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Sender wechseln oder einfach abschalten? In diesem Falle bitte nicht!

Mal erinnert man sich an seine Träume, mal nicht. Vorletzte Nacht hatte ich einen Traum der recht deutlich war und ebenso deutlich „hängen blieb“. Nein keinen obskuren Albtraum oder sonst irgendwas Abgedrehtes oder Verrücktes. Auch nichts Erotisches oder Versautes. Es war eher so ein unangenehmer Traum, der durchaus auch einige emotionale Lackschäden hinterlassen könnte. Ein Traum, in dem jemand Dich – also mich – in Frage stellt, Deine Wertvorstellungen, Einstellungen und Handlungen angreift und das auf eine unfeine weil direkte Art und Weise. Ok, es darf vermutet werden, dass dieser Jemand, der mich da unter Beschuss nahm, einen Teil von mir selbst repräsentierte, der mich da in Frage stellt. Die Vermutung liegt auch deshalb nahe, weil die eine oder andere in dem Traum aufgeworfene Frage nicht unzutreffend war.

Quintessenz, ich bekam da in dem Traum quasi im übertragenen Sinne Haue. Aber ich kann mich sehr deutlich an noch etwas erinnern. Der Traum hörte schlagartig auf. So als wenn jemand plötzlich mitten im Film den Fernseher abschaltet. Und das erstaunliche daran ist, dass das nicht etwa zufällig passierte, beispielsweise weil ich wach wurde. Es passierte – da kann ich mich klar und deutlich daran erinnern – weil ich es wollte. Irgendwie habe ich im Schlaf sozusagen aktiv entschieden, den Knopf auf der Fernbedienung zu drücken und den Traum abzuschalten. Getreu dem Motto, die Sendung gefällt mir nicht, ich schalte ab.

Träum was interessantes!
Träum was interessantes!

Das beschäftigt mich derzeit. Es macht mich nämlich neugierig, ob das tatsächlich geht. War das nur mein Unterbewusstsein, das den Traum „Notstop-mäßig“ abgebrochen hat, um die oben erwähnten Lackschäden einzudämmen? Oder kann man seine Träume wirklich willentlich beeinflussen? Und wenn ja wie weit geht dieser Einfluss? Könnte man den Sender wechseln und etwas anderes träumen, wenn einem der aktuelle Traum nicht gefällt? Könnte man sogar quasi per „Dream on Demand“ einen Traum „bestellen“, denn man dann träumt?

Nächste Frage: Wenn das tatsächlich geht, will man das überhaupt? NEIN! Ich für meinen Teil will das nicht! Denn das Ganze würde den Träumen doch auch ihren Zauber und ihre Faszination rauben. Wenn man die Träume ähnlich wie die Glotze bedienen kann und nicht mehr überrascht wird. Wenn nicht mehr das Unterbewußtsein der Programmdirektor ist. Wenn das, was einem da in dem Schwebezustand zwischen Tiefschlaf und Halbwach durch den Kopf geht, vorhersehbar und planbar wird, dann ist die Faszination der Träume im Eimer. Wenn man nicht mehr verrücktes, wildes Zeug träumt und sich am nächsten Morgen verwundert fragt, wie so etwas komisches im Traum bloß zustande kommen kann. Dann würden Träume langweilig. Und sicher wäre auch die Funktion, die die Träume für das Unterbewusstsein haben, dadurch lahm gelegt. Und ob das gesund ist?! Wohl kaum. Vermutlich habe ich diese kleinen Lackschäden, die ich da davon getragen habe, einfach mal gebraucht. Gebraucht um mir im Wachzustand die im Traum angeschnittenen Fragen nochmal durch den bewussten Teil meines Hirns gehen zu lassen.

In diesem Sinne, träumt was interessantes, liebe Leser!

Endlich „Radio machen“

Am Ende meines Studiums hatte ich eigentlich nur einen Wunsch, ich wollte Journalist werden und zwar am allerliebsten beim Radio oder beim Fernsehen. Beworben habe ich mich um Volontariate bei allen Sendern, aber natürlich auch bei Zeitungsverlagen. Aber gerade bei Radio und TV waren die knappen Volontariate damals nur mit sehr viel Vitamin B zu bekommen. Das Primärziel hat geklappt, ich bin Journalist und ich liebe meinen Beruf! Nur aus der Sache mit dem „Radio oder Fernsehen machen“ wurde nichts.

Ich mach bald Radio bei Radio Rheinwelle.
Ich mach bald Radio bei Radio Rheinwelle.

Jetzt aber bietet sich die Chance, bald regelmäßig doch noch „Radio zu machen“! Manche Träume gehen nie in Erfüllung und manche lassen sich eben einfach nur Zeit. Vielleicht wird ja eines Tages auch noch ein anderer Traum wahr, aber ich will beim Thema bleiben. In Wiesbaden gibt es das Bürgerradio Radio Rheinwelle, das auf 92,5 MHz sendet und auch über Werbradio zu bekommen ist. Zu empfangen ist der Sender in Wiesbaden, Mainz und Umgebung und sauber bis etwa Bodenheim, verrauscht noch bis Nackenheim. Dort arbeitet ehrenamtlich eine Sängerin aus dem Chor „Harmonie in Takt“, in dem ich singe in der Programmplanung. Nachdem ich bei zwei unserer Chorkonzerte zusammen mit einer anderen „Sangesschwester“ unsere Stücke angesagt und moderiert hatte, fragte mich Lydie Anfang Juli, ob ich nicht Lust hätte, dort mal zu moderieren. Das würde mir doch sicher Spaß machen. Und wie mir das Spaß machen würde! Also sofort Kontakt aufgenommen und einen Termin zum Kennenlernen gemacht. Der Termin war heute.

Nach der Arbeit bin ich also nach Wiesbaden gedüst. Zunächst einmal haben wir uns unterhalten. Die Leute vom Sender haben informiert, was Radio Rheinwelle ist und macht. Es ist ein nicht kommerzieller Bürgerfunksender mit Bildungsauftrag. Nichtkommerziell bedeutet, keinerlei Werbung, nur pures Programm. Nach dem Kennenlernen habe ich mit einem Kollegen eines der beiden Studios besichtigt. Die haben sogenannte „Selbstfahrerstudios“. Das bedeutet, der Moderator sitzt nicht in einer Sprecherkabine und vor einer Scheibe sitzt draußen ein Techniker und bedient das Mischpult. Nein der „selbstfahrende“ Moderator macht alles selbst. Sehr spannend, wie ich finde, denn ich bin bekennender Technikfreak. Die Technik ist schon etwas älter, richtig was für Handwerker. Die Musik kommt von CD-Playern und nicht von einem gigantischen Musik-Server. Man „legt also noch auf“, wobei auch Plattenspieler zur Verfügung stehen. Auch sonst ist alles da, was Du brauchst, bis hin zum Hybriden für Telefonschalten.

Nach der Besichtigung bot sich auch gleich die Gelegenheit, bei Moderator Olaf in der Sendung „Sunset“ life dabei zu sitzen und etwasmit ihm live über den Sender zu plaudern. Hat viel Spaß gemacht. Die Sendung „Sunset“ fasst quasi am Abend den Tag zusammen und gibt einen Ausblick auf Veransaltungen. Echtes Talkradio, indem die Musik „nur“ Beiwerk ist. also kein Dudelfunk.

Wenn man dort ehrenamtlich mitmachen möchte – und ich möchte und werde – kann man dort ein bis zweimal im Monat eine ein- oder zweistündige Sendung machen, frei nach eigenem Konzept. Ich gehe also bald nach einer gründlichen Einweisung in die Technik an Wochenenden oder Abends auf Sendung.