische gegrillte Tomaten. Wir drei haben uns sofort mit Blicken verständigt und sind ans Büffet gegangen und haben uns jeder eine gegrillte Tomate geholt. Auch andere Gäste nutzen die Gunst der Tatsache, dass Matroschka und die Dürre ihre Suche gerade außer Sichtweite des Büffets durchführten und bedienten sich.  Eine einzige gegrillte Tomate konnte Matroschka dann noch erbeuten. Und wieder das sehr zufriedene Grinsen der einen Bedienung.

Übrigens ist es mir ein Rätsel, wie es die Dürre bei diesen Fressorgien schafft, so anorektisch zu bleiben. Aber Essstörungen wie die Fress-Kotz-Sucht sind vielleicht auch in Russland durchaus existent. Denn die Dürre war wirklich beängstigend dürr, schlug aber genauso zu wie Matroschka.

Tja, das war ein Erlebnis aus unserem wunderbaren Urlaub in Prag, das wir so schnell nicht vergessen werden, und dem hiermit das satirisch-humoristische Denkmal gesetzt sei.

Wichtige Anmerkung: Dieser Text sei bitte nicht so misszuverstehen, dass ich etwas gegen Russen, Israelis oder irgendwelche anderen Volksgruppen habe. Das Ganze ist lediglich eine satirisch-kritische Beschreibung tatsächlich live beobachteter Geschehnisse.

Wenn wir nicht filmen dürfen stellen wir ihnen Google ab

In der ZDF-Satiresendung „heute-Show“ hat Satiriker Martin Sonneborn sich einmal Google Street View ins Visir genommen. Aber auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Er gab sich als Mitarbeiter von Google aus, der für das neue Projekt „Google Home View“, eine Ergänzung zu Street View in privaten Räumen filmen will. Wer seine eigenen vier Wände nicht für das vermeintliche Google Home View ablichten lassen wollte, dem drohte er schlichtweg damit „Dann stellen wir ihnen Google ab!“ Natürlich muss auch auf Google Home View ein Gesicht unkenntlich gemacht werden, dazu drückte Sonneborn dem Personen Pappdeckel-Balken vor ihre Augen halten.