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Bedrohlich droht bedrohlich drohendes Glatteis – NICHT!

Verbales Glatteis in den Medien.
Verbales Glatteis in den Medien.

Heute morgen, 8.02 Uhr im Straßenzustandsbericht in Radio SWR3: „In einigen Regionen droht Glätte.“ NEIN! Glätte droht nicht! Die hier angesprochene Glätte resultiert aus dem festen Aggregatzustand von Wasser. Doch Wasser ist nicht in der Lage, irgendwelche Drohungen zu artikulieren, egal ob es in seiner gasförmigen, flüssigen oder festen Form in Erscheinung tritt. Wenn hier in Sachen Glätte unbedingt gedroht werden muss, dann allerhöchstens so: „Es droht, glatt zu werden.“ Und auch hier bliebe die Frage berechtigt, wer oder was mit „Es“ gemeint ist. Besser wäre eine einfache Formulierung wie „es könnte glatt werden“, oder „Es besteht die Gefahr das es glatt wird“ oder meinetwegen „Es besteht die Gefahr von Glätte (oder ‚Glättegefahr’)“, wenn man auf das „werden“ verzichten will. Lies „Bedrohlich droht bedrohlich drohendes Glatteis — NICHT!“ weiter

Fastnachtsberichterstattung oder: Wider die närrische Verbalschwulst

Unlängst war ich ja nicht nur in Mommenheim auf der wirklich sehr vergnüglichen Fastnachtssitzung des MKV. Nein ich habe auch über selbige für die AZ geschrieben: „Hausgemachte Narretei mit Pep„. Dabei habe ich mich redlich und wie ich hoffe erfolgreich bemüht, den üblichen, drögen närrischen Verbalschwulst so weit als möglich zu vermeiden. Denn liest man Berichte über Fastnachtssitzungen, dann liest man immer, wie sich die Autoren bemühen, möglichst originelle und verzwirbelte Formulierungen zu kreieren, die – mehr oder minder erfolgreich – humoristisch klingen sollen. Doch das artet manchmal in wahre Verbal-Onanie aus und ein mir bekannter ehemaliger Redaktionsleiter der örtlichen Lokalausgabe der AZ nannte diese Autoren einmal ebenso unwirsch wie zutreffend „Wortwichser“.

In diesen gedrechselten Berichten ist natürlich dauernd alles „vierfarbbunt“. Unerbittlich „stechen Narrenschiffe in die humorige See“ und Sitzungspräsidenten mutieren zu deren „Steuermann“ oder „Kapitän“.  Da werden „Lachmuskeln“ mindestens „massiert“, oder „gequält“, meist jedoch gleich „attackiert“. Da „tob die Narrenschaar im Saale“.  Diverse Tanzgruppen „schwingen das Tanzbei“ (Damenballett) oder „die behaarten Keulen“ (Männerballett). Das Publikum wird permanent bezichtigt „liebe Närrinen und Narrhallesen“ zu sein. Stimmung ist mindestens „furios“ und der Protokoller „hat etwas auf dem närrischen Servierteller“. Ich könnte diese Aufzählung fortführen und wenn Dir noch etwas einfällt, tu‘ Dir keinen Zwang an, wofür gibt es die Kommentarfunktion.

Ich jedenfalls habe mein Möglichstes getan, hier Zurückhaltung zu üben und dennoch einen lesbaren Bericht zu schreiben. Dazu habe ich sogar noch einen „Nebenhandlungsstrang“ eingeflochten, der sich in Mommenheim um Punkt Mitternacht ereignete. Aber leider fiel dieser dann wohl dem Diktat des knappen Platzes zum Opfer. Der Vollständigkeit halber habe ich meinen Artikel so wie ich ihn eingereicht habe unten angehängt. Besagter „Nebenhandlungsstrang“ ist kursiv und farblich hervorgehoben. Lies „Fastnachtsberichterstattung oder: Wider die närrische Verbalschwulst“ weiter