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Ü30-Party im KUZ oder: Manche können tanzen und manche… Teil II

KuzbleibtKuzGestern Abend war ich wieder im KUZ, diesmal auf der Ü30-Party. Ich muss schon sagen, auf der Ü30-Party waren viele U20er. War wieder ein netter Abend, auch wenn ich dieses mal etwas früher heim bin. Schließlich bin ich gestern morgen um 6:30 aus dem Bett gefallen und hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir. Daher war ich schon um 3 Uhr Nachts zu hause.

Allerdings muss ich sagen, dass das Publikum diesmal ein anderes war. Nicht so cool und entspannt wie auf der Depeche Mode Party letzten Samstag. Diesmal waren viel viel mehr Bierflaschenschüttler da, die sich dann zu aggressiven Vollmeisen mauserten, die nur Stress suchten. Vor allem viele Minderjährige und sehr junge Erwachsene, von denen sich etliche ausgesprochen erfolgreich bemühten, das Klischee der dauerbesoffenen Jugendlichen mit adäquatem Leben zu füllen. Da ich manchmal zu Sarkasmus neige, konnte man mir durchaus eine gewissen Schadenfreude unterstellen, wenn ich die Kinder kotzen sah. Wer’s nicht verträgt, der lässt sich’s eben noch ein zweites mal durch den Kopf gehen.

Aber als abermals teilnehmender Beobachter konnte ich wieder neue Tänzertypen ausmachen, die ich Euch selbstredend nicht vorenthalten möchte.

Der Breakdancer

Liebe Leut’s, die 80er sind nicht tot zu kriegen, zum Glück. Der Breakdancer springt, rotiert auf dem Rücken am Boden, macht den Robotdance, und so weiter und so fort. Der Breakdancer trat gestern als Einzelkämpfer in Erscheinung. Es war ein zierlicher kleiner Junge mit Downsyndrom, der zu einer Gruppe junger Leute mit Downsyndrom gehörte. Mein lieber Herr Gesangverein, was konnte der Junge Breakdance tanzen! Richtig gut, akrobatisch und voll im Rhythmus. Einfach klasse! Er tanze zwar Breakdance zu allem und jedem, also auch zu Musik die mit Hip Hop nun wirklich gar nichts zu tun hat. Aber er tat es wirklich gut!

Die Kannste-mal-Mädchen

Ein ausschließlich weiblicher Tänzertyp. Beherrscht unterschiedlichste Tanzstile, zeichnet sich aber dadurch aus, dass spätestens alle 20 Minuten zum DJ gerannt und dem „Kannste mal XYZ spielen?!!“ ins Ohr gebrüllt wird. Der DJ gestern schüttelte immer freundlich lächelnd den Kopf und richtete dann die Augen gen Himmel, wenn das Kannste-mal-Mädchen mit beleidigter Miene von dannen schmollte.

Der Minimalist

Der Minimalist ist die absolut faule Sau unter den Tänzern und meistens männlich. Er bewegt nur ein einzelnes Körperteil und das möglichst sparsam. Ein Fuß wippt. Oder eine Hand klopft den Takt. Oder der Kopf vollführt ganz sachte nickende Bewegungen. Er will zeigen das er Rhythmusgefühl hat, hat aber eigentlich gar keinen Bock zu tanzen. Aber er fühlt sich irgendwie verpflichtet. Nur wenn ein Mädel vorbei kommt, dass in sein Beuteschema passt, nimmt die Intensität seiner Bewegung etwas zu und er bewegt vielleicht ein zweites Körperteil. Minimalisten stehen meistens am Rand der Tanzfläche und lehnen sich dabei auch gerne mal an die Wand.

Die Echten-Tanz-Tänzer

Treten paarweise auf und sind sehr selten. Ältere Echten-Tanz-Tänzer sind Männlein und Weiblein, jüngere meist Weiblein und Weiblein. Echten-Tanz-Tänzer zeichnen sich dadurch aus, dass sie tatsächlich klassisch tanzen, also so mit Anfassen, Tanzschritten und Drehung. Meist wird ein Diskofox getanz. Der ganze Rest belächelt die Echten-Tanz-Tänzer meist nur mitleidig und insgeheim neidisch.

Der Schleudertraumatiker

Auch als Rotationstänzer bekannt. Der Schleudertraumatiker dreht sich permanent hin und her oder komplett um die eigene Achse. Zentrifugalkräfte sorgen dafür, dass Körper- und andere Anbauteile den anderen Tänzern um die Ohren fliegen. Gestern in zwei Ausprägungen zu sehen. Ein dürrer mittelalter Kerl mit Arsch-langen massigen Rastalocken. Diese Filzmatte bekamen andere Tänzer dauernd ins Gesicht. Unappetitlich! Eine etwas kräftige Schleudertraumatikerin hatte ihre Handtasche an einem langen Bändel an der Schulter hängen. Selbige schlug den umstehenden Tänzern immer unterhalb der Gürtellinie in die Weichteile ein.

Der Quickstepper

Gestern war da ein Typ, der diesen Tanzstil auf Weltrekordniveau beherrschte. Mit irrsinnigem Tempo wickelte und knotete er seine Füße in schwindelerregenden Schrittfolgen um- und durcheinander. Da der Quickstepper sich voll auf seine untersten Extremitäten konzentriert, ist der Oberkörper nur sporadisch am Tanz beteiligt. Ich habe mich redlich bemüht, diesen Quickstepper auf Video zu bannen, aber das iPhone braucht doch mehr Licht.

Durchgangs-Depp und Treppen-Trottel

Das sind ganz besondere Spaßbremsen. Wenn Durchgangs-Depp und Treppen-Trottel überhaupt tanzen, dann sind sie pure Minimalisten. Der Durchgangs-Depp steht mit seines gleichen immer an den engsten Durchgängen und blockiert selbige. Gleiches gilt für den Treppen-Trottel, der mit seines gleichen breitärschig auf der Treppe sitzt und diese ebenfalls unpassierbar macht. Beide leben gefährlich. Während ein Treppen-Trottel gestern von der Security unmissverständlich aufgefordert wurde, die Treppe frei zu machen, bekam es einer der Durchgangs-Deppen mit einer männlichen druckbetankten Vollmeise zu tun. Die schubste ihn unsanft aus dem Weg und bot ihm lauthals an, ihm eins auf die Schnauze zu hauen. Das Angebot wurde dankend abgelehnt, wäre aber dennoch beinahe zum Tragen gekommen. Wie gesagt, das Publikum gestern war nicht so entspannt wie letzte Woche.

Die Wunderschöne mit den kurzen dunklen Haaren

Tja, die war gestern leider nicht da, weshalb ich noch nicht weiß, ob ihr verdatterter Blick von letzte Woche ein Nachspiel für mich hat …

… was Euch aber sowieso nicht angeht! 😉