SchlagwortSchwimmen

Das ist einfach nicht mein Ding

Vor einiger Zeit brachte mich jemand auf die fixe Idee, das Sportabzeichen zu machen. Ich dachte mir, och warum nicht. So ein Abzeichen ist ja recht kleidsam und sicher auch gut für’s Renomé. Der schwimmerische Teil für das Abzeichen war ganz fix erledigt. Denn – man möge mir das Eigenlob in Anbetracht der Tatsache, das gleich auch Eigentadel kommt, gestatten – schwimmen kann quasi wie ein Fisch. Ich schwimme ziemlich schnell, gut und ausdauernd. Schwimmen ist echt absolut mein Ding!

Schwimmen ist voll mein Ding (Foto: stock.xchng)
Schwimmen ist voll mein Ding (Foto: stock.xchng)

Eine der Disziplinen für das Sportabzeichen ist Laufen. Das kann ich auch ganz brauchbar, aber nach meinen Spielregeln! Das bedeutet, ich laufe in meinem Wohlfühltempo und in meinem passenden Pulsbereich durch eine schöne Landschaft und das recht lange, weit und ausdauernd. Das mach ich sogar gern, dabei kann ich entspannen und ich genieße es.

Aber für das Sportabzeichen soll/muss man/ich „nur“ 1000 Meter laufen, das aber in 4:30 Minuten. Und nicht nur das, man muss diese 1000 Meter in der Gestalt von 2,5 Runden auf so einer bescheuerten Laufbahn um einen Sportplatz drum rum herum rennen. Ich schwimme wie ein Fisch, aber ich laufe wie ein Elefant. Langsam und ausdauernd. Aber für diese 1000 Meter musst Du laufen können wie ein hirnamputierter Gepard. Gepard, weil Du scheiße schnell sein musst. Und hirnamputiert deshalb, weil dieses „So-schnell-wie-möglich-um-den Sportplatz-drum-rum-herum-rennen“ das so ziemlich ödeste, bescheuerteste und langweiligste ist, das ich mir vorstellen kann. Lieber zwei Stunden durch das Oppenheimer Wäldchen, als 4:30 Minuten lang wie ein Hamster im Rad im Kreis rum rennen.

Auf so ner Rennbahn im Kreis rum rennen - es gibt nix bescheuerteres! (Foto: stock.xchng)
Auf so ner Rennbahn im Kreis rum rennen - es gibt nix bescheuerteres! (Foto: stock.xchng)

Aber man ist ja ehrgeizig, also habe ich es durchaus ernsthaft versucht. Dreimal. Gestern auch wieder. Ich hab mir echt den Herzbändel abgewetzt … und war 37 Sekunden zu langsam. Dieses stupide „So-schnell-wie-möglich-um-den Sportplatz-drum-rum-herum-rennen“ ist de facto absolut nicht mein Ding!

Aber ich habe jetzt eine wie ich finde sehr intelligente Lösung gefunden: Ich lass es ganz einfach bleiben! Genial, oder? Ich kann das nicht. Spaß macht es mir erst recht nicht. Also pfeif ich doch mal gepflegt auf’s Sportabzeichen.

Und wenn jetzt einer meint, das jemand, der nicht einmal das Sportabzeichen schafft, ja wohl total unsportlich ist, den lade ich ein, am Montag um 20 Uhr ins Hallenbad Oppenheim zu kommen. Bring Deine Badehose mit! Steig zu mir ins Wasser! Und dann schwimm! Nach einer Stunde sprechen wir uns wieder!!!

Inkonsequenz bei der Inkonsequenz hat Konsequenzen

Also das ist schon echt komisch. Ich war ja gestern auf inkonsequente …. ihr wisst schon! Und von diesem halben Stündchen und den fünf Kilometerchen gestern in aller Frühe habe ich heute so einen richtig schönen Muskelkater in den Beinen. Nix was mich jetzt großartig imobilisieren würde. Aber eben einen deutlich spürbaren Muskelkater.  Hallooooo?! Das war nur einehalbe Stunde!

Muskelkater von einer halben Stunde laufen?
Muskelkater von einer halben Stunde laufen? (Bild: stock.xchng)

Ich gehe ja sehr häufig schwimmen. Dann schwimme ich mindesten eine Stunde, manchmal anderthalb Stunden. Dabei paddel ich dann so zwischen 100 und 150 Bahnen a 25 Meter runter. Muskelkater? Fehlanzeige. Und beim Schwimmen benutzt man für gewöhnlich auch die Beine. Da flitz ich dann gestern ein halbes Stündchen locker, leichtfüßig, wie eine stromlinienförmige Gazelle anmutig und elegant durch den Regen und hab Muskelkater!

Ich bin auf sehr konsequente Weise inkonsequent

Das Wetter wird besser. Doch wird es und wärmer auch! Heller ist es morgens auch schon. Deshalb nehme ich mir seit Tagen schon vor: „Morgen stehst Du früh auf und gehst eine halbe Stunde laufen, bevor Du nach Darmstadt zur Arbeit fährst!“ Das will ich machen, weil Abends kommt man oder besser ich irgendwie zu nix.

"Läufer" (Bild gemalt von Susanne Lerg)
"Läufer" (Bild gemalt von Susanne Lerg)

Montagabends DLRG-Training. Aber da fällt das Bahnen kloppen nach Ullas verschärftem Rezept derzeit aus, weil mal wieder ein Rettungsschwimmkurs abzuhalten ist. Da stehste dann am Beckenrand bleibst knochen-trocken und schaust den anderen neidvoll beim paddeln zu. Lies „Ich bin auf sehr konsequente Weise inkonsequent“ weiter

Schwimmen als Katharsis?

Ich-002-2Funktioniert! War heute Abend – also eigentlich gestern, Freitagabend – in Nieder-Olm im Schwimmbad. Die haben bis 22 Uhr auf, was gut ist für die werktätige Bevölkerung, die Freitags nicht wie eine Behörde um 13 Uhr den Griffel fallen läßt. Ich schleppe die Tage schon einigen mentalen Ballast mit mir rum. Bei einem Computer drückst Du einfach die Reset-Taste, nur beim Menschen gibt’s so einen Knopf nicht. Zum Glück.

Ich hab’s dann mal ein wenig krachen lassen und bin 200 Bahnen runter geschwommen. Immer schön 20 Kraul, 20 Brust im Wechsel. Mal richtig auspowern und damit auch das Hirn durchspülen und ausleeren. Fünf Kilometer in zwei Stunden, danach war ich richtig schön platt und die Rübe auch. Der Mühlstein im Kopf stand endlich mal still. Tat gut, denn sonst hätte sich wohl an das kalte Kotzen von tagsüber irgendwann das heulende Elend angeschlossen. Da hatte ich aber irgendwie gar keinen Bock drauf. Manchmal braucht man das, sich mal Frust und Kummer vom Hals schaffen und körperliche Anstrengung ist dann irgendwie fast meditativ. Danach noch mit schön lauter Mucke im Auto alles frei geblasen. Creed mit „Human Clay“ schon weit aufgedreht, das passte. Und gut für die Figur war die ganze Plackerei schließlich auch, denn es entspricht einem Kalorienverbrauch von rund 2000 Kalorien und bringt bei den Weighwatchers satte 32 Bonuspunkte 🙂 Tja Schwimmen hat eben einen vielfachen Nutzen.