SchlagwortUmsatzsteuer

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler

Dem Homo Sapiens wird gemeinhin nachgesagt, ein Jäger und Sammler zu sein. Das ist korrekt, wie ich heute gleich zweifach belegen kann. Sogar mit Belegen kann ich das belegen. Nachdem ich heute Mittag mit zwei Bekannten laufen gehe wollte und das wegen Regen ins buchstäbliche Wasser fiel, dachte ich mit: „Komm, das ist das ideale Umsatzsteuer-Wetter.“ Also hab ich statt es bis heute Abend aufzuschieben direkt angefangen, die Umsatzsteuerunterlagen für das Q1 fertig zu machen. Und dabei bin ich Jäger und Sammler, denn ich jage die ganzen Belege und wenn ich sie endlich habe, sammele ich sie in einem Ordner. Den Ordner werfe ich nachher bei meinem Steuerberater ein, damit der morgen früh damit spielen und Spaß haben kann. Seht ihr, Jagen und Sammeln belegt mit Belegen.

12 Kilometer gejagt und gesammelt, also eigentlich gelaufen.
12 Kilometer gejagt und gesammelt, also eigentlich gelaufen.

Nachdem fiskalbürokratischen Nervenkrieg – ich mache diese Umsatzsteuerscheiße ja totaaaal gerne – musste ich dringendst vor die Tür. Jagen und Sammeln Teil Zwei. Ich habe mir also die Laufklamotten und Laufschuhe angezogen und bin los. Da habe ich dann Kilometer gejagt und mit der GPS-Uhr gesammelt. Man was fluppte das! Keine Ahnung ob diese Umsatzsteuer-Belegorgie soviel Energie liefert, aber ich bin satte zwölf (12!!) Kilometer gelaufen. Ich glaube ich sollte nächsten Sonntag vor dem Gutenberg-Marathon in Mainz – ich lauf einen halben – unbedingt noch Steuerunterlagen sortieren, wenn das so voran treibt. Vielleicht sollte ich auch meinen Steuerberater mitnehmen, der läuft nämlich auch. Wenn der mir aus der deutschen Steuergesetzgebung während des Laufens vorliest, dann schaffe ich persönliche Bestzeit. Jetzt mal ganz unbescheiden. Wenn ich mich heute anschaue und mich mit mir im letzten Herbst vergleiche, bleibt mir nur festzustellen: Ich bin fit wie die Sau!

Die heilenden Kräfte einer Umsatzsteuererklärung

Ich glaube, ich bin ganz knapp an einer fetten Erkältung vorbei geschrammt. Heute Mittag noch, wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, auf meiner Stirn in kürzester Zeit ein Spiegelei zuzubereiten. Und am Morgen klang meine Stimme, als hätte ich eine Ladung Holzspäne samt Raspel gefressen. Damit hätte ich echt Kinder erschrecken können.

Dieser kaltwarme Wechsel von feuchtkaltem Wetter in warm beheizte Autos und zurück, gestern während der Hochwasserschutzübung, hat wohl doch Wirkung gezeigt. Mittlerweile sind Stirn und Wangen wieder normal temperiert. Auch die Kopfschmerzen haben sich vom Acker gemacht und meine Stimme klingt schon fast wieder so charmant wie immer. Der Husten ebbt auch ab.

Was mir aber wirklich schwer zu denken gibt ist folgender Umstand: Die Besserung trat erst heute Abend ein, während ich mich circa vier Stunden lang durch die scheiss nervtötende Umsatzsteuermeldebuchhaltung für das dritte Quartal 2009 gequält habe. Das etwas, was ich aus Überzeugung und mit Leidenschaft hasse wie die Pest, eine kurierende Wirkung hat. Das ist irgendwie gruselig.