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Doch! Auch Männer freuen sich über …

Rose
Unverhofft kommt oft, schenkt mir doch jemand einfach so eine Rose.

… Blumen! Letzten Dienstag ist mir doch unverhofft etwas wirklich nettes passiert. Jemand hat mir einfach so eine rote Rose geschenkt. Nein, nicht das, was die übliche Symbolik dieser Blume vermuten lässt. Ich stand einfach nur um 22 Uhr – also zu Kassenschluss – an der Kasse im Rewe-Markt in Oppenheim und einer der Mitarbeiter hat mir und drei weiteren (zufällig auch männlichen) Kunden jeweils eine rote Rose geschenkt.

Die waren „nur“ noch zu 98 Prozent frisch und damit vermutlich nicht mehr verkaufbar. Meine hatte ein einziges „angebräuntes Blatt“ und war ansonsten absolut einwandfrei (Siehe Bilder 1 & 2). Er hatte die Wahl zwischen verschenken oder wegschmeißen. Er hat sich entschieden, sie zu verschenken und anderen Menschen damit eine kleine Freude zu bereiten. Ich habe mich echt und ehrlich darüber gefreut. Und die Rose hat es immerhin bis Sonntagabend in ansehnlichem Zustand durchgehalten.

Rose
Immerhin fünf Tage hat mir die Rose Freude bereitet.

Dieser nette Zufall von letzter Woche erinnerte mich an ein Ereignis, das ein Weilchen zurück liegt. Wir haben von unserem Chor aus ein Weihnachtskonzert in der katholischen Kirche in Oppenheim gegeben. Das Konzert wurde durch Solos und auch weihnachtliche Lesungen ergänzt und auch ich habe eine schöne kleine Geschichte vorgetragen. Am Ende des Konzertes haben alle Solisten und „Vorleser“ einen schönen Blumenstrauß als Dankeschön bekommen. Einen richtig schönen und weihnachtlichen Strauß sogar mit einer leuchtend roten Weihnachtskugel darin eingebunden.

Kurz nachdem ich meinen Strauß bekommen hatte, bekam ich von einer Sangesschwester folgendes zu hören: „Wenn’sch den ned magsch, kannsch’n ja einer der annere Frauen schenken.“ Weil ich etwas konsterniert geschaut habe, kam als Ergänzung: „Hädsch doch sicher lieber ’ne Flasche Wein oder ’n Schnaps gehabt.“

Und da war es mal wieder! Ein typisches Klischee, das Frauen über Männer haben und mit Wonne hegen und pflegen. Ach was ein Klischee, eher zwei Klischees!

  • Das erste: Männer freuen sich demnach nicht über Blumen und können mit einem Blumenstrauß nichts anfangen.
  • Das zweite: Schenke Männern Alkohol und Du machst nie einen Fehler.
Rose
Ich habe mir heute mal selbst ein paar Rosen geschenkt, die jetzt meine Wohnung schmücken.

Woher kommt diese Überzeugung vieler Frauen, das Männer sich nicht über Blumen freuen können. Woher kommt grundsätzlich – also bei Frauen UND Männern – die Überzeugung, das hochprozentige Geschenke immer am besten sind?! Weshalb glauben so viele, dass Männer bei einem Geschenk entweder „Och Mann, kein Alkohol“ oder aber „Jawoll! Alkohol!“ denken? Warum glauben viele, dass Männer bei Geschenken auf keinen Fall denken „Och wie nett, das XYZ an mich gedacht und mir Blumen geschenkt hat.“

Sorry, aber das ist Blödsinn! Abgesehen davon, dass ich z.B. eine Frau kenne, die sich über einen mit Bedacht und Sorgfalt ausgewählten Single-Malt-Whisky sehr freut und eine andere, die liebend gerne im Baumarkt stöbert, folgendes:

Auch ich freue mich über schöne Blumen. Noch viel mehr freue ich mich darüber, dass jemand mit einem solchen Geschenk zeigt, dass er oder sie an mich gedacht hat und mir mit etwas so schönem eine Freude machen will. Und ich bin mir sicher, bei vielen anderen Männern ist es ähnlich.

Ich war heute Abend noch Diverses einkaufen. Und diesmal habe ich mich selbst mit ein paar wunderschönen Rosen beschenkt. Und damit dieser Blogbeitrag nicht zu sehr ins Lamentieren und Moralisieren driftet, gebe ich offen zu: Neben den tollen orangen Rosen habe ich mir heute auch seit längerem mal wieder einen sehr leckeren Single-Malt-Whisky gegönnt!

😉

Update: Danke @ Nina fürs verlinken in Typisch Mann? Typisch Frau?

Danke, aber ich muss mal Tempo rausnehmen …

… sagte gestern eine Bekannte von mir auf die Frage, ob wir heute Vormittag laufen gehen sollen. Klang nach Stress beziehungsweise nach Maßnahmen dagegen. Ob das damit gemeint war, weiß ich nicht, vielleicht ging es auch nur ums Laufen. Aber das brachte mich zum Nachdenken und ich komm nicht umhin, euch die Ergebnisse der Denkerei mitzuteilen. Wer’s nicht wissen will, bitte hier an dieser Stelle das Lesen einstellen und die Seite schließen.

Entschleunigen ist wichtig und wenn man merkt, dass es nötig ist sollte man es tun! Ich weiß wovon ich rede und ihr kennt dieses Gefühl garantiert auch alle. Obwohl ich es ja mag, wenn das Leben mit ein paar Umdrehungen mehr läuft.  Wenn morgens so um 9:20 ein Kollege oder auch ich aus der frühen Redaktionskonferenz kommt/e, und es heißt „Bis zehn Uhr das Thema für die Top Box 4 am besten noch mit einer kleinen Fotoshow“ und es ist noch kein Wort geschrieben, dann geht’s rund. Ich mag diese hektische Betriebsamkeit, dieses Arbeiten unter gesundem Zeitdruck durchaus und das treibt mich auch an und verleiht mir mehr Energie als Kaffee.

Entschleunigen...
Entschleunigen...

Manchmal wundern sich auch Leute über mein wöchentliches Pensum und sagen: „Was Du so alles machst! Der Job, dann die ganzen Sachen und Ämter bei der DLRG, Singen im Gesangverein und zwischendurch noch der ganze Sport. Jetzt auch noch Spanisch lernen und so weiter. Ist dir das nicht zu viel?“ Nein ist es nicht, sonst würde ich es ja nicht tun. Was soll ich abends daheim alleine vor der Glotze sitzen und selbige leer gucken?!

Mir tut diese Action gut! Aber dennoch gibt es Zeiten, in denen ich merke, dass ich mal entschleunigen muss. Mal ein bisschen in Zeitlupe fliegen oder ganz abschalten. Und deshalb, wertgeschätzte Leserschaft, hier meine persönlichen Empfehlungen zum Entschleunigen:

’n bisschen vom Gas gehen

Das ist dann fällig, wenn Du einen anstrengenden Tag hattest oder wenn Dir irgendeine Kleinigkeit durch den Kopf geht.  Hier empfehle ich zwei mögliche Maßnahmen.

1. Gas geben! Hä?! Entschleunigen durch Beschleunigen? Klingt paradox, ist aber so! Geh, mach Sport und power dich aus! Wenn ich laufen oder schwimmen gehe oder Krafttraining mache und mich körperlich fordere, kann ich mental sehr gut entspannen und abschalten! Klingt nach Klischee, ist mir aber egal, denn es funktioniert! Ich kann mir den Kopf leer oder frei laufen oder schwimmen. Ich fühle mich danach matt und entspannt.

2. Ein kleiner Genuss. Nimm ein Glas guten Whisky und setze dich Abends im Dunklen auf Deine Terrasse. Das funktioniert bei mir wunderbar. Nach einem anstrengenden Tag mit einem guten Single Malt auf meiner Terrasse im Dunklen sitzen – Kerzen sind erlaubt, elektrischen Licht nicht – ein bisschen leise Musik hören, die zum Whisky passt, und in die Nacht hinein schauen. Ich empfehle jetzt im Sommer einen leichten sommerlichen Single Malt, wie beispielsweise einen Glengoyne 10 Years old oder einen Glen Grant Majors Reserve.  Im Herbst und Winter dürfen es gerne richtig rauchige Single Malts sein wie ein Talisker oder Lagavulin. Ok Du darfst hier natürlich einen Genuss Deiner Wahl genießen. Wenn es bei Dir Schokolade oder Gummibärchen sind, hau rein.

Gang raus und rollen lassen

So was ist fällig, wenn man mehrere anstrengende Tage hinter sich hat oder sonst irgendwie den Kopf zu oder das Herz schwer hat. Dann muss man sich schon eine mehrstündige Entschleunigung gönnen! Hab ich gestern erst gemacht. Ich war im Bäderhaus in Bad-Kreuznach und hab es mir während der „langen Sauna-Nacht“ bis ein Uhr nachts gut gehen lassen. Beim Schwitzen tritt nicht nur Schweiß aus dem Körper aus, auch so manche mentale Schlacke löst sich und verschwindet. Die indische Ölmassage war wunderbar entspannend und der nette Masseur hat auch dieses Stück Beton in meiner linken Schulter wieder zu einem beweglichen und funktionstüchtigen Muskel geknetet. Dann einfach noch auf einer der Liegen liegen, ein Buch lesen und die Zeit verstreichen lassen. Der Mitternachtsaufguss in der 90-Grad-Sauna (nein nicht Winkel-Grade!!!!) hat nochmal richtig aufgeheizt und entspannt. Hätte da um ein Uhr nachts nicht noch die Heimfahrt angestanden, hätte ich sofort ins Bett fallen können. Also ein paar Stunden Wellness eignen sich bestens für’s „Gang raus und rollen lassen“.

Vollbremsung, anhalten, abschnallen und aussteigen

Ja es gibt auch so Momente, wo man mal richtig die Faxen dicke hat. Wo einem nicht nur alles zu viel wird, sondern einem etwas oder jemand so richtig zum Hals raus hängt, ankotzt, auf die Nüsse geht etc. Das sind so Momente, wo man nicht nur entschleunigen, sondern mal einen Moment richtig anhalten muss. War bei mir letztes Jahr im September so weit. Durch einige nicht nette Dinge (und in dem Moment auch nicht nette Menschen), hatte ich genug.

Also Mittwochs ein Hotelzimmer in Paris reserviert und Freitagnachts mit Gepäck und Hund im Auto los gedüst in die Stadt an der Seine. Dann Samstag und Sonntag bei aller bestem Bilderbuchwetter mit meinem Hund durch die Stadt gelatscht. Insgesamt 30 Kilometer. Keine konkreten Ziele, einfach nur spazieren gehen. Stunden lang. Vollkommener Tapetenwechsel und damit Abstand zu sich selbst, um mal ein paar Sachen vom Tisch zu grübeln. Quasi das mentale Betriebssystem neu booten, die eine oder andere Sache deinstallieren, um mal in meinem Metier als IT-Journalist zu bleiben.

Damit das klappt, musst du aber eine ganz wichtige Regel beachten!! Sag niemandem Bescheid! NIEMANDEM! Hau einfach ab! Sonst klappt das nicht! Denn wenn Du Leuten Bescheid sagst, wird ein Teil Dir diese Spontanität warum auch immer auszureden versuchen. Andere werden Dir sagen was Du in Paris – oder wohin auch immer Du abhaust – alles tun sollst. Sachen wie: „Ja in Paris, da musst Du Dir aber unbedingt DIESUNDDAS anschauen und bei XY essen. Und das Museum BLABLA solltest Du dir nicht entgehen lassen.“ Mit anderen Worten Du kriegst schon wieder mentales Gepäck aufgeladen, das bei diesem wichtigen und gesunden Egotripp als unnötiger Ballast nur hinderlich ist. In so einer Situation hast Du sowieso genug Lasten im Kopf. Fahr nur mit Dir selbst und nimm niemand anderen mit, auch nicht im Kopf. Ok, im Kopf schon, wenn der oder diejenige(n) Ursache für den Egotripp ist(sind) und auch mit vergrübelt werden muss(müssen).

Ich rede hier nicht von einem Urlaub. Nichts lang geplantes über zig Tage mit Programm und so weiter. Ich rede davon, spontan mal ein paar Stunden oder ein bis zwei Tage abzuhauen. Gerade so lange, dass es die Leute, denen Du es NICHT sagst, auch nicht merken (solange sie nicht auf deinem Handy anrufen). Wenn Dein Kopf Dir sagt „Du hälst es nicht mehr aus, Du musst hier (mal) raus!“, dann tue genau das! Davon rede ich.

So, diese meine Tipps sind zur Nachahmung – gerne auch auf den eigenen Geschmack oder Bedarf adaptiert – empfohlen.

Ich bin dann mal wieder da!

Deutschland hat uns wieder, wir sind vor rund 45 Minute in Frankfurt gelandet. Zwölf wunderschöne, erholsame und (bis auf rund drei Stunden in einem Hotel mit kostenlosem WLAN abgesehen) völlig offline(ige) Tage liegen hinter uns. In den zwölf Tagen habe ich mich von meiner Kaffeesucht kuriert und bin zum leidenschaftlichen Teetrinker geworden. Morgens ein oder zwei Tassen englischen Tee mit Milch und Zucker, wunderbar. Und ich habe Geschmack an Single Malt-Whisky gefunden und auch meine Marken entdeckt. Gekauft habe ich eine Flasche Glenkinchie, sehr lecker sind auch Blair Atholl, Dalwhinnie und Glen Moray.

Hier den ganzen Urlaub zu beschreiben, würde vermutlich den Server zum platzen und meine Finger zum bluten bringen. Den ausführlichen Reisebericht mit Bildern gibt es vielleicht bald hier zum Download, denn ich habe jeden Abend Tagebuch geschrieben und nur 1542 Fotos gemacht. Deshalb hier im Anschluss in aller Kürze etwas Statistik bezüglich unseres sehr erholsamen Urlaubs.

1. Gefahrene Meilen: 1567,5 das entspricht 2522,6 Kilometern
2. Übernachtungen in sieben Bed & Breakfast-Herbergen
3. dabei zwölf mal schottisches Frühstück genossen.
4. Unterwegs pro Person rund 20-25 Sandwhiches als Wegzehrung verputzt, die es sehr lecker und frisch in jedem Supermarkt gibt.
5. Die Anzahl der getrunkenen Biere und gefutterten Chipstüten geht Euch nix an!
6. Elf Whisky-Destillen besichtigt: Talisker, Glen Ord, Glenmoranchie, Glynelish, Glen Moray, Glenfiddich, Cardhu, Glenlivet, Dalwhinnie, Blair Athol und Glenkinchie.
7. Dabei 16 Whiskys probiert.
8. Vier Burgen ausführlich besichtigt und weitere acht aus der Nähe gesehen, angehalten und fotografiert und viele weiter am Wegesrand liegen gelassen.
9. Ein Wasserkraftwerk in einem Staudamm bei Pitlochry besichtigt.
10. Unzählige Kilometer gelaufen und gewandert und dabei sehr viel schöne Landschaften und Naturschauspiele bewundert.