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La Vida Loca ist Sin Nombre ohne Kino-Brille

Am Samstag waren wir im Kino in dem Film „Sin Nombre„. Der Film handelt vom Leben in und dem Ausbruch aus der Gang Mara Salvatrucha, auch kurz MS 13, MS oder Mara genannt. Der wirklich empfehlenswerte Film überzeugt mit eindrucksvollen Bildern von Armut, Elend, Gewalt aber auch Träumen und verzweifelter Hoffnung auf ein anderes Leben.

... Sin Nombre "in echt"!
... Sin Nombre "in echt"!

Wer sich für das Thema der Gang Mara Slavatrucha und deren Konkurrenten Mara 18 interessiert, dem empfehle ich die Dokumentation  La Vida Loca – Die Todesgang. Diese DVD zeigt das Thema noch deutlich schonungsloser als der Kinofilm! Denn es fehlen die schönen cineastischen Bilder, die wunderbare Filmmusik und die hilfreiche Vorstellung, dass es nur ein Kinofilm ist, nach dessen Ende das Licht im Saal angeht und nur leere Popkorntüten zurückbleiben. Hier in dieser Dokumentation sehen wir nur die Realität mit dem Tod als Stammgast, ungeschminkt und im Gegensatz zum Kinofilm ohne Hoffnung auf ein Happy End.

Wenn ich so sehe, welche Welt und welche Lebensumstände der Kinofilm Sin Nombre so eindrucksvoll und La Vida Loca so schonungslos zeigt, dann wird mir wieder klar, auf welch unglaublich hohen Niveau hierzulande gejammert und genörgelt wird.

La Vida Loca bedeutet übersetzt in etwa „Das Leben ist irrsinnig“. Bereits 2005 brachte die FAZ einen guten Artikel zum Thema: „Stolz auf jeden einzelnen Mord„.  La Vida Loca – Die Todesgang wurde im Jahr 2008 produziert und ist hier bei uns Anfang Mai erschienen. Ein alktuelles Thema also. Von der Mara Salvatrucha soll es mittlerweile auch erste in Clikas organisierte Mareros in Deutschland geben …

Sin Nombre – für mich die Entdeckung des Monats in Sachen Musik

Am 29. April ist bei uns der Film Sin Nombreangelaufen. Ich war noch nicht drin, will und werde aber auf jeden Fall rein gehen. Auf der Webseite zum Film (www.sinnombre-derfilm.de) lief eine Hintergrundmusik, die mir direkt ins Ohr rein ging und seit dem nicht mehr raus. Also bin ich direkt auf die Jagd gegangen und habe diese Melodie auf dem Soundtrack gefunden. Nach dem Hören der „Appetithappen“ des Soundtracks habe ich mir diesen sofort über iTunes gekauft. Bevor ich etwas zu dem faszinierenden Soundtrack sage – für mich die Entdeckung des Monats in Sachen Musik – hier erst mal der Trailer zum Film, damit ihr wisst, worum es geht.

Ok zurück zum Soundrack von Sin Nombre.Was mich auf der Webseite so fesselte war der Klang eines Bandoneons. Im Vergleich zu dem recht harten Thema des Films eine schöne, weiche, zarte aber auch rhythmische  Musik, die da auf der Webseite lief. Und der Soundtrack ist in diesem Stil gehalten. Der ganze Soundtrack erinnert sehr stark an spanische und lateinamerikanische Folklore. Das Bandoneon ist oft zu hören und filigran gezupfte Gitarren. Auch so etwas wie ein Cembalo ist zu hören. Auch Trompeten, die sehr mexikanisch anmuten, sind dabei. Der Klang der Musik ist wirklich fesselnd.

Flamenco und Tango

Obwohl ich kein Musikexperte bin, kann ich sagen, es tauchen Motive von Flamenco und Tango Argentino auf. Und da es sich um Filmmusik handelt, haben einige Stücke, die Spannung und Dramatik untermalen sollen, auch den nötigen und genau passenden orchestralen „Bombast“ zu bieten. Dennoch wirkt das ganze nicht überladen. Das Orchester greift die folkloristischen Melodien auf und gibt dem ganzen die filmische Fülle.

Musik die in die Füße geht

Ich habe das Album erstmals mit dem iPhone und Kopfhörern nachts im Dunkeln beim Spaziergang mit dem Hund entlang der Mosel (in Lehmen) gehört. Zum Glück war es Dunkel und ich alleine. Denn das Album geht in die Füße macht irgendwie Lust zu tanzen. Während andere das können – ok ich habe irgend wann mal einen Tanzkurs gemacht – darf ich nur sagen, dass ich mich zu der wunderschönen Musik irgendwie bewegt habe. Wie gesagt, es war dunkel und mein Hund Giacomo lacht mich dankenswerter Weise nie aus.

🙂

Ok, also, das Album ist wirklich wundern schön und klasse. Auch im Auto schön laut ein wahrer Genuss. Nachdem ich es bereits zum dritten mal gehört habe, muss ich noch mal sagen, für mich ist Sin Nombre die Entdeckung des Monats in Sachen Musik. Schon alleine vom Soundtrack her muss der Film genau so gut sein.